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    IT-Sicherheit · Ransomware · Darknet

    H-W-G & ACROS SPORT gehackt? Lamashtu listet Industrie-Unternehmen im Darknet

    Wälzlager-Spezialist aus Renningen und ein technischer Distributor auf Lamashtu-Leak-Seite – CAD-Daten, Personalakten und DATEV-Dokumente sollen betroffen sein.

    27.05.2026 9 min Lesezeit
    H-W-G und ACROS SPORT von Lamashtu im Darknet als angebliche Opfer eines Cyberangriffs gelistet

    Nächste mutmaßliche Cyberattacke trifft deutsche Industrie

    Die Ransomware-Gruppe „Lamashtu" hat die H-W-G GmbH aus Renningen und das Unternehmen ACROS SPORT auf ihrer Leak-Seite im Darknet veröffentlicht – mit der Behauptung, große Mengen interner Unternehmensdaten entwendet zu haben.

    Besonders brisant: Der angebliche Datensatz soll nicht nur klassische Office-Dokumente enthalten, sondern tief in Produktion, Konstruktion und interne Unternehmensprozesse reichen. Die Täter sprechen von zehntausenden Dateien aus mehreren Jahren Unternehmensbetrieb.

    Hinweis: Eine unabhängige technische Bestätigung der Angaben liegt aktuell nicht vor. Die folgende Analyse basiert auf der öffentlichen Listung und den veröffentlichten Vorschau-Dateien.

    Wer ist H-W-G?

    Die H-W-G GmbH mit Sitz in Renningen bei Stuttgart wurde 1982 von Horst Weidner in Leonberg gegründet. Zunächst als Handelshaus aktiv, brachten gestiegene Bedarfe an Sonderteilen schnell eine eigene Fertigung. 1997 erfolgte der Umzug ins neu errichtete Firmengebäude in Renningen – Entwicklung, Verwaltung, Produktion und Montage unter einem Dach. Bereits sechs Jahre später musste das Gebäude erweitert werden.

    Seit Anfang 2012 führt Frank Weidner das Familienunternehmen in zweiter Generation. Heute fertigt H-W-G Wälzlager, Sonderlagerungen und komplette Lösungssysteme für Kunden weltweit – mit CNC-Maschinen der neuesten Generation und hochwertigen Prüf- und Messeinrichtungen.

    Das Portfolio reicht von Sonder- und Keramikwälzlagern über Hybrid-, Miniatur- und Dünnringkugellager bis hin zu Rillen-, Schräg- und Pendelkugellagern, Laufrollen, Kurvenrollen, Axiallagern und Nadellagern. Leistungen wie Beratung & Konstruktion, Qualitätssicherung, Umweltmanagement, Systemlösungen, Sonderbefettung, Produktion und Montage kommen aus einer Hand.

    Wälzlager & Sonderlager
    Kundenspezifische Kugel-, Rollen-, Pendel- und Axiallager
    Sonderbefettung
    Moderne Befettungsanlagen für komplexe Anwendungen
    CNC-Fertigung
    Maschinen der neuesten Generation, eigene Produktion
    Konstruktion & Montage
    Lebensdauerberechnungen, Baugruppen, Systemlösungen
    Qualitätssicherung
    Hochwertige Prüf- und Messeinrichtungen, individuelle Prüfparameter
    Eigenfertigung in Renningen
    Entwicklung, Verwaltung, Produktion und Montage unter einem Dach

    Anspruchsvolle Zielbranchen

    Luft- und Raumfahrt
    Korrosionsbeständige Edelstähle, keramische Wälzkörper
    Pharma & Medizintechnik
    Anspruchsvolle Reinraumumgebungen und Hygieneanforderungen
    Lebensmittelindustrie
    Spezialwerkstoffe für hygienische Produktion
    Maschinen- & Anlagenbau
    Sonderlagerungen für industrielle Automatisierung
    Zertifizierungen & Standards
    • DIN EN ISO 9001:2015 – Qualitätsmanagement
    • DIN EN ISO 14001:2015 – Umweltmanagement
    • DIN 625 – Wälzlagerproduktion
    • Individuelle Prüfparameter (Losbrechmomente, Geräuschwerte, Rundlaufgenauigkeiten)

    Genau diese Qualität macht das Unternehmen für Kunden wertvoll – und für Angreifer interessant: Daten aus Konstruktion und Qualitätssicherung sind im Cybercrime-Markt extrem gefragt.

    ACROS SPORT – mehr als nur Sportartikel

    Der zweite Name auf der Leak-Seite ist die ACROS SPORT GmbH. Das Unternehmen agiert laut den veröffentlichten Informationen als technischer Distributor und Zulieferer für elektronische Komponenten sowie logistische und technische Dienstleistungen.

