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    Darknet-Leaks · Cyberangriffe · Lebensmittelindustrie

    Tönnies gehackt? TheGentlemen listet Deutschlands größten Fleischverarbeiter im Darknet

    Die Ransomware-Gruppe TheGentlemen hat die Tönnies Group (toennies.de) auf ihrer Darknet-Leak-Seite veröffentlicht. Was bisher bekannt ist und welche Risiken nun bestehen könnten.

    15 min Lesezeit Rheda-Wiedenbrück (NRW)
    Tönnies Group im Darknet – TheGentlemen listet Fleischkonzern (unbestätigte Täter-Behauptung)
    Darknet-Listing TheGentlemen
    Countdown bis zur angedrohten Veröffentlichung der Tönnies-Daten
    Nach Ablauf droht die Gruppe mit der Freigabe der angeblich erbeuteten Daten – unbestätigt.
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    Transparenzhinweis (Stand: 08.07.2026)

    Alle Angaben zu einem möglichen Angriff und Datenabfluss beruhen ausschließlich auf dem Eintrag der Täter auf ihrer Leak-Seite sowie auf öffentlich verfügbaren Informationen. Es handelt sich um unbestätigte Behauptungen und redaktionelle Einschätzungen, nicht um gesicherte Fakten. Uns liegt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine offizielle Stellungnahme der Tönnies Group bzw. der Premium Food Group vor. Sollte das Unternehmen eine Stellungnahme veröffentlichen oder neue belastbare Informationen bekannt werden, wird dieser Artikel umgehend aktualisiert. Es gilt die Unschuldsvermutung. Wir verlinken bewusst nicht auf die Leak-Seite. Alle Budget- und Umsatzangaben sind Branchenrichtwerte bzw. Schätzungen.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Tönnies Group (toennies.de) am 07.07.2026 auf der TheGentlemen-Leak-Seite gelistet.
    • Cyberangriff und Datenabfluss unbestätigt, kein Statement des Unternehmens.
    • Wäre eines der größten je gelisteten deutschen Unternehmen (7,3 Mrd. € Umsatz, 21.000 Beschäftigte).
    • Fleischverarbeitung ist KRITIS/NIS-2 – Just-in-Time mit Kühlketten, hoher Zahlungsdruck bei IT-Ausfall.
    • TheGentlemen: seit Mitte 2025 aktiv, 200+ Opfer weltweit, RaaS mit 90 % Affiliate-Split (MS: Storm-2697).

    Was ist passiert?

    Auf der Leak-Webseite von TheGentlemen wurde am 6./7. Juli 2026 ein neuer Eintrag zur Tönnies Group veröffentlicht. Beobachtungsplattformen wie Ransomware.live dokumentierten den Eintrag am 07.07.2026 und schätzen den mutmaßlichen Angriffszeitpunkt auf den 06.07.2026.

    Welche Daten angeblich entwendet wurden oder in welchem Umfang ein möglicher Vorfall stattgefunden haben soll, geht aus dem Eintrag bislang nicht eindeutig hervor. Das passt zum bekannten Muster der Gruppe: Sicherheitsforscher beschreiben die Leak-Seite von TheGentlemen als vergleichsweise wortkarg – häufig ohne Angaben zu Datenmengen und zunächst ohne Beweisdokumente.

    Am selben Tag wurden auf der Leak-Seite mehrere weitere Organisationen aus verschiedenen Ländern gelistet, darunter Unternehmen aus Argentinien, Paraguay, Taiwan und Indien. Die Tönnies Group ist damit Teil einer größeren Veröffentlichungswelle der Gruppe. Bislang hat das Unternehmen öffentlich keine Stellungnahme abgegeben.

    Betroffene Domaintoennies.de
    GruppeTheGentlemen (Microsoft: Storm-2697)
    Eintrag gesichtet07.07.2026, ca. 20:31
    Kategorie im EintragAgriculture and Food Production
    LandDeutschland 🇩🇪
    Mutmaßl. Angriffszeitpunktca. 06.07.2026 (Schätzung Ransomware.live)
    Vom Unternehmen bestätigtNein · kein öffentliches Statement
    Cyberangriff bestätigt❌ Nein
    Datenabfluss bestätigt❌ Nein

    Wer ist Tönnies?

    Die Tönnies Group mit Hauptsitz in Rheda-Wiedenbrück (Nordrhein-Westfalen) ist der größte Fleischverarbeiter Deutschlands und zählt zu den führenden der Branche in Europa. Das Familienunternehmen wurde 1971 von den Brüdern Bernd und Clemens Tönnies gegründet und entwickelte sich aus einer kleinen elterlichen Metzgerei in Rheda zu einem international tätigen Lebensmittelkonzern.

