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    IT-Sicherheit · CVE · SIEM

    Splunk gehackt? Kritische Schwachstellen ermöglichen Datenklau, RCE und Admin-Angriffe

    Splunk Enterprise, Cloud Platform und Secure Gateway sind betroffen. Schon niedrig privilegierte Konten reichen für RCE, XSS, SSRF und Datenexfiltration – mitten im SIEM.

    13.06.2026 10 min LesezeitSplunk · CVE-Welle · jetzt patchen
    Splunk: kritische Schwachstellen – Datenklau, RCE und Admin-Angriffe mit Low-Privilege-Konten

    Warnung mitten ins Herz der Sicherheitsinfrastruktur

    Die nächste große Warnung trifft Unternehmen mitten ins Herz ihrer Sicherheitsinfrastruktur: Splunk hat mehrere kritische Sicherheitslücken veröffentlicht, die es Angreifern ermöglichen können, sensible Daten abzugreifen, JavaScript-Code einzuschleusen oder im schlimmsten Fall sogar Remote Code Execution (RCE) auszuführen.

    Besonders brisant: Für viele der Angriffe reichen bereits niedrig privilegierte Accounts aus. Genau das macht die Sache für Unternehmen so gefährlich. Denn moderne Angriffe starten oft nicht direkt mit Administratorrechten – sondern mit kompromittierten Standardkonten durch Phishing, Info-Stealer oder gestohlene Zugangsdaten aus alten Leaks.

    Was genau ist betroffen?

    Die Schwachstellen betreffen sowohl Splunk Enterprise als auch Splunk Cloud Platform sowie teilweise die Splunk Secure Gateway App. Mehrere Sicherheitslücken ermöglichen unter anderem:

    • Ausführung von Schadcode im Browser anderer Benutzer
    • Datenexfiltration aus Dashboards
    • Umgehung von Sicherheitsmechanismen
    • SSRF-Angriffe auf interne Systeme
    • Missbrauch von PDF-Exportfunktionen
    • Remote Code Execution über unsichere Deserialisierung
    • Zugriff auf sensible Suchergebnisse
    • Privilege Escalation durch fehlerhafte Rollenprüfungen

    Besonders kritisch ist dabei die Kombination aus klassischen Dashboard-Funktionen und niedrigen Benutzerrechten. Laut den Advisories kann ein einfacher Benutzer manipulierte Dashboards erstellen, die anschließend sensible Daten höher privilegierter Nutzer abgreifen.

    Schwachstellen-Übersicht
    JavaScript Injection (XSS)
    Schadcode im Browser anderer Benutzer
    critical
    Datenexfiltration aus Dashboards
    Manipulierte Panels lesen fremde Daten ab
    critical
    SSRF auf interne Systeme
    Angriffe aus Splunk heraus ins LAN
    critical
    PDF-Export-Missbrauch
    Export-Funktion als Angriffsvektor
    critical
    RCE via Deserialisierung
    jsonpickle rekonstruiert beliebige Objekte
    critical
    Zugriff auf Suchergebnisse
    Sensible Searches ohne Berechtigung
    critical
    Privilege Escalation
    Fehlerhafte Rollenprüfungen
    critical
    Security-Bypass
    Umgehung interner Sicherheitsmechanismen
    critical

    Remote Code Execution trotz Low-Privilege

    Eine der heftigsten Schwachstellen betrifft die Splunk Secure Gateway App. Hier kann ein Angreifer durch manipulierte JSON-Daten und die Python-Bibliothek „jsonpickle" beliebige Python-Objekte rekonstruieren lassen. Dadurch wird letztlich Remote Code Execution möglich.

    Das klingt technisch – bedeutet praktisch aber: Hat ein Angreifer einmal einen einfachen Benutzeraccount in Splunk, kann er unter Umständen kompletten Schadcode auf dem Server ausführen.

