Die Ransomware-Gruppe SafePay hat einen Berliner Sozialträger auf ihrer Darknet-Erpresserseite veröffentlicht. Die AWO Berlin Kreisverband Südost e.V. arbeitet mit besonders sensiblen Sozialdaten – eine offizielle Bestätigung des Vorfalls fehlt bislang.

Transparenzhinweis
Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen sowie auf Angaben einer Darknet-Leak-Seite. Die dort veröffentlichten Behauptungen konnten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig verifiziert werden. Die Erwähnung eines Unternehmens bedeutet nicht automatisch, dass ein erfolgreicher Cyberangriff oder Datenabfluss stattgefunden hat.
Nach einem Screenshot einer Leak-Seite ist die AWO Berlin Kreisverband Südost e.V. auf einer Darknet-Erpresserseite der Gruppe SafePay aufgetaucht. Öffentlich bestätigt ist der Vorfall bislang nicht. Die Listung ist ein ernstzunehmender Hinweis, aber noch kein unabhängiger Beweis dafür, welche Daten tatsächlich entwendet wurden.
Die AWO Berlin Kreisverband Südost e.V. ist ein gemeinnütziger Träger mit Sitz in Berlin-Neukölln, Erkstraße 1. Der Verband wurde 1994 gegründet und ist in den Berliner Bezirken Neukölln, Lichtenberg, Treptow-Köpenick sowie in Reinickendorf aktiv.
Der Träger betreibt ein breites soziales Netz: 13 Kitas, 2 Horte, Schulsozialarbeit, Jugendfreizeiteinrichtungen, Familienzentren, Jugendberufshilfe, Beratungsstellen, Schuldner- und Insolvenzberatung, Frauenberatung, Gesundheits- und Migrationsberatung sowie Wohn- und Betreuungsangebote für Menschen mit Beeinträchtigungen.
Die AWO arbeitet mit Kindern, Familien, Ratsuchenden, Menschen mit Migrationshintergrund, Frauen in schwierigen Lebenslagen, Schuldnern, Menschen mit Behinderung und Jugendlichen. Sollte es tatsächlich zu einem Datenabfluss gekommen sein, könnten daher nicht nur klassische Verwaltungsdaten betroffen sein, sondern auch besonders schützenswerte Sozial-, Beratungs-, Betreuungs- und Personaldaten.

Rechts: simulierte SafePay-Leak-Console mit 72h-Countdown und Fake-Upload.
Laut Transparenzangaben beschäftigte der Kreisverband bereits 2019 200 Vollzeit- und 241 Teilzeitkräfte. Im Tätigkeitsbericht werden zusätzlich 32 hauptamtliche Mitarbeitende in der Kreisgeschäftsstelle genannt – u. a. in Verwaltung, IT, Technik, Personal, Finanzen, Controlling, Qualitätsmanagement und Vorstand.
Die veröffentlichte Gewinn- und Verlustrechnung 2024 weist eine wirtschaftliche Gesamtleistung von rund 27,15 Mio € aus (Umsatzerlöse 20,62 Mio € + Zuwendungen 5,71 Mio € + sonstige Erträge 0,71 Mio €). Personalaufwand: 19,20 Mio €. Jahresüberschuss: 73.264 €.
Rechenbasis: Gesamtleistung 27,15 Mio € (Umsatz 20,62 Mio € + Zuwendungen 5,71 Mio € + sonstige Erträge 0,71 Mio €). IT- und Security-Anteile abgeleitet aus Marktbenchmarks (BSI / Gartner / ENISA) für Sozialträger mit besonders sensiblen Daten. Keine offiziellen IT-Kennzahlen der AWO Südost veröffentlicht.
Bei einem Industriebetrieb geht es oft um Konstruktionsdaten, Kundenlisten oder Rechnungen. Bei einem Sozialträger ist die Lage anders: Hier können Daten von Kindern, Eltern, Mitarbeitenden, Menschen mit Behinderung, Schuldnern oder Frauen in Schutz- und Beratungssituationen betroffen sein. Genau deshalb ist eine Darknet-Listung in diesem Umfeld besonders kritisch.
SafePay ist eine seit 2024 aktive Ransomware-Gruppe, die nach dem Double-Extortion-Prinzip angreift: Daten werden erst gestohlen, dann verschlüsselt – und bei Nichtzahlung im Darknet veröffentlicht. Deutschland gehört zu den am häufigsten adressierten Zielregionen.
Menschen, die aktuell Angebote der AWO Südost nutzen oder dort arbeiten, sollten vorsorglich aufmerksam bleiben – ohne in Panik zu verfallen.
Diese Empfehlungen sind allgemeine Vorsichtsmaßnahmen und bedeuten nicht, dass einzelne Personen automatisch betroffen sind.
Sozialträger geraten zunehmend in den Fokus professioneller Ransomware-Gruppen. Sie sind personell und finanziell selten auf komplexe Cyberangriffe vorbereitet – arbeiten aber mit besonders schützenswerten Daten. Genau diese Kombination macht sie für Gruppen wie SafePay attraktiv.
Wichtig: Der Screenshot zeigt eine Listung durch SafePay. Ob die AWO Südost tatsächlich kompromittiert wurde, welche Systeme betroffen sind und ob Daten abgeflossen sind, ist ohne Stellungnahme oder technische Bestätigung noch offen. Sollte das Unternehmen eine Stellungnahme veröffentlichen, wird dieser Artikel aktualisiert.
Weitere aktuelle Fälle aus Deutschland – Ransomware-Listungen, Sozial- und Industrieziele.
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Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen sowie auf Angaben einer Darknet-Leak-Seite. Die dort veröffentlichten Behauptungen konnten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig verifiziert werden. Die Erwähnung eines Unternehmens bedeutet nicht automatisch, dass ein erfolgreicher Cyberangriff oder Datenabfluss stattgefunden hat.
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Risiko-Level: Mittel · Multiplikator: 1.2×
Richtwerte auf Basis von BSI/NIST/ENISA-Branchenbenchmarks. Keine verbindliche Empfehlung.
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