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    IT-Sicherheit · CVSS 10.0 · Synology

    Kritische Sicherheitslücken in Synology MailPlus Server

    Synology hat mehrere kritische Sicherheitslücken im MailPlus Server geschlossen. Im schlimmsten Fall können Angreifer ohne gültige Zugangsdaten auf den Mailserver zugreifen oder Schadcode ausführen. Der höchste Schweregrad liegt bei CVSS 10.0.

    03.07.2026 8 min
    Synology MailPlus Server: kritische Sicherheitslücken (Illustration)
    CVSS 10.0 · Pre-Auth-Risiko
    Jetzt patchen

    Höchste Warnstufe

    CVSS-Score
    bis zu 10.0
    Produkt
    MailPlus Server
    Plattform
    Synology DSM (NAS)
    Angriffsvektor
    Netzwerk · Pre-Auth

    CVSS 10.0 ist der höchstmögliche Wert im Common Vulnerability Scoring System. Betroffen sind vor allem Unternehmen, Behörden und Organisationen, die ihren eigenen Mailserver auf einer Synology-NAS betreiben.

    Was ist passiert?

    MailPlus Server ist Synologys E-Mail-Serverlösung für eigene Mailpostfächer auf DSM-basierten NAS-Systemen. Entdecken Angreifer hier Schwachstellen, ist das Risiko erheblich größer als bei vielen anderen Anwendungen: Ein kompromittierter Mailserver ist praktisch gleichbedeutend mit einem Blick in die zentralen Nervenbahnen eines Unternehmens.

    Ein erfolgreicher Angriff auf einen anfälligen MailPlus-Server kann unter anderem dazu führen, dass:

    E-Mails werden mitgelesen
    Nachrichten manipuliert oder gelöscht
    Vertrauliche Anhänge abgegriffen
    Schadsoftware über den Mailserver verteilt
    Sprungbrett in das interne Unternehmensnetz
    Zugriff auf Passwortresets & MFA-Codes

    Wer ist betroffen?

    Betroffen sind ausschließlich Synology-Systeme, auf denen MailPlus Server installiert und aktiv genutzt wird. Wer seine Synology-NAS lediglich als Datenspeicher oder Backup-System verwendet und keinen eigenen Mailserver betreibt, ist von diesen konkreten Sicherheitslücken in der Regel nicht direkt betroffen.

    Trotzdem gilt: DSM sollte grundsätzlich immer auf dem aktuellen Stand gehalten werden — auch dann, wenn kein MailPlus im Einsatz ist.

    Synology MailPlus Server – was die kritischen Lücken konkret bedeuten (Info-Grafik)
    Info-Grafik: Was die Sicherheitslücken bedeuten und was Admins jetzt tun sollten.

    Warum sind Mailserver ein beliebtes Angriffsziel?

    Ein Mailserver gehört zu den wertvollsten Systemen eines Unternehmens. Dort befinden sich häufig:

    Vertragsunterlagen & Rechnungen
    Kunden- und Lieferantendaten
    Interne Kommunikation & Meeting-Protokolle
    Passwortrücksetzungen & MFA-Tokens
    Zugangsdaten anderer Dienste
    Vertrauliche Dokumente & Anhänge

    Wer einen Mailserver übernimmt, erhält oft einen tiefen Einblick in nahezu sämtliche Geschäftsprozesse — von Verträgen über Rechnungsstellung bis hin zu Passwort-Resets anderer Dienste.

    Simulation: Angriff auf Synology MailPlus Server – Recon, Pre-Auth-Exploit und Mailbox-Exfiltration
    Illustrative Simulation eines Pre-Auth-Angriffs auf einen anfälligen MailPlus-Server (inspiriert von dustinkirkland/hollywood). Keine echten Systemdaten.

