Scroll to top
    Zurück zum Blog
    Darknet-Leaks · Cyberangriffe · Sozialwirtschaft · Ransomware

    Caritasverband Koblenz gehackt? SafePay listet Sozialverband im Darknet – Countdown läuft

    Die Ransomware-Gruppe SafePay hat den Caritasverband Koblenz e. V. auf ihrer Darknet-Leak-Seite gelistet. Ein Countdown läuft – unbestätigte Täter-Behauptung.

    15 min Lesezeit Koblenz (RLP)
    Caritasverband Koblenz auf SafePay Darknet-Leak-Seite mit Countdown – Ransomware-Bande behauptet Datenbesitz (unbestätigt)
    Darknet-Listing SafePay
    Countdown bis zur angedrohten Veröffentlichung der Caritas-Koblenz-Daten
    Nach Ablauf droht die Gruppe mit der Freigabe der angeblich erbeuteten Daten – unbestätigt.
    189
    Tage
    18
    Std
    03
    Min
    00
    Sek
    Transparenzhinweis

    Dieser Artikel basiert auf öffentlich einsehbaren Angaben der Darknet-Leak-Seite der Ransomware-Gruppe SafePay sowie auf öffentlich verfügbaren Informationen des Verbandes und Dritter. Es handelt sich um Behauptungen der Täter, keine bestätigten Tatsachen. Weder liegt eine unabhängige Verifizierung eines Datenabflusses vor, noch hat der Caritasverband Koblenz den Vorfall zum Zeitpunkt der Veröffentlichung öffentlich bestätigt. Alle Angaben zu möglicherweise betroffenen Daten, Auswirkungen, Umsätzen und Budgets sind Mutmaßungen bzw. Schätzungen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Wir verlinken bewusst nicht auf die Leak-Seite und verbreiten keine mutmaßlich entwendeten Daten. Der Beitrag wird aktualisiert, sobald belastbare neue Informationen oder eine offizielle Stellungnahme vorliegen.

    Kurzantwort

    Die Ransomware-Gruppe SafePay hat den Caritasverband Koblenz e. V. (gegründet 1918, ca. 500 Mitarbeitende, über 50 Dienste und Einrichtungen) am 6. Juli 2026 um 18:52 Uhr (UTC) auf ihrer Darknet-Leak-Seite gelistet und behauptet, interne Daten zu besitzen. Ein rund dreitägiger Countdown läuft, Ablauf ca. 9./10. Juli 2026. Eine unabhängige Bestätigung des Angriffs, ein Datenabfluss oder eine offizielle Stellungnahme des Verbandes liegen nicht vor. Auf telefonische Nachfrage wurde uns keine Auskunft erteilt, sondern auf eine schriftliche Anfrage verwiesen.

    Das Wichtigste in Kürze

    • SafePay listet den Caritasverband Koblenz am 06.07.2026 (18:52 UTC) im Darknet.
    • Countdown von rund 3 Tagen bis zur angedrohten Datenveröffentlichung.
    • Keine unabhängige Bestätigung, keine offizielle Stellungnahme des Verbandes.
    • Ca. 500 Mitarbeitende, über 50 Dienste – höchst sensible Sozial- und Klientendaten im Raum.
    • Empfohlenes IT-Sicherheitsbudget: ca. 80.000–200.000 € pro Jahr (BSI/Bitkom-Benchmark).

    Was ist passiert?

    Am 06.07.2026 gegen 18:52 Uhr erschien auf der im Tor-Netzwerk („Darknet") betriebenen Leak-Seite von SafePay ein neuer Eintrag zur Domain caritas-koblenz.de. Zum Zeitpunkt unserer Sichtung zeigte der Eintrag einen laufenden Countdown von rund 2 Tagen und 23 Stunden – die angedrohte Veröffentlichung mutmaßlich entwendeter Daten wäre damit rechnerisch für den 9./10. Juli 2026 angesetzt.

