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    The Gentlemen · München · gelistet 07.08.2026

    The Gentlemen listet INKA Group: Hinter der unscheinbaren Münchner Immobilienholding steckt ein weit größeres Firmengeflecht

    Auf den ersten Blick wirkt das Unternehmen unscheinbar: kaum öffentliche Kommunikation, kein Markenauftritt, wenige auffindbare Informationen. Handelsregister- und Konzerndaten zeichnen ein völlig anderes Bild – bis hin zu einem Immobilienkonzern mit über 230 Millionen Euro Bilanzsumme.

    11.08.2026 17 min Lesezeit Recherchestand · unbestätigt
    ● THE GENTLEMEN · LEAK-SITE ALERT · INKA GROUP GMBH & CO. KG · HRA 99442 · MÜNCHEN · LISTUNG 07.08.2026 08:23 · STATUS UNBESTÄTIGT ·
    Darknet-Listung: Die Ransomware-Gruppe The Gentlemen führt die Münchner Immobilienholding INKA Group GmbH & Co. KG als mutmaßliches Opfer
    > LISTUNG 07.08.2026 · HOLDING → 100 % INKA GMBH FÜR BETEILIGUNGEN → ~92 % HASEN-IMMOBILIEN AG · 230,5 MIO. € BILANZSUMME (HASEN-KONZERN) · KEINE BESTÄTIGUNG DES ANGRIFFS · >
    Listung 07.08.2026, 08:23 Uhr · Status: Claimed / nicht bestätigt
    Kurzantwort

    Die Listung ist belegt – der Angriff und sein Umfang sind es nicht

    Eine neue Darknet-Listung der Ransomware-Gruppe The Gentlemen führt seit dem 7. August 2026 die Münchner INKA Group GmbH & Co. KG als mutmaßliches Opfer. Mehrere voneinander unabhängige Ransomware-Tracker haben die Veröffentlichung erfasst. RansomLook protokollierte den Eintrag um 08:23 Uhr und ordnete ihm ausdrücklich die INKA Group GmbH & Co. KG, München, HRA 99442 zu.

    Damit ist zunächst die Behauptung der Tätergruppe dokumentiert. Das ist nicht gleichbedeutend mit einer unabhängigen Bestätigung, dass Systeme verschlüsselt wurden, Daten tatsächlich abgeflossen sind oder eine Lösegeldforderung gestellt wurde. Stand 11. August 2026 war in den geprüften öffentlich zugänglichen Quellen keine Stellungnahme der INKA Group auffindbar.

    Transparenzhinweis

    Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen sowie auf Angaben einer Darknet-Leak-Seite. Die dort veröffentlichten Behauptungen konnten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig verifiziert werden. Die Erwähnung eines Unternehmens bedeutet nicht automatisch, dass ein erfolgreicher Cyberangriff oder Datenabfluss stattgefunden hat.

    Was bislang tatsächlich bekannt ist

    Am 7. August 2026 tauchte die Bezeichnung „INKA Group GmbH Co“ auf dem Leak- beziehungsweise Erpressungsportal von The Gentlemen auf. Neben RansomLook führen auch SOCRadar, Ransomfeed, Cyberwald und das Legal-ISAC-Dashboard den Eintrag der Gruppe zu.

    Öffentlich liegen bislang keine belastbaren Angaben zu Datenmenge, Lösegeldhöhe, konkretem Eintrittsvektor oder betroffenen Systemen vor. Genau deshalb sollte redaktionell derzeit von einem mutmaßlichen Ransomware- beziehungsweise Erpressungsfall gesprochen werden.

    Auffälliger Fehler in einem Feed: SOCRadar führt INKA unter „Manufacturing“. Das passt nicht zu den Registerdaten – Unternehmensgegenstand sind Erwerb, Verwaltung, Vermietung, Verpachtung und Verwertung von Immobilien und sonstigem Vermögen. Die Zuordnung dürfte eine fehlerhafte automatische Branchenklassifizierung des Trackers sein.

