Scroll to top
    Zurück zum Blog
    Darknet-Leaks · Cyberangriffe · Elektro- & IT-Systemhaus

    W.H. Müller gehackt? Frankfurter Elektro- und IT-Traditionsbetrieb im Darknet aufgetaucht

    Die Ransomware-Gruppe Deadlock hat die W.H. Müller GmbH & Co. KG (whm.de, Frankfurt-Sossenheim) auf ihrer Leak-Seite veröffentlicht – mit Screenshot und Verweis auf SwissTransfer. Ein Datenabfluss ist unbestätigt.

    16 min Lesezeit Frankfurt am Main
    W.H. Müller im Darknet – Deadlock listet Frankfurter Elektro- und IT-Betrieb (unbestätigte Täter-Behauptung)
    Darknet-Listing Deadlock
    Deadlock-Frist bis zur mutmaßlichen Veröffentlichung
    Sichtung 10.07.2026, 13:12 UTC · typische 30-Tage-Frist bis zur Datenfreigabe (Richtwert, unbestätigt)
    220
    Tage
    13
    Std
    12
    Min
    00
    Sek
    Transparenz & Einordnung

    Bestätigt ist ausschließlich die Listung auf der Deadlock-Leak-Seite (Sichtung 10.07.2026, ca. 15:12 MESZ / 13:12 UTC, indexiert durch ransomware.live) sowie eine frühere Massenlistung Mitte Juni 2026. Ein tatsächlicher Cyberangriff, Datenabfluss oder Verhandlungen sind nicht unabhängig verifiziert. Eine Stellungnahme des Unternehmens liegt bis zur Veröffentlichung nicht vor. Alle Aussagen der Täter bleiben unbelegte Behauptungen – für W.H. Müller gilt die Unschuldsvermutung. Wir verlinken bewusst nicht auf die Leak-Seite und haben keine angebotenen Daten heruntergeladen oder geprüft. Wirtschaftliche und IT-Budget-Angaben sind Branchen-Benchmarks (BSI, Bitkom, Handelsregister), keine Aussage über konkrete Investitionen bei W.H. Müller.

    Chronologie des Vorfalls

    DatumEreignis
    16.06.2026Domain whm.de taucht erstmals auf der neu gestarteten Deadlock-Leak-Seite auf – als einer von rund 80 Einträgen einer Massenveröffentlichung (dokumentiert u. a. durch Breachsense).
    10.07.2026, ca. 15:12 MESZErneute bzw. aktualisierte Listung von „WH Müller" auf der Deadlock-Leak-Seite, nun mit Screenshot einer mutmaßlichen Datei-/Verzeichnisübersicht und Verweis auf den Filesharing-Dienst SwissTransfer (indexiert durch Ransomware.live, 13:12 UTC).
    11.07.2026Wasacon veröffentlicht diese Einordnung. Der Beitrag wird bei neuen Erkenntnissen, einer Stellungnahme des Unternehmens oder einer etwaigen Datenveröffentlichung aktualisiert.

    Das Wichtigste in Kürze

    • W.H. Müller GmbH & Co. KG (whm.de, Frankfurt-Sossenheim) am 10.07.2026 auf der Deadlock-Leak-Seite gelistet – mit Screenshot & SwissTransfer-Link.
    • Datenabfluss unbestätigt, keine Stellungnahme, keine Echtheitsprüfung des Downloadlinks.
    • Traditionsbetrieb seit 1926, rund 60 Beschäftigte, geschätzt 8 – 10 Mio. € Umsatz, Bilanzsumme 2023 rund 4,0 Mio. €.
    • Besondere Brisanz: W.H. Müller ist selbst IT-Systemhaus mit privilegierten Zugängen zu Kundenumgebungen und Schließanlagen (u. a. SimonsVoss).
    • NIS-2-Grauzone: mit 60 MA und geschätzt bis 10 Mio. € Umsatz exakt in der Zone „wichtige Einrichtung", je nach Managed-Service-Anteil meldepflichtig.

    Was ist passiert?

    Am 10. Juli 2026 wurde gegen 15:12 Uhr (MESZ) auf der Leak-Seite der Ransomware-Gruppe Deadlock ein Eintrag zur Firma W.H. Müller sichtbar, versehen mit der Länderkennung „DE". Die Täter beschreiben das Unternehmen knapp als „family business in the field of electrical engineering and IT technology" – eine Formulierung, die nahezu wortgleich von der Unternehmenswebseite übernommen wirkt.