    Der Eintrag folgt dem bekannten Muster der Gruppe: Die Täter beschreiben die Organisation ausführlich, behaupten den Besitz interner Daten und setzen einen Timer. Beweisdateien („Proof Packs") waren zum Zeitpunkt unserer Sichtung nicht erkennbar. Ob Systeme verschlüsselt wurden, wie die Angreifer eingedrungen sein könnten und ob bzw. welche Datenmengen tatsächlich betroffen sind – all das ist derzeit offen.

    Telefonische Nachfrage: Wir haben den Caritasverband Koblenz telefonisch kontaktiert. Eine Stellungnahme wollte man am Telefon nicht abgeben; stattdessen wurden wir gebeten, unsere Anfrage schriftlich einzureichen. Wir verzichten in diesem Fall bewusst darauf und verfolgen den digitalen Informationsweg weiter. Eine Zurückhaltung am Telefon ist in solchen Lagen nicht ungewöhnlich und kein Indiz für oder gegen einen erfolgreichen Angriff – betroffene Organisationen stimmen ihre Kommunikation zunächst mit Forensikern, Datenschutzaufsicht und ggf. Versicherern ab.
    Kein Web-Zugriff: Zum Zeitpunkt unserer Recherche war die Website des Caritasverbandes Koblenz nicht erreichbar. Eine offizielle Stellungnahme lässt sich damit aktuell auch nicht online nachlesen. Ob die Nichterreichbarkeit mit dem Vorfall in Zusammenhang steht, ist unbestätigt.
    Betroffene Domaincaritas-koblenz.de
    GruppeSafePay
    Veröffentlichung des Eintrags06.07.2026, 18:52 Uhr (UTC)
    Countdown (Erfassung)≈ 2 Tage, 23 Std., 11 Min.
    Aufrufe des Eintrags75
    Voraussichtlicher Fristablauf≈ 09./10.07.2026
    LandDeutschland 🇩🇪

    Wer ist der Caritasverband Koblenz?

    Der Caritasverband Koblenz e. V. wurde 1918 gegründet und ist nach eigenen Angaben der größte Wohlfahrtsverband der Region Koblenz. Er ist eine rechtlich eigenständige Gliederung unter dem Dach des Deutschen Caritasverbandes und gehört zum Bistum Trier. Sitz der Geschäftsstelle ist die Hohenzollernstraße 118–120 in 56068 Koblenz.

    Das Einzugsgebiet umfasst die Städte Koblenz und Bendorf sowie die Verbandsgemeinden Rhein-Mosel, Vallendar und Weißenthurm. Rund 500 hauptamtliche Mitarbeitende arbeiten in multiprofessionellen Teams, unterstützt von zahlreichen Ehrenamtlichen, in einem Netz von mehr als 50 Diensten und Einrichtungen. Seit 2019 veröffentlicht der Verband einen freiwilligen Transparenzbericht nach den Transparenzstandards von Caritas und Diakonie.

    Leistungsspektrum

    • Altenhilfe & ambulante Pflege (Caritas-Sozialstation)
    • Kitas, Schulsozialarbeit, Familienberatung
    • Behindertenhilfe (Wohnhäuser, Assistenz)
    • Sucht-, Schuldner- und Wohnungslosenhilfe
    • Migration & Integration (Beratung, IQ-Service)
    • Soziale Betriebe (CarMen gGmbH, Secondhand, Werkstätten)

    Zahlen, Daten, Fakten

    OrganisationCaritasverband Koblenz e. V.
    SitzHohenzollernstraße 118–120, 56068 Koblenz
    Gründung1918
    Rechtsformeingetragener, gemeinnütziger Verein
    BrancheFreie Wohlfahrtspflege / Sozialwirtschaft
    Mitarbeitendeca. 500 hauptamtlich + zahlreiche Ehrenamtliche
    Einrichtungen> 50 Dienste und Einrichtungen
    EinzugsgebietKoblenz, Bendorf, VG Rhein-Mosel, Vallendar, Weißenthurm
    Jahreserträgenicht öffentlich beziffert; Schätzung: 25–35 Mio. €
    Leak-GruppeSafePay
    StatusAuf Leak-Seite mit Countdown gelistet, keine unabhängige Bestätigung

    Was hätte die Caritas Koblenz in Cybersecurity investieren müssen?

