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    IT-Sicherheit · Zero-Day · CVE-2026-35273

    ShinyHunters hacken über 100 OrganisationenOracle-Desaster eskaliert weltweit

    Eine kritische Zero-Day-Lücke in Oracle PeopleSoft wurde aktiv ausgenutzt – mit CVSS 9.8 und ohne Authentifizierung. Universitäten und Konzerne stehen weltweit unter Beschuss.

    13.06.2026 11 min LesezeitStatus: aktiv ausgenutzt
    ShinyHunters hacken über 100 Organisationen – Oracle PeopleSoft Zero-Day CVE-2026-35273

    Oracle PeopleSoft im Visier

    Die bekannte Hackergruppierung ShinyHunters sorgt erneut für Schlagzeilen – und diesmal könnte die Tragweite enorm sein. Laut aktuellen Berichten wurde eine kritische Zero-Day-Sicherheitslücke in Oracle PeopleSoft aktiv ausgenutzt, um weltweit über 100 Organisationen zu kompromittieren. Betroffen sein sollen vor allem Universitäten, Großunternehmen und Institutionen mit sensiblen Personal-, Finanz- und Verwaltungsdaten.

    Im Zentrum steht die Schwachstelle CVE-2026-35273 in Oracle PeopleSoft Enterprise PeopleTools. Die Lücke erhält einen CVSS-Score von 9.8 – also praktisch die höchste Gefahrenstufe. Besonders kritisch: Die Angreifer benötigen offenbar keine vorherige Authentifizierung, um Schadcode auszuführen und komplette Systeme zu übernehmen.

    0.0CVSS · CRITICAL
    CVE-2026-35273 · ORACLE PEOPLESOFT ENTERPRISE PEOPLETOOLS

    Zero-Day mit höchster Gefahrenstufe

    Angreifer benötigen keine vorherige Authentifizierung, um Schadcode auszuführen und komplette Systeme zu übernehmen.

    NO AUTH REQUIREDREMOTE CODE EXECUTIONACTIVELY EXPLOITED

    Warum dieser Angriff so gefährlich ist

    Viele Außenstehende unterschätzen oft, was Systeme wie PeopleSoft überhaupt machen. Dabei laufen darüber häufig zentrale Geschäftsprozesse:

    Personalverwaltung

    HR-Daten, Verträge, Strukturen

    Gehaltsabrechnung

    Payroll, Bankverbindungen

    Lieferketten

    Supplier-Stammdaten, Verträge

    Studierende

    Notenakten, Immatrikulation

    Verwaltungsprozesse

    Interne Workflows, Freigaben

    Identitäten

    Ausweise, Passnummern, PII

    Wenn ein Angreifer Zugriff auf solche Systeme erhält, geht es nicht mehr nur um „ein paar Datensätze". Es geht um komplette Organisationsstrukturen.

    Universitäten als Hauptziel

    Vor allem Universitäten scheinen massiv betroffen zu sein. Laut Analysen stammen rund 68 Prozent der angegriffenen Einrichtungen aus dem Bildungssektor. Und genau dort liegen oft gigantische Mengen personenbezogener Daten:

    • Ausweisdokumente
    • Adressen
    • Telefonnummern
    • Gehaltsinformationen
    • Forschungsdaten
    • Gesundheits- und Behinderteninformationen
    0%BILDUNG
    SEKTOR-VERTEILUNG · ANGEGRIFFENE EINRICHTUNGEN

    Universitäten als Hauptziel

    • Bildungssektor (Universitäten, Colleges)68%
    • Großunternehmen & Konzerne~22%
    • Verwaltung & sonstige Institutionen~10%

    University of Nottingham bereits öffentlich geleakt

    Besonders brisant ist der Fall der University of Nottingham. Nachdem die Universität offenbar nicht auf Forderungen einging, veröffentlichten die Täter gestohlene Daten auf ihrer Leak-Seite. Laut Berichten sollen etwa 40 Gigabyte sensible Informationen betroffen sein.

    LEAK · UNIVERSITY OF NOTTINGHAM
    VOLUMEN
    0GB

    sensible Informationen veröffentlicht

    EINDEUTIGE E-MAIL-ADRESSEN
    0

    ~455.000 betroffene Identitäten

    Im Leak enthalten:

    NamenTelefonnummernPostanschriftenPassnummernPersönliche Angaben

    Das zeigt erneut ein Problem moderner Cyberangriffe: Selbst wenn ein Unternehmen oder eine Institution versucht standhaft zu bleiben, bedeutet das nicht automatisch Schutz für die betroffenen Personen.

    Zero-Day bedeutet: Niemand konnte sich vorbereiten

    Das eigentlich Beunruhigende an diesem Vorfall ist die Art des Angriffs. Eine Zero-Day-Lücke bedeutet, dass die Schwachstelle bereits aktiv ausgenutzt wurde, bevor Hersteller oder Betreiber überhaupt reagieren konnten. Laut Google sollen die Angriffe bereits zwischen Ende Mai und Anfang Juni erfolgt sein – also vor öffentlicher Bekanntmachung.