    Drei Details stechen hervor:

    • Screenshot & SwissTransfer-Link: Der Eintrag enthält eine mutmaßliche Datei-/Verzeichnisübersicht und einen Verweis auf den Filesharing-Dienst SwissTransfer. Deadlock nutzt – anders als die meisten Gruppen – keine reine Tor-Infrastruktur und verlinkt angeblich erbeutete Daten teils über gewöhnliche Filesharing-Dienste. Ob der Link tatsächlich Daten von W.H. Müller enthält, ist nicht verifiziert.
    • Massenlistung Mitte Juni: Nach Aufzeichnungen von Breach-Monitoring-Diensten tauchte whm.de bereits Mitte Juni 2026 in einer Massenveröffentlichung mit rund 80 mutmaßlichen Opfern auf. Deadlocks Clearnet-Seite wird regelmäßig neu aufgesetzt – Einträge erscheinen mehrfach. Ein etwaiger Angriff könnte Wochen oder Monate zurückliegen.
    • Fehlkategorisierung als „Herstellung": W.H. Müller ist kein produzierendes Unternehmen, sondern Handwerks- und Dienstleistungsbetrieb. Solche Fehlzuordnungen sind bei Leak-Seiten häufig – die Einträge werden von den Tätern teils automatisiert und schlampig erstellt. Ein Hinweis, wie wenig Sorgfalt hinter den Angaben steckt.
    Fakten zum Deadlock-Leak-Eintrag W.H. Müller
    Betroffene Domainwhm.de
    GruppeDeadlock (DeadLock)
    Eintrag gesichtet10.07.2026, ca. 15:12 MESZ (13:12 UTC bei ransomware.live)
    Erst-ListungMitte Juni 2026 (Massenveröffentlichung, ~80 Einträge)
    Onion-Adresse (nicht verlinkt)deadblogdbdu5wprek…onion
    Status auf Leak-SeiteScreenshot einer Datei-/Verzeichnisübersicht · SwissTransfer-Link
    LändereintragDeutschland 🇩🇪
    Kategorie im Eintrag„Manufacturing / Herstellung" (Fehlzuordnung)
    Typische Frist~30 Tage bis mutmaßlicher Datenfreigabe
    Vom Unternehmen bestätigtNein · keine öffentliche Stellungnahme
    Cyberangriff bestätigt❌ Nein
    Datenabfluss bestätigt❌ Nein

    Wer ist W.H. Müller?

    Die W.H. Müller GmbH & Co. KG mit Sitz in der Westerbachstraße 120 in Frankfurt-Sossenheim ist ein Traditionsbetrieb im wörtlichen Sinn: 1926 gegründet von Richard Fischer und Willi Müller senior in der Frankfurter Hafenstraße – zunächst als Leuchtenmanufaktur –, feiert das Unternehmen in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen. Nach der vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb wieder aufgebaut und über mehrere Generationen der Familien Müller, Veith und Jung weitergeführt. Heute wird die Gesellschaft (Amtsgericht Frankfurt am Main, HRA 16298) von Sören Jung, Gesa Leber und Martin Veith geführt.

    Der Betrieb ist als Innungsfachbetrieb sowohl im Elektrotechnik- als auch im Informationstechniker-Handwerk in die Handwerksrolle eingetragen (Handwerkskammer Rhein-Main, Betriebs-Nr. 4202404) und bildet aus.

    Zahlen, Daten, Fakten W.H. Müller GmbH & Co. KG
    RechtsformGmbH & Co. KG
    SitzWesterbachstraße 120, Frankfurt-Sossenheim
    RegistergerichtAmtsgericht Frankfurt am Main HRA 16298
    KomplementärinWIMÜ Elektrobau GmbH (HRB 11931)
    GeschäftsführungSören Jung, Gesa Leber, Martin Veith
    Gegründet1926 (100 Jahre Tradition)
    Mitarbeiterrund 60 Beschäftigte am Standort Frankfurt
    Jahresumsatz (Schätzung)ca. 8 – 10 Mio. € (Umsatzklasse „bis 10 Mio. €")
    Bilanzsumme 2023ca. 4,0 Mio. € (-10,2 % ggü. Vorjahr)
    Stammkapital26.250 €
    InnungsstatusElektrotechnik & Informationstechniker-Handwerk (HWK Rhein-Main)