    Eine Besonderheit: Die Konzernholding firmiert seit dem 1. Januar 2025 nicht mehr als Tönnies Holding, sondern als Premium Food Group (PFG). Der Markenname Tönnies steht seither ausschließlich für die Geschäftsbereiche der Fleischproduktion (Pork und Beef). Die Täter beziehen sich in ihrem Eintrag auf die „Tönnies Group" und die Domain toennies.de – ob damit der Fleischbereich, einzelne Gesellschaften oder Systeme der gesamten Unternehmensgruppe gemeint sind, ist unklar. Die Konzernstruktur umfasst nach eigenen Angaben über 160 in- und ausländische Gesellschaften.

    Für 2023 wies die Gruppe einen Umsatz von rund 7,3 Milliarden Euro aus, davon etwa 4,2 Milliarden Euro in Deutschland. Die Beschäftigtenzahl wird mit rund 21.000 weltweit angegeben, davon etwa 17.000 in Deutschland. Der Standort Rheda-Wiedenbrück ist einer der größten Schlacht- und Zerlegebetriebe Europas.

    ca. 21.000
    Mitarbeitende (weltweit)
    Rheda-Wiedenbrück (NRW)
    Sitz
    1971 · Familienbetrieb
    Gegründet
    160+ Gesellschaften weltweit
    Standorte

    Zahlen, Daten, Fakten & IT-Budget-Benchmark

    Tönnies Group – Zahlen, Daten, Fakten: Umsatz, Mitarbeiter, Standorte und IT-Budget-Benchmarks (BSI/ENISA/Bitkom)

    Was hätte Tönnies investieren sollen? (Benchmark)

    Konzernumsatz (2023)
    ca. 7,3 Mrd. €
    Angenommenes IT-Budget (1,5–2,5 % v. Umsatz)
    120–180 Mio. € / Jahr
    Empf. Security-Anteil (BSI/ENISA/Bitkom: 5–10 %)
    6–18 Mio. € / Jahr
    Ø Produktionsstopp Fleischindustrie
    > 1 Mio. € pro Tag
    BereichBeispielbudget/Jahr
    Multi-Faktor-Authentifizierung (VPN, RDP, SAP, Mail, Admin, Werksnetze)200.000–500.000 €
    EDR/XDR + 24/7-SOC-Betrieb (21.000 Endpoints, 160+ Standorte)3–6 Mio. €
    Immutable / Air-Gap-Backups + Disaster Recovery Fleisch-ERP1,5–3 Mio. €
    OT-/ICS-Segmentierung Schlachtung, Zerlegung, Kühlkette1–2,5 Mio. €
    Patch- & Schwachstellen-Management (VPN, Firewalls, SAP, Werkssysteme)500.000–1,2 Mio. €
    Identity-Threat-Detection & Privileged Access Management600.000–1,5 Mio. €
    Awareness- & Phishing-Simulationen für 21.000 Beschäftigte300.000–800.000 €
    Incident-Response-Retainer, Cyber-Krisenübungen (KRITIS/NIS-2)500.000–1,2 Mio. €
    NIS-2- & KRITIS-Compliance, Auditierung, ISMS (ISO 27001)800.000–2 Mio. €
    Supply-Chain-Security (Landwirte, Spediteure, Handel, EDI)400.000–1 Mio. €
    Zur Einordnung: Ein Produktionsstopp in der Fleischverarbeitung kostet nach Branchenschätzungen mehr als 1 Mio. € pro Tag. Datenleaks bei einem KRITIS-Betreiber ziehen zusätzlich DSGVO-Bußgelder, NIS-2-Meldepflichten, Forensik-, Rechts- und Reputationskosten in Millionenhöhe nach sich. Ein Jahr angemessene Prävention (6–18 Mio. €) hätte damit nur einen Bruchteil eines einzigen mehrtägigen Ausfalls gekostet.

    Hinweis: Alle Budget-Zahlen sind Branchenrichtwerte auf Basis von BSI-, ENISA- und Bitkom-Empfehlungen (5–10 % des IT-Budgets für Security). Ob und in welchem Umfang die Tönnies Group tatsächlich in IT- und Cybersecurity investiert hat, ist öffentlich nicht bekannt – die Rechnung ist eine Benchmark, keine Schuldzuweisung. IT-Security ist kein Kostenfaktor, sondern ein Versicherungsschutz für die Zukunft.

