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    Darknet-Leaks · Cyberangriffe · Behörden & Sicherheit

    COP-SHOP im Darknet aufgetaucht? Qilin listet deutschen Behörden- und Polizeiausstatter – warum dieser Fall besonders heikel ist

    Die Ransomware-Gruppe Qilin hat die COP Vertriebs-GmbH (cop-shop.de) auf ihrer Darknet-Leak-Seite veröffentlicht. Warum vor allem Kunden aus Behörden- und Sicherheitsbereichen jetzt wachsam sein sollten.

    16 min Lesezeit Oberweilenbach (BY)
    COP-SHOP im Darknet – Qilin listet COP Vertriebs-GmbH (unbestätigte Täter-Behauptung)
    Darknet-Listing Qilin
    Countdown bis zur angedrohten Veröffentlichung der COP-SHOP-Daten
    Nach Ablauf droht die Gruppe mit der Freigabe der angeblich erbeuteten Daten – unbestätigt.
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    Transparenzhinweis (Stand: 08.07.2026)

    Alle Angaben zu einem möglichen Angriff und Datenabfluss beruhen ausschließlich auf dem Eintrag der Täter auf ihrer Leak-Seite sowie auf öffentlich verfügbaren Informationen. Es handelt sich um unbestätigte Behauptungen und redaktionelle Einschätzungen, nicht um gesicherte Fakten. Wir haben bis zum heutigen Zeitpunkt kein Statement der COP Vertriebs-GmbH gefunden – weder auf der Unternehmenswebsite noch an anderer Stelle online. Sollte das Unternehmen eine Stellungnahme veröffentlichen oder neue belastbare Informationen bekannt werden, wird dieser Artikel umgehend aktualisiert. Es gilt die Unschuldsvermutung. Wir verlinken bewusst nicht auf die Leak-Seite. Alle Budget- und Umsatzangaben sind Branchenrichtwerte bzw. Schätzungen.

    Das Wichtigste in Kürze

    • COP Vertriebs-GmbH (cop-shop.de) auf der Qilin-Leak-Seite gelistet.
    • Datenabfluss unbestätigt, kein Statement der Firma öffentlich auffindbar.
    • Kundschaft aus Polizei, Justiz, Zoll, Militär und Sicherheitsdiensten – teils NIS-2-relevante Bereiche.
    • Qilin hat in der Vergangenheit erbeutete Daten tatsächlich veröffentlicht (Beispiel: NHS/Synnovis, ca. 400 GB).
    • Familienunternehmen aus Oberweilenbach (Bayern), seit 1990, Umsatzklasse bis 10 Mio. Euro.
    Redaktionelle Arbeitshypothese – keine bestätigte Tatsache

    Qilin ist keine Gruppe, die primär mit leeren Behauptungen arbeitet. In der Vergangenheit hat die Gruppe wiederholt nachweislich erbeutete Datensätze tatsächlich veröffentlicht (prominent: NHS-Dienstleister Synnovis, ca. 400 GB). Wir gehen daher in unserer Arbeitshypothese davon aus, dass die Täter tatsächlich Daten erbeutet haben und das Unternehmen damit öffentlich erpressen. Das bleibt ausdrücklich eine Annahme – ein Beweis liegt nicht vor, und bis zu einer Bestätigung gilt für das Unternehmen die Unschuldsvermutung.

    Was ist passiert?

    Auf der Leak-Seite der Ransomware-Gruppe Qilin ist ein Eintrag zur COP Vertriebs-GmbH bzw. zum Online-Shop cop-shop.deerschienen. Solche Veröffentlichungen sind Teil der typischen Erpressungsstrategie moderner Ransomware-Gruppen: Das Unternehmen wird öffentlich als Opfer benannt, um den Druck in möglichen Verhandlungen zu erhöhen – häufig verbunden mit der Drohung, angeblich erbeutete Daten zu veröffentlichen.

    Welche Systeme betroffen sein könnten, welche Daten die Täter konkret in ihren Händen halten wollen und in welchem Umfang – all das lässt sich derzeit nicht unabhängig verifizieren. Eine Listung auf einer Leak-Seite ist zunächst eine Behauptung der Täter.

