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    IT-Sicherheit · Identity & Access · CVE-2026-11374

    Kritische ManageEngine-SSO-Lücke: SSO-Bug ermöglicht Kontoübernahme jetzt sofort patchen

    CVE-2026-11374: Vorhersagbare SSO-Tickets in ADSelfService Plus, RecoveryManager Plus, M365 Manager Plus und ADAudit Plus erlauben Angreifern die vollständige Übernahme privilegierter Benutzerkonten – sofern die Produkte als integrierte Komponenten in ManageEngine AD360 laufen.

    25.06.2026 9 min Lesezeit Severity: High 4 Produkte betroffen
    Kritische ManageEngine SSO-Lücke CVE-2026-11374 – Kontoübernahme möglich
    CVE-2026-11374//SEVERITY: HIGH//PREDICTABLE TICKETS
    