    Attack Chain · Secure Gateway → RCE
    Low-Privilege Account
    Manipulierte JSON-Daten
    jsonpickle Deserialize
    Beliebiges Python-Objekt
    Remote Code Execution

    Und genau das ist der Albtraum vieler SOC-Teams. Denn Splunk ist häufig das zentrale SIEM-System eines Unternehmens. Dort laufen:

    • Security Logs
    • Firewall-Daten
    • VPN-Verbindungen
    • AD-Events
    • Endpoint-Telemetrie
    • Netzwerkdaten
    • Incident-Informationen

    Wer Zugriff auf Splunk bekommt, bekommt oft einen vollständigen Überblick über die gesamte Infrastruktur.

    Blast Radius · Wer Splunk hat, hat alles
    Security LogsFirewall-DatenVPN-VerbindungenAD-EventsEndpoint-TelemetrieNetzwerkdatenIncident-InfosCredentialsSPLUNK

    Ein kompromittiertes SIEM ist ein Generalschlüssel – Sichtbarkeit und Kontrolle in einem.

    Warum das besonders gefährlich ist

    Viele Unternehmen behandeln SIEM-Systeme wie reine Monitoring-Tools. In Wahrheit sind sie aber hochkritische Infrastrukturkomponenten mit extrem sensiblen Daten.

    Ein kompromittiertes Splunk-System kann Angreifern helfen:

    • Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen
    • Alarme auszuschalten
    • Angriffe zu verschleiern
    • Credentials abzugreifen
    • interne Systeme zu kartieren
    • Reaktionsmaßnahmen frühzeitig zu erkennen

    Besonders problematisch ist außerdem, dass einige Angriffe lediglich Benutzerinteraktionen benötigen – etwa wenn ein Administrator ein manipuliertes Dashboard öffnet.

    Damit werden klassische Social-Engineering-Angriffe plötzlich zu einer direkten Gefahr für Security-Plattformen selbst.

    Betroffene Versionen

    Laut den veröffentlichten Advisories sind unter anderem folgende Versionen betroffen:

    Betroffene Versionen
    Patch Now!
    Splunk Enterprise
    • < 10.2.4
    • < 10.0.7
    • < 9.4.12
    • < 9.3.13
    Splunk Cloud Platform
    • < 10.3.2512.x
    • < 10.2.2510.x
    • < 10.1.2507.x
    • < 9.3.2411.x
    Splunk Secure Gateway
    • < 3.10.6
    • < 3.9.20
    • < 3.8.67

    Was Unternehmen jetzt tun sollten

    Unternehmen sollten die Schwachstellen nicht unterschätzen und sofort handeln:

    SOC Action Checklist
    • 01Splunk sofort patchen (Enterprise · Cloud · Secure Gateway)
    • 02Splunk Secure Gateway prüfen oder deaktivieren
    • 03Dashboard Trusted Domains restriktiv konfigurieren
    • 04Rollen und Berechtigungen vollständig auditieren
    • 05Web-Zugriffe und API-Calls aktiv überwachen
    • 06Verdächtige Dashboard-Aktivitäten analysieren
    • 07Low-Privilege-Konten stärker absichern (PAM, JIT)
    • 08MFA konsequent für alle Splunk-Accounts aktivieren

    Außerdem sollte überprüft werden, ob bereits unbekannte Dashboards oder manipulierte Suchanfragen existieren.

    Das eigentliche Problem: Sicherheitsplattformen werden selbst zum Angriffsziel

    Der Fall zeigt erneut einen massiven Trend der letzten Jahre:

    Nicht mehr nur Endgeräte oder Server stehen im Fokus – sondern die Sicherheitswerkzeuge selbst.

    SIEMs, EDRs, SOC-Plattformen und Monitoring-Systeme enthalten inzwischen so viele kritische Informationen, dass sie für Angreifer extrem attraktiv geworden sind.

    Wer die Security-Werkzeuge kontrolliert, kontrolliert oft die Sichtbarkeit des gesamten Unternehmens.

    Und genau deshalb werden Produkte wie Splunk zunehmend zu Hochwert-Zielen für professionelle Angreifergruppen.

    SIEM-Härtung & Reaktion – mit Wasacon

    Wasacon unterstützt Unternehmen im Kreis Heinsberg dabei, Splunk und andere SIEM/EDR-Plattformen härten zu lassen, Patchprozesse zu strukturieren und Identitäten konsequent abzusichern.

    Häufige Fragen

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