    Zum Leistungsspektrum gehören Elektrotechnik und Elektroinstallation für Gewerbe, Industrie und Privathaushalte, Netzwerk- und Datentechnik (Glasfaser, Kommunikationsinfrastruktur), ein eigenes IT-Systemhaus (Administration von Kundennetzwerken, E-Mail- und Server-Hosting, Online-Backup, VPN, VoIP, selbst betriebene Cloud-Dienste), digitale Schließ- und Zutrittskontrollsysteme (u. a. SimonsVoss) sowie Sicherheits- und Gebäudetechnik, Brandmeldeanlagen, Notstromversorgung und Photovoltaik.

    Warum dieser Fall besonders heikel ist

    Bei bisherigen Fällen unserer Berichterstattung – etwa dem Schiffsausbauer BMI Projects (SafePay) oder dem Massivhaus-Anbieter Lechner (Qilin) – lag die Brisanz vor allem in eigenen Kunden- und Projektdaten. Bei W.H. Müller kommt eine zweite Ebene hinzu: Das Unternehmen ist selbst IT-Dienstleister.

    Ein Systemhaus, das Netzwerke einrichtet und administriert, E-Mail- und Cloud-Dienste hostet und digitale Schließanlagen konfiguriert, verwaltet naturgemäß hochsensibles Material über Dritte – rein hypothetisch etwa Netzwerkpläne und Konfigurationsdokumentationen von Kundenumgebungen, Zugangsdaten oder VPN-Konfigurationen, Wartungsverträge und im Fall von Schließsystemen sogar Informationen darüber, wie physische Zutritte zu fremden Gebäuden organisiert sind.

    Sollten solche Unterlagen abgeflossen sein, wäre das nicht nur ein Problem des Unternehmens, sondern potenziell ein Lieferketten-Risiko für dessen Kunden. Ausdrücklich gilt: Dafür gibt es derzeit keinerlei Beleg. Die Konstellation erklärt aber, warum ein Leak-Eintrag bei einem IT-Dienstleister grundsätzlich ernster zu nehmen ist als anderswo.

    W.H. Müller Zahlen, Daten, Fakten – IT-Budget & Cybersecurity-Empfehlungen nach BSI/Bitkom bei Deadlock-Leak

    Was hätte W.H. Müller investieren müssen? Eine Einordnung

    Aus den öffentlich verfügbaren Eckdaten – rund 60 Beschäftigte, Umsatzklasse bis 10 Mio. €, rechnerisch etwa 8 – 10 Mio. € Jahresumsatz – lässt sich mit den gängigen Benchmarks ein konkreter Erwartungsrahmen abstecken.

    ca. 8 – 10 Mio. € / Jahr
    Geschätzter Jahresumsatz (Umsatzklasse bis 10 Mio. €)
    ca. 240.000 – 600.000 € / Jahr
    IT-Gesamtbudget (Bitkom ~4 % vom Umsatz)
    ca. 48.000 – 120.000 € / Jahr
    IT-Sicherheits-Budget (BSI: mind. 20 %)
    100.000 – 500.000 €+ pro Vorfall
    Ø Ransomware-Schaden im Mittelstand
    Realistisches jährliches Security-Budget für einen Elektro- und IT-Systemhaus-Betrieb dieser Größe – Branchenrichtwerte nach BSI und Bitkom, keine Aussage über konkrete Investitionen bei W.H. Müller.
    MaßnahmeGrößenordnung / Jahr
    Multi-Faktor-Authentifizierung (VPN, Mail, Admin, Remote-Wartung)3.000 – 8.000 €
    EDR/MDR + 24/7-Monitoring (60 Endpoints + Server)12.000 – 30.000 €
    Immutable / Offline-Backups + Restore-Tests5.000 – 12.000 €
    Patch-Management (Firewalls, VPN, Public-Apps, WordPress etc.)3.000 – 8.000 €
    Netzsegmentierung: interne IT ↔ Kundenumgebungen ↔ Buchhaltung6.000 – 15.000 €
    Privileged Access Management (Systemhaus-Admins)6.000 – 15.000 €
    Zero-Trust-Zugriff auf Kunden-Fernwartung / RMM-Konsolidierung5.000 – 12.000 €
    Awareness- und Phishing-Simulationen für 60 Beschäftigte2.500 – 6.000 €
    Incident-Response-Retainer & Krisenübungen6.000 – 15.000 €
    NIS-2- / DSGVO-Beratung (HBDI Wiesbaden, BSI-Meldewege)3.000 – 8.000 €
    Realität im Markt vs. Empfehlung

