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    IT-Sicherheit

    Hautarztpraxis in Gießen mutmaßlich Opfer von Ransomware – „SafePay" listet Praxis im Darknet

    Die dermatologische Praxis von Dr. med. Debby Budihardja in Gießen ist offenbar auf der Leak-Seite der Ransomware-Gruppe „SafePay" aufgetaucht. Eine offizielle Bestätigung des Vorfalls liegt derzeit nicht vor.

    19.05.2026 7 min Lesezeit
    Symbolbild SafePay-Ransomware-Leak einer Hautarztpraxis in Gießen mit Schloss-Symbol und Patientendaten

    Auf einen Blick

    Die Hautarztpraxis Dr. med. Debby Budihardja aus Gießen ist laut Darknet-Leak-Seite der Gruppe SafePay aufgetaucht. Die Täter behaupten, Daten der Praxis kompromittiert zu haben. Eine unabhängige Bestätigung liegt nicht vor. Besonders kritisch: Im Gesundheitswesen werden hochsensible personenbezogene Daten verarbeitet.

    GruppeSafePay
    ModellDouble Extortion
    SektorGesundheitswesen · Dermatologie
    StatusUnbestätigt · Leak-Listing

    Was bislang bekannt ist

    Die Hautarztpraxis von Dr. med. Debby Budihardja mit Sitz in der Frankfurter Straße in Gießen ist offenbar auf der Leak-Seite der Ransomware-Gruppe „SafePay" aufgetaucht. Die Cyberkriminellen behaupten dort, Daten der Praxis kompromittiert zu haben.

    Die Praxis bietet dermatologische Behandlungen, Hautkrebsvorsorge, ambulante Operationen und Lasertherapien an. Gerade medizinische Einrichtungen geraten zunehmend ins Visier professioneller Ransomware-Gruppen – denn dort werden besonders sensible personenbezogene Daten verarbeitet.

    Eine unabhängige Bestätigung über die Echtheit oder den Umfang der angeblich gestohlenen Daten liegt derzeit nicht vor. Sämtliche im Folgenden zitierten Angaben stammen aus der Leak-Seite der Tätergruppe und sind mit Vorsicht zu betrachten.

    SafePay veröffentlicht mutmaßliches Opfer im Darknet

    Nach aktuellen Informationen wurde die Praxis auf der Leak-Seite der Gruppe „SafePay" gelistet. Solche Veröffentlichungen dienen typischerweise dazu, Druck auf betroffene Unternehmen oder Einrichtungen auszuüben. Häufig behaupten die Täter dabei, interne Daten kopiert zu haben und drohen mit einer Veröffentlichung.

    Ob tatsächlich Daten entwendet wurden, ist aktuell nicht unabhängig bestätigt. Angaben der Täter sollten grundsätzlich mit Vorsicht betrachtet werden.

    Sensible Daten im Gesundheitswesen

    Sollte sich ein erfolgreicher Angriff bestätigen, wären potenziell hochsensible Informationen betroffen. Im dermatologischen Praxisalltag werden unter anderem verarbeitet:

    Patientenstammdaten

    Namen, Geburtsdaten, Adressen, Kontaktinformationen aller Patienten.

    Diagnosen & Befunde

    Dermatologische Diagnosen, medizinische Dokumente, OP-Berichte.

    Hautbilder

    Hochsensible Foto-Dokumentationen aus Vorsorge und Behandlung.

    Kommunikationsdaten

    E-Mails, Termininformationen, Korrespondenz mit Patienten.

    Abrechnung & Versicherung

    Privat- und Kassendaten, Rechnungen, Versichertennummern.

    Sollte sich der Vorfall bestätigen, könnte dies sowohl datenschutzrechtliche als auch organisatorische Folgen haben.

    Warum Arztpraxen immer häufiger betroffen sind

    Cyberangriffe auf Arztpraxen, MVZs und Kliniken nehmen seit Jahren zu. Viele Einrichtungen verfügen über moderne Medizintechnik – die IT-Sicherheitsstrukturen dahinter sind jedoch oft nicht ausreichend gegen aktuelle Bedrohungen abgesichert. Ransomware-Gruppen nutzen typischerweise:

    Gestohlene Zugangsdaten

    Aus früheren Leaks oder Phishing erbeutete Logins für Praxis-Systeme.

    Ungepatchte Lücken

    Veraltete Praxis-Software, Server oder Router ohne aktuelle Updates.

    Fehlende MFA

    Logins ohne zweiten Faktor – ein einziges Passwort reicht zum Eindringen.

    Unsichere Fernzugänge

    RDP, VPN oder Wartungszugänge ohne Härtung und Monitoring.

    Phishing-Mails

    Gefälschte Rechnungen, Termin-Mails oder Behörden-Schreiben an das Personal.

    Gerade kleinere Praxen besitzen oft keine eigene IT-Sicherheitsabteilung und sind daher besonders gefährdet.

    Doppel-Erpressung wird zum Standard

    Moderne Ransomware-Angriffe bestehen längst nicht mehr nur aus einer Verschlüsselung von Dateien. Viele Gruppen setzen inzwischen auf sogenannte „Double Extortion": Daten werden zunächst kopiert und erst anschließend Systeme verschlüsselt. Selbst wenn Backups vorhanden sind, bleibt der Druck durch eine mögliche Veröffentlichung sensibler Informationen bestehen.

    1

    Eindringen

    Phishing, gestohlene Zugangsdaten oder ungepatchte Systeme öffnen das Netzwerk.