    Betroffene Domaincop-shop.de
    GruppeQilin (alias Agenda)
    Eintrag gesichtet07.07.2026, ca. 20:28
    Kategorie im EintragBusiness Services
    LandDeutschland 🇩🇪
    Countdown laut Leak-Seiteca. 6 Tage bis angedrohter Veröffentlichung
    Vom Unternehmen bestätigtBislang kein öffentliches Statement gefunden
    DatenabflussUnbestätigt

    Wer ist COP-SHOP / die COP Vertriebs-GmbH?

    Die COP Vertriebs-GmbH mit Sitz in Oberweilenbach (Gemeinde Aresing, Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, Bayern; Amtsgericht Ingolstadt, HRB 101608) ist seit 1990 als Ausrüster für Spezialeinheiten, Polizei, Militär, Feuerwehr, Security, Sportschützen sowie Freizeit- und Outdoor-Anwender aktiv. Gegründet wurde das Unternehmen von Chris(tian) Hermann, der zuvor selbst Beamter in einer Polizeisondereinheit war – die Praxisnähe ist bis heute Teil des Markenkerns. Geschäftsführer ist laut Impressum Christian Hermann; das Unternehmen ist ein Familienbetrieb der Familie Hermann.

    Hinter dem Online-Shop COP-SHOP.de steht eine kleine Firmengruppe: Neben der COP Vertriebs-GmbH als Zentrale existieren unter anderem die COP GmbH & Co. Shop Berlin KG und die COP GmbH & Co. Shop München KG als Betreiber der Ladengeschäfte sowie die COP Austria GmbH für den österreichischen Markt. Filialen gibt es in Berlin (Rathauspassagen), München und Wien.

    Zum Sortiment gehören über 150 Kategorien mit rund 3.500 Artikeln von mehr als 100 internationalen Marken (u. a. Under Armour, Safariland, Hatch, BIANCHI, Original S.W.A.T.). Ein wichtiges Detail: Nicht alle Artikel sind frei verkäuflich. Bestimmte Produkte dürfen ausschließlich an Angehörige von Polizei, Bundespolizei, Justiz, Zoll und anderen Ordnungsbehörden abgegeben werden – wer solche Artikel bestellt, muss seine Behördenzugehörigkeit gegenüber dem Shop nachweisen. Genau hier liegt die besondere Sensibilität dieses Falls.

    ca. 20–40
    Mitarbeitende (Gruppe)
    Oberweilenbach (Bayern)
    Sitz
    1990 · Familienbetrieb
    Gegründet
    HRB 101608 AG Ingolstadt
    Register

    Zahlen, Daten, Fakten & IT-Budget-Benchmark

    COP-SHOP – Zahlen, Daten, Fakten: Mitarbeiter, Umsatz, Bilanzsumme und IT-Budget-Benchmarks (BSI/Bitkom)

    Als kleine Kapitalgesellschaft veröffentlicht die COP Vertriebs-GmbH keine GuV. Bilanzsumme zuletzt rund 7,7 Mio. € (2023, +6,5 % ggü. Vj.), Umsatzeinstufung „bis 10 Mio. €" (wer-zu-wem); Gruppenumsatz inkl. Filialen dürfte im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Millionenbereich liegen (Schätzung).

    Was hätte COP-SHOP investieren sollen? (Benchmark)