    Caritasverband Koblenz – Zahlen, Daten, Fakten: ca. 500 Mitarbeitende, über 50 Dienste, geschätzte Jahreserträge 25–35 Mio. €, IT-Budget-Empfehlung 1,5–3 % vom Ertrag, Cybersecurity mindestens 20 % vom IT-Budget (BSI/Bitkom), 80.000–200.000 € pro Jahr, empfohlene Investitionen und Schadenspotenzial nach einem Cyberangriff
    ca. 500
    Mitarbeitende
    > 50
    Dienste & Einrichtungen
    25–35 Mio. €
    Jahreserträge (Schätzung)
    Koblenz (RLP)
    Sitz
    IT-Budget-Empfehlung (1,5–3 % v. Ertrag)
    400.000–1.000.000 €
    BSI/Bitkom-Empfehlung IT-Security-Anteil
    ≥ 20 % vom IT-Budget
    Realistisches IT-Sicherheitsbudget/Jahr
    80.000–200.000 €
    Einmalige Grundabsicherung
    100.000–250.000 €

    Empfohlene Investitionen (Beispiel-Jahresbudget)

    BereichBeispielbudget/Jahr
    Endpoint Protection (EDR/XDR) auf ~500 Endpoints25.000–50.000 €
    Managed Detection & Response (24/7-SOC)40.000–80.000 €
    Immutable / Offline-Backups (3-2-1-Strategie)15.000–30.000 €
    MFA + moderne VPN-/Zugangs-Absicherung8.000–15.000 €
    Netzwerksegmentierung (Verwaltung ≠ Pflege ≠ Kita)20.000–50.000 €
    Patch- & Schwachstellen-Management8.000–15.000 €
    Awareness-Schulungen + Phishing-Tests (inkl. Ehrenamt)5.000–12.000 €
    Incident-Response-Retainer + Notfallplan8.000–20.000 €
    Cyber-Versicherung15.000–35.000 €
    Zur Einordnung: Bereits 80.000 bis 200.000 Euro pro Jahr würden nach gängiger Expertenmeinung ausreichen, um die häufigsten SafePay-Einfallstore (offene RDP-Zugänge, VPN ohne MFA, fehlende Angriffserkennung, ungetestete Backups) systematisch zu schließen. Dem gegenüber stehen im Schadensfall typische Kosten für Forensik, Wiederaufbau, Betriebsunterbrechung, DSGVO-Verfahren und Vertrauensverlust, die schnell das Zehn- bis Zwanzigfache erreichen. Die Bitkom beziffert den jährlichen Gesamtschaden durch Cyberangriffe auf die deutsche Wirtschaft inzwischen auf über 200 Milliarden Euro.

    Hinweis: Alle Budget-Zahlen sind Branchenrichtwerte auf Basis von BSI-, Bitkom- und BKA-Empfehlungen. Ob und in welchem Umfang der Caritasverband Koblenz tatsächlich in IT- und Cybersecurity investiert hat, ist öffentlich nicht bekannt. Diese Rechnung ist keine Schuldzuweisung, sondern eine Benchmark-Betrachtung.

    Hollywood-Darstellung: So könnte ein SafePay-Angriff ablaufen

    Hinweis zur Darstellung: Dieser Banner zeigt eine rein schematische, dramatisierte Animation und entspricht nicht den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort beim Caritasverband Koblenz. Weder die dargestellte Empfangssituation, die abgebildete Technik noch die simulierten Terminal-Ausgaben sind eine Rekonstruktion des realen Vorfalls. Die Darstellung visualisiert lediglich, wie SafePay generell vorgeht: VPN/RDP ohne MFA, laterale Bewegung, Exfiltration, Verschlüsselung, Leak-Listing. Ob es beim Caritasverband Koblenz überhaupt zu einem erfolgreichen Angriff kam, ist unbestätigt.
    safepay :: session · caritas-koblenz.de
    > nmap -Pn -p 3389,443 vpn.caritas-koblenz.de

    Warum dieser Fall besonders sensibel ist

    Ein Sozialverband ist kein Maschinenbauer. Sollte es tatsächlich zu einem Datenabfluss gekommen sein, stünden potenziell besondere Kategorien personenbezogener Daten im Raum – also genau die Daten, die Artikel 9 DSGVO und das Sozialgeheimnis (§ 35 SGB I) unter den höchsten Schutz stellen. Menschen, die eine Sucht-, Schuldner- oder Wohnungslosenberatung aufsuchen, tun dies im Vertrauen auf absolute Verschwiegenheit. Genau darauf spekulieren Erpresser: Der Reputations- und Vertrauensschaden soll den Zahlungsdruck maximieren.