    Tatsächlicher Security-Anteil deutscher Unternehmen: 9 % (2022) → 14 % (2023) → 17 % (2024) → 18 % (2025). Über die Hälfte der Unternehmen verfehlt die 20-%-Empfehlung des BSI. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Ransomware-Schaden im Mittelstand liegt regelmäßig im sechsstelligen Bereich – ein einziger Schadensfall kann das Security-Budget von zehn Jahren übersteigen. Bitkom 2025: 289 Mrd. € Gesamtschaden, Ransomware dominierend.

    Bei einem IT-Systemhaus verschiebt sich die Rechnung zusätzlich: Hier geht es nicht nur um den Schutz des eigenen Betriebs, sondern um die Vertrauensgrundlage des Geschäftsmodells. Für Dienstleister mit privilegierten Zugängen zu Kundensystemen gelten strikte Trennung von interner IT und Kundenumgebungen, MFA auf allen Fernzugängen und gehärtete Remote-Management-Werkzeuge als absolutes Minimum – Tendenz durch NIS-2 weiter steigend.

    Wer oder was ist Deadlock? Die Ransomware-Gruppe im Profil

    Deadlock ist eine vergleichsweise junge, finanziell motivierte Ransomware-Operation, die von Sicherheitsforschern erstmals im Juli 2025 beobachtet wurde. Anders als große Marken wie LockBit oder Qilin arbeitet die Gruppe ohne Affiliate-Programm als geschlossene Operation. Seit Mai/Juni 2026 betreibt sie eine öffentliche Leak-Seite – bemerkenswerterweise im offenen Internet statt im Tor-Netzwerk – und listete dort binnen kurzer Zeit rund 75 bis 80 mutmaßliche Opfer.

    Technisch fällt Deadlock durch zwei Punkte auf: Erstens die Nutzung von Polygon-Smart-Contracts zur Speicherung und Rotation der C2-Adressen (EtherHiding-Muster, dokumentiert durch Group-IB im Januar 2026). Zweitens eine eigene zeitbasierte Stream-Cipher statt der Windows-Krypto-APIs; verschlüsselte Dateien tragen die Endung .dlock. Verhandlungen laufen über den dezentralen Session-Messenger, Zahlung in Bitcoin oder Monero. Die Payload prüft die Systemsprache und läuft nicht auf kyrillisch konfigurierten Maschinen.

    Steckbrief Deadlock Ransomware
    Erstes Auftreten (Malware)Juli 2025 (erste Samples ab 27.06.2025)
    Leak-Seite live seitMitte Juni 2026
    ModellDoppelte Erpressung (Verschlüsselung + Datendiebstahl/-verkauf)
    Affiliate-ProgrammNein – geschlossene Operation
    Opferzahl75 in 32 Ländern (Stand 11.07.2026)
    Top-ZielländerItalien 8 · Spanien 8 · Polen 6 · Deutschland 4 · Singapur 4
    Top-ZielbranchenBusiness Services, Manufacturing, Public Sector
    Bekannter EinstiegAusnutzung von Schwachstellen (u. a. CVE-2024-51324), ungepatchte Systeme
    Fernzugriff / PersistenzAnyDesk
    Command & ControlPolygon-Smart-Contracts (Proxy-Rotation, EtherHiding-Muster)
    Dateiendung / Ransom-Notes.dlock · HOW_RECOVER.<ID>.txt · RECOVERY_CHAT.<ID>.html
    Verhandlung / ZahlungSession-Messenger · Bitcoin oder Monero
    Vertiefung: Vollständiges Threat-Profil mit Steckbrief, TTP-Matrix, Bewertungen von Group-IB/ZeroFox/SOCRadar und der kompletten Deadlock-Opferwall.
    Zum Deadlock-Profil
    attacker :: session · whm.de · SCHEMATIC ONLY
    > recon :: whm.de · ports=443,25,993,3389,5900 · rmm-panel discovered
    Hinweis zu Banner 3