    IT-Gesamtbudget (3–6 % v. Umsatz)
    250.000–700.000 €
    BSI/Bitkom-Empfehlung IT-Security-Anteil
    ≥ 20 % vom IT-Budget
    Realistisches IT-Sicherheitsbudget/Jahr
    50.000–140.000 €
    Ø Schaden Ransomware KMU
    500.000–1.000.000 €+
    BereichBeispielbudget/Jahr
    Multi-Faktor-Authentifizierung (VPN, RDP, Mail, Admin, Shop-Backend)3.000–8.000 €
    Patch- & Schwachstellen-Management (Firewalls, VPN, Shop-Software)5.000–12.000 €
    Endpoint Detection & Response (EDR/MDR) inkl. 24/7-Alarmierung12.000–30.000 €
    Offline-/Immutable-Backups + regelmäßige Restore-Tests8.000–18.000 €
    Netzwerksegmentierung Shop ≠ Warenwirtschaft ≠ Verwaltung ≠ Filialen6.000–14.000 €
    Awareness-Schulungen inkl. Filialpersonal (Berlin, München, Wien)4.000–10.000 €
    Incident-Response-Retainer / geübter Notfallplan6.000–15.000 €
    Datenminimierung: gesicherte Ablage / Löschprozesse für Behördennachweise4.000–10.000 €
    Zur Einordnung: Der Durchschnittsschaden eines erfolgreichen Ransomware-Angriffs liegt für deutsche Mittelständler regelmäßig im sechsstelligen Bereich – gezahlte Lösegelder bewegten sich laut aktuellen Erhebungen im Mittel um mehrere hunderttausend US-Dollar, hinzu kommen Betriebsunterbrechung, Forensik, Wiederherstellung, Rechts- und Meldekosten sowie Reputationsschäden. Ein Jahr angemessene Prävention (ca. 50.000–140.000 €) hätte damit nur einen Bruchteil eines einzigen erfolgreichen Angriffs gekostet.

    Hinweis: Alle Budget-Zahlen sind Branchenrichtwerte auf Basis von BSI-, Bitkom- und BKA-Empfehlungen. Ob und in welchem Umfang die COP Vertriebs-GmbH tatsächlich in IT- und Cybersecurity investiert hat, ist öffentlich nicht bekannt – die Rechnung ist eine Benchmark, keine Schuldzuweisung.

    Alleinstellungsmerkmal dieses Falls

    Warum die Kunden hier das eigentliche Risiko tragen

    Bei den meisten Shop-Leaks geht es um Namen, Adressen und Bestellhistorien – unangenehm, aber selten sicherheitsrelevant. Bei COP-SHOP ist das anders. Die Kundschaft besteht laut Unternehmen zu großen Teilen aus:

    • Polizei und Bundespolizei (Beamte wie Dienststellen)
    • Spezialeinheiten
    • Justiz und Zoll
    • Militär
    • Bundes- und Landesbehörden
    • Sicherheits- und Rettungsdiensten, Feuerwehren
    • Sportschützen und Jägern (Waffenbesitzer)

    Viele dieser Kundinnen und Kunden sind beruflich in kritischen, sicherheitsrelevanten oder NIS-2-regulierten Bereichen tätig – oder gehören zu Behörden, die als Teil der öffentlichen Sicherheit selbst hochrangige Ziele für Cyberakteure sind. Denkbar wären in einem Datenabfluss-Szenario unter anderem:

    Deanonymisierung von Einsatzkräften
    Kundendaten könnten Rückschlüsse zulassen, welche Privatpersonen bei Polizei, Zoll, Justiz oder Spezialeinheiten arbeiten – inklusive Privatadressen.
    Behördennachweise als besonders sensible Daten
    Da bestimmte Artikel nur gegen Dienstausweis- oder Behördennachweis verkauft werden, könnten – rein hypothetisch – Kopien in den Systemen liegen.
    Ausrüstungsprofile
    Bestellhistorien könnten verraten, welche Schutzklasse eine Person oder Einheit trägt – taktisch missbrauchbar.
    Gezieltes Phishing auf Behörden
    Echte Bestell- und Rechnungsdaten wären perfektes Material für täuschend echte Phishing-Mails an Dienststellen.
    Waffenbesitzer als Zielgruppe
    Daten von Sportschützen und Jägern könnten für Einbrecher interessant sein, die es gezielt auf Waffen abgesehen haben.

    Noch einmal deutlich: Es gibt derzeit keinen Beleg, dass solche Daten abgeflossen sind oder überhaupt in dieser Form vorlagen. Diese Szenarien erklären, warum wir diesem Fall eine höhere Aufmerksamkeit widmen als einem gewöhnlichen Shop-Leak.