    Faktencheck: belegt, behauptet, unbekannt

    „INKA Group GmbH Co“ auf Leak-Portal von The Gentlemenbelegt (07.08.2026, 08:23 Uhr, RansomLook)
    Zuordnung zu INKA Group GmbH & Co. KG, München, HRA 99442belegt (Tracker-Zuordnung)
    Tatsächlicher Angriff / Verschlüsselung von SystemenTäterbehauptung, unbestätigt
    Datenabfluss, Datenmenge, Dateibeispieleöffentlich nicht bekannt
    Lösegeldforderung / Verhandlungsstandöffentlich nicht bekannt
    Eintrittsvektor / betroffene Systemeöffentlich nicht bekannt
    Stellungnahme der INKA Groupnicht auffindbar (Stand 11.08.2026)
    Branchen-Tag „Manufacturing“ bei SOCRadarvermutlich fehlerhafte Auto-Klassifizierung
    Betroffenheit von Hasen-Immobilien AG oder Tochtergesellschaftenkein Beleg – reine Beteiligungskette

    Warum findet man über die INKA Group fast nichts?

    INKA ist kein klassisches Immobilienunternehmen, das Wohnungen über eine große Website vermarktet oder sich als weithin sichtbare Marke präsentiert. Die INKA Group GmbH & Co. KG ist im Handelsregister München unter HRA 99442 eingetragen und sitzt in der Neuhauser Straße 5, 80331 München. Vor Sitzverlegung und Umfirmierung 2012 hieß die Gesellschaft INKA Real Estate GmbH & Co. KG. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die INKA Service GmbH, HRB 200035.

    Sitz
    München
    Neuhauser Straße 5, 80331 München
    Handelsregister
    HRA 99442
    Amtsgericht München
    Rechtsform
    GmbH & Co. KG
    Pers. haftende Gesellschafterin: INKA Service GmbH (HRB 200035)
    Unternehmenszweck
    Immobilien & Vermögen
    Erwerb, Verwaltung, Vermietung, Verpachtung, Verwertung
    Historie
    bis 2012: INKA Real Estate
    Umfirmierung und Sitzverlegung 2012

    Ältere Verzeichniseinträge nennen für das Netzwerk eine gemeinsame Kontaktadresse unter inka-ag.com. Das erklärt die geringe öffentliche Sichtbarkeit: Die eigentliche wirtschaftliche Aktivität verteilt sich offenbar auf zahlreiche rechtlich eigenständige Gesellschaften.

    Banner 02 · INKA Group in Zahlen: Hinter der unscheinbaren Holding steckt ein Millionen-Immobiliennetzwerk.

    Das Netzwerk in Zahlen

    0+
    direkt verbundene Gesellschaften
    Register- und Verzeichnisrecherche
    0+
    Objekt- & Projektgesellschaften
    einzelne Immobilien und Projekte
    0
    zentrale Beteiligungsgesellschaft
    INKA GmbH für Beteiligungen
    0
    börsennotierte Beteiligung
    Hasen-Immobilien AG
    0 %
    Beteiligung an Hasen-Immobilien AG
    gehalten über INKA GmbH für Beteiligungen
    0,0 Mio. €
    Bilanzsumme Hasen-Konzern (2025)
    nicht die Bilanzsumme der INKA Group

    Die wohl wichtigste Entdeckung: INKA reicht bis zur Hasen-Immobilien AG

    Im Konzernabschluss 2025 der Hasen-Immobilien AG steht ausdrücklich: Die INKA GmbH für Beteiligungen hält rund 92 Prozent der Hasen-Aktien – und Alleingesellschafterin der INKA GmbH für Beteiligungen ist die INKA Group GmbH & Co. KG. Damit ist eine klare Beteiligungskette öffentlich dokumentiert.

    INKA Group GmbH & Co. KG
    Holding · HRA 99442 · München
    ↓ hält 100 %
    INKA GmbH für Beteiligungen
    zentrale Beteiligungsgesellschaft · Stammkapital 3,8 Mio. €
    ↓ hält ca. 92 %
    Hasen-Immobilien AG
    börsennotierter Immobilienkonzern · München & Augsburg
    Bilanzsumme
    0,00 Mio. €
    Konzern zum 31.12.2025
    Investment Properties
    0,00 Mio. €
    als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
    Eigenkapital
    0,00 Mio. €
    Konzern-Eigenkapital
    Umsatzerlöse
    0,00 Mio. €
    Geschäftsjahr 2025
    Konzerngewinn
    0,00 Mio. €
    Geschäftsjahr 2025
    Mitarbeiter (Ø)
    0
    kaufmännische Beschäftigte

    Bemerkenswert ist die Kombination: erhebliche Vermögenswerte bei einer extrem schlanken Organisation mit im Durchschnitt fünf kaufmännischen Beschäftigten. Bei solchen Strukturen liegt der Unternehmenswert nicht in Belegschaft oder Maschinenhalle, sondern in Immobilien, Verträgen, Finanzierungen, Beteiligungen und Informationen.