    Käme es zu einem bestätigten Abfluss personenbezogener Daten, griffen zudem die Melde- und Benachrichtigungspflichten der DSGVO: Meldung an die zuständige Aufsichtsbehörde binnen 72 Stunden – in Rheinland-Pfalz der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (LfDI RLP) bzw. bei kirchlichen Trägern die Katholische Datenschutzaufsicht (KDSA) nach dem Kirchlichen Datenschutzgesetz (KDG) – sowie ggf. die Benachrichtigung der Betroffenen.

    Welche Daten könnten betroffen sein?

    Bestätigt ist nichts. Bei einem Sozialverband dieser Größe sind folgende Datenkategorien typischerweise besonders sensibel:

    Klienten- & Beratungsdaten
    Sucht-, Schuldner- und Migrationsberatung, Wohnungslosenhilfe – besondere Kategorien nach Art. 9 DSGVO, geschützt durch das Sozialgeheimnis (§ 35 SGB I).
    Daten von Kindern & Jugendlichen
    Kita-Unterlagen, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe – höchster Schutzbedarf. Ein Leak wäre ein tiefer Eingriff in die Lebensrealität besonders verletzlicher Menschen.
    Gesundheits- & Pflegedaten
    Pflegedokumentationen, Diagnosen, medizinische Verlaufsdaten der ambulanten Pflege und Behindertenhilfe – Art. 9 DSGVO.
    Personal-, Spender- & Verwaltungsdaten
    Lohnabrechnungen der rund 500 Beschäftigten, Bankdaten, Krankmeldungen sowie Spender- und Mitgliederdaten, E-Mails und Verträge.

    Ob diese Datenkategorien im Fall des Caritasverbandes Koblenz zutreffen, ist derzeit nicht bestätigt.

    Wer ist SafePay? Die Ransomware-Gruppe im Profil

    SafePay tauchte im Herbst 2024 auf und hat sich in Rekordzeit an die Spitze der Bedrohungslandschaft gesetzt. Anders als die meisten Banden arbeitet SafePay nicht als Ransomware-as-a-Service, sondern als geschlossene, zentral gesteuerte Gruppe mit eigenem Verschlüsselungstrojaner (Code-Überschneidungen mit dem geleakten LockBit-3.0-Quellcode).

    • Über 400 Opfer weltweit bis Anfang 2026; Deutschland nach den USA zweithäufigstes Zielland.
    • Rund 25 % aller erfolgreichen Ransomware-Angriffe in Deutschland 2025 gehen laut Analysen auf SafePay zurück.
    • Allein 2025 traf die Gruppe Berichten zufolge 77 deutsche Organisationen.
    • Kein RaaS: zentral gesteuert, geschlossene Gruppe, einheitliche TTPs.
    • Typischer Einstieg: ungesicherte RDP-Zugänge und VPN-Zugangsdaten ohne MFA.
    • Vom Eindringen bis zur Verschlüsselung oft weniger als 24 Stunden.
    • Double Extortion: Datenexfiltration vor Verschlüsselung, dann Leak-Site + Countdown.
    • Deaktiviert Schutzsoftware, löscht Schattenkopien/Backups, ändert teils Admin-Passwörter.
    • Zielt bevorzugt auf KMU – auch soziale Träger, Pflege- und Gesundheitseinrichtungen.
    • Laut Check Point 2026 aktivste Doppelerpressungs-Gruppe weltweit.