    Schematische Darstellung: So könnte der Angriff abgelaufen sein

    Hinweis zur Darstellung: Dieser Banner zeigt eine rein schematische, dramatisierte Animation und entspricht nicht den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort bei der COP Vertriebs-GmbH. Weder die abgebildete Konsole noch die konkreten Systeme, Kommandos, Zeitstempel oder Techniken sind eine Rekonstruktion des realen Vorfalls. Die Sequenz visualisiert lediglich einen typischen Ransomware-Angriffsverlauf gemäß öffentlich dokumentierten Qilin-Mustern. Ob und wie der Vorfall bei COP-SHOP technisch ablief, ist öffentlich nicht bekannt.
    attacker :: session · cop-shop.de · SCHEMATIC ONLY
    > recon :: cop-shop.de · asn=de-mittelstand · ports=22,443,3389

    Wer oder was ist Qilin? Die Ransomware-Gruppe im Profil

    Qilin – auch als Agenda bekannt – tauchte Mitte 2022 auf und hat sich zur derzeit aktivsten Ransomware-Gruppe der Welt entwickelt. Ein Kernteam entwickelt Schadsoftware (in Go und Rust, lauffähig auf Windows, Linux und ESXi) und Infrastruktur, während sogenannte Affiliates die eigentlichen Angriffe durchführen. Die Täter werden im russischsprachigen Raum verortet; Ziele in GUS-Staaten werden gemieden.

    Erstes AuftretenMitte 2022 (zunächst als "Agenda")
    ModellRaaS mit Affiliates, Double Extortion
    Opferzahlca. 1.500 seit Start, davon 500+ allein 2026; Q1/2026: 338 Opfer
    Top-ZielländerUSA, Kanada, UK, Frankreich, Deutschland
    Typischer EinstiegGestohlene VPN-Zugangsdaten, offenes RDP ohne MFA, Phishing, Schwachstellen in Firewalls/VPN-Appliances
    TechnikGo- und Rust-Varianten für Windows/Linux/ESXi; Abgreifen von Browser-Credentials; Löschung von Logs und Backups
    BesonderheitenClearweb-Leakseite "WikiLeaksV2" seit 2024, DDoS-Option, "Call Lawyer"-Funktion zur Druckerhöhung
    Bekanntester FallSynnovis/NHS 2024: ca. 400 GB Patientendaten publiziert, tausende abgesagte Operationen
    Bevorzugte Opferproduzierender Mittelstand, Dienstleistungen, Handel, Gesundheitswesen; März 2026 auch Partei Die Linke

    Zwei Punkte sind für die Einordnung des COP-Falls wichtig: Qilin veröffentlicht tatsächlich – die Gruppe hat mehrfach bewiesen, dass ihre Drohungen keine leeren Worte sind. Und die Einfallstore sind bekannt: kompromittierte VPN-Zugänge und offenes RDP ohne MFA, im Darknet gehandelte Zugangsdaten, Phishing sowie Schwachstellen in internetexponierten Firewalls, VPN-Appliances und Unternehmenssoftware.

    Hinweis: Alle Angaben zu Qilin stammen aus öffentlichen Threat-Intelligence-Quellen und beschreiben die Gruppe allgemein – nicht den konkreten, unbestätigten Fall COP-SHOP.

    Warum veröffentlichen Ransomware-Gruppen Unternehmen?

    Moderne Erpressergruppen setzen auf Double Extortion: Zuerst werden Daten kopiert, dann die Systeme verschlüsselt (oder mit Verschlüsselung gedroht). Zahlt das Unternehmen nicht, folgt der öffentliche Eintrag auf der Leak-Seite – häufig mit Countdown und Datenproben – und schließlich die Veröffentlichung oder der Verkauf der Beute. Qilin ergänzt dieses Modell teils um DDoS-Drohungen und eine „Call Lawyer"-Funktion.

    Welche Daten könnten betroffen sein?

