Die Ransomware-Gruppe Cloak listet die Hannoversche Kanzlei Vogeler Rechtsanwälte mit angeblich 1,1 TB Daten – eine offizielle Bestätigung steht aus.

Eine neue Darknet-Meldung sorgt für Aufmerksamkeit: Die Anwaltskanzlei Vogeler Rechtsanwälte aus Hannover wurde auf einer Leak-Seite der Ransomware-Gruppe Cloak gelistet. Laut Eintrag sollen rund 1,1 Terabyte Daten betroffen sein. Eine offizielle Bestätigung liegt nicht vor.
Der Eintrag auf der Cloak-Leak-Seite nennt folgende Eckdaten:
Ob es sich tatsächlich um einen erfolgreichen Cyberangriff handelt oder ob die Täter die behaupteten Daten besitzen, lässt sich aktuell nicht unabhängig verifizieren.
Cloak ist eine seit 2023 öffentlich aktive Ransomware-Gruppe, die ihre Opfer auf einer eigenen Darknet-Leak-Seite listet. Die Gruppe arbeitet nach dem klassischen Double-Extortion-Modell: Daten werden zuerst exfiltriert, anschließend werden Systeme verschlüsselt – und die Veröffentlichung der Daten als Druckmittel angedroht.
Gruppe
Cloak
Typ
Ransomware · Double-Extortion
Aktiv seit
2023
Fokus
KMU & Dienstleister · DACH/EU
Eine Listung im Darknet bedeutet nicht automatisch, dass alle Behauptungen stimmen. Erfahrungen aus vergleichbaren Cloak-Fällen zeigen: Solche Drohungen sind meist die letzte Eskalationsstufe vor einer tatsächlichen Veröffentlichung.
Die Kanzlei Vogeler Rechtsanwälte mit Hauptsitz in Hannover ist auf zwei Kernbereiche spezialisiert:
Medizin- & Arzthaftungsrecht
Dr. Marcus Vogeler – Fachanwalt für Medizinrecht
Intl. Flug- & Transportrecht
Dr. Andreas Vogeler – Internationales Flug- und Transportrecht
Laut LinkedIn umfasst die Kanzlei eine Unternehmensgröße von etwa 11 bis 50 Mitarbeitenden und betreut Mandanten bundesweit. Gerade im Medizinrecht werden hochsensible Gesundheitsdaten verarbeitet.
Für eine spezialisierte Kanzlei mit 11–50 Mitarbeitenden im Medizin- und Transportrecht ergibt sich – basierend auf BRAK-Statistiken und Branchen-Benchmarks (Statista, soldan kanzlei-monitor) – folgende realistische Schätzung:
Schätzung Wasacon auf Basis BRAK-Berufsstatistik, Soldan Kanzlei-Monitor und Branchenbenchmark spezialisierte Kanzleien (Medizinrecht typ. 200–300 k € Umsatz pro Berufsträger). Keine offiziellen Angaben der Kanzlei.
Bei einem geschätzten Jahresumsatz von 4,5 Mio. € (Bandbreite 2,5–6 Mio. €) ergeben sich klare Empfehlungen führender Sicherheitsbehörden. Für eine Kanzlei mit hochsensiblen Gesundheits- und Mandantendaten gelten Aufschläge:
🇩🇪 BSI / IT-Grundschutz
8–15 % des IT-Budgets für Cybersecurity, IT-Budget 4–6 % vom Umsatz, Aufschlag für „hohen Schutzbedarf" bei Berufsgeheimnisträgern.
🇺🇸 FBI / CISA
Mind. 10 % vom IT-Budget, für Legal & Healthcare zusätzlich +30–50 % Aufschlag. IC3-Report 2024/25 nennt Kanzleien als „high-value target".
Die behauptete Datenmenge ist erheblich. Zum Vergleich:
Sollte diese Datenmenge tatsächlich exfiltriert worden sein, würde dies auf einen tiefgreifenden Zugriff auf interne Systeme hindeuten – kein zufälliger Phishing-Treffer, sondern wahrscheinlich wochenlange unbemerkte Präsenz.
Falls sich die Vorwürfe bestätigen, drohen mehrere Konsequenzen – juristisch wie wirtschaftlich:
Besonders kritisch: Im Medizinrecht verarbeitet die Kanzlei Patienten- und Klinikdaten – die Veröffentlichung hätte erhebliche persönliche und rechtliche Folgen für Betroffene.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels liegt keine öffentliche Stellungnahme von Vogeler Rechtsanwälte vor. Es bleibt daher offen, ob tatsächlich ein Cyberangriff stattgefunden hat, ob Daten entwendet wurden, welche Systeme betroffen sein könnten und ob Mandanteninformationen gefährdet sind.
Wir beobachten die Entwicklung und werden über neue Erkenntnisse berichten.
Der angebliche Darknet-Eintrag von Vogeler Rechtsanwälte zeigt erneut, dass selbst hochspezialisierte Kanzleien zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen geraten. Ob hinter der Cloak-Behauptung tatsächlich ein erfolgreicher Angriff steckt, muss durch die Kanzlei und ggf. Ermittlungsbehörden aufgeklärt werden.
Denn wenn Hacker anfangen, die Hüter vertraulicher Informationen ins Visier zu nehmen, steht weit mehr auf dem Spiel als nur ein paar verlorene Dateien.
35.000–60.000 € Cybersecurity-Investment pro Jahr klingen viel – sind aber ein Bruchteil dessen, was ein einziger Mandatsgeheimnis-Verlust kostet.
Wasacon härtet Anwaltskanzleien und Berufsgeheimnisträger im Kreis Heinsberg gegen Cloak, SafePay & Co.: EDR/XDR, MFA, immutable Backups, Awareness, Pentests und 24/7-Monitoring – nach BSI IT-Grundschutz und FBI/CISA-Standards.
Weitere aktuelle Analysen zu Ransomware-Vorfällen, Leak-Listings und Berufsgeheimnisträgern:
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Risiko-Level: Mittel · Multiplikator: 1.2×
Richtwerte auf Basis von BSI/NIST/ENISA-Branchenbenchmarks. Keine verbindliche Empfehlung.
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Transparenzhinweis
Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen sowie auf Angaben einer Darknet-Leak-Seite. Die dort veröffentlichten Behauptungen konnten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig verifiziert werden. Die Erwähnung eines Unternehmens bedeutet nicht automatisch, dass ein erfolgreicher Cyberangriff oder Datenabfluss stattgefunden hat.
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