    Firmen, die mehrere technische Prozesse und Lieferketten koordinieren, besitzen häufig umfangreiche Datenbestände:

    • Kundenlisten
    • Rechnungsdaten
    • Lieferantenstrukturen
    • interne Kommunikationsdaten
    • Vertragsunterlagen
    • ERP- und Buchhaltungsdaten

    Damit entstehen bei erfolgreichen Angriffen nicht nur Risiken für das Unternehmen selbst, sondern auch für Geschäftspartner und verbundene Systeme.

    Wer ist Lamashtu? — Threat-Intel-Profil

    Stand: 27. Mai 2026

    Aktiv

    Lamashtu ist eine Erpressungs-Gruppe, die erstmals im April 2026 in Erscheinung getreten ist. Die Gruppe reklamiert Angriffe gegen Organisationen in Frankreich, Rumänien und Thailand — vor allem in den Sektoren Energie, Pharma und Filmindustrie. Bisher ist nicht bestätigt, ob Lamashtu tatsächlich dateiverschlüsselnde Ransomware einsetzt oder ausschließlich auf Daten-Exfiltration und Erpressung setzt.

    Opfer
    0
    Geschädigte
    Erstmals entdeckt
    2026-04-13
    erstes Opfer
    Zuletzt entdeckt
    2026-05-26
    jüngstes Opfer
    Inaktiv seit
    0
    Tag
    Ø Verzögerung
    0
    Tage
    Infostealer-Quote
    0,0 %
    Opfer mit Domain
    Länder
    0
    betroffen
    Angriffsfrequenz — letzte 12 Monate
    — Stabil vs. Vormonat
    06
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    11
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    Quelle: aggregierte Threat-Intel-Daten aus Darknet-Leak-Seiten. Die Werte spiegeln öffentlich gelistete Opfer wider — die tatsächliche Opferzahl liegt erfahrungsgemäß höher.

    Was Lamashtu veröffentlicht haben will

    Die Gruppe beschreibt den angeblichen Leak als „substantial dataset from a German manufacturing operation". Die Beschreibung liest sich nicht wie ein kleiner Office-Datenabfluss, sondern wie ein tiefer Zugriff auf interne Unternehmensbereiche.

    Personal- & Mitarbeiterdaten
    • Mitarbeiterakten
    • Bewerbungsunterlagen
    • interne Korrespondenz
    • personenbezogene Dokumente
    • Payroll- / DATEV-Daten
    → Risiko: Social Engineering, Identitätsmissbrauch, gezieltes Phishing auf Mitarbeitende und Kunden.
    Finanz- & Buchhaltungsdaten
    • Rechnungen
    • Zahlungsläufe
    • Leasingunterlagen
    • Finanzberichte
    • Jahresabschlüsse
    • DATEV-Dokumente
    → Risiko: Offenlegung von Lieferanten, Kunden und Zahlungsstrukturen – wirtschaftlich hochsensibel.
    Produktions- & Konstruktionsdaten
    • SolidWorks-CAD-Dateien
    • Fertigungszeichnungen
    • technische Spezifikationen
    • Werkzeugdaten
    • Produktionsmodelle
    • Qualitäts- und Messprotokolle
    → Risiko: Industriespionage, Produktnachbau, Wettbewerbsschaden – oft schwerer wiegend als Lösegeld.

    Während klassische Ransomware früher hauptsächlich verschlüsselte, geht es heute oft um Datenabfluss und wirtschaftlichen Druck.

    Warum gerade Fertigungsunternehmen angegriffen werden

    Industrieunternehmen besitzen heute häufig eine gefährliche Mischung aus alten Produktionssystemen, modernen Cloud-Diensten, externen Wartungszugängen, VPN-Infrastrukturen, Office-IT und Maschinensteuerungen. Viele Produktionsnetzwerke wurden nie dafür gebaut, dauerhaft mit dem Internet verbunden zu sein.

    Alte Produktionssysteme
    Steuerungen mit jahrelangem Lebenszyklus, ungepatcht und nicht segmentiert.
    Unsegmentierte Netzwerke
    Office-IT, Fertigung und Maschinensteuerung im selben Layer – ein Endpoint reicht.
    Schwache Passwortstrukturen
    Geteilte Service-Konten, fehlende MFA, alte Administrator-Zugänge.
    Externe Wartungszugänge
    VPN- und TeamViewer-Verbindungen von Maschinenherstellern, kaum überwacht.
    Veraltete Firewalls
    Edge-Geräte ohne Patch-Pflege werden aktiv gescannt und ausgenutzt.
    Fehlendes Monitoring
    Ohne EDR/XDR bleiben Wochen interner Aktivität unsichtbar.

    Produktionsausfälle erzeugen enormen Zeitdruck – und damit höheren Erpressungsdruck.

