Die Ransomware-Gruppe SafePay hat die BMI Projects GmbH (vormals Bez Marine Interiors GmbH) auf ihrer Darknet-Leak-Seite gelistet. Ein Countdown läuft – unbestätigte Täter-Behauptung.

Dieser Artikel basiert auf öffentlich einsehbaren Angaben der Darknet-Leak-Seite der Ransomware-Gruppe SafePay sowie auf öffentlich verfügbaren Register- und Firmenauskünften Dritter. Es handelt sich um Behauptungen der Täter, keine bestätigten Tatsachen. Weder liegt eine unabhängige Verifizierung eines Datenabflusses vor, noch hat die BMI Projects GmbH oder ihr Liquidator den Vorfall zum Zeitpunkt der Veröffentlichung öffentlich bestätigt. Alle Angaben zu möglicherweise betroffenen Daten, Auswirkungen, Umsätzen und Budgets sind Mutmaßungen bzw. Schätzungen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Wir verlinken bewusst nicht auf die Leak-Seite und verbreiten keine mutmaßlich entwendeten Daten. Der Beitrag wird aktualisiert, sobald belastbare neue Informationen oder eine offizielle Stellungnahme vorliegen.
Die Ransomware-Gruppe SafePay hat die BMI Projects GmbH (vormals Bez Marine Interiors GmbH, gegründet 2016, Sitz Hamburg-Rothenburgsort, ca. 10–19 Beschäftigte) am 6. Juli 2026 um 18:50 Uhr (UTC) auf ihrer Darknet-Leak-Seite gelistet und behauptet, interne Daten zu besitzen. Ein rund dreitägiger Countdown läuft, Ablauf ca. 9./10. Juli 2026. Besonderheit: Über das Vermögen der BMI Projects GmbH wurde bereits Ende März 2025 ein Insolvenzverfahren eröffnet, seit Mitte 2025 befindet sich die Gesellschaft in Liquidation. Eine unabhängige Bestätigung des Angriffs, ein Datenabfluss oder eine offizielle Stellungnahme liegen nicht vor.
Am 06.07.2026 gegen 18:50 Uhr erschien auf der im Tor-Netzwerk („Darknet") betriebenen Leak-Seite von SafePay ein neuer Eintrag zur Domain bmiprojects.de. Zum Zeitpunkt unserer Sichtung zeigte der Eintrag einen laufenden Countdown von rund 2 Tagen und 23 Stunden – die angedrohte Veröffentlichung mutmaßlich entwendeter Daten wäre damit rechnerisch für den 9./10. Juli 2026 angesetzt.
Auffällig ist, dass die Täter das Unternehmen in ihrem Eintrag durchgehend in der Vergangenheitsform beschreiben („BMI Projects GmbH was a German engineering and interior construction company") – ein ungewöhnliches Detail, das zur wirtschaftlichen Lage des Unternehmens passt. Konkrete Angaben zum Umfang der angeblich erbeuteten Daten machen die Täter im Eintrag nicht; Beweisdateien („Proof Packs") waren zum Zeitpunkt unserer Sichtung nicht erkennbar.
| Betroffene Domain | bmiprojects.de |
|---|---|
| Gruppe | SafePay |
| Veröffentlichung des Eintrags | 06.07.2026, 18:50 Uhr (UTC) |
| Countdown (Erfassung) | ≈ 2 Tage, 23 Std., 8 Min. |
| Aufrufe des Eintrags | 77 |
| Voraussichtlicher Fristablauf | ≈ 09./10.07.2026 |
| Land | Deutschland 🇩🇪 |
Die BMI Projects GmbH mit Sitz in Hamburg-Rothenburgsort (Brandshofer Deich 116) ist auf hochwertige Innenausbauprojekte für die Passagierschifffahrt spezialisiert. Das Unternehmen wurde im November 2016 unter dem Namen Bez Marine Interiors GmbH in das Handelsregister eingetragen (Amtsgericht Hamburg, HRB 143812) und firmierte später in BMI Projects GmbH um. Geschäftsführer ist Stefan Bez, dessen Familienname auch im ursprünglichen Firmennamen steckt – die Wurzeln des Betriebs im Hamburger Schiffsinnenausbau reichen deutlich weiter zurück als die GmbH-Gründung.
Zu den Referenzen zählen prominente Projekte für Hapag-Lloyd Cruises, darunter die Revitalisierung der Gatsby Bar und der Grand Penthouse Suite auf der MS Europa (2015) sowie der Collins Bar auf der MS Europa 2 (2017). Die Täter nennen in ihrem Eintrag zudem TUI Cruises als Kunden – auch das ist bislang unbestätigt.