    Die Terminal-Sequenz im Banner ist eine rein schematische, fiktive Darstellung möglicher Angriffs-Schritte – keine Rekonstruktion, keine reale Umgebung, keine Aussage darüber, wie ein etwaiger Angriff bei W.H. Müller tatsächlich abgelaufen sein könnte. Die gezeigten Deadlock-typischen Bausteine (CVE-2024-51324, AnyDesk-Persistenz, Polygon-C2-Rotation, .dlock-Verschlüsselung) sind aus öffentlichen Analysen von Group-IB, SOCRadar und ThreatScene Unit 31 bekannt. Alles Konjunktiv, alles Annahme – keine Tatsachenbehauptung.

    Welche Risiken bestehen bei solchen Vorfällen?

    Sollte es tatsächlich zu einem Datendiebstahl gekommen sein, könnten bei einem Elektro- und IT-Betrieb dieser Ausrichtung unter anderem folgende Informationen betroffen sein – rein hypothetisch:

    Netzwerkpläne & Konfigurationen
    Rein hypothetisch: Netzwerkdiagramme, Firewall-Regeln, VLAN-, VPN- und WLAN-Konfigurationen betreuter Kundenumgebungen (typisch 5–50 Arbeitsplätze).
    Schließsystem- & Zutrittsdaten
    Konfigurationen digitaler Schließanlagen (u. a. SimonsVoss), Berechtigungsmatrizen, Master-/Ersatzschlüssel-Zuweisungen, Zutrittsprotokolle.
    Systemhaus-Zugangsdaten
    Zugangs- und Konfigurationsdaten aus Hosting, Backup, VPN und VoIP – teils inkl. gespeicherter Kundenpasswörter im Ticket- oder RMM-System.
    Kunden-, Vertrags- & Personaldaten
    Angebote, Kalkulationen, Wartungsverträge, Personalakten der rund 60 Beschäftigten (auch ehemaliger) sowie Bank- und Sozialversicherungsdaten.

    Bislang gibt es für einen Abfluss solcher Daten keine öffentliche Bestätigung.

    Meldepflichten: DSGVO und NIS-2 in diesem Fall

    DSGVO

    Sollte sich ein Abfluss personenbezogener Daten bestätigen, greift Art. 33 DSGVO: Meldung binnen 72 Stunden an die zuständige Aufsichtsbehörde – für Frankfurt am Main der Hessische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (HBDI) in Wiesbaden. Besteht für Betroffene voraussichtlich ein hohes Risiko, müssen diese nach Art. 34 DSGVO zusätzlich direkt benachrichtigt werden.

    NIS-2 – warum dieser Fall in der Grauzone liegt

    Die europäische NIS-2-Richtlinie und ihre deutsche Umsetzung nehmen erstmals auch Managed Service Provider und IT-Dienstleister in die Pflicht – mit Registrierung, Risikomanagement, Meldepflichten für erhebliche Sicherheitsvorfälle (Erstmeldung binnen 24 Stunden, Folgemeldung binnen 72 Stunden an das BSI) und persönlicher Verantwortung der Geschäftsleitung. Schwellenwerte: 50 Mitarbeiter oder 10 Mio. € Umsatz – W.H. Müller bewegt sich mit rund 60 Beschäftigten und geschätzt bis zu 10 Mio. € Umsatz exakt in dieser Zone. Ob der Betrieb konkret unter das Gesetz fällt, hängt vom Managed-Services-Anteil ab. Nichtmeldung ist bußgeldbewehrt.

    Anlaufstellen und Meldewege

    • ZAC Hessen – Zentrale Ansprechstelle Cybercrime beim Hessischen LKA; 24/7 für Unternehmen im Ernstfall.
    • BSI – Meldestelle; bei NIS-2-Pflicht Erstmeldung binnen 24, Folgemeldung binnen 72 Stunden.
    • HBDI Wiesbaden – Datenschutz-Meldung nach Art. 33 DSGVO binnen 72 Stunden bei Abfluss personenbezogener Daten.
    • Cyberversicherung – falls vorhanden, umgehend informieren; viele Policen setzen unverzügliche Meldung voraus.
    • Strafanzeige stellen – Ransomware-Erpressung ist eine Straftat (§§ 253, 303b StGB); oft Voraussetzung für Versicherungsleistungen.