    Was Administratoren jetzt tun sollten

    Synology hat bereits Sicherheitsupdates veröffentlicht. Die Entwickler versichern, die Sicherheitsprobleme in MailPlus Server 4.0.1-21663 für DSM 7.2.1, 7.2.2 und 7.3 gelöst zu haben. Administratoren sollten umgehend die folgenden Schritte durchgehen:

    1. 1
      MailPlus Server sofort aktualisieren
      Aktuelle Version über das Paket-Zentrum installieren.
    2. 2
      DSM auf aktuellen Stand bringen
      Zugrundeliegendes Betriebssystem regelmäßig patchen.
    3. 3
      Mailserver auf ungewöhnliche Anmeldungen prüfen
      Login-Historie, IMAP-/SMTP-Zugriffe und geografische Anomalien kontrollieren.
    4. 4
      Administrator-Konten kontrollieren
      Nur benötigte Accounts behalten, ungenutzte deaktivieren.
    5. 5
      Öffentliche Zugriffe überprüfen
      Nur nötige Ports und Dienste ins Internet exponieren. Fernzugriff idealerweise über VPN.
    6. 6
      Multi-Faktor-Authentifizierung aktivieren
      Für alle Postfächer und DSM-Konten, insbesondere Admins.
    7. 7
      Backups auf Funktionsfähigkeit testen
      Offline- bzw. Immutable-Backups sind Pflicht (3-2-1-1).

    Je länger ein ungepatchtes System online bleibt, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit automatisierter Angriffe.

    Warum schnelles Patchen entscheidend ist

    Cyberkriminelle analysieren veröffentlichte Sicherheitsupdates häufig innerhalb weniger Stunden. Sobald bekannt ist, welche Schwachstelle geschlossen wurde, entwickeln viele Gruppen automatisierte Exploits, die das Internet nach verwundbaren Systemen durchsuchen.

    Gerade öffentlich erreichbare Mailserver stehen deshalb oft innerhalb kurzer Zeit im Fokus automatisierter Angriffe — unabhängig davon, wie klein oder unbekannt das eigene Unternehmen ist.

    Hinweis: Patchen auf eigene Gefahr

    Die hier gezeigten Befehle und Konfigurationen werden auf eigenes Risiko ausgeführt. Ein falscher Befehl kann Systeme destabilisieren, Daten beschädigen oder Dienste unerreichbar machen. Wenn ihr unsicher seid, was ihr tut, kontaktiert lieber einen erfahrenen Administrator oder unsere Wasacon-Experten – wir helfen schnell und professionell.

    Fazit — Wasacon-Perspektive

    Die aktuellen Schwachstellen im Synology MailPlus Server gehören zu den schwerwiegendsten Sicherheitsproblemen der vergangenen Monate. Auch wenn bislang keine großflächige Ausnutzung bekannt geworden ist, sollten Betreiber keine Zeit verlieren.

    Wer einen eigenen Mailserver betreibt, sollte Sicherheitsupdates grundsätzlich unmittelbar nach Veröffentlichung installieren. E-Mail-Systeme gehören zu den wichtigsten Bestandteilen der Unternehmens-IT — und gleichzeitig zu den beliebtesten Zielen professioneller Angreifer. Ein zeitnahes Update reduziert das Risiko erheblich und schützt sensible Unternehmenskommunikation vor unbefugtem Zugriff.

    Haftungsausschluss: Die auf Wasacon bereitgestellten Inhalte dienen nur zu Informationszwecken. Wir garantieren nicht die Qualität, Genauigkeit oder Vollständigkeit der Informationen aus Drittquellen.

    Weitere kritische CVEs & Patch-Pflicht-Fälle

    Ähnlich gelagerte Fälle, die Wasacon zuletzt analysiert hat:

    Häufige Fragen

    Patches, Monitoring, Backup — bevor der nächste CVE-10 zuschlägt.

    Wasacon härtet Mailserver, NAS und DSM-Umgebungen: automatisiertes Patch-Management, EDR/XDR, MFA, Offline-Backups und 24/7-Monitoring — damit CVSS 10.0 nicht zum Ernstfall wird.

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