    2

    Datenkopie

    Sensible Patienten- und Praxisdaten werden auf externe Server exfiltriert.

    3

    Verschlüsselung

    Praxis-Server, Backups und Endgeräte werden gleichzeitig verschlüsselt.

    4

    Leak-Drohung

    Eintrag auf der Darknet-Leak-Seite – Druck zur Zahlung erhöht sich täglich.

    Im Gesundheitswesen ist Double Extortion besonders problematisch, da medizinische Daten zu den sensibelsten personenbezogenen Informationen überhaupt zählen.

    Noch keine offizielle Stellungnahme

    Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es weder eine öffentliche Stellungnahme der Praxis noch Informationen über mögliche Auswirkungen auf den Praxisbetrieb. Unklar ist derzeit unter anderem:

    ob Systeme verschlüsselt wurden
    ob Patientendaten betroffen sind
    ob externe IT-Forensiker eingeschaltet wurden
    ob Behörden oder Datenschutzstellen informiert wurden

    Wie bei allen Darknet-Listungen gilt: Die Angaben der Täter sollten zunächst mit Vorsicht betrachtet werden, bis unabhängige Bestätigungen vorliegen.

    Patienten sollten aufmerksam bleiben

    Falls tatsächlich Daten abgeflossen sein sollten, könnten Betroffene künftig Ziel von Phishing- oder Betrugsversuchen werden. Patienten sollten daher besonders aufmerksam auf ungewöhnliche Nachrichten oder Anrufe reagieren – etwa:

    Angebliche Rechnungen

    Unbekannte Zahlungsaufforderungen mit Bezug zur Praxis oder Behandlung.

    Login-Aufforderungen

    E-Mails, die zur Eingabe von Passwörtern oder TANs auffordern.

    Verdächtige Links & Anhänge

    Dateien oder Links in unerwarteten Nachrichten – nicht öffnen.

    Anrufe zu Unterlagen

    Telefonate, in denen Personen Bezug auf medizinische Daten nehmen.

    Was Praxen, MVZs und Kliniken jetzt tun sollten

    Unternehmen und medizinische Einrichtungen stehen zunehmend unter Druck, ihre IT-Sicherheitsmaßnahmen deutlich auszubauen. Gerade im Gesundheitswesen kann ein Cyberangriff nicht nur wirtschaftliche Schäden verursachen, sondern auch das Vertrauen von Patienten massiv beeinträchtigen.

    EDR / XDR

    • Echtzeit-Erkennung auf Endgeräten
    • Korrelation von Netzwerk, Cloud, Identitäten
    • Automatische Eindämmung von Vorfällen

    MFA & Identität

    • Phishing-resistente MFA für alle Logins
    • Privilegierte Konten isolieren
    • Externe Zugänge konsequent absichern

    Offline-Backups

    • Immutable Storage
    • 3-2-1-Regel mit Air-Gap
    • Restore regelmäßig testen

    Awareness

    • Phishing-Simulationen für Praxisteam
    • Klare Meldewege bei Verdacht
    • Regelmäßige Kurzschulungen

    Netzwerk & Patches

    • Praxis-IT vom Gäste-WLAN trennen
    • Schnelles Patch-Management
    • Fernzugänge mit MFA & Logging

    Monitoring & Darknet

    • 24/7 SOC-Überwachung
    • Darknet-Monitoring für Marken & Domains
    • Frühwarn-Indikatoren auf Leak-Seiten

    Wasacon-Perspektive: Gesundheitswesen als kritische Infrastruktur denken

    Praxen, MVZs und Kliniken sind in vielen Regionen de facto kritische Infrastruktur – ein längerer IT-Ausfall trifft sofort Behandlungen, Notfälle und Versorgung. Trotzdem sind sie oft technisch wie ein klassisches Kleinunternehmen aufgestellt: ein Server im Backoffice, ein Allround-Dienstleister und ein paar Endgeräte, die „seit Jahren laufen".

    Wir empfehlen einen stufenweisen Hardening-Plan: zuerst Identität, MFA und Backups absichern, danach Praxis-IT vom Gäste-WLAN trennen, EDR/XDR auf alle Endgeräte ausrollen und ein externes 24/7-SOC anbinden. Wer zusätzlich Darknet-Monitoring nutzt, sieht solche Leak-Listings im Idealfall bevor sie öffentlich werden.

    Häufige Fragen

    Praxen & Gesundheitswesen wirksam gegen Ransomware absichern

    Wasacon härtet Arztpraxen, MVZs und Kliniken im Kreis Heinsberg gegen moderne Ransomware: EDR/XDR, MFA, immutable Backups, 24/7-Monitoring und Darknet-Beobachtung – damit Sie Leak-Listings nicht erst aus der Presse erfahren.

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    Transparenzhinweis

    Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen sowie auf Angaben einer Darknet-Leak-Seite. Die dort veröffentlichten Behauptungen konnten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig verifiziert werden. Die Erwähnung eines Unternehmens bedeutet nicht automatisch, dass ein erfolgreicher Cyberangriff oder Datenabfluss stattgefunden hat.

    Haftungsausschluss: Die auf Wasacon bereitgestellten Inhalte dienen nur zu Informationszwecken. Wir garantieren nicht die Qualität, Genauigkeit oder Vollständigkeit der Informationen aus Drittquellen.

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    Bekannt aus

    Wasa Consult, Data Recovery Service, Heinsberg, Nordrhein-Westfalen