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    IT-Sicherheit · Ransomware · Berlin

    Wohnungsgenossenschaft Neukölln eG kurz WG Neukölln eG gehackt? DragonForce listet Unternehmen im Darknet

    Offizielles Informationsschreiben bestätigt schwerwiegenden IT-Sicherheitsvorfall vom 18.04.2026 – parallel listet die Ransomware-Gruppe DragonForce die Genossenschaft auf ihrer Darknet-Leak-Seite.

    27.05.2026 8 min Lesezeit
    Wohnungsgenossenschaft Neukölln eG nach Cyberangriff von DragonForce im Darknet gelistet

    Schwerwiegender IT-Vorfall in Berlin-Neukölln

    Die Wohnungsgenossenschaft Neukölln eG ist offenbar Opfer eines schwerwiegenden Cyberangriffs geworden. Die Ransomware-Gruppe DragonForce hat das Unternehmen im Darknet gelistet – gleichzeitig bestätigt ein offizielles Informationsschreiben der Genossenschaft selbst einen massiven IT-Sicherheitsvorfall.

    Laut dem veröffentlichten PDF-Dokument drangen unbekannte Täter am 18.04.2026 in die Systeme der Wohnungsgenossenschaft ein. Dabei wurden interne Systeme verschlüsselt und zusätzlich Daten kopiert, um das Unternehmen zu erpressen.

    Systeme verschlüsselt – Daten offenbar exfiltriert

    Besonders brisant: Die Täter sollen nicht nur Daten unzugänglich gemacht, sondern auch Teile des Datenbestands entwendet haben. Betroffen sein könnten laut Schreiben unter anderem:

    Mieter- & Mitgliederdaten
    Persönliche Kontaktdaten, Mitgliedsnummern, Vertragsbezüge.
    Geschäftspartnerdaten
    Lieferanten, Dienstleister, Handwerker und Versorger.
    Verträge & interne Dokumente
    Mietverträge, Beschlussvorlagen, interne Schreiben.
    Zahlungsdaten
    Kontoinformationen, SEPA-Mandate, Abrechnungen.
    Die Wohnungsgenossenschaft warnt ausdrücklich davor, dass die Daten im Internet beziehungsweise im Darknet veröffentlicht werden könnten.

    Angriff trotz MFA, Firewalls und externer Dienstleister

    Nach eigenen Angaben verfügte das Unternehmen bereits über umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen:

    MFA war aktiv
    Multi-Faktor-Authentifizierung an Office- und VPN-Zugängen.
    Firewalls
    Perimeterschutz mit Segmentierungsregeln im Einsatz.
    Berechtigungskonzepte
    Rollenbasierte Rechte und Least-Privilege-Ansatz.
    Externe IT-Dienstleister
    Spezialisierte Anbieter für Betrieb & Sicherheit.

    Trotzdem gelang der Angriff. Genau das zeigt aktuell ein immer größeres Problem im Mittelstand und bei kritischen Organisationen:

    Selbst moderne Schutzmaßnahmen reichen oft nicht mehr aus, wenn Angreifer bereits Zugangsdaten kompromittiert haben oder sich unbemerkt lateral im Netzwerk bewegen.

    Wer ist DragonForce? — Threat-Intel-Profil

    Stand: 27. Mai 2026 · Quelle: ransomware.live

    Aktiv
    RaaS

    DragonForce ist eine der größten Ransomware-as-a-Service-Operationen: erstmals im August 2023 beobachtet, mit formellem Affiliate-Programm und 80 % Umsatzbeteiligung. 2025 rebrandete die Gruppe sich zum „Ransomware-Kartell" und wurde berüchtigt durch Angriffe auf Marks & Spencer, Co-op und Harrods. 2026 trifft die Gruppe zunehmend deutsche Mittelständler – darunter Wohnungsgenossenschaften, Logistiker und IT-Dienstleister.

    Opfer
    0
    geschädigte Organisationen
    Erstmals entdeckt
    2023-12-13
    erstes Opfer
    Zuletzt entdeckt
    2026-05-27
    jüngstes Opfer
    Inaktiv seit
    0
    Tage
    Ø Verzögerung
    0,0
    Tage zwischen Tat & Leak
    Infostealer-Quote
    0,0 %
    Opfer mit Domain im Stealer
    Länder
    0
    betroffen
    Angriffsfrequenz — letzte 12 Monate
    −38 % vs. Vormonat
    23
    25-06
    22
    25-07
    26
    25-08
    9
    25-09
    21
    25-10
    23
    25-11
    34
    25-12
    12
    26-01
    35
    26-02
    54
    26-03
    62
    26-04
    38
    26-05
    Opfer pro Monat — 2024 vs. 2025 vs. 2026
    2024 2025 2026
    Jan
    Feb
    Mär
    Apr
    Mai
    Jun
    Jul
    Aug
    Sep
    Okt
    Nov
    Dez

    2026 ist DragonForce auf Rekordkurs: 209 gelistete Opfer in nur 5 Monaten — mehr als im gesamten Jahr 2024 und 2025 zusammen in vergleichbaren Zeiträumen.

    Quelle: aggregierte Threat-Intel-Daten von ransomware.live (Stand 27.05.2026). Die Werte spiegeln öffentlich gelistete Opfer wider — die tatsächliche Opferzahl liegt erfahrungsgemäß höher, weil viele Zahlungen still erfolgen.