    Schematische Darstellung: So könnte ein solcher Angriff ablaufen

    Hinweis zur Darstellung: Dieser Banner zeigt eine rein schematische, dramatisierte Animation und entspricht nicht den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort bei der Tönnies Group. Weder die abgebildete Konsole noch die konkreten Systeme, Kommandos, Zeitstempel oder Techniken sind eine Rekonstruktion eines realen Vorfalls. Die Sequenz visualisiert lediglich einen typischen Ransomware-Angriffsverlauf gemäß öffentlich dokumentierten TheGentlemen-Mustern. Ob und wie ein Vorfall bei Tönnies technisch abgelaufen sein könnte, ist öffentlich nicht bekannt.
    attacker :: session · toennies.de · SCHEMATIC ONLY
    > recon :: toennies.de · asn=de-corp · ports=443,993,3389,4443

    Wer ist TheGentlemen?

    TheGentlemen tauchte Mitte 2025 auf und hat sich innerhalb eines Jahres zu einer der aktivsten Ransomware-Gruppen weltweit entwickelt. Erste Kampagnen dokumentierten Sicherheitsforscher im August 2025; im September 2025 ging die Gruppe mit einer Tor-Leak-Seite und gleich 32 Opfern auf einen Schlag an die Öffentlichkeit. Ihr Markenzeichen: ein Logo mit Zylinder und gezwirbeltem Schnurrbart – in Anspielung auf den gleichnamigen Guy-Ritchie-Film.

    Erstes AuftretenAugust 2025, öffentlich sichtbar seit September 2025
    ModellRaaS mit Affiliates, Double Extortion
    Affiliate-Split90 % Affiliate / 10 % Betreiber
    Microsoft-TrackingStorm-2697
    Opferzahl200+ Organisationen in 50+ Ländern (Stand Anfang 2026)
    Top-ZielbranchenFertigung, Bau, Gesundheitswesen, Versicherungen
    Typischer Einstiegverwundbare VPN-Gateways, kompromittierte Zugangsdaten, offenes RDP ohne MFA
    TechnikGo-Ransomware für Windows/Linux/ESXi, XChaCha20 + Curve25519, BYOVD, GPO-Push
    Verortungrussischsprachiger Raum (GUS-Staaten werden verschont)
    Besonderheitaggressive Selbstverbreitung, Antivirus-Abschaltung via verwundbarer Treiber

    In dokumentierten Fällen vergingen zwischen Erstzugriff und Verschlüsselung teils nur wenige Stunden. Analysten vermuten hinter der gepflegten Fassade eine technisch ungewöhnlich reife Operation, die möglicherweise von erfahrenen Akteuren aus dem Umfeld zerschlagener Gruppen wie Conti oder LockBit gegründet wurde.

    Hinweis: Alle Angaben zu TheGentlemen stammen aus öffentlichen Threat-Intelligence-Quellen (Trend Micro, Microsoft, SOCRadar, Cybereason, Breachsense) und beschreiben die Gruppe allgemein – nicht den konkreten, unbestätigten Fall Tönnies.

    Warum die Lebensmittelbranche zunehmend im Fokus steht

    Fleischverarbeitung ist ein Just-in-Time-Geschäft mit lebenden Tieren, Kühlketten und engen Lieferfenstern. Produktionsausfälle können innerhalb weniger Stunden erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen und lassen sich – anders als in vielen anderen Branchen – kaum durch Lagerbestände abfedern. Für Angreifer entsteht so ein maximaler Zahlungsdruck.

    Der bekannteste Präzedenzfall: Im Mai 2021 legte ein Ransomware-Angriff der Gruppe REvil den weltgrößten Fleischkonzern JBS zeitweise lahm – Schlachthöfe in den USA, Kanada und Australien standen still, das Unternehmen zahlte nach eigenen Angaben elf Millionen US-Dollar Lösegeld. Der Fall zeigte, wie schnell ein IT-Vorfall in der Fleischindustrie zu einem realen Versorgungs- und Preisthema werden kann.

    Hinzu kommt die regulatorische Dimension: Die Ernährungswirtschaft zählt in Deutschland zu den kritischen Sektoren. Große Lebensmittelproduzenten fallen unter KRITIS-Regelungen bzw. den Anwendungsbereich der NIS-2-Richtlinie – mit entsprechenden Anforderungen an Risikomanagement, Meldewege und Nachweispflichten. Ein bestätigter Vorfall bei einem Unternehmen dieser Größenordnung hätte damit nicht nur zivil- und datenschutzrechtliche, sondern auch aufsichtsrechtliche Relevanz.