    10 Do's für Kunden, Geschäftspartner und Beschäftigte

    1. Wachsam bleiben – unerwartete Mails, Anrufe und Rechnungen mit Bezug zu W.H. Müller, laufenden Projekten oder „dringenden IT-Updates" kritisch prüfen.
    2. Zahlungsaufforderungen und angeblich geänderte Bankverbindungen telefonisch über bekannte offizielle Nummern verifizieren.
    3. Keine unerwarteten Dateianhänge öffnen – auch nicht solche, die wie Wartungsberichte oder Aufmaße aussehen.
    4. Keine spontanen Fernwartungszugriffe (AnyDesk, TeamViewer, RMM) zulassen, die nicht zweifelsfrei angekündigt und über bekannte Wege verifiziert sind.
    5. Als betreuter Kunde beim Dienstleister aktiv nachfragen, ob eigene Zugangsdaten, VPN-Konfigurationen oder Netzwerkdokumentationen betroffen sein könnten.
    6. Passwörter und Schlüsselmaterial für extern verwaltete Zugänge (VPN, Mailserver, Backup, Cloud-Konsolen) vorsorglich rotieren.
    7. Digitale Schließanlagen prüfen: Programmiergeräte-Zugriffe, aktive Ersatzmedien, Auslesehistorien.
    8. Phishing-Aufmerksamkeit erhöhen – Täter kombinieren gerne echte Projektdaten mit gefälschten Absendern.
    9. Verdachtsfälle bei der ZAC Hessen oder der örtlichen Polizei anzeigen und Beweise (Mails, Header, Logs) sichern.
    10. Im Zweifel nur offizielle Informationen von W.H. Müller oder Behörden als verlässlich behandeln – nicht Gerüchte aus dem Darknet.

    10 Don'ts im Ernstfall

    1. Kein vorschnelles Lösegeld – BSI, BKA, FBI und CISA raten einhellig ab.
    2. Kein Täterkontakt ohne Profis (Forensik, Anwalt, ZAC Hessen).
    3. Vorfall nicht verschweigen oder kleinreden – DSGVO- und ggf. NIS-2-Meldepflichten laufen weiter.
    4. Systeme nicht neu aufsetzen, bevor der Einfallsweg forensisch geklärt ist.
    5. Keine Schuldzuweisung an einzelne Mitarbeitende – Opfer ist zunächst das Unternehmen selbst.
    6. Backups nie am selben Netz belassen – Ransomware sucht gezielt nach ihnen.
    7. Keine Wiederherstellung ohne Malware-Scan der Backups.
    8. Keine ungeprüften „Datenrettungs"-Angebote Dritter (oft Mittelsmänner der Täter).
    9. Leak-Daten nicht selbst herunterladen oder weiterverbreiten – der Besuch von Leak-Seiten kann strafbar sein.
    10. Nicht auf „uns trifft es nicht" setzen – BSI verortet rund 80 % der gemeldeten Angriffe im Mittelstand.

    12 Präventions-Do's für Handwerks-/IT-Mischbetriebe

    1. MFA flächendeckend – VPN, Mail, Admin, Kunden-RMM.
    2. 3-2-1-Backups mit Offline-/Immutable-Kopie und regelmäßigen Restore-Tests.
    3. Kein offenes RDP ins Internet; Fernzugänge nur über gehärtetes VPN mit MFA.
    4. Patch-Management mit Fristen – öffentlich erreichbare Apps, Firewalls, VPN-Appliances zuerst (bekannter Deadlock-Einstieg u. a. via CVE-2024-51324).
    5. EDR/MDR mit Verhaltenserkennung statt reinem Virenscanner.
    6. Strikte Trennung interner IT und Kundenumgebungen (Segmentierung, getrennte Admin-Identitäten, kein Passwort-Recycling).
    7. AnyDesk und andere Remote-Tools netzwerkweit sichtbar machen oder auf gemanagtes RMM konsolidieren.
    8. Privileged Access Management für Systemhaus-Admins – Least Privilege, Just-in-Time-Freigaben, Session-Recording.
    9. Awareness-Schulungen für alle 60 Beschäftigten, Phishing-Simulationen mehrfach pro Jahr.
    10. Mindestens 20 % des IT-Budgets für Security (BSI/Bitkom) – dauerhaft, nicht einmalig.
    11. Altsysteme, offene Wartungs- und Ex-Mitarbeiter-Zugänge konsequent abschalten.
    12. NIS-2-Betroffenheit prüfen – bei > 50 MA oder 10 Mio. € Umsatz plus Managed-Services-Anteil dringend erforderlich.
    Deadlock Leak-Wall · ransomware.live

