Die Ransomware-Gruppe SafePay hat die KNOBEL Bau-Gruppe aus Hartheim am Rhein (Baden-Württemberg) auf ihrer Darknet-Leak-Seite gelistet. Ein Countdown läuft – unbestätigte Täter-Behauptung.

Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen (Leak-Seiten-Monitoring, Handelsregister, Unternehmenswebsite, Threat-Intelligence-Berichte) sowie auf einem Eintrag der Darknet-Leak-Seite der Ransomware-Gruppe SafePay. Die dort veröffentlichten Aussagen sind Behauptungen der Täter, keine bestätigten Tatsachen, und konnten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig überprüft werden. Umsatz-, Budget- und Modellrechnungen sind ausdrücklich gekennzeichnete Branchenrichtwerte bzw. Schätzungen. Die Erwähnung der KNOBEL Bau-Gruppe bedeutet nicht automatisch, dass ein erfolgreicher Cyberangriff oder Datenabfluss stattgefunden hat. Eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens lag zum Redaktionsschluss nicht vor. Es gilt die Unschuldsvermutung. Wir verlinken bewusst nicht auf die Leak-Seite, geben die Onion-Adresse nicht als klickbaren Link wieder und verbreiten keine mutmaßlich entwendeten Daten.
Die Ransomware-Gruppe SafePay hat die KNOBEL Bau-Gruppe (Hartheim am Rhein, ca. 140–150 Mitarbeitende, Jahresumsatz rund 30 Mio. €) am 6. Juli 2026 auf ihrer Darknet-Leak-Seite gelistet und behauptet, interne Unternehmensdaten zu besitzen. Ein rund dreitägiger Countdown läuft. Eine unabhängige Bestätigung des Angriffs, ein Datenabfluss oder eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens liegen bislang nicht vor. Es handelt sich zunächst ausschließlich um eine Behauptung der Tätergruppe.
Auf der im Tor-Netzwerk („Darknet“) betriebenen Leak-Seite der Ransomware-Gruppe SafePay wurde ein neuer Eintrag zur KNOBEL Bau-Gruppe veröffentlicht. Solche Einträge folgen einem bekannten Muster: Die Täter beschreiben das Unternehmen, behaupten den Besitz interner Daten und setzen einen Countdown. Läuft dieser ab, ohne dass das Opfer zahlt, drohen die Kriminellen mit der Veröffentlichung der angeblich erbeuteten Daten.
Ob im konkreten Fall Systeme verschlüsselt wurden, wie die Angreifer eingedrungen sein könnten und welche Datenmengen betroffen wären – all das ist derzeit offen. Ein Eintrag samt Countdown bedeutet nicht automatisch, dass die Behauptungen zutreffen oder dass eine Veröffentlichung tatsächlich erfolgt.
| Betroffene Domain | knobel-bau.de |
|---|---|
| Gruppe | SafePay |
| Veröffentlichung des Eintrags | 06.07.2026, 18:56 Uhr (UTC) |
| Countdown (Erfassung) | ≈ 2 Tage, 23 Std., 14 Min. |
| Aufrufe des Eintrags | 71 |
| Voraussichtlicher Fristablauf | ≈ 09.07.2026 |
| Land | Deutschland 🇩🇪 |
Die KNOBEL Bau-Gruppe (KNOBEL BAU GmbH) ist ein familiengeführtes Bauunternehmen in dritter Generation mit Sitz in der Freiburger Straße 33, 79258 Hartheim am Rhein, gegründet 1947. Geführt wird das Unternehmen von den Brüdern Michael und Andreas Knobel. Es zählt zu den führenden familiengeführten Baufirmen im Dreiländereck Deutschland–Frankreich–Schweiz.
Bemerkenswert ist die vertikale Integration: Die Gruppe betreibt ein eigenes Kieswerk (das „graue Gold von Hartheim“), eine Asphaltmischanlage, ein Transportbetonwerk, Recyclinganlagen sowie eine firmeneigene Erdaushubdeponie. Jährlich fördert das Unternehmen rund 150.000 Tonnen Kies, die Verwertungsquote mineralischer Bauabfälle liegt bei etwa 90 Prozent. Zusätzlich engagiert sich KNOBEL regional (u. a. Umweltlehrpfad, Initiative „kiwi – Kieswirtschaft im Dialog“, Unterzeichner der „Charta der Vielfalt“).