    Weitere Wasacon-Analysen zu SafePay: KNOBEL Bau, RTN GmbH, Lebenshilfe Wohnverbund NRW, SHW Schmiedetechnik, Flughafen Hahn.

    So läuft eine Doppelerpressung ab

    1. Eindringen ins Netzwerk (meist RDP/VPN ohne MFA)
    2. Ausspähen des Netzwerks und Kopieren sensibler Daten
    3. Verschlüsselung von Servern, Fachanwendungen und Arbeitsplätzen
    4. Lösegeldforderung
    5. Veröffentlichung des Verbandsnamens auf der Leak-Seite mit Countdown
    6. Androhung der Datenveröffentlichung bei Nichtzahlung

    Selbst wer aus Backups wiederherstellen kann, bleibt erpressbar – über die gestohlenen Daten.

    Do's – Was Betroffene und soziale Träger jetzt tun sollten

    1. Incident-Response-Team sofort aktivieren – Rollen und Entscheidungswege klären.
    2. Forensiker einschalten, bevor Systeme „aufgeräumt“ werden – Beweise sichern.
    3. Anzeige bei der ZAC des LKA Rheinland-Pfalz erstatten.
    4. Meldung an Datenschutzaufsicht binnen 72 h (KDG/KDSA bzw. LfDI RLP).
    5. Betroffene proaktiv und ehrlich informieren – besonders Klienten und Angehörige.
    6. Backups offline verifizieren, bevor sie eingespielt werden.
    7. Alle Zugänge zurücksetzen, MFA verpflichtend für VPN, RDP, E-Mail, Admin.
    8. Cyber-Versicherung und Rechtsbeistand früh einbinden.
    9. Hotline für Klienten, Angehörige und Mitarbeitende einrichten.
    10. Lessons Learned in ein ISMS (BSI IT-Grundschutz / ISO 27001) überführen.
    11. 3-2-1-Backup-Strategie mit Air-Gap-Kopie und geübtem Restore.
    12. Netzwerksegmentierung: Verwaltung, Pflegedoku und Kita-Systeme trennen.
    13. EDR/MDR statt reinem Virenscanner – SafePay agiert in unter 24 h.
    14. NIS-2-Readiness prüfen – auch für gemeinnützige Träger relevant.

    Don'ts – Diese Fehler unbedingt vermeiden

    1. Nicht in Panik verfallen – ein Leak-Eintrag ist noch kein bestätigter Angriff.
    2. Nicht vorschnell Lösegeld zahlen – BSI, BKA und FBI raten ausdrücklich ab.
    3. Keinen Direktkontakt zu den Tätern ohne professionelle Verhandler/Anwalt.
    4. Vorfall nicht verschweigen oder kleinreden – Meldefristen einhalten.
    5. Systeme nicht neu aufsetzen, bevor der Einfallsweg geklärt ist.
    6. Keine Schuldzuweisungen an einzelne Mitarbeitende – Phishing-Opfer sind Symptom.
    7. Backups nie am selben Netz belassen – was online ist, wird mitverschlüsselt.
    8. Keine ungeprüften „Datenrettungs“-Angebote Dritter (oft Mittelsmänner der Täter).
    9. Leak-Daten nicht selbst herunterladen oder weiterverbreiten (§ 202d StGB).
    10. Alte VPN-Konten ausgeschiedener Mitarbeiter nicht aktiv lassen.
    11. Kein offenes RDP ins Internet – nur über VPN mit MFA.
    12. Nicht auf „uns trifft es nicht“ setzen – Gemeinnützigkeit schützt nicht.
    13. IT-Sicherheit nicht als einmaliges Projekt behandeln – dauerhafter Prozess.

    Was sollten Klient*innen, Partner und Mitarbeitende jetzt tun?