    Sollte es tatsächlich zu einem Datendiebstahl gekommen sein, kämen bei einem Handelsunternehmen dieser Art – rein hypothetisch – unter anderem in Frage:

    Kundendaten mit Behördenbezug
    Namen, Privat- und Dienstadressen, Kontaktdaten – teils von Angehörigen von Polizei, Justiz, Zoll, Militär und Behörden.
    Nachweise der Behördenzugehörigkeit
    Für nicht frei verkäufliche Artikel muss die Behördenzugehörigkeit nachgewiesen werden – solche Dokumente könnten hypothetisch in den Systemen liegen.
    Bestellhistorien & Ausrüstungsprofile
    Welche Schutzklasse, welche Einsatzmittel – Informationen, die in falschen Händen taktisch missbraucht werden könnten.
    B2B-Beschaffungs- und Rahmenverträge
    Behörden-Beschaffungen, Ausschreibungen, Rahmenverträge, Lieferanten- und Herstellerdaten sowie interne Geschäftsunterlagen.

    Zahlungsabwicklung läuft laut AGB teils über externe Dienstleister (Kreditkarte über Nexi, Lastschrift über Computop) – das reduziert das Risiko vollständiger Kartendaten im Shop-System, ist aber keine Entwarnung.

    10 Do's für Kunden und Geschäftspartner – besonders aus Behörden- und Sicherheitsbereichen

    1. Wachsam bleiben – jede unerwartete E-Mail, jeden Anruf und jede Rechnung mit Bezug zu COP-SHOP, Bestellungen oder Lieferungen kritisch prüfen.
    2. Bankverbindungen bei angeblich geänderten Kontodaten immer telefonisch über die bekannte offizielle Nummer verifizieren.
    3. COP-SHOP-Passwort ändern – und überall dort, wo dasselbe oder ein ähnliches Passwort verwendet wurde.
    4. Passwort-Manager nutzen, für jeden Dienst ein eigenes Passwort setzen, Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.
    5. Angehörige von Polizei, Justiz, Zoll, Militär und Behörden: Vorfall vorsorglich Dienststelle bzw. IT-Sicherheitsbeauftragtem melden.
    6. Kreditkarten- und Kontoumsätze beobachten, Kartensperr-Hotline 116 116 griffbereit halten.
    7. Nur offizielle Stellungnahmen des Unternehmens oder von Behörden als verlässlich behandeln.
    8. Identitätsmissbrauch im Blick behalten (ungewöhnliche Auskunfteianfragen, Bestellungen oder Vertragsabschlüsse im eigenen Namen).
    9. Phishing- und Betrugsversuche der Polizei melden (Onlinewache bzw. ZAC), Beweise (Mails, Header) sichern.
    10. Besondere Vorsicht bei "Datenprüf-Angeboten" – klassisches Social-Engineering-Muster.

    10 Don'ts

    1. Nicht in Panik verfallen – es gibt aktuell keinen Beleg für einen Datenabfluss.
    2. Keine Leak-Daten suchen oder herunterladen – Besuch von Leak-Seiten und Download gestohlener Daten kann strafbar sein.
    3. Keine Links aus unerwarteten Mails anklicken – auch nicht, um sich angeblich "zu schützen".
    4. Keine Anhänge öffnen, die sich auf Bestellungen, Retouren oder Zollunterlagen beziehen, ohne Absender-Verifizierung.
    5. Keine sensiblen Daten am Telefon bestätigen (Dienststelle, Adresse, Kundennummer, Kartendaten).
    6. Nicht auf künstlichen Zeitdruck reagieren – "sofort zahlen, sonst Mahnverfahren" ist ein Warnsignal.
    7. Keine Zahlungen auf neue Konten ohne unabhängige Verifizierung.
    8. Eigene Exponierung nicht kleinreden – gerade in sicherheitsrelevanten Berufen.
    9. Keine ungeprüften "Datenrettungs"- oder "Löschdienst"-Angebote Dritter beauftragen.
    10. Keine Spekulationen verbreiten – öffentlicher Druck ist das Geschäftsmodell der Erpresser.

