Die Ransomware-Gruppe SafePay hat den Caritasverband Koblenz e. V. auf ihrer Darknet-Leak-Seite gelistet. Ein Countdown läuft – unbestätigte Täter-Behauptung.

Dieser Artikel basiert auf öffentlich einsehbaren Angaben der Darknet-Leak-Seite der Ransomware-Gruppe SafePay sowie auf öffentlich verfügbaren Informationen des Verbandes und Dritter. Es handelt sich um Behauptungen der Täter, keine bestätigten Tatsachen. Weder liegt eine unabhängige Verifizierung eines Datenabflusses vor, noch hat der Caritasverband Koblenz den Vorfall zum Zeitpunkt der Veröffentlichung öffentlich bestätigt. Alle Angaben zu möglicherweise betroffenen Daten, Auswirkungen, Umsätzen und Budgets sind Mutmaßungen bzw. Schätzungen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Wir verlinken bewusst nicht auf die Leak-Seite und verbreiten keine mutmaßlich entwendeten Daten. Der Beitrag wird aktualisiert, sobald belastbare neue Informationen oder eine offizielle Stellungnahme vorliegen.
Die Ransomware-Gruppe SafePay hat den Caritasverband Koblenz e. V. (gegründet 1918, ca. 500 Mitarbeitende, über 50 Dienste und Einrichtungen) am 6. Juli 2026 um 18:52 Uhr (UTC) auf ihrer Darknet-Leak-Seite gelistet und behauptet, interne Daten zu besitzen. Ein rund dreitägiger Countdown läuft, Ablauf ca. 9./10. Juli 2026. Eine unabhängige Bestätigung des Angriffs, ein Datenabfluss oder eine offizielle Stellungnahme des Verbandes liegen nicht vor. Auf telefonische Nachfrage wurde uns keine Auskunft erteilt, sondern auf eine schriftliche Anfrage verwiesen.
Am 06.07.2026 gegen 18:52 Uhr erschien auf der im Tor-Netzwerk („Darknet") betriebenen Leak-Seite von SafePay ein neuer Eintrag zur Domain caritas-koblenz.de. Zum Zeitpunkt unserer Sichtung zeigte der Eintrag einen laufenden Countdown von rund 2 Tagen und 23 Stunden – die angedrohte Veröffentlichung mutmaßlich entwendeter Daten wäre damit rechnerisch für den 9./10. Juli 2026 angesetzt.
Der Eintrag folgt dem bekannten Muster der Gruppe: Die Täter beschreiben die Organisation ausführlich, behaupten den Besitz interner Daten und setzen einen Timer. Beweisdateien („Proof Packs") waren zum Zeitpunkt unserer Sichtung nicht erkennbar. Ob Systeme verschlüsselt wurden, wie die Angreifer eingedrungen sein könnten und ob bzw. welche Datenmengen tatsächlich betroffen sind – all das ist derzeit offen.
| Betroffene Domain | caritas-koblenz.de |
|---|---|
| Gruppe | SafePay |
| Veröffentlichung des Eintrags | 06.07.2026, 18:52 Uhr (UTC) |
| Countdown (Erfassung) | ≈ 2 Tage, 23 Std., 11 Min. |
| Aufrufe des Eintrags | 75 |
| Voraussichtlicher Fristablauf | ≈ 09./10.07.2026 |
| Land | Deutschland 🇩🇪 |
Der Caritasverband Koblenz e. V. wurde 1918 gegründet und ist nach eigenen Angaben der größte Wohlfahrtsverband der Region Koblenz. Er ist eine rechtlich eigenständige Gliederung unter dem Dach des Deutschen Caritasverbandes und gehört zum Bistum Trier. Sitz der Geschäftsstelle ist die Hohenzollernstraße 118–120 in 56068 Koblenz.
Das Einzugsgebiet umfasst die Städte Koblenz und Bendorf sowie die Verbandsgemeinden Rhein-Mosel, Vallendar und Weißenthurm. Rund 500 hauptamtliche Mitarbeitende arbeiten in multiprofessionellen Teams, unterstützt von zahlreichen Ehrenamtlichen, in einem Netz von mehr als 50 Diensten und Einrichtungen. Seit 2019 veröffentlicht der Verband einen freiwilligen Transparenzbericht nach den Transparenzstandards von Caritas und Diakonie.