    Banner 03 · Ein verzweigtes Geflecht aus Holdings, Verwaltungs- und Objektgesellschaften – gemeinsamer Nenner: Neuhauser Straße 5, München.

    Das Firmengeflecht hinter INKA – Ebene für Ebene

    Holding-/Dachebene
    INKA Group GmbH & Co. KG

    Immobilien-, Beteiligungs- und Vermögensholding

    Geschäftsführungsebene
    INKA Service GmbH

    Beteiligungen sowie Geschäftsführung und persönliche Haftung bei KGs

    Beteiligungsebene
    INKA GmbH für Beteiligungen

    zentrale Beteiligungsgesellschaft, Stammkapital 3,8 Mio. €

    Große Immobilienbeteiligung
    Hasen-Immobilien AG

    zu rund 92 % von INKA GmbH für Beteiligungen gehalten, börsennotiert

    Objekt-/Projektgesellschaften
    Arcade, Keferloh, Sattlerstraße, Karlsplatz, Projektentwicklung …

    halten bzw. verwalten einzelne Immobilien, Projekte oder Beteiligungen

    Verwaltungsgesellschaften
    Sattlerstraße Verwaltungs, Karlsplatz Verwaltungs …

    Komplementär- und Geschäftsführungsfunktion einzelner Objektgesellschaften

    Gesellschaften an der Neuhauser Straße 5 (Auswahl)

    INKA Arcade GmbH & Co. KGINKA Keferloh Immobilien GmbH & Co. KGINKA Sattlerstraße GmbH & Co. KGINKA Sattlerstraße II GmbH & Co. KGINKA Karlsplatz GmbH & Co. KGINKA Projektentwicklung GmbH & Co. KGINKA KaufingerstraßeINKA PromenadeplatzINKA OdeonsplatzINKA ArnulfstraßeINKA MunichINKA Management

    Besonders wichtig ist die INKA Service GmbH. Ihr registrierter Unternehmenszweck beinhaltet ausdrücklich die Beteiligung an anderen Unternehmen sowie die Übernahme der Geschäftsführung und persönlichen Haftung von Kommanditgesellschaften – etwa bei der INKA Group selbst und bei INKA Keferloh Immobilien. Dasselbe Prinzip zeigt sich bei eigenen Verwaltungs-GmbHs: Die INKA Sattlerstraße Verwaltungs GmbH führt die Geschäfte der INKA Sattlerstraße II GmbH & Co. KG, die INKA Karlsplatz Verwaltungs GmbH jene der INKA Karlsplatz GmbH & Co. KG.

    Das bedeutet: Die Gesellschaften sind juristisch getrennt, ihre Leitungs- und Verwaltungsstrukturen überschneiden sich jedoch deutlich.

    Rechtlich getrennt – IT-technisch möglicherweise nicht

    Eine GmbH & Co. KG kann gesellschaftsrechtlich vollständig von einer anderen getrennt sein. Daraus folgt jedoch nicht, dass auch E-Mail, Dokumentenmanagement, Active Directory, Microsoft 365, Finanzbuchhaltung, Immobilienverwaltung, Backup-Infrastruktur oder Remote-Zugänge getrennt sind. Dafür gibt es bei INKA öffentlich keinen Beleg – die Vielzahl der Gesellschaften am selben Standort macht eine zentrale administrative Infrastruktur allerdings plausibel.

    Szenario A · kleiner Blast Radius

    Ein kompromittierter Benutzer hatte ausschließlich Zugriff auf Daten der INKA Group. Der Schaden bliebe relativ klar abgegrenzt.