    12 Präventions-Do's für Unternehmen mit sensibler Kundschaft

    1. MFA flächendeckend – auf VPN, RDP, Mail, Admin-Konten und Shop-Backend.
    2. 3-2-1-Backups mit Offline-Kopie und regelmäßigen Restore-Tests.
    3. Kein offenes RDP ins Internet; Fernzugänge nur über gehärtetes VPN.
    4. Patch-Management mit Fristen – Shop-Software, Firewalls und VPN-Appliances zuerst.
    5. EDR/MDR statt reinem Virenscanner, inklusive 24/7-Alarmierung.
    6. Netzwerksegmentierung: Shop ≠ Warenwirtschaft ≠ Verwaltung ≠ Kasse/Filialen.
    7. Datenminimierung: Behördennachweise und Ausweiskopien nur so lange speichern wie nötig.
    8. Least Privilege und separate, gehärtete Admin-Konten.
    9. Awareness-Schulungen für alle Beschäftigten inklusive Filialpersonal.
    10. Notfallplan mit Übungen – auch für gleichzeitigen Ausfall von Shop, Mail und Telefonie.
    11. Mindestens 20 % des IT-Budgets für Security (BSI/Bitkom-Empfehlung) – dauerhaft, nicht einmalig.
    12. Altsysteme und stillgelegte Zugänge konsequent abschalten – etwa bei Filialschließungen oder Gesellschafts-Liquidationen.

    Meldepflichten und Zuständigkeiten

    Käme es zu einer Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten, bestünde nach Art. 33 DSGVO eine Meldepflicht binnen 72 Stunden an die zuständige Aufsichtsbehörde – für ein Unternehmen mit Sitz in Bayern das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA). Bei hohem Risiko für Betroffene wären nach Art. 34 DSGVO zusätzlich die Betroffenen selbst zu benachrichtigen. Angesichts der Konzernstruktur mit mehreren Vertragsgesellschaften (Vertriebs-GmbH, Shop-KGs, COP Austria GmbH) könnten dabei mehrere Verantwortliche – in Österreich zusätzlich die dortige Datenschutzbehörde – betroffen sein. Für eine Strafanzeige wäre die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) des Bayerischen LKA der richtige Weg.

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Aktueller Stand & Fazit

    ✅ Die COP Vertriebs-GmbH / COP-SHOP.de wurde auf der Leak-Seite der Ransomware-Gruppe Qilin veröffentlicht.
    ✅ Die Veröffentlichung stammt von den Angreifern selbst.
    ❌ Eine offizielle Stellungnahme oder Bestätigung eines erfolgreichen Cyberangriffs liegt bis heute (08.07.2026) öffentlich nicht vor.
    ❌ Ob tatsächlich Daten entwendet wurden und welche, ist nicht unabhängig bestätigt.
    ⚠️ Redaktionelle Einschätzung: Aufgrund der dokumentierten Historie von Qilin halten wir einen realen Datenabfluss für plausibel – belegt ist er nicht.

    Wenn ein Ausrüster von Polizei, Justiz, Zoll, Militär und Sicherheitsdiensten Ziel einer Erpressergruppe wird, die in der Vergangenheit gestohlene Daten tatsächlich veröffentlicht hat, dann tragen im Ernstfall vor allem die Kundinnen und Kunden das Risiko. Bis zu einer Bestätigung gilt: Vorsicht ja, Panik nein – und maximale Wachsamkeit gegenüber allem, was sich auf COP-SHOP, Bestellungen oder angebliche Datenlecks beruft.

    Zuletzt aktualisiert: . Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald neue verifizierbare Informationen oder eine offizielle Stellungnahme vorliegen.

    Handel mit sensibler Kundschaft? Prävention ist ein Bruchteil des Schadens.
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    Quellen & Methodik
    Screenshot des Qilin-Leak-Eintrags (Stand 07.07.2026 – keine Verlinkung ins Darknet)
    Impressum, AGB und Unternehmensangaben von cop-shop.de
    Handelsregister- und Firmenauskünfte (Amtsgericht Ingolstadt HRB 101608 / HRA 1936, North Data, Implisense, wer-zu-wem, wlw)
    Threat-Intelligence-Berichte zu Qilin (Cisco Talos/NCC Group via Computer Weekly, MOXFIVE, SOCRadar, KELA, Barracuda, Check Point)
    Budget-Benchmarks nach BSI- und Bitkom-Empfehlungen
    Bayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) – Meldepflichten Art. 33/34 DSGVO

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