Scroll to top
    Zurück zum Blog
    IT-Sicherheit · Telekommunikation · Leak-Site

    Vodafone gehackt? Lapsus$ veröffentlicht angebliche Infrastruktur, Quellcode & interne Dokumente

    Update 01.06.2026: Vodafone hat den Vorfall gegenüber heise online bestätigt. Lapsus$ hat nach abgelaufener Erpressungsfrist rund 7,1 GB internen Quellcode veröffentlicht – Vodafone hatte das Lösegeld verweigert.

    30.05.2026 9 min Lesezeit
    Vodafone gehackt? Lapsus$ behauptet Datenabfluss auf Leak-Seite – Infrastruktur, Quellcode und interne Dokumente
    LIVE · Darknet Leak Feed
    Actor: Lapsus$ · confirmed
    Confirmed exfil · vodafone.com
    7.1GB
    bestätigt · heise
    Asset stream
    src/core/billing/*.go
    confirmed · heise
    Mirror → leak-site0 %
    > tor:lapsusxxxx…onion :: handshake OK

    Auf einen Blick

    Die Cybercrime-Gruppe Lapsus$ hat Vodafone erfolgreich angegriffen. Vodafone bestätigt gegenüber heise online den Abfluss von rund 7,1 GB internem Quellcode, der nach Ablauf der Erpressungsfrist im Darknet veröffentlicht wurde. Damit ist der Vorfall über die reine Leak-Site-Listung hinaus verifiziert. Die geleakten technischen Dokumentationen sind weit gefährlicher als ein klassischer Kundendaten-Abfluss – sie sind die Blaupause für jeden Folgeangriff. Empfehlung: Threat-Intel-Monitoring, Git-Token-Rotation, phishing-resistente MFA, EDR/XDR mit Identity-Telemetrie, Insider-Risikomanagement.

    Was tatsächlich geleakt wurde

    Nach Vodafones Bestätigung gegenüber heise umfasst der Dump rund 7,1 GB internen Quellcode sowie technische Unternehmensdaten aus internen Vodafone-Systemen. Konkret betroffen sind:

    Infrastruktur & Architektur

    Komplette interne Netzwerk- und Systemtopologien

    Quellcode

    Quellcode mehrerer interner Projekte

    GitHub-Repositories

    Repos, Branches, Entwicklungs- und CI/CD-Strukturen

    Netzwerkdiagramme

    Segmentierung, VPN, Firewalls, Sicherheitszonen

    Technische Dokumentationen

    Interne Wikis, Runbooks, Konfigurationen

    Betriebsinformationen

    Interne Prozesse, Tooling, Admin-Strukturen

    Bestätigt: Vodafone hat den Vorfall gegenüber heise online eingeräumt. Die ~7,1 GB Quellcode wurden nach Ablauf einer 15-tägigen Erpressungsfrist veröffentlicht, nachdem Vodafone die Lösegeldzahlung abgelehnt hatte. Eine Kompromittierung von Kundendaten ist bislang nicht Teil des bestätigten Dumps.