    Szenario B · gruppenweiter Abfluss

    Dieselbe Administration verwaltet Buchhaltung, Verträge und E-Mail für 10, 15 oder 20 Objektgesellschaften – aus einem Netz wird ein gruppenweiter Datenabfluss.

    Banner 04 · Datenkategorien, die in einer zentral organisierten Immobilienholding typischerweise vorhanden sein können – keine bestätigte Liste gestohlener INKA-Daten.

    Was könnte bei einem solchen Unternehmen überhaupt betroffen sein?

    Es gibt keine öffentlich bestätigte Aufstellung gestohlener Dateien. Die folgenden Kategorien dürfen daher nicht als tatsächlich entwendete INKA-Daten gelesen werden. Sie zeigen, welche Informationen in einer Immobilienholding dieses Zuschnitts typischerweise vorhanden sein können.

    Miet- & Pachtverwaltung

    Mietverträge, Mieterdaten, Kontakte, Bankinfos, SEPA-Mandate

    Datenschutz, Phishing, Betrugsversuche

    Finanzierung

    Darlehensverträge, Kreditlinien, Sicherheiten, Grundschulden

    besonders sensibel für Erpressung und Social Engineering

    Objektunterlagen

    Kaufverträge, Grundrisse, Gutachten, Bewertungen, technische Dokumente

    wirtschaftlich und teilweise sicherheitsrelevant

    Projektentwicklung

    Planungen, Kalkulationen, Ausschreibungen, Angebote, Bauverträge

    Wettbewerbs- und Geschäftsgeheimnisse

    Buchhaltung

    Rechnungen, Debitoren, Kreditoren, Konten, Zahlungsfreigaben

    erhöhtes Risiko für CEO- und Invoice-Fraud

    Gesellschaftsdokumente

    Gesellschafterbeschlüsse, Vollmachten, Verträge, Beteiligungsunterlagen

    erhebliche interne Vertraulichkeit

    E-Mail & Kommunikation

    Kommunikation mit Banken, Mietern, Anwälten, Notaren, Dienstleistern

    Grundlage für hochpräzise Folgeangriffe

    Mitarbeiterdaten

    Personalakten, Gehaltsdaten, Kontaktdaten, Zugriffsrechte

    Datenschutz und Identitätsmissbrauch

    IT & Zugangsdaten

    Passwörter, VPN, Remote-Zugänge, Systemdokumentation, Backups

    Risiko weiterer Kompromittierungen

    Steuern & Prüfungen

    Steuerunterlagen, Jahresabschlüsse, Prüfungsunterlagen

    hochsensible Finanzinformationen

    Verbundene Unternehmen

    Daten zu Tochterfirmen, Verwaltungsgesellschaften und Beteiligungen

    gruppenweiter Informationswert

    Doppelte Erpressung

    Daten exfiltriert + Systeme verschlüsselt

    maximaler Druck auf die Geschäftsführung

    Gestohlene Unternehmensdaten verlieren gerade in der Immobilienbranche oft über Jahre nicht an Wert. Ein Grundbuch-, Finanzierungs-, Miet- oder Gesellschaftsdokument ist nach drei Monaten nicht wertlos – das erhöht das Erpressungspotenzial dramatisch.

    Warum The Gentlemen ernst genommen werden muss

    Microsoft verfolgt die Betreiber unter der Bezeichnung Storm-2697 und beschreibt The Gentlemen als Ransomware-as-a-Service-Plattform mit ausdrücklicher Double-Extortion-Strategie: Daten werden nicht nur verschlüsselt, sondern zuvor beziehungsweise parallel exfiltriert. Die in Go entwickelte Windows-Ransomware verfügt zudem über aggressive Mechanismen zur lateralen Ausbreitung.