    Der Wandel der Ransomware-Szene

    Früher wurden Systeme verschlüsselt. Heute gehen viele Gruppen strategischer vor – Angriffe laufen oft über Wochen:

    01
    Unbemerktes Eindringen
    Einstieg über Phishing, gestohlene Zugangsdaten oder offene VPN-/Fernwartungs-Zugänge in die Office-IT.
    02
    Daten kopieren
    Stiller Datenabfluss – CAD-Modelle, Konstruktionszeichnungen, Mitarbeiterakten und DATEV-Daten werden exfiltriert.
    03
    Backups analysieren
    Backup-Strategie und Restore-Pfade werden ausgespäht, oft gezielt mit angegriffen und gelöscht.
    04
    Interne Strukturen verstehen
    Ansprechpartner, Kundenlisten, Lieferanten – die Angreifer bauen ein vollständiges Bild des Unternehmens auf.
    05
    Veröffentlichung & Erpressung
    Listung auf Lamashtu-Leak-Seite, Vorschau-Dateien als Druckmittel – Forderungen folgen meist mit Countdown.

    Selbst wenn ein Unternehmen Backups besitzt, bleibt der Datenabfluss oft bestehen.

    Die eigentliche Gefahr beginnt oft erst nach dem Leak

    Viele Firmen unterschätzen, was nach einer Veröffentlichung im Darknet passiert. Geleakte Daten werden häufig weiterverkauft und mehrfach genutzt – für:

    CEO-Fraud
    Gefälschte E-Mails an Buchhaltung und Geschäftsführung – glaubwürdig dank echter Personaldaten.
    Phishing-Kampagnen
    Maßgeschneiderte Mails an Kunden und Lieferanten.
    Lieferkettenangriffe
    Geschäftspartner werden zum Brückenkopf für weitere Angriffe.
    Industriespionage
    CAD-Daten landen bei Wettbewerbern oder im Cybercrime-Markt.

    Gerade technische Dokumente und interne Ansprechpartner können später für weitere Angriffe genutzt werden – nicht nur gegen H-W-G oder ACROS SPORT, sondern gegen deren Kunden und Lieferanten.

    Was Industrieunternehmen jetzt prüfen sollten

    Der Fall zeigt erneut: Cybersecurity ist längst kein reines IT-Thema mehr. Es geht um Produktionssicherheit, Lieferketten, Betriebsfähigkeit, Datenschutz, wirtschaftliche Stabilität und Unternehmensreputation.

    OT-Segmentierung
    Office, Fertigung, Maschinensteuerung und Backup strikt trennen. Zero Trust auch im LAN.
    MFA für alle externen Zugänge
    VPN, RDP, Admin-Konsolen, Maschinenwartung – ohne Ausnahme.
    EDR/XDR auf jeder Workstation
    Inklusive Konstruktions- und CAD-Rechner. 24/7-Monitoring statt nur Antivirus.
    Immutable Offline-Backups
    CAD-, ERP- und DATEV-Daten unveränderbar sichern – regelmäßige Restore-Tests.
    Fernwartung absichern
    Maschinen- und Lieferantenzugänge nur über Jump-Hosts, mit Logging und Zeitfenstern.
    Patch-Management mit SLA
    Firewalls, VPN-Gateways, Hypervisoren und Endpoints – inkl. End-of-Life-Inventar.
    Incident-Response-Plan
    Playbooks, Notfallkontakte, Rollen – bevor der Ernstfall eintritt.
    Darknet- & Threat-Monitoring
    Leak-Seiten, Initial-Access-Broker und Credential-Leaks aktiv beobachten.

    Wasacon-Einschätzung

    Ob der Vorfall bei H-W-G und ACROS SPORT tatsächlich bestätigt wird oder nicht – die Listung zeigt, wie attraktiv deutsche Industrieunternehmen 2026 für professionelle Ransomware-Gruppen geworden sind. Wer CAD-Daten, Qualitätsprotokolle und Lieferantenstrukturen verarbeitet, muss davon ausgehen, dass Angreifer nicht nur Systeme verschlüsseln wollen – sondern komplette Unternehmensstrukturen analysieren und ausschlachten.

    Die wichtigste Frage lautet heute oft nicht mehr „Werden wir angegriffen?"
    Sondern: „Wie lange wäre ein Angreifer bereits im Netzwerk, ohne entdeckt zu werden?"

    Häufige Fragen zur Lamashtu-Listung

    Transparenzhinweis

    Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen sowie auf Angaben einer Darknet-Leak-Seite. Die dort veröffentlichten Behauptungen konnten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig verifiziert werden. Die Erwähnung eines Unternehmens bedeutet nicht automatisch, dass ein erfolgreicher Cyberangriff oder Datenabfluss stattgefunden hat.

    Haftungsausschluss: Die auf Wasacon bereitgestellten Inhalte dienen nur zu Informationszwecken. Wir garantieren nicht die Qualität, Genauigkeit oder Vollständigkeit der Informationen aus Drittquellen.

    Bevor CAD-Daten und Personalakten im Darknet landen – jetzt absichern

    Wir segmentieren Office, Fertigung und Maschinen-OT, bringen EDR/XDR auf alle Endpunkte – inklusive Konstruktionsarbeitsplätze – und etablieren Darknet-Monitoring sowie immutable Backups. Damit eine Leak-Listung nicht der erste Hinweis auf einen längst laufenden Angriff ist.

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