    Deadlock Opfer-Wall – vollständig (Jun – Jul 2026, 75 Einträge)

    Von Deadlock auf der Darknet-Leak-Seite gelistete Organisationen – Bestand vom 15.06.2026 bis 10.07.2026. Eine Listung ist zunächst eine Behauptung der Täter und kein Beleg für einen bestätigten Angriff oder Datenabfluss.

    74
    Opfer
    33
    Länder
    16
    Branchen
    10.07.2026
    Neuestes
    74 von 74 Opfern
    La ville de Ouangani
    ·Mayotte
    Public SectorDeadlock
    Direção Estacionamentos S.A. (Autopark)
    ·Brasilien
    Consumer ServicesDeadlock
    EDISA and INVERTIGE
    ·Spanien
    Business ServicesDeadlock
    Breda Energia S.p.A.
    ·Italien
    EnergyDeadlock
    Muzeum Valašsko
    ·Tschechien
    Hospitality & TourismDeadlock
    bERS (Bers logistics)
    ·Bulgarien
    Transportation/LogisticsDeadlock
    NXIT / Franco Vago / Traconf
    ·Italien
    Business ServicesDeadlock
    AFWorkshop
    ·Singapur
    Business ServicesDeadlock
    Finam Gabon
    ·Gabun
    EnergyDeadlock
    iASK (Institute of Advanced Studies Kőszeg)
    ·Ungarn
    Bildung/ForschungDeadlock
    Noega and Esnova
    ·Spanien
    ManufacturingDeadlock
    IFC Eur(opa)
    ·Deutschland
    Financial ServicesDeadlock
    TPToys
    ·Großbritannien
    Consumer ServicesDeadlock
    EXPRESOKNA SP. Z O.O.
    ·Polen
    Business ServicesDeadlock
    Bär Cargolift Polska Sp. z o.o.
    ·Polen
    Transportation/LogisticsDeadlock
    Grupolider / Grupo Actual
    ·Angola
    Business ServicesDeadlock
    Dyhrberg AG Switzerland
    ·Schweiz
    ManufacturingDeadlock
    SKK Networks / UNICARD / SKK SA
    ·Polen
    Business ServicesDeadlock
    PB Sprinkler Engineering / PLISZKA
    ·Polen
    Business ServicesDeadlock
    8.2 Group e.V.
    ·Deutschland
    Erneuerbare Energien / EngineeringDeadlock
    Integra and Operosa (C.A.A. Nicoli)
    ·Italien
    Business ServicesDeadlock
    JOSO
    ·Norwegen
    ManufacturingDeadlock
    GEOPARTNER / GEOPARTNER GEOMATICS
    ·Polen
    Business ServicesDeadlock
    FIRESTA-Fišer, a.s.
    ·Tschechien
    ConstructionDeadlock
    UFL – United Finance Limited
    ·Papua-Neuguinea
    Financial ServicesDeadlock
    Picassent (Ayuntamiento)
    ·Spanien
    Public SectorDeadlock
    Starconn (Chief Land Electronic)
    ·Singapur
    ManufacturingDeadlock
    EFCA
    ·Deutschland
    Financial ServicesDeadlock
    AKSV (AK Service & Vedligehold)
    ·Dänemark
    ConstructionDeadlock
    Bridgeport S.p.A.
    ·Italien
    ManufacturingDeadlock

    Datenquelle: öffentlich einsehbare Einträge der Deadlock-Leak-Seite, indexiert via ransomware.live (Stand 11.07.2026). 74 namentlich extrahierbare Einträge; die Plattform zählt insgesamt 75. Land- und Branchenangaben teils unvollständig oder automatisiert erfasst. Wir verlinken bewusst nicht auf die Leak-Seite und veröffentlichen keine mutmaßlich entwendeten Daten.