    Kein Grund zur Panik – aber erhöhte Wachsamkeit:

    1. Nur auf offizielle Informationen des Caritasverbandes Koblenz achten
    2. Bei angeblichen E-Mails der Caritas Bankdaten und Rechnungen telefonisch verifizieren
    3. Als Klient*in erhöhte Wachsamkeit bei unerwarteten Anrufen, Mails oder Briefen mit Caritas-Bezug
    4. Mitarbeitende: offizielle interne Infos abwarten, keine Auskünfte an Unbekannte
    5. Bei konkreten Hinweisen auf missbrauchte Daten Anzeige erstatten und Datenschutzaufsicht einbinden

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Fazit

    Bestätigt ist derzeit ausschließlich: Der Caritasverband Koblenz e. V. wurde am 06.07.2026 auf der Leak-Seite der Ransomware-Gruppe SafePay gelistet, und ein Countdown läuft. Ob tatsächlich Daten entwendet wurden, welche Systeme betroffen sind und ob es zu einer Veröffentlichung kommt, ist offen.

    Angesichts der Sensibilität von Sozialdaten wäre eine schnelle, transparente Kommunikation des Verbandes gegenüber Mitarbeitenden und Klienten wünschenswert – und für alle Träger der Wohlfahrtspflege ist der Fall spätestens jetzt ein Weckruf, IT-Sicherheit mit der von BSI und Bitkom empfohlenen Priorität zu budgetieren.

    Zuletzt aktualisiert: . Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald neue verifizierbare Informationen oder eine offizielle Stellungnahme vorliegen.

    Soziale Träger, Pflegedienste, Wohlfahrtsverbände? SafePay ist real.
    Wasacon prüft VPN/RDP-Härtung, MFA, Backup-Strategie und Incident-Response im Kreis Heinsberg und darüber hinaus – bevor der Ernstfall eintritt.

    Wasacon in deiner Region

    Ob in Erkelenz, Wegberg, Wassenberg, Hückelhoven, Aachen, Mönchengladbach, Geilenkirchen, Jülich, Düren oder Krefeld – Ransomware-Angriffe nach dem SafePay-Muster treffen Mittelständler, soziale Träger und Versorger-Zulieferer in der gesamten Region. Wasacon unterstützt Organisationen im Kreis Heinsberg und im Rheinland mit Schwachstellenanalyse, EDR/XDR, Backup-Strategie und Incident-Response nach NIS-2-Standard.

    Quellen (Auswahl)
    Ransom-DB / Ransomware.live – SafePay-Analyse 2026, Victim-Eintrag caritas-koblenz.de (Beobachtung 06./07.07.2026 – keine Verlinkung)
    Check Point Research – State of Ransomware Q1 2025 / Report Mai 2026
    Acronis TRU / Bitdefender / Barracuda / ThreatLocker – technische SafePay-Analysen
    BKA Cybercrime-Lagebericht 2025 / ENISA Threat Landscape 2025
    aDvens Threat Status Report 2025/2026 / Google Threat Intelligence
    Bitkom – Wirtschaftsschutz 2025; BSI/Bitkom-Empfehlung IT-Sicherheitsanteil 20 %
    Caritasverband Koblenz e. V. – öffentliche Selbstauskunft, Transparenzbericht, Vereinsangaben
    LfDI RLP / KDG / KDSA – Meldepflichten für kirchliche Träger

    Mehr aus der Themenwelt SafePay & Ransomware in Deutschland

    Weitere Analysen zu SafePay-Listungen deutscher Organisationen, insbesondere aus der Sozialwirtschaft und dem Mittelstand.

    Diskussion

    0 Beiträge

    Lade Kommentare …
    Neuer Kommentar
    0/2000

    E-Mail wird nur zur Verifizierung verwendet, nicht veröffentlicht. Beiträge werden manuell geprüft.

    IT-Budget Quick-Check

    Wie viel sollte Ihr Unternehmen jährlich in IT investieren?

    Risiko-Level: Mittel · Multiplikator: 1.2×

    Richtwerte auf Basis von BSI/NIST/ENISA-Branchenbenchmarks. Keine verbindliche Empfehlung.

    Das könnte Sie auch interessieren

    Sind Zugangsdaten Ihres Unternehmens bereits im Umlauf?

    Wir prüfen Ihre Domain kostenlos gegen bekannte Infostealer- und Leak-Datenbanken – vertraulich und unverbindlich.

    Bekannt aus

    Wasa Consult, Data Recovery Service, Heinsberg, Nordrhein-Westfalen