| Unternehmen | KNOBEL Bau-Gruppe (KNOBEL BAU GmbH) |
|---|---|
| Sitz | Freiburger Str. 33, 79258 Hartheim am Rhein |
| Handelsregister | Amtsgericht Freiburg, HRB 310212 |
| Gründung | 1947 (3. Generation, familiengeführt) |
| Geschäftsführung | Michael Knobel, Andreas Knobel |
| Mitarbeitende | ca. 140–150 (JA 2024: Ø ~142) |
| Jahresumsatz | ca. 30 Mio. Euro (Presseangabe) |
| Bilanzsumme (2023) | ca. 12,8 Mio. Euro |
| Branche | Tiefbau / Straßenbau / Baustoffe / Recycling |
| Kiesförderung | ca. 150.000 t pro Jahr |
| Leak-Gruppe | SafePay |
| Status | Auf Leak-Seite mit Countdown gelistet, keine unabhängige Bestätigung |

| Bereich | Beispielbudget/Jahr |
|---|---|
| Endpoint Protection (EDR/XDR) auf ~150 Endpoints | 10.000–20.000 € |
| Managed Detection & Response (24/7-SOC) | 25.000–50.000 € |
| Immutable / Offline-Backups (3-2-1-Strategie) | 10.000–20.000 € |
| MFA + moderne VPN-/Zugangs-Absicherung | 5.000–10.000 € |
| Patch- & Schwachstellen-Management | 5.000–10.000 € |
| Awareness-Schulungen + Phishing-Tests | 3.000–8.000 € |
| Incident-Response-Retainer + Notfallplan | 5.000–15.000 € |
| Cyber-Versicherung | 10.000–25.000 € |
Hinweis: Alle Budget-Zahlen sind Branchenrichtwerte auf Basis von BSI-, Bitkom- und BKA-Empfehlungen. Ob und in welchem Umfang die KNOBEL Bau-Gruppe tatsächlich in IT- und Cybersecurity investiert hat, ist öffentlich nicht bekannt.
SafePay ist eine der derzeit gefährlichsten Ransomware-Gruppen weltweit – mit einem auffälligen Deutschland-Fokus. Erstmals aktiv wurde die Gruppe im September/November 2024. Ihr Code weist starke Ähnlichkeiten mit LockBit (Version von Ende 2022) auf, mit Elementen von ALPHV und INC Ransom.
Weitere Wasacon-Analysen zu SafePay: RTN GmbH, Lebenshilfe Wohnverbund NRW, SHW Schmiedetechnik, Flughafen Hahn, DIA179.
Selbst wer aus Backups wiederherstellen kann, bleibt erpressbar – über die gestohlenen Daten.
Bestätigt ist nichts. Typischerweise sind bei Bauunternehmen dieser Größe folgende Datenkategorien besonders sensibel – gerade Kalkulationsdaten sind brisant: Gelangen sie an Wettbewerber, ist die gesamte Angebotsstrategie eines Unternehmens offengelegt.
Ob diese Datenkategorien im Fall der KNOBEL Bau-Gruppe zutreffen, ist derzeit nicht bestätigt.
Kein Grund zur Panik – aber erhöhte Wachsamkeit:
Der SafePay-Eintrag zur KNOBEL Bau-Gruppe reiht sich in eine beispiellose Angriffswelle gegen den deutschen Mittelstand ein: Keine Gruppe hat Deutschland so systematisch ins Visier genommen wie SafePay, und die Baubranche gehört inzwischen zu den Top-3-Zielen. Der Fall zeigt einmal mehr, dass ein zweistelliger Tausender-Betrag pro Jahr für Grundschutzmaßnahmen wie MFA, EDR und Offline-Backups um Größenordnungen günstiger ist als der Ernstfall.
Ob es bei KNOBEL tatsächlich zum Datenabfluss kam, bleibt abzuwarten. Stand dieses Beitrags: Es liegt keine unabhängige Bestätigung über Art oder Umfang eines möglichen Angriffs oder Datenabflusses vor. Alle Angaben zur mutmaßlichen Attacke beruhen auf den Behauptungen der Täter.
Zuletzt aktualisiert: . Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald neue verifizierbare Informationen vorliegen – insbesondere nach Ablauf des Countdowns.
Ob in Erkelenz, Wegberg, Wassenberg, Hückelhoven, Aachen, Mönchengladbach, Geilenkirchen, Jülich, Düren oder Krefeld – Ransomware-Angriffe nach dem SafePay-Muster treffen Mittelständler, Bauunternehmen und Versorger-Zulieferer in der gesamten Region. Wasacon unterstützt Organisationen im Kreis Heinsberg und im Rheinland mit Schwachstellenanalyse, EDR/XDR, Backup-Strategie und Incident-Response nach NIS-2-Standard.
Weitere Analysen zu SafePay-Listungen deutscher Organisationen und Mittelständler.
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