Schwerwiegender IT-Vorfall in Berlin-Neukölln
Die Wohnungsgenossenschaft Neukölln eG ist offenbar Opfer eines schwerwiegenden Cyberangriffs geworden. Die Ransomware-Gruppe DragonForce hat das Unternehmen im Darknet gelistet – gleichzeitig bestätigt ein offizielles Informationsschreiben der Genossenschaft selbst einen massiven IT-Sicherheitsvorfall.
Laut dem veröffentlichten PDF-Dokument drangen unbekannte Täter am 18.04.2026 in die Systeme der Wohnungsgenossenschaft ein. Dabei wurden interne Systeme verschlüsselt und zusätzlich Daten kopiert, um das Unternehmen zu erpressen.
Systeme verschlüsselt – Daten offenbar exfiltriert
Besonders brisant: Die Täter sollen nicht nur Daten unzugänglich gemacht, sondern auch Teile des Datenbestands entwendet haben. Betroffen sein könnten laut Schreiben unter anderem:
Angriff trotz MFA, Firewalls und externer Dienstleister
Nach eigenen Angaben verfügte das Unternehmen bereits über umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen:
Trotzdem gelang der Angriff. Genau das zeigt aktuell ein immer größeres Problem im Mittelstand und bei kritischen Organisationen:
Selbst moderne Schutzmaßnahmen reichen oft nicht mehr aus, wenn Angreifer bereits Zugangsdaten kompromittiert haben oder sich unbemerkt lateral im Netzwerk bewegen.
Wer ist DragonForce? — Threat-Intel-Profil
Stand: 27. Mai 2026 · Quelle: ransomware.live
DragonForce ist eine der größten Ransomware-as-a-Service-Operationen: erstmals im August 2023 beobachtet, mit formellem Affiliate-Programm und 80 % Umsatzbeteiligung. 2025 rebrandete die Gruppe sich zum „Ransomware-Kartell" und wurde berüchtigt durch Angriffe auf Marks & Spencer, Co-op und Harrods. 2026 trifft die Gruppe zunehmend deutsche Mittelständler – darunter Wohnungsgenossenschaften, Logistiker und IT-Dienstleister.
2026 ist DragonForce auf Rekordkurs: 209 gelistete Opfer in nur 5 Monaten — mehr als im gesamten Jahr 2024 und 2025 zusammen in vergleichbaren Zeiträumen.
Quelle: aggregierte Threat-Intel-Daten von ransomware.live (Stand 27.05.2026). Die Werte spiegeln öffentlich gelistete Opfer wider — die tatsächliche Opferzahl liegt erfahrungsgemäß höher, weil viele Zahlungen still erfolgen.
DragonForce setzt auf maximale Eskalation
Die Gruppe DragonForce gehört zu den aktiven Ransomware-Akteuren, die Unternehmen zusätzlich über Leak-Seiten im Darknet unter Druck setzen. Das Muster ist inzwischen bekannt:
Der wirtschaftliche Schaden entsteht dabei oft nicht nur durch Ausfälle – sondern durch den möglichen Verlust sensibler Daten und Vertrauensschäden.
Behörden bereits eingeschaltet
Die Genossenschaft erklärt, dass externe Forensiker sowie Cybercrime-Spezialisten hinzugezogen wurden. Außerdem seien das LKA Berlin sowie die Datenschutzaufsichtsbehörde informiert worden.
Aktuell laufen offenbar weiterhin Maßnahmen zur Wiederherstellung der Systeme.
Gefahr für Mitglieder und Geschäftspartner
Besonders kritisch: Cyberkriminelle könnten die erbeuteten Daten nun für gezielte Phishing- oder Betrugsangriffe nutzen. Genau davor warnt die Wohnungsgenossenschaft inzwischen selbst.
Gerade bei Wohnungsunternehmen enthalten Datenbanken oft persönliche Kontaktdaten, Vertragsinformationen, Zahlungsdaten, interne Kommunikation und Dokumente mit Identitätsbezug – für Cyberkriminelle extrem wertvoll.
Was Wohnungsunternehmen jetzt prüfen sollten
Fazit – Wasacon-Einschätzung
Der Vorfall rund um die Wohnungsgenossenschaft Neukölln eG zeigt erneut, wie professionell moderne Ransomware-Gruppen inzwischen vorgehen. Ob und welche Daten bereits veröffentlicht wurden, ist derzeit öffentlich nicht vollständig bestätigt. Die Kombination aus offizieller Vorfallsmeldung und der Darknet-Listung durch DragonForce deutet jedoch auf einen schwerwiegenden Sicherheitsvorfall hin.
Häufige Fragen zum DragonForce-Angriff
Transparenzhinweis
Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen sowie auf Angaben einer Darknet-Leak-Seite. Die dort veröffentlichten Behauptungen konnten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig verifiziert werden. Die Erwähnung eines Unternehmens bedeutet nicht automatisch, dass ein erfolgreicher Cyberangriff oder Datenabfluss stattgefunden hat.
Haftungsausschluss: Die auf Wasacon bereitgestellten Inhalte dienen nur zu Informationszwecken. Wir garantieren nicht die Qualität, Genauigkeit oder Vollständigkeit der Informationen aus Drittquellen.
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