| Organisation | BMI Projects GmbH (vormals Bez Marine Interiors GmbH) |
|---|---|
| Sitz | Brandshofer Deich 116, Hamburg-Rothenburgsort |
| Gründung | November 2016 |
| Register | HRB 143812, Amtsgericht Hamburg |
| Geschäftsführer | Stefan Bez |
| Branche | Innenausbau für Kreuzfahrtschiffe, Fähren & Yachten |
| Mitarbeitende | ca. 10–19 |
| Umsatz (Schätzung) | niedriger einstelliger Millionenbereich € |
| Bilanzsumme 2022 | ca. 3,0 Mio. € (2020: 4,3 Mio. € · 2021: 2,8 Mio. €) |
| Referenzen (öffentlich) | Hapag-Lloyd Cruises (MS Europa, MS Europa 2); TUI Cruises laut Tätereintrag – unbestätigt |
| Wirtschaftlicher Status | Insolvenzverfahren seit März 2025, in Liquidation |
| Leak-Gruppe | SafePay |
| Status | Auf Leak-Seite mit Countdown gelistet, keine unabhängige Bestätigung |
Ein zentraler Punkt für die Einordnung dieses Falls: Laut öffentlich zugänglichen Registerinformationen wurde über das Vermögen der BMI Projects GmbH bereits Ende März 2025 ein Insolvenzverfahren eröffnet. Seit Mitte 2025 befindet sich die Gesellschaft in Liquidation.
Das wirft mehrere Fragen auf, die derzeit nicht beantwortet werden können:
Gerade insolvente oder in Abwicklung befindliche Unternehmen sind für Angreifer teils leichte Ziele: Systeme laufen weiter, werden aber nicht mehr gepatcht oder überwacht – und die dort gespeicherten Kunden-, Projekt- und Personaldaten bleiben trotzdem sensibel.

| Bereich | Beispielbudget/Jahr |
|---|---|
| Multi-Faktor-Authentifizierung (VPN, Mail, Cloud) | 1.500–4.000 € |
| Patch- & Schwachstellen-Management | 2.500–6.000 € |
| RDP absichern / abschalten, gehärtete Remote-Zugänge | 1.000–3.000 € |
| Endpoint Detection & Response (EDR) für ~20 Endpoints | 3.000–8.000 € |
| Offline-/Immutable-Backups + Restore-Tests | 2.500–6.000 € |
| Awareness-Schulungen + simulierte Phishing-Tests | 1.500–4.000 € |
| Netzwerk-Segmentierung (Verwaltung ≠ CAD/Konstruktion) | 1.500–5.000 € |
| Incident-Response-Retainer / Notfallplan | 1.500–4.000 € |
Hinweis: Alle Budget-Zahlen sind Branchenrichtwerte auf Basis von BSI-, Bitkom- und BKA-Empfehlungen. Ob und in welchem Umfang die BMI Projects GmbH tatsächlich in IT- und Cybersecurity investiert hat, ist öffentlich nicht bekannt. Diese Rechnung ist keine Schuldzuweisung, sondern eine Benchmark-Betrachtung.
Bestätigt ist nichts. Bei einem Schiffsausbau-Spezialisten dieser Größe sind folgende Datenkategorien typischerweise besonders sensibel:
Ob diese Datenkategorien im Fall der BMI Projects GmbH zutreffen, ist derzeit nicht bestätigt.
SafePay tauchte im Herbst 2024 auf und hat sich in Rekordzeit an die Spitze der Bedrohungslandschaft gesetzt. Anders als die meisten Banden arbeitet SafePay nicht als Ransomware-as-a-Service, sondern als geschlossene, zentral gesteuerte Gruppe mit eigenem Verschlüsselungstrojaner (Code-Überschneidungen mit dem geleakten LockBit-3.0-Quellcode).
Weitere Wasacon-Analysen zu SafePay: Caritas Koblenz, KNOBEL Bau, RTN GmbH, Lebenshilfe Wohnverbund NRW, Flughafen Hahn.
Selbst wer aus Backups wiederherstellen kann, bleibt erpressbar – über die gestohlenen Daten.
Kein Grund zur Panik – aber erhöhte Wachsamkeit:
Bestätigt ist derzeit ausschließlich: Die BMI Projects GmbH wurde am 06.07.2026 auf der Leak-Seite der Ransomware-Gruppe SafePay gelistet, und ein Countdown läuft. Ob tatsächlich Daten entwendet wurden, welche Systeme betroffen sind und ob es zu einer Veröffentlichung kommt, ist offen – erschwert dadurch, dass sich das Unternehmen bereits in Liquidation befindet.
Der Fall unterstreicht: Auch kleine Betriebe und Unternehmen in wirtschaftlicher Schieflage sind für Ransomware-Banden lohnende Ziele – teils gerade wegen der Aufsichtslücke im laufenden Verfahren. Für Reedereien, Werften und Zulieferer der maritimen Wirtschaft ist das ein Weckruf, IT-Sicherheit und Lieferketten-Absicherung mit der von BSI und Bitkom empfohlenen Priorität zu budgetieren.
Zuletzt aktualisiert: . Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald neue verifizierbare Informationen oder eine offizielle Stellungnahme vorliegen.
Ob in Erkelenz, Wegberg, Wassenberg, Hückelhoven, Aachen, Mönchengladbach, Geilenkirchen, Jülich, Düren oder Krefeld – Ransomware-Angriffe nach dem SafePay-Muster treffen Mittelständler, Zulieferer und Handwerksbetriebe in der gesamten Region. Wasacon unterstützt Organisationen im Kreis Heinsberg und im Rheinland mit Schwachstellenanalyse, EDR/XDR, Backup-Strategie und Incident-Response nach NIS-2-Standard.
Weitere Analysen zu SafePay-Listungen deutscher Organisationen aus Mittelstand, Sozialwirtschaft und maritimer Wirtschaft.
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