    Opfer-Wall: Wer auf Lapsus$ gelistet ist

    Auszug aus der öffentlichen Leak-Plattform · 20 Einträge

    Aktiv
    🇩🇪

    Vodafone

    NEU
    Lapsus$
    Entdeckt: 29.05.2026
    Attacke est.: 28.05.2026

    Komplette Infrastruktur, Quellcode, GitHub-Tree & interne Netzwerkpläne

    🇺🇸

    Axcera Trading

    Lapsus$
    Entdeckt: 10.05.2026

    Handelsalgorithmen, Kundenportfolios, KYC-Daten & Finanzprotokolle

    🇺🇸

    Checkmarx

    Lapsus$
    Entdeckt: 25.04.2026
    Attacke est.: 24.04.2026

    Quellcode, Mitarbeiterdatenbank, API-Keys, MongoDB/MySQL-Zugänge

    🇺🇸

    Axcera.io

    Lapsus$
    Entdeckt: 05.04.2026
    Attacke est.: 22.03.2026

    Quellcode + Infrastruktur-Konfigurationen

    🇬🇧

    AstraZeneca Corp

    Lapsus$
    Entdeckt: 05.04.2026
    Attacke est.: 25.03.2026

    Quellcode, Mitarbeiterdatenbank, API-Keys, MongoDB/MySQL-Zugänge

    🇺🇸

    VirtaHealth

    Lapsus$
    Entdeckt: 05.04.2026
    Attacke est.: 29.03.2026

    Gesundheits- und Forschungsdaten

    🇫🇷

    Eiffage

    Lapsus$
    Entdeckt: 01.03.2026

    Französischer börsennotierter Baukonzern (gegr. 1993)

    🇫🇷

    OSAC Aero

    Lapsus$
    Entdeckt: 01.03.2026

    Spanisches Luftfahrt-Engineering-Unternehmen

    🇨🇦

    Salesfloor

    Lapsus$
    Entdeckt: 01.03.2026

    Mobile Sales-Plattform für Einzelhandel

    🇩🇪

    Adidas

    Lapsus$
    Entdeckt: 01.03.2026

    Deutscher Multinational-Konzern für Sportbekleidung

    🇨🇭

    Loozap

    Lapsus$
    Entdeckt: 01.03.2026

    Online-Marktplatz für Kauf und Verkauf

    🇫🇷

    Lacoste

    Lapsus$
    Entdeckt: 01.03.2026

    Französisches High-End Modeunternehmen (gegr. 1933)

    🇺🇸

    DreamUp

    Lapsus$
    Entdeckt: 01.03.2026

    US-Anbieter für weltraumbasierte Bildungsangebote

    🇫🇷

    Université de Lille

    Lapsus$
    Entdeckt: 01.03.2026

    Renommierte öffentliche Universität in Lille

    🇫🇷

    FR Landwirtschaftsministerium

    Lapsus$
    Entdeckt: 01.03.2026

    Französisches Ministerium für Landwirtschaft

    🇮🇹

    Eni Energy

    Lapsus$
    Entdeckt: 01.03.2026

    Italienischer multinationaler Öl- und Gaskonzern (Rom)

    🇰🇷

    Samsung Electronics

    Lapsus$
    Entdeckt: 07.03.2022

    Großangriff 2022: rund 190 GB interner Daten und Source-Code

    🇺🇸

    Nvidia

    Lapsus$
    Entdeckt: 25.02.2022

    Großangriff 2022: rund 1 TB Daten, GPU-Treiber-Code und Mitarbeiterdaten

    🇵🇹

    Impresa

    Lapsus$
    Entdeckt: 01.01.2022

    Portugiesische Mediengruppe (SIC, Expresso) – Angriff 2022

    🇧🇷

    Brasilianisches Gesundheitsministerium

    Lapsus$
    Entdeckt: 10.12.2021

    Angriff 2021 mit weitreichenden Auswirkungen auf nationale COVID-Daten

    Quelle: aggregierte Threat-Intel aus öffentlicher Lapsus$-Leak-Seite. Listung auf einer Leak-Plattform bedeutet nicht automatisch einen bestätigten erfolgreichen Cyberangriff.

    Lapsus$ – Spezialist für Angriffe auf Großkonzerne

    Lapsus$ zählt zu den bekanntesten Cybercrime-Gruppen der vergangenen Jahre und greift gezielt internationale Konzerne an. Im Gegensatz zu klassischen Ransomware-Banden setzt die Gruppe konsequent auf den Diebstahl sensibler Unternehmensdaten, Quellcode-Repositories und interne Dokumentationen. Zum Einsatz kommen oft Social Engineering, kompromittierte Zugangsdaten, SIM-Swapping, MFA-Fatigue und gezielte Angriffe auf externe Dienstleister.