| Organisation | Caritasverband Koblenz e. V. |
|---|---|
| Sitz | Hohenzollernstraße 118–120, 56068 Koblenz |
| Gründung | 1918 |
| Rechtsform | eingetragener, gemeinnütziger Verein |
| Branche | Freie Wohlfahrtspflege / Sozialwirtschaft |
| Mitarbeitende | ca. 500 hauptamtlich + zahlreiche Ehrenamtliche |
| Einrichtungen | > 50 Dienste und Einrichtungen |
| Einzugsgebiet | Koblenz, Bendorf, VG Rhein-Mosel, Vallendar, Weißenthurm |
| Jahreserträge | nicht öffentlich beziffert; Schätzung: 25–35 Mio. € |
| Leak-Gruppe | SafePay |
| Status | Auf Leak-Seite mit Countdown gelistet, keine unabhängige Bestätigung |

| Bereich | Beispielbudget/Jahr |
|---|---|
| Endpoint Protection (EDR/XDR) auf ~500 Endpoints | 25.000–50.000 € |
| Managed Detection & Response (24/7-SOC) | 40.000–80.000 € |
| Immutable / Offline-Backups (3-2-1-Strategie) | 15.000–30.000 € |
| MFA + moderne VPN-/Zugangs-Absicherung | 8.000–15.000 € |
| Netzwerksegmentierung (Verwaltung ≠ Pflege ≠ Kita) | 20.000–50.000 € |
| Patch- & Schwachstellen-Management | 8.000–15.000 € |
| Awareness-Schulungen + Phishing-Tests (inkl. Ehrenamt) | 5.000–12.000 € |
| Incident-Response-Retainer + Notfallplan | 8.000–20.000 € |
| Cyber-Versicherung | 15.000–35.000 € |
Hinweis: Alle Budget-Zahlen sind Branchenrichtwerte auf Basis von BSI-, Bitkom- und BKA-Empfehlungen. Ob und in welchem Umfang der Caritasverband Koblenz tatsächlich in IT- und Cybersecurity investiert hat, ist öffentlich nicht bekannt. Diese Rechnung ist keine Schuldzuweisung, sondern eine Benchmark-Betrachtung.
Ein Sozialverband ist kein Maschinenbauer. Sollte es tatsächlich zu einem Datenabfluss gekommen sein, stünden potenziell besondere Kategorien personenbezogener Daten im Raum – also genau die Daten, die Artikel 9 DSGVO und das Sozialgeheimnis (§ 35 SGB I) unter den höchsten Schutz stellen. Menschen, die eine Sucht-, Schuldner- oder Wohnungslosenberatung aufsuchen, tun dies im Vertrauen auf absolute Verschwiegenheit. Genau darauf spekulieren Erpresser: Der Reputations- und Vertrauensschaden soll den Zahlungsdruck maximieren.
Käme es zu einem bestätigten Abfluss personenbezogener Daten, griffen zudem die Melde- und Benachrichtigungspflichten der DSGVO: Meldung an die zuständige Aufsichtsbehörde binnen 72 Stunden – in Rheinland-Pfalz der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (LfDI RLP) bzw. bei kirchlichen Trägern die Katholische Datenschutzaufsicht (KDSA) nach dem Kirchlichen Datenschutzgesetz (KDG) – sowie ggf. die Benachrichtigung der Betroffenen.
Bestätigt ist nichts. Bei einem Sozialverband dieser Größe sind folgende Datenkategorien typischerweise besonders sensibel:
Ob diese Datenkategorien im Fall des Caritasverbandes Koblenz zutreffen, ist derzeit nicht bestätigt.
SafePay tauchte im Herbst 2024 auf und hat sich in Rekordzeit an die Spitze der Bedrohungslandschaft gesetzt. Anders als die meisten Banden arbeitet SafePay nicht als Ransomware-as-a-Service, sondern als geschlossene, zentral gesteuerte Gruppe mit eigenem Verschlüsselungstrojaner (Code-Überschneidungen mit dem geleakten LockBit-3.0-Quellcode).
Weitere Wasacon-Analysen zu SafePay: KNOBEL Bau, RTN GmbH, Lebenshilfe Wohnverbund NRW, SHW Schmiedetechnik, Flughafen Hahn.
Selbst wer aus Backups wiederherstellen kann, bleibt erpressbar – über die gestohlenen Daten.
Kein Grund zur Panik – aber erhöhte Wachsamkeit:
Bestätigt ist derzeit ausschließlich: Der Caritasverband Koblenz e. V. wurde am 06.07.2026 auf der Leak-Seite der Ransomware-Gruppe SafePay gelistet, und ein Countdown läuft. Ob tatsächlich Daten entwendet wurden, welche Systeme betroffen sind und ob es zu einer Veröffentlichung kommt, ist offen.
Angesichts der Sensibilität von Sozialdaten wäre eine schnelle, transparente Kommunikation des Verbandes gegenüber Mitarbeitenden und Klienten wünschenswert – und für alle Träger der Wohlfahrtspflege ist der Fall spätestens jetzt ein Weckruf, IT-Sicherheit mit der von BSI und Bitkom empfohlenen Priorität zu budgetieren.
Zuletzt aktualisiert: . Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald neue verifizierbare Informationen oder eine offizielle Stellungnahme vorliegen.
Ob in Erkelenz, Wegberg, Wassenberg, Hückelhoven, Aachen, Mönchengladbach, Geilenkirchen, Jülich, Düren oder Krefeld – Ransomware-Angriffe nach dem SafePay-Muster treffen Mittelständler, soziale Träger und Versorger-Zulieferer in der gesamten Region. Wasacon unterstützt Organisationen im Kreis Heinsberg und im Rheinland mit Schwachstellenanalyse, EDR/XDR, Backup-Strategie und Incident-Response nach NIS-2-Standard.
Weitere Analysen zu SafePay-Listungen deutscher Organisationen, insbesondere aus der Sozialwirtschaft und dem Mittelstand.
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