    Welche Risiken bestehen bei solchen Vorfällen?

    Sollte es tatsächlich zu einem Datendiebstahl gekommen sein, könnten bei einem Konzern dieses Zuschnitts – rein hypothetisch – unter anderem folgende Informationen betroffen sein:

    Personaldaten von ca. 21.000 Beschäftigten
    Namen, Adressen, Ausweiskopien, Sozialversicherungs- und Kontodaten – bei einer Belegschaft mit vielen Werkvertrags- und Leiharbeitskräften aus dem EU-Ausland besonders sensibel.
    Verträge & Konditionen
    Landwirte-Verträge, Lieferanten-Rahmenverträge, Einkaufs- und Preiskonditionen mit dem Lebensmitteleinzelhandel, Exportverträge.
    Produktions- & Qualitätsdaten
    Rezepturen, Produktionsdaten, Qualitätsprüfberichte, Logistik- und Kühlkettendaten, SAP/ERP-Auszüge.
    Konzern- & Finanzdokumente
    Interne Kommunikation, Board-Unterlagen, M&A-Dokumente rund um die Umbenennung zur Premium Food Group (PFG).

    Gerade Personaldaten wären hier heikel: Die Belegschaft der Fleischbranche umfasst viele Beschäftigte aus dem europäischen Ausland, deren Ausweis-, Aufenthalts- und Kontodaten in Personalakten typischerweise gebündelt vorliegen – attraktives Material für Identitätsmissbrauch und gezieltes Phishing.

    10 Do's für Kunden, Lieferanten, Landwirte und Beschäftigte

    1. Wachsam bleiben – jede unerwartete E-Mail, jeden Anruf und jede Rechnung mit Bezug zu Tönnies, PFG oder Schlachtabrechnungen kritisch prüfen.
    2. Bei angeblich geänderten Bankverbindungen immer telefonisch über die bekannte offizielle Nummer rückfragen.
    3. Passwort ändern, wenn dienstliche oder private Konten Tönnies-/PFG-Systeme nutzen – Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.
    4. Passwort-Manager nutzen und für jeden Dienst ein eigenes, langes Passwort verwenden.
    5. Vertragslandwirte: Zahlungen und Abrechnungen mit der Buchhaltung telefonisch abgleichen, bis Lage geklärt ist.
    6. Spediteure & Logistiker: Ladeaufträge und EDI-Bestätigungen im Zweifel per Zweitkanal verifizieren.
    7. Beschäftigte: Personalabteilung fragen, welche Daten hinterlegt sind, und Kontoumsätze beobachten.
    8. Identitätsmissbrauch im Blick behalten (ungewöhnliche Auskunfteianfragen, Bestellungen oder Verträge im eigenen Namen).
    9. Phishing- und Betrugsversuche der Polizei melden (Onlinewache bzw. ZAC NRW), Beweise (Mails, Header) sichern.
    10. Nur offizielle Stellungnahmen von Tönnies bzw. der Premium Food Group als verlässlich behandeln.

    10 Don'ts

    1. Nicht in Panik verfallen – es gibt aktuell keinen Beleg für einen erfolgreichen Angriff oder Datenabfluss.
    2. Keine Leak-Daten suchen oder herunterladen – Besuch von Leak-Seiten und Download gestohlener Daten kann strafbar sein.
    3. Keine Links aus unerwarteten Mails anklicken – auch nicht, um sich angeblich "zu schützen".
    4. Keine Anhänge öffnen, die sich auf Bestellungen, Retouren, Zoll- oder Veterinärunterlagen beziehen, ohne Absender-Verifizierung.
    5. Keine sensiblen Daten am Telefon bestätigen (Lieferantennummer, Kundennummer, Kontodaten).
    6. Nicht auf künstlichen Zeitdruck reagieren – "sofort zahlen, sonst Stopp der Lieferung" ist ein Warnsignal.
    7. Keine Zahlungen auf neue Konten ohne unabhängige Verifizierung durchführen.
    8. Keine Spekulationen weiterverbreiten – öffentlicher Druck ist das Geschäftsmodell der Erpresser.
    9. Keine ungeprüften "Datenrettungs"- oder "Löschdienst"-Angebote Dritter beauftragen.
    10. Keine Kunden- oder Lieferantendaten an angebliche "Notfall-Hotlines" weitergeben.