    In der Vergangenheit wurden der Gruppe unter anderem Datenveröffentlichungen im Zusammenhang mit folgenden Unternehmen zugeschrieben:

    AdidasLacosteNVIDIASamsungMicrosoftUberOktaElectronic Arts

    Mit der Bestätigung reiht sich Vodafone in eine Reihe einiger der größten Technologie-, Software- und Konsumgüter-Konzerne der Welt ein, die zuvor im Fokus der Gruppe standen.

    interview ── lapsus$ ── april 2026

    Exklusiv-Interview mit Lapsus$

    11 Fragen · Originalquelle: öffentliches Interview April 2026 · deutsche Übersetzung durch Wasacon

    Das folgende Interview wurde im April 2026 öffentlich publiziert. Wasacon dokumentiert es als journalistische Einordnung – ohne jede Sympathiebekundung für die Täter. Die Aussagen geben einen seltenen Einblick in die Selbstdarstellung, Taktiken und Allianzen einer der einflussreichsten Cybercrime-Gruppen der vergangenen Jahre. Die ursprüngliche englische Originalfrage steht jeweils als Referenz darunter.

    // disclaimer: zitate werden ausschliesslich zu dokumentations- und einordnungszwecken wiedergegeben. wasacon erkennt keine forderungen der gruppe an und ruft nicht zur kooperation auf.

    Warum technische Daten für Angreifer besonders wertvoll sind

    Während viele bei Datenlecks zunächst an Kundendaten und Passwörter denken, sind technische Unternehmensdaten oft noch wertvoller – weil sie die Grundlage für die nächsten Angriffe liefern.

    Vorbereitung weiterer Angriffe

    Technische Dokumentationen erleichtern Angreifern die präzise Planung künftiger Cyberoperationen erheblich.

    Lieferketten-Risiko

    Informationen über interne Systeme enthalten Hinweise auf Dienstleister, Partner und externe Schnittstellen.

    Social Engineering

    Mitarbeiter, Administratoren und Entwickler werden mit Insider-Wissen deutlich gezielter angesprochen.

    Schwachstellen-Analyse

    Quellcode und Systemarchitekturen ermöglichen das schnelle Identifizieren weiterer Sicherheitslücken.

    Telekommunikation – seit Jahren Top-Ziel

    Telekommunikationsunternehmen gehören seit Jahren zu den bevorzugten Zielen von Cyberkriminellen. Sie speichern Millionen sensibler Kundendatensätze, betreiben kritische Kommunikationsinfrastruktur, sind eng mit Behörden und Großkunden vernetzt und gewähren Zugang zu Mobilfunk- und Netzwerkdiensten.

    Neben klassischen Ransomware-Gruppen interessieren sich zunehmend auch staatliche APT-Akteure für Telekommunikationsdaten. Infrastrukturinformationen können sowohl für Spionage als auch für die Vorbereitung späterer Cyberoperationen genutzt werden.

    Sofortmaßnahmen für Unternehmen

    Threat-Intel-Monitoring

    Eigenen Markennamen, Domains und Mitarbeiter-Domains auf Leak-Seiten und Foren beobachten – 24/7, automatisiert.

    Git-Token & CI/CD härten

    Personal Access Tokens und Workflow-Secrets rotieren, Branch-Protection und signed commits erzwingen, OIDC statt langlebiger Secrets.

    Insider-Risiko ernst nehmen

    Privileged Access Management, Just-in-Time-Admin, Vier-Augen-Prinzip für kritische Aktionen, Offboarding-Hygiene.

    Anti-Vishing-Programm

    Helpdesk-Verifikation per zweitem Kanal, MFA-Bypass-Versuche durch Schulungen und phishing-resistente MFA (FIDO2/Passkeys) verhindern.

    EDR/XDR scharfschalten

    Endpoint- und Identity-Telemetrie korrelieren, anomale Token-Nutzung und ungewöhnliche Repo-Klone alarmieren.

    Network Segmentation

    Dev-, Test- und Produktiv-Umgebungen sauber trennen, Cloud-Identitäten getrennt führen, Zero Trust statt Perimeter.