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Aktueller Stand & Fazit

    ✅ Die W.H. Müller GmbH & Co. KG (whm.de) wurde auf der Leak-Seite der Ransomware-Gruppe Deadlock gelistet.
    ✅ Der Eintrag enthält einen Screenshot und einen SwissTransfer-Link.
    ⚠️ Ob dahinter echte Unternehmensdaten stehen, ist nicht unabhängig verifiziert.
    ❌ Eine offizielle Stellungnahme oder Bestätigung eines erfolgreichen Cyberangriffs liegt bis heute (11.07.2026) öffentlich nicht vor.
    ❌ Ob tatsächlich Daten entwendet wurden und welche, ist nicht bestätigt.

    Sollte eine Stellungnahme veröffentlicht werden oder neue Informationen bekannt werden, wird dieser Beitrag entsprechend ergänzt. Bis dahin gilt: Vorsicht ja, Panik nein – und maximale Wachsamkeit für alle, die von W.H. Müller IT-seitig, elektrotechnisch oder mit Schließanlagen betreut werden.

    Zuletzt aktualisiert: .

    Elektrobetrieb, IT-Systemhaus oder Mischbetrieb? Prävention ist ein Bruchteil des Schadens.
    Wasacon prüft Public-App-/VPN-Härtung, MFA, EDR/MDR, Backup-Strategie (3-2-1 mit Air-Gap), Segmentierung interner IT ↔ Kundenumgebungen, Privileged Access Management und NIS-2-/DSGVO-Readiness – bevor der Ernstfall eintritt.

    Wasacon in deiner Region

    Ob in Erkelenz, Wegberg, Wassenberg, Hückelhoven, Aachen, Mönchengladbach, Geilenkirchen, Jülich, Düren oder Krefeld – Ransomware-Angriffe wie der mutmaßliche Deadlock-Vorfall bei W.H. Müller treffen Elektro- und IT-Systemhäuser deutschlandweit. Wasacon unterstützt Unternehmen im Kreis Heinsberg und im Rheinland mit Schwachstellenanalyse, EDR/XDR, Backup-Strategie und Incident-Response.

    Quellen & Methodik
    Screenshot des Deadlock-Leak-Eintrags (Stand 10.–11.07.2026 – keine Verlinkung ins Darknet)
    ransomware.live & Breachsense (Indexierung, Länder-/Branchen-Datenbank, Zuordnung Deadlock)
    Unternehmensangaben laut whm.de, LinkedIn, Kontakt/Historie
    Register- und Firmendaten (Amtsgericht Frankfurt am Main HRA 16298, North Data, Implisense, wer-zu-wem)
    Threat-Intelligence zu Deadlock: Group-IB (Polygon-Smart-Contracts-Analyse), ZeroFox (Flash Report), SOCRadar (Gruppenprofil), ThreatScene Unit 31 (YARA/IOCs), WatchGuard
    BSI (Empfehlung Präsidentin Plattner: 20 % des IT-Budgets für Cybersicherheit), Bitkom (IT-Kosten ~4 % vom Umsatz; Wirtschaftsschutz-Studie 2025: 289 Mrd. € Schaden), FBI/CISA-Ransomware-Advisories
    Rechtsrahmen: Art. 33/34 DSGVO, NIS-2-Richtlinie (EU) 2022/2555 und deutsches Umsetzungsgesetz

    Diskussion

    0 Beiträge

    Lade Kommentare …
    Neuer Kommentar
    0/2000

    E-Mail wird nur zur Verifizierung verwendet, nicht veröffentlicht. Beiträge werden manuell geprüft.

    IT-Budget Quick-Check

    Wie viel sollte Ihr Unternehmen jährlich in IT investieren?

    Risiko-Level: Mittel · Multiplikator: 1.2×

    Richtwerte auf Basis von BSI/NIST/ENISA-Branchenbenchmarks. Keine verbindliche Empfehlung.

    Das könnte Sie auch interessieren

    Sind Zugangsdaten Ihres Unternehmens bereits im Umlauf?

    Wir prüfen Ihre Domain kostenlos gegen bekannte Infostealer- und Leak-Datenbanken – vertraulich und unverbindlich.

    Bekannt aus

    Wasa Consult, Data Recovery Service, Heinsberg, Nordrhein-Westfalen