    12 Präventions-Do's für KRITIS-Betriebe der Ernährungswirtschaft

    1. MFA flächendeckend – auf VPN, RDP, SAP, Mail, Admin-Konten und Werksfernwartung.
    2. 3-2-1-Backups mit Offline-/Immutable-Kopie und regelmäßigen Restore-Tests für ERP & Werksleitsysteme.
    3. Kein offenes RDP ins Internet; Fernzugänge nur über gehärtetes VPN mit MFA.
    4. Patch-Management mit Fristen – VPN-Appliances, Firewalls, SAP-Systeme und Werkssoftware zuerst.
    5. EDR/MDR statt reinem Virenscanner – inkl. 24/7-SOC.
    6. Strikte Trennung: IT-Netz ≠ OT-Netz (Schlachtung, Zerlegung, Kühlung, Logistik).
    7. Least Privilege und getrennte, gehärtete Admin-Konten (Tier-Modell).
    8. Datenminimierung: Personal- und Ausweiskopien nur so lange speichern wie nötig.
    9. Awareness-Schulungen für alle 21.000 Beschäftigten inklusive Werk- und Leiharbeitskräfte.
    10. Notfallplan mit Übungen – auch für gleichzeitigen Ausfall von SAP, Mail und Werksleitsystemen.
    11. Mindestens 5–10 % des IT-Budgets für Security (BSI/ENISA/Bitkom-Empfehlung) – dauerhaft, nicht einmalig.
    12. NIS-2 / KRITIS-Ernährung: Meldewege, Risikomanagement und Nachweispflichten aktiv leben.

    Meldepflichten und Zuständigkeiten

    Käme es zu einer Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten, bestünde nach Art. 33 DSGVO Meldepflicht binnen 72 Stunden an die zuständige Aufsichtsbehörde – für Nordrhein-Westfalen die LDI NRW. Bei hohem Risiko wären nach Art. 34 DSGVO die Betroffenen selbst zu benachrichtigen. Als KRITIS-/NIS-2-Betreiber kämen Meldepflichten gegenüber BSI/BNetzA hinzu (24-Stunden-Erstmeldung, 72-Stunden-Zwischenmeldung, 1-Monats-Abschlussbericht). Für Strafanzeigen ist die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) des LKA NRW zuständig.

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Aktueller Stand & Fazit

    ✅ Die Tönnies Group (toennies.de) wurde auf der Leak-Seite der Ransomware-Gruppe TheGentlemen veröffentlicht.
    ✅ Die Veröffentlichung stammt von den Angreifern selbst.
    ❌ Eine offizielle Stellungnahme oder Bestätigung eines erfolgreichen Cyberangriffs liegt bis heute (08.07.2026) öffentlich nicht vor.
    ❌ Ob tatsächlich Daten entwendet wurden und welche, ist nicht unabhängig bestätigt.
    ⚠️ Zum aktuellen Zeitpunkt spricht vieles dafür, dass die Listung selbst echt ist – ob den Behauptungen der Täter aber tatsächlich ein erfolgreicher Cyberangriff oder ein Datenabfluss zugrunde liegt, lässt sich derzeit nicht unabhängig bestätigen.

    Wenn ein Konzern der Größenordnung von Tönnies auf einer Ransomware-Leak-Seite auftaucht, ist das selbst dann relevant, wenn sich die Behauptungen später als übertrieben herausstellen sollten – allein weil KRITIS-Prozesse, Lieferketten und über 20.000 Beschäftigte betroffen wären. Bis zu einer Bestätigung gilt: Vorsicht ja, Panik nein – und maximale Wachsamkeit gegenüber allem, was sich auf Tönnies, PFG, Bestellungen oder angebliche Datenlecks beruft.

    Zuletzt aktualisiert: . Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald neue verifizierbare Informationen oder eine offizielle Stellungnahme vorliegen.

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    Quellen & Methodik
    Screenshot des TheGentlemen-Leak-Eintrags (Stand 07.07.2026 – keine Verlinkung ins Darknet)
    Ransomware.live (Beobachtungsplattform, Eintrag zu Tönnies Group)
    Unternehmensangaben Premium Food Group und Tönnies Group (Website, Presseinformationen)
    Handelsblatt, Wikipedia (Unternehmensprofil, Umsatzangaben 2023)
    Threat-Intelligence-Berichte zu TheGentlemen (Trend Micro, Microsoft Threat Intelligence – Storm-2697, SOCRadar, Cybereason, Breachsense)
    Budget-Benchmarks nach BSI-, ENISA- und Bitkom-Empfehlungen
    KRITIS-Verordnung und NIS-2-Richtlinie (Ernährungswirtschaft)

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    Weitere Wasacon-Analysen zu aktuellen Ransomware-Fällen deutscher Unternehmen und Einrichtungen.

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