    Wasacon-Einschätzung

    Mit dem bestätigten Quellcode-Abfluss bei Vodafone zeigt sich, wie sich die Bedrohungslage 2026 verschoben hat. Moderne Angriffe zielen längst nicht mehr nur auf Kundendaten – im Fokus stehen Entwicklerzugänge, Quellcode, Cloud-Identitäten, Netzwerkdokumentationen und Administrationssysteme.

    Lapsus$ steht exemplarisch für eine Generation von Angreifern, die nicht mehr „nur" verschlüsselt, sondern Insider rekrutiert, Helpdesks anruft und Token erbeutet. Wer 2026 noch glaubt, mit Firewall und Antivirus auszukommen, verkennt das Niveau. Schutz heißt heute: Identity-First Security, Just-in-Time-Admin, phishing-resistente MFA, Threat-Intel-Monitoring und 24/7-Reaktion.

    Die wertvollsten Daten eines Unternehmens stehen nicht in der CRM-Datenbank – sondern in seinem GitHub-Repository und im Netzwerkdiagramm.

    Häufige Fragen

    Wer überwacht Ihre Quellcode-, Identitäts- und Insider-Risiken?

    Wasacon prüft Threat-Intel-Monitoring, Git/CI-Härtung, phishing-resistente MFA, EDR/XDR-Coverage und Insider-Risikomanagement – inklusive 24/7-Reaktion auf verdächtige Identitäts- und Token-Aktivitäten.

    Leak-Sites, Supply-Chain & Insider-Risiken weiterdenken

    Mehr Hintergrund zu Ransomware-Operationen, Quellcode-Leaks und Supply-Chain-Angriffen:

    Diskussion

    0 Beiträge

    Lade Kommentare …
    Neuer Kommentar
    0/2000

    E-Mail wird nur zur Verifizierung verwendet, nicht veröffentlicht. Beiträge werden manuell geprüft.

    IT-Budget Quick-Check

    Wie viel sollte Ihr Unternehmen jährlich in IT investieren?

    Risiko-Level: Mittel · Multiplikator: 1.2×

    Richtwerte auf Basis von BSI/NIST/ENISA-Branchenbenchmarks. Keine verbindliche Empfehlung.

    Das könnte Sie auch interessieren

    Transparenzhinweis

    Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen sowie auf Angaben einer Darknet-Leak-Seite. Die dort veröffentlichten Behauptungen konnten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig verifiziert werden. Die Erwähnung eines Unternehmens bedeutet nicht automatisch, dass ein erfolgreicher Cyberangriff oder Datenabfluss stattgefunden hat.

    Haftungsausschluss: Die auf Wasacon bereitgestellten Inhalte dienen nur zu Informationszwecken. Wir garantieren nicht die Qualität, Genauigkeit oder Vollständigkeit der Informationen aus Drittquellen.

    Rechtlicher Hinweis: wasacon.com erwirbt, exfiltriert, lädt herunter, besitzt, hostet, greift auf, konsultiert, verbreitet oder veröffentlicht keine unrechtmäßig erlangten Daten. Diese Plattform indexiert ausschließlich öffentlich sichtbare Informationen, die von Ransomware-Betreibern und offenen Webquellen veröffentlicht wurden, ohne auf die zugrunde liegenden gestohlenen Inhalte zuzugreifen oder diese zu erlangen. Der Dienst wird zur Unterstützung des öffentlichen Bewusstseins, der legitimen Forschung und der Cyber-Resilienz bereitgestellt. Über diese Website werden keine gestohlenen persönlichen oder vertraulichen Daten gesammelt oder verbreitet.

    Sind Zugangsdaten Ihres Unternehmens bereits im Umlauf?

    Wir prüfen Ihre Domain kostenlos gegen bekannte Infostealer- und Leak-Datenbanken – vertraulich und unverbindlich.

    Bekannt aus

    Wasa Consult, Data Recovery Service, Heinsberg, Nordrhein-Westfalen