    Tracking-Name
    Storm-2697
    Microsoft-Bezeichnung der Betreiber
    Modell
    RaaS · Double Extortion
    Affiliates führen Angriffe durch
    Start
    Mitte 2025
    Affiliate-Öffnung ab September 2025
    Opfer
    ~580 in 77 Ländern
    Unit 42, Stand 07.07.2026
    Initial Access
    Credentials · VPN/Firewall
    Brute Force, Initial Access Broker
    Beobachtet
    EDR-Sabotage · Log-Löschung
    Huntress-Incidents; Affiliate-abhängig

    Bei beobachteten Angriffen kamen unterschiedliche Initial-Access-Wege zum Einsatz: kompromittierte Zugangsdaten, exponierte VPN- beziehungsweise Firewall-Systeme, Brute-Force-Angriffe und Initial Access Broker. Group-IB dokumentierte unter anderem Fortinet-bezogene Angriffswege und Credential Abuse, Huntress beobachtete Versuche zur Beeinträchtigung von Sicherheitssoftware sowie das Löschen von Windows-Ereignisprotokollen. Da es sich um ein Affiliate-Modell handelt, läuft nicht jeder The-Gentlemen-Angriff identisch ab. Für INKA ist keiner dieser konkreten Eintrittswege nachgewiesen.

    Ein Angriff auf eine Holding funktioniert anders als auf eine Fabrik

    Bei einem Produktionsunternehmen fällt ein Ransomware-Angriff schnell auf: Maschinen stehen, Produktion stoppt, Lieferungen verzögern sich. Bei einer Immobilienholding kann die Außenwirkung wesentlich geringer sein. Eine Organisation kann telefonisch erreichbar bleiben und Mieter können ihre Gebäude weiter nutzen, während im Hintergrund möglicherweise Finanzbuchhaltung, Dokumentenmanagement, E-Mail, Vertragsarchive oder zentrale Fileserver kompromittiert wurden.

    Der potenziell größte Schaden wäre deshalb nicht zwingend ein mehrtägiger Betriebsstillstand. Er könnte im Informationsverlust liegen: welche Bank welche Immobilie finanziert, welche Sicherheiten bestehen, welche Firmen miteinander Forderungen verrechnen, welche Konten für Zahlungen genutzt werden und welche Personen welche Freigaben erteilen.

    Business Email Compromise
    gekaperte oder nachgeahmte Kommunikationsketten
    Manipulierte Rechnungen
    geänderte Bankverbindungen in echten Vorgängen
    Hochpräzises Spear-Phishing
    mit echten Vertrags- und Personendaten

    Besonders kritisch: Beziehungen zwischen verbundenen Unternehmen

    Der aktuelle Hasen-Konzernabschluss bezeichnet die INKA GmbH für Beteiligungen ausdrücklich als Muttergesellschaft, nennt die INKA Group als deren Alleingesellschafterin und zählt Gesellschafter, Familienangehörige und mit diesen verbundene Unternehmen zu den nahestehenden Parteien. Zudem werden Waren- und Dienstleistungsverkehr sowie Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Parteien ausgewiesen.

    Je stärker Finanz-, Dienstleistungs- und Verwaltungsprozesse zwischen verbundenen Gesellschaften ineinandergreifen, desto wertvoller können kompromittierte Kommunikations- und Buchhaltungsinformationen sein. Diese gesellschaftlichen Verbindungen beweisen keine gemeinsamen IT-Systeme – sie zeigen aber, warum Incident Response bei einem solchen Geflecht über die zuerst kompromittierte juristische Person hinausdenken muss.

    Banner 05 · Richtwerte für ein Unternehmen dieser Größe und Struktur – redaktionelle Modellrechnung, keine Angaben zu tatsächlichen INKA-Ausgaben.

    Was hätte in IT-Sicherheit investiert werden sollen?

    Die folgenden Richtwerte sind eine redaktionelle Modellrechnung für eine Holding-Struktur dieser Größenordnung mit hohem Vermögens- und Vertragswert bei kleiner Belegschaft. Es handelt sich nicht um Angaben zu den tatsächlichen Ausgaben der INKA Group.