    ANGRIFFS-ZEITSTRAHL · CVE-2026-35273
    Ende Mai 2026

    Stille Ausnutzung

    Zero-Day aktiv im Einsatz

    Anfang Juni 2026

    Massen-Kompromittierung

    100+ Organisationen weltweit

    Juni 2026

    Disclosure

    Oracle & Google veröffentlichen Warnung

    Juni 2026

    Nottingham-Leak

    ~40 GB Daten öffentlich

    Das wirft erneut Fragen auf:

    • Wie viele Systeme weltweit laufen noch mit veralteten Enterprise-Versionen?
    • Wie viele kritische Verwaltungsplattformen hängen noch direkt am Internet?
    • Warum existieren oft keine Netzwerksegmentierungen für HR- und ERP-Systeme?
    • Weshalb werden solche Plattformen teilweise über Jahre nicht modernisiert?

    Gerade im Bildungs- und Verwaltungssektor laufen häufig Legacy-Systeme, die zwar „funktionieren", aber sicherheitstechnisch längst ein enormes Risiko darstellen.

    ShinyHunters entwickelt sich zur globalen Dauerbedrohung

    Die Gruppierung ShinyHunters ist längst kein unbekannter Name mehr. Die Bande tauchte bereits bei zahlreichen Großvorfällen auf und wird immer wieder mit Datendiebstahl, Erpressung und großangelegten Leaks in Verbindung gebracht.

    In den vergangenen Monaten wurden unter anderem folgende Vorfälle mit der Gruppe in Verbindung gebracht:

    • Angriffe auf Cloud- und SaaS-Plattformen
    • Datendiebstahl bei großen Konzernen
    • Snowflake-bezogene Kampagnen
    • Salesforce-Angriffe
    • Rockstar-Games-Leaks
    • Hochschul- und Bildungsplattformen
    • Identitäts- und Kundendaten-Exfiltration

    Die Vorgehensweise wirkt dabei zunehmend professionell:

    • Initialzugriff
    • schnelle Datenexfiltration
    • öffentliche Erpressung
    • Leak-Drohungen
    • Druckaufbau über Medien und Darknet-Portale

    Das eigentliche Problem: Alte Enterprise-Systeme

    Der aktuelle Vorfall zeigt erneut ein Grundproblem moderner IT-Landschaften. Viele Unternehmen investieren Millionen in moderne Technologien – aber zentrale Verwaltungsplattformen laufen teilweise noch auf uralten Architekturen mit fragwürdiger Absicherung.

    INVESTIERT IN
    KI-Projekte
    Cloudmigrationen
    Collaboration-Tools
    Marketing-Tech
    VERNACHLÄSSIGT — JACKPOT FÜR ANGREIFER
    ERP-Systeme
    HR-Plattformen
    Verwaltungssoftware
    Legacy-Datenbanken

    Gerade ERP-, HR- und Verwaltungssoftware wird oft nur „irgendwie am Leben gehalten", weil Migrationen teuer und kompliziert sind. Genau diese Systeme werden dadurch jedoch zum Jackpot für Angreifer.

    Denn wer Zugriff auf ein ERP- oder PeopleSoft-System bekommt, erhält oft:

    • Kronjuwelen der Organisation
    • Bewegungsdaten
    • Mitarbeiterinformationen
    • Berechtigungsstrukturen
    • Finanzprozesse
    • interne Kommunikationsdaten

    Unternehmen sollten jetzt handeln

    Wer Oracle PeopleSoft nutzt, sollte spätestens jetzt aktiv werden:

    INCIDENT-RESPONSE · SOFORTMASSNAHMEN
    • Alle PeopleSoft-Systeme sofort prüfen
    • Externe Erreichbarkeit analysieren
    • Logs rückwirkend untersuchen
    • Ungewöhnliche HTTP-Anfragen analysieren
    • Netzwerk-Segmentierung kontrollieren
    • Kompromittierte Konten ausschließen
    • Incident-Response-Prozesse aktivieren

    Besonders kritisch: Viele Angriffe bleiben unbemerkt, weil die Täter primär Daten stehlen statt zu verschlüsseln. Stille Datenabflüsse werden oft erst Wochen später sichtbar – wenn die Leak-Drohung bereits online ist.

    Fazit

    Der aktuelle Angriff zeigt einmal mehr, wie gefährlich veraltete Enterprise-Systeme geworden sind. Während viele Unternehmen über KI, Automatisierung und Digitalisierung sprechen, bleiben fundamentale Sicherheitsprobleme im Hintergrund bestehen.

    Die Kombination aus:

    • Zero-Day-Lücke
    • öffentlich erreichbaren Verwaltungsplattformen
    • sensiblen Personaldaten
    • professioneller Erpressung

    …macht diesen Vorfall zu einem der brisantesten Enterprise-Angriffe der letzten Monate. Und vermutlich ist das erst der Anfang.

    Schutz vor Zero-Day- & Extortion-Angriffen – mit Wasacon

    Wasacon unterstützt Unternehmen im Kreis Heinsberg bei der Härtung von ERP- und HR-Systemen, EDR/XDR-Betrieb, Netzwerksegmentierung und Incident-Response-Plänen gegen Gruppen wie ShinyHunters.

    Häufige Fragen

    Transparenzhinweis

    Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen sowie auf Angaben einer Darknet-Leak-Seite. Die dort veröffentlichten Behauptungen konnten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig verifiziert werden. Die Erwähnung eines Unternehmens bedeutet nicht automatisch, dass ein erfolgreicher Cyberangriff oder Datenabfluss stattgefunden hat.

    Haftungsausschluss: Die auf Wasacon bereitgestellten Inhalte dienen nur zu Informationszwecken. Wir garantieren nicht die Qualität, Genauigkeit oder Vollständigkeit der Informationen aus Drittquellen.

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    Wasa Consult, Data Recovery Service, Heinsberg, Nordrhein-Westfalen