    DragonForce setzt auf maximale Eskalation

    Die Gruppe DragonForce gehört zu den aktiven Ransomware-Akteuren, die Unternehmen zusätzlich über Leak-Seiten im Darknet unter Druck setzen. Das Muster ist inzwischen bekannt:

    01
    Netzwerk kompromittieren
    Einstieg über gestohlene Zugangsdaten, ungepatchte Edge-Geräte oder Phishing.
    02
    Daten stehlen
    Mieter-, Mitglieder- und Vertragsdaten werden still exfiltriert.
    03
    Systeme verschlüsseln
    Erst nach vollständiger Datenkopie folgt die Verschlüsselung mit DragonForce-Locker.
    04
    Veröffentlichung androhen
    Darknet-Listung mit Countdown – maximaler Druck auf Vorstand & Aufsichtsrat.

    Der wirtschaftliche Schaden entsteht dabei oft nicht nur durch Ausfälle – sondern durch den möglichen Verlust sensibler Daten und Vertrauensschäden.

    Behörden bereits eingeschaltet

    Die Genossenschaft erklärt, dass externe Forensiker sowie Cybercrime-Spezialisten hinzugezogen wurden. Außerdem seien das LKA Berlin sowie die Datenschutzaufsichtsbehörde informiert worden.

    Aktuell laufen offenbar weiterhin Maßnahmen zur Wiederherstellung der Systeme.

    Gefahr für Mitglieder und Geschäftspartner

    Besonders kritisch: Cyberkriminelle könnten die erbeuteten Daten nun für gezielte Phishing- oder Betrugsangriffe nutzen. Genau davor warnt die Wohnungsgenossenschaft inzwischen selbst.

    Gerade bei Wohnungsunternehmen enthalten Datenbanken oft persönliche Kontaktdaten, Vertragsinformationen, Zahlungsdaten, interne Kommunikation und Dokumente mit Identitätsbezug – für Cyberkriminelle extrem wertvoll.

    Gezieltes Phishing
    Mit echten Vertrags- und Mitgliedsdaten wirken Phishing-Mails extrem glaubwürdig.
    Identitätsmissbrauch
    Persönliche Dokumente ermöglichen Kontoeröffnungen und Vertragsabschlüsse im Namen der Opfer.
    Vertrauensschaden
    Veröffentlichte interne Kommunikation kann Konflikte und Klagen auslösen.
    Folgeangriffe
    Geleakte Daten zirkulieren jahrelang im Cybercrime-Markt – auch nach Zahlung.

    Was Wohnungsunternehmen jetzt prüfen sollten

    EDR/XDR auf jedem Endpoint
    24/7-Monitoring statt klassischem Antivirus – auch auf Verwaltungs-Notebooks.
    Strikte Netzwerksegmentierung
    Office, Buchhaltung und Verwaltungssoftware in eigene Zonen trennen.
    Phishing-Resistente MFA
    FIDO2/Passkeys statt SMS- oder App-OTP – moderne Angriffe umgehen klassische 2FA.
    Immutable Offline-Backups
    Mieterstamm, Buchhaltung, Korrespondenz unveränderbar sichern – mit Restore-Tests.
    Lateral-Movement-Detection
    Verdächtige Bewegungen im internen Netzwerk frühzeitig erkennen.
    Incident-Response-Plan
    Playbooks für Cyber-Vorfall, Datenschutz-Meldung und Kommunikation an Mitglieder.

    Fazit – Wasacon-Einschätzung

    Der Vorfall rund um die Wohnungsgenossenschaft Neukölln eG zeigt erneut, wie professionell moderne Ransomware-Gruppen inzwischen vorgehen. Ob und welche Daten bereits veröffentlicht wurden, ist derzeit öffentlich nicht vollständig bestätigt. Die Kombination aus offizieller Vorfallsmeldung und der Darknet-Listung durch DragonForce deutet jedoch auf einen schwerwiegenden Sicherheitsvorfall hin.

    Mit 544 Opfern in 55 Ländern ist DragonForce 2026 eine der schlagkräftigsten Ransomware-Operationen weltweit. Der Angriff auf eine Berliner Wohnungsgenossenschaft zeigt: kein deutscher Mittelständler ist zu klein, um ins Visier zu geraten.

    Häufige Fragen zum DragonForce-Angriff

    Transparenzhinweis

    Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen sowie auf Angaben einer Darknet-Leak-Seite. Die dort veröffentlichten Behauptungen konnten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig verifiziert werden. Die Erwähnung eines Unternehmens bedeutet nicht automatisch, dass ein erfolgreicher Cyberangriff oder Datenabfluss stattgefunden hat.

    Haftungsausschluss: Die auf Wasacon bereitgestellten Inhalte dienen nur zu Informationszwecken. Wir garantieren nicht die Qualität, Genauigkeit oder Vollständigkeit der Informationen aus Drittquellen.

    Bevor Mieter- und Mitgliederdaten im Darknet landen – jetzt absichern

    Wir bringen EDR/XDR auf jeden Endpoint, segmentieren Verwaltungs-IT von Office- und Buchhaltungs-Systemen, etablieren phishing-resistente MFA (FIDO2/Passkeys) und immutable Offline-Backups. Damit eine Darknet-Listung nicht der erste Hinweis auf einen wochenlang laufenden Angriff ist.

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