    Identity & Access Management (MFA, Least Privilege)15.00030.000
    laufend 3.0008.000 € / Jahr
    Endpoint Protection (EDR/XDR für alle Endgeräte)20.00040.000
    laufend 8.00020.000 € / Jahr
    E-Mail-Security & Phishing-Schutz10.00020.000
    laufend 6.00015.000 € / Jahr
    Backup-Strategie 3-2-1-1-0 (inkl. Immutable Backup)30.00060.000
    laufend 6.00015.000 € / Jahr
    Netzwerk-Segmentierung & Firewall-Härtung25.00050.000
    laufend 5.00012.000 € / Jahr
    Security Monitoring & SIEM30.00060.000
    laufend 12.00030.000 € / Jahr
    Schwachstellen-Management & Patch-Prozess10.00020.000
    laufend 4.00010.000 € / Jahr
    Security Awareness & Mitarbeiterschulungen5.00010.000
    laufend 3.0007.000 € / Jahr
    Notfall- & Incident-Response-Plan + Tests10.00020.000
    laufend 3.0008.000 € / Jahr
    Gesamt (einmalig)
    155.000310.000
    Laufende Kosten
    50.000125.000 € / Jahr

    Investition in IT-Sicherheit ist keine Kostenfrage – sondern Risikomanagement auf Management-Ebene.

    Was Holding-Strukturen jetzt konkret prüfen sollten

    Identitäten trennen

    Getrennte Admin-Konten je Mandant, MFA überall, Conditional Access, keine Dauer-Admins.

    Mandantengrenzen ziehen

    Ein gemeinsamer Tenant für 15 Gesellschaften ist bequem – und im Ernstfall ein einziger Blast Radius.

    Immutable Backups

    3-2-1-1-0, offline oder unveränderlich, mit getestetem Restore statt Hoffnung.

    Segmentierung

    Buchhaltung, DMS und Verwaltung netzseitig trennen; laterale Bewegung erschweren.

    Zahlungsprozesse härten

    Vier-Augen-Prinzip und Rückrufverfahren bei geänderten Bankverbindungen.

    IR-Plan über alle Gesellschaften

    Meldewege, Rollen und Rechtsberatung für die gesamte Gruppe, nicht nur für eine KG.

    Datenschutz könnte schnell zum zweiten Problem werden

    Sollte sich bestätigen, dass personenbezogene Daten abgeflossen sind, greifen zusätzlich die Anforderungen der DSGVO. Art. 33 DSGVO verlangt grundsätzlich die Meldung einer meldepflichtigen Verletzung an die zuständige Aufsichtsbehörde möglichst binnen 72 Stunden nach Bekanntwerden, sofern nicht voraussichtlich kein Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen besteht. Bei voraussichtlich hohem Risiko können nach Art. 34 DSGVO Informationspflichten gegenüber Betroffenen entstehen.

    Bei einer Immobilienverwaltung wären davon nicht ausschließlich Beschäftigte betroffen: Abhängig von den tatsächlich kompromittierten Systemen könnten auch Mieter, Vertragspartner oder Ansprechpartner bei Lieferanten in Vertragsunterlagen auftauchen. Ob ein meldepflichtiger Datenschutzvorfall bei INKA vorliegt, ist derzeit öffentlich nicht bekannt.

    Redaktionelle Einordnung

    Der Fall INKA Group zeigt, warum eine Ransomware-Listung nicht anhand einer Google-Suche nach dem Unternehmensnamen bewertet werden sollte. Oberflächlich findet man eine nahezu unsichtbare Münchner Gesellschaft. Eine Ebene tiefer ein dichtes Netzwerk aus Immobilien-, Verwaltungs- und Projektgesellschaften. Noch eine Ebene tiefer eine eindeutige Beteiligungskette zur Hasen-Immobilien AG.

    Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass all diese Unternehmen von dem mutmaßlichen Angriff betroffen sind. Es bedeutet aber, dass eine Kompromittierung der zentralen INKA-Verwaltung eine wesentlich höhere wirtschaftliche Relevanz besitzen könnte, als der unscheinbare öffentliche Auftritt vermuten lässt.

    Bis dahin bleibt die sauberste Formulierung: The Gentlemen führt die INKA Group GmbH & Co. KG seit dem 7. August 2026 als Opfer. Die Darknet-Listung ist bestätigt – der behauptete Angriff und dessen tatsächlicher Umfang sind es bislang nicht.

    Häufige Fragen zum Fall INKA Group

    Haftungsausschluss: Die auf Wasacon bereitgestellten Inhalte dienen nur zu Informationszwecken. Wir garantieren nicht die Qualität, Genauigkeit oder Vollständigkeit der Informationen aus Drittquellen.

    Holding, Verwaltung, viele Gesellschaften – eine IT?

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