Die Ransomware-Gruppe Deadlock hat die W.H. Müller GmbH & Co. KG (whm.de, Frankfurt-Sossenheim) auf ihrer Leak-Seite veröffentlicht – mit Screenshot und Verweis auf SwissTransfer. Ein Datenabfluss ist unbestätigt.

Bestätigt ist ausschließlich die Listung auf der Deadlock-Leak-Seite (Sichtung 10.07.2026, ca. 15:12 MESZ / 13:12 UTC, indexiert durch ransomware.live) sowie eine frühere Massenlistung Mitte Juni 2026. Ein tatsächlicher Cyberangriff, Datenabfluss oder Verhandlungen sind nicht unabhängig verifiziert. Eine Stellungnahme des Unternehmens liegt bis zur Veröffentlichung nicht vor. Alle Aussagen der Täter bleiben unbelegte Behauptungen – für W.H. Müller gilt die Unschuldsvermutung. Wir verlinken bewusst nicht auf die Leak-Seite und haben keine angebotenen Daten heruntergeladen oder geprüft. Wirtschaftliche und IT-Budget-Angaben sind Branchen-Benchmarks (BSI, Bitkom, Handelsregister), keine Aussage über konkrete Investitionen bei W.H. Müller.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 16.06.2026 | Domain whm.de taucht erstmals auf der neu gestarteten Deadlock-Leak-Seite auf – als einer von rund 80 Einträgen einer Massenveröffentlichung (dokumentiert u. a. durch Breachsense). |
| 10.07.2026, ca. 15:12 MESZ | Erneute bzw. aktualisierte Listung von „WH Müller" auf der Deadlock-Leak-Seite, nun mit Screenshot einer mutmaßlichen Datei-/Verzeichnisübersicht und Verweis auf den Filesharing-Dienst SwissTransfer (indexiert durch Ransomware.live, 13:12 UTC). |
| 11.07.2026 | Wasacon veröffentlicht diese Einordnung. Der Beitrag wird bei neuen Erkenntnissen, einer Stellungnahme des Unternehmens oder einer etwaigen Datenveröffentlichung aktualisiert. |
Am 10. Juli 2026 wurde gegen 15:12 Uhr (MESZ) auf der Leak-Seite der Ransomware-Gruppe Deadlock ein Eintrag zur Firma W.H. Müller sichtbar, versehen mit der Länderkennung „DE". Die Täter beschreiben das Unternehmen knapp als „family business in the field of electrical engineering and IT technology" – eine Formulierung, die nahezu wortgleich von der Unternehmenswebseite übernommen wirkt.
Drei Details stechen hervor:
| Betroffene Domain | whm.de |
|---|---|
| Gruppe | Deadlock (DeadLock) |
| Eintrag gesichtet | 10.07.2026, ca. 15:12 MESZ (13:12 UTC bei ransomware.live) |
| Erst-Listung | Mitte Juni 2026 (Massenveröffentlichung, ~80 Einträge) |
| Onion-Adresse (nicht verlinkt) | deadblogdbdu5wprek…onion |
| Status auf Leak-Seite | Screenshot einer Datei-/Verzeichnisübersicht · SwissTransfer-Link |
| Ländereintrag | Deutschland 🇩🇪 |
| Kategorie im Eintrag | „Manufacturing / Herstellung" (Fehlzuordnung) |
| Typische Frist | ~30 Tage bis mutmaßlicher Datenfreigabe |
| Vom Unternehmen bestätigt | Nein · keine öffentliche Stellungnahme |
| Cyberangriff bestätigt | ❌ Nein |
| Datenabfluss bestätigt | ❌ Nein |
Die W.H. Müller GmbH & Co. KG mit Sitz in der Westerbachstraße 120 in Frankfurt-Sossenheim ist ein Traditionsbetrieb im wörtlichen Sinn: 1926 gegründet von Richard Fischer und Willi Müller senior in der Frankfurter Hafenstraße – zunächst als Leuchtenmanufaktur –, feiert das Unternehmen in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen. Nach der vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb wieder aufgebaut und über mehrere Generationen der Familien Müller, Veith und Jung weitergeführt. Heute wird die Gesellschaft (Amtsgericht Frankfurt am Main, HRA 16298) von Sören Jung, Gesa Leber und Martin Veith geführt.
Der Betrieb ist als Innungsfachbetrieb sowohl im Elektrotechnik- als auch im Informationstechniker-Handwerk in die Handwerksrolle eingetragen (Handwerkskammer Rhein-Main, Betriebs-Nr. 4202404) und bildet aus.
| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
|---|---|
| Sitz | Westerbachstraße 120, Frankfurt-Sossenheim |
| Registergericht | Amtsgericht Frankfurt am Main HRA 16298 |
| Komplementärin | WIMÜ Elektrobau GmbH (HRB 11931) |
| Geschäftsführung | Sören Jung, Gesa Leber, Martin Veith |
| Gegründet | 1926 (100 Jahre Tradition) |
| Mitarbeiter | rund 60 Beschäftigte am Standort Frankfurt |
| Jahresumsatz (Schätzung) | ca. 8 – 10 Mio. € (Umsatzklasse „bis 10 Mio. €") |
| Bilanzsumme 2023 | ca. 4,0 Mio. € (-10,2 % ggü. Vorjahr) |
| Stammkapital | 26.250 € |
| Innungsstatus | Elektrotechnik & Informationstechniker-Handwerk (HWK Rhein-Main) |
Zum Leistungsspektrum gehören Elektrotechnik und Elektroinstallation für Gewerbe, Industrie und Privathaushalte, Netzwerk- und Datentechnik (Glasfaser, Kommunikationsinfrastruktur), ein eigenes IT-Systemhaus (Administration von Kundennetzwerken, E-Mail- und Server-Hosting, Online-Backup, VPN, VoIP, selbst betriebene Cloud-Dienste), digitale Schließ- und Zutrittskontrollsysteme (u. a. SimonsVoss) sowie Sicherheits- und Gebäudetechnik, Brandmeldeanlagen, Notstromversorgung und Photovoltaik.
Bei bisherigen Fällen unserer Berichterstattung – etwa dem Schiffsausbauer BMI Projects (SafePay) oder dem Massivhaus-Anbieter Lechner (Qilin) – lag die Brisanz vor allem in eigenen Kunden- und Projektdaten. Bei W.H. Müller kommt eine zweite Ebene hinzu: Das Unternehmen ist selbst IT-Dienstleister.
Ein Systemhaus, das Netzwerke einrichtet und administriert, E-Mail- und Cloud-Dienste hostet und digitale Schließanlagen konfiguriert, verwaltet naturgemäß hochsensibles Material über Dritte – rein hypothetisch etwa Netzwerkpläne und Konfigurationsdokumentationen von Kundenumgebungen, Zugangsdaten oder VPN-Konfigurationen, Wartungsverträge und im Fall von Schließsystemen sogar Informationen darüber, wie physische Zutritte zu fremden Gebäuden organisiert sind.
Sollten solche Unterlagen abgeflossen sein, wäre das nicht nur ein Problem des Unternehmens, sondern potenziell ein Lieferketten-Risiko für dessen Kunden. Ausdrücklich gilt: Dafür gibt es derzeit keinerlei Beleg. Die Konstellation erklärt aber, warum ein Leak-Eintrag bei einem IT-Dienstleister grundsätzlich ernster zu nehmen ist als anderswo.

Aus den öffentlich verfügbaren Eckdaten – rund 60 Beschäftigte, Umsatzklasse bis 10 Mio. €, rechnerisch etwa 8 – 10 Mio. € Jahresumsatz – lässt sich mit den gängigen Benchmarks ein konkreter Erwartungsrahmen abstecken.
| Maßnahme | Größenordnung / Jahr |
|---|---|
| Multi-Faktor-Authentifizierung (VPN, Mail, Admin, Remote-Wartung) | 3.000 – 8.000 € |
| EDR/MDR + 24/7-Monitoring (60 Endpoints + Server) | 12.000 – 30.000 € |
| Immutable / Offline-Backups + Restore-Tests | 5.000 – 12.000 € |
| Patch-Management (Firewalls, VPN, Public-Apps, WordPress etc.) | 3.000 – 8.000 € |
| Netzsegmentierung: interne IT ↔ Kundenumgebungen ↔ Buchhaltung | 6.000 – 15.000 € |
| Privileged Access Management (Systemhaus-Admins) | 6.000 – 15.000 € |
| Zero-Trust-Zugriff auf Kunden-Fernwartung / RMM-Konsolidierung | 5.000 – 12.000 € |
| Awareness- und Phishing-Simulationen für 60 Beschäftigte | 2.500 – 6.000 € |
| Incident-Response-Retainer & Krisenübungen | 6.000 – 15.000 € |
| NIS-2- / DSGVO-Beratung (HBDI Wiesbaden, BSI-Meldewege) | 3.000 – 8.000 € |
Tatsächlicher Security-Anteil deutscher Unternehmen: 9 % (2022) → 14 % (2023) → 17 % (2024) → 18 % (2025). Über die Hälfte der Unternehmen verfehlt die 20-%-Empfehlung des BSI. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Ransomware-Schaden im Mittelstand liegt regelmäßig im sechsstelligen Bereich – ein einziger Schadensfall kann das Security-Budget von zehn Jahren übersteigen. Bitkom 2025: 289 Mrd. € Gesamtschaden, Ransomware dominierend.
Bei einem IT-Systemhaus verschiebt sich die Rechnung zusätzlich: Hier geht es nicht nur um den Schutz des eigenen Betriebs, sondern um die Vertrauensgrundlage des Geschäftsmodells. Für Dienstleister mit privilegierten Zugängen zu Kundensystemen gelten strikte Trennung von interner IT und Kundenumgebungen, MFA auf allen Fernzugängen und gehärtete Remote-Management-Werkzeuge als absolutes Minimum – Tendenz durch NIS-2 weiter steigend.
Deadlock ist eine vergleichsweise junge, finanziell motivierte Ransomware-Operation, die von Sicherheitsforschern erstmals im Juli 2025 beobachtet wurde. Anders als große Marken wie LockBit oder Qilin arbeitet die Gruppe ohne Affiliate-Programm als geschlossene Operation. Seit Mai/Juni 2026 betreibt sie eine öffentliche Leak-Seite – bemerkenswerterweise im offenen Internet statt im Tor-Netzwerk – und listete dort binnen kurzer Zeit rund 75 bis 80 mutmaßliche Opfer.
Technisch fällt Deadlock durch zwei Punkte auf: Erstens die Nutzung von Polygon-Smart-Contracts zur Speicherung und Rotation der C2-Adressen (EtherHiding-Muster, dokumentiert durch Group-IB im Januar 2026). Zweitens eine eigene zeitbasierte Stream-Cipher statt der Windows-Krypto-APIs; verschlüsselte Dateien tragen die Endung .dlock. Verhandlungen laufen über den dezentralen Session-Messenger, Zahlung in Bitcoin oder Monero. Die Payload prüft die Systemsprache und läuft nicht auf kyrillisch konfigurierten Maschinen.
| Erstes Auftreten (Malware) | Juli 2025 (erste Samples ab 27.06.2025) |
|---|---|
| Leak-Seite live seit | Mitte Juni 2026 |
| Modell | Doppelte Erpressung (Verschlüsselung + Datendiebstahl/-verkauf) |
| Affiliate-Programm | Nein – geschlossene Operation |
| Opferzahl | 75 in 32 Ländern (Stand 11.07.2026) |
| Top-Zielländer | Italien 8 · Spanien 8 · Polen 6 · Deutschland 4 · Singapur 4 |
| Top-Zielbranchen | Business Services, Manufacturing, Public Sector |
| Bekannter Einstieg | Ausnutzung von Schwachstellen (u. a. CVE-2024-51324), ungepatchte Systeme |
| Fernzugriff / Persistenz | AnyDesk |
| Command & Control | Polygon-Smart-Contracts (Proxy-Rotation, EtherHiding-Muster) |
| Dateiendung / Ransom-Notes | .dlock · HOW_RECOVER.<ID>.txt · RECOVERY_CHAT.<ID>.html |
| Verhandlung / Zahlung | Session-Messenger · Bitcoin oder Monero |
Die Terminal-Sequenz im Banner ist eine rein schematische, fiktive Darstellung möglicher Angriffs-Schritte – keine Rekonstruktion, keine reale Umgebung, keine Aussage darüber, wie ein etwaiger Angriff bei W.H. Müller tatsächlich abgelaufen sein könnte. Die gezeigten Deadlock-typischen Bausteine (CVE-2024-51324, AnyDesk-Persistenz, Polygon-C2-Rotation, .dlock-Verschlüsselung) sind aus öffentlichen Analysen von Group-IB, SOCRadar und ThreatScene Unit 31 bekannt. Alles Konjunktiv, alles Annahme – keine Tatsachenbehauptung.
Sollte es tatsächlich zu einem Datendiebstahl gekommen sein, könnten bei einem Elektro- und IT-Betrieb dieser Ausrichtung unter anderem folgende Informationen betroffen sein – rein hypothetisch:
Bislang gibt es für einen Abfluss solcher Daten keine öffentliche Bestätigung.
Sollte sich ein Abfluss personenbezogener Daten bestätigen, greift Art. 33 DSGVO: Meldung binnen 72 Stunden an die zuständige Aufsichtsbehörde – für Frankfurt am Main der Hessische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (HBDI) in Wiesbaden. Besteht für Betroffene voraussichtlich ein hohes Risiko, müssen diese nach Art. 34 DSGVO zusätzlich direkt benachrichtigt werden.
Die europäische NIS-2-Richtlinie und ihre deutsche Umsetzung nehmen erstmals auch Managed Service Provider und IT-Dienstleister in die Pflicht – mit Registrierung, Risikomanagement, Meldepflichten für erhebliche Sicherheitsvorfälle (Erstmeldung binnen 24 Stunden, Folgemeldung binnen 72 Stunden an das BSI) und persönlicher Verantwortung der Geschäftsleitung. Schwellenwerte: 50 Mitarbeiter oder 10 Mio. € Umsatz – W.H. Müller bewegt sich mit rund 60 Beschäftigten und geschätzt bis zu 10 Mio. € Umsatz exakt in dieser Zone. Ob der Betrieb konkret unter das Gesetz fällt, hängt vom Managed-Services-Anteil ab. Nichtmeldung ist bußgeldbewehrt.
Von Deadlock auf der Darknet-Leak-Seite gelistete Organisationen – Bestand vom 15.06.2026 bis 10.07.2026. Eine Listung ist zunächst eine Behauptung der Täter und kein Beleg für einen bestätigten Angriff oder Datenabfluss.
Datenquelle: öffentlich einsehbare Einträge der Deadlock-Leak-Seite, indexiert via ransomware.live (Stand 11.07.2026). 74 namentlich extrahierbare Einträge; die Plattform zählt insgesamt 75. Land- und Branchenangaben teils unvollständig oder automatisiert erfasst. Wir verlinken bewusst nicht auf die Leak-Seite und veröffentlichen keine mutmaßlich entwendeten Daten.
✅ Die W.H. Müller GmbH & Co. KG (whm.de) wurde auf der Leak-Seite der Ransomware-Gruppe Deadlock gelistet.
✅ Der Eintrag enthält einen Screenshot und einen SwissTransfer-Link.
⚠️ Ob dahinter echte Unternehmensdaten stehen, ist nicht unabhängig verifiziert.
❌ Eine offizielle Stellungnahme oder Bestätigung eines erfolgreichen Cyberangriffs liegt bis heute (11.07.2026) öffentlich nicht vor.
❌ Ob tatsächlich Daten entwendet wurden und welche, ist nicht bestätigt.
Sollte eine Stellungnahme veröffentlicht werden oder neue Informationen bekannt werden, wird dieser Beitrag entsprechend ergänzt. Bis dahin gilt: Vorsicht ja, Panik nein – und maximale Wachsamkeit für alle, die von W.H. Müller IT-seitig, elektrotechnisch oder mit Schließanlagen betreut werden.
Zuletzt aktualisiert: .
Ob in Erkelenz, Wegberg, Wassenberg, Hückelhoven, Aachen, Mönchengladbach, Geilenkirchen, Jülich, Düren oder Krefeld – Ransomware-Angriffe wie der mutmaßliche Deadlock-Vorfall bei W.H. Müller treffen Elektro- und IT-Systemhäuser deutschlandweit. Wasacon unterstützt Unternehmen im Kreis Heinsberg und im Rheinland mit Schwachstellenanalyse, EDR/XDR, Backup-Strategie und Incident-Response.
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Risiko-Level: Mittel · Multiplikator: 1.2×
Richtwerte auf Basis von BSI/NIST/ENISA-Branchenbenchmarks. Keine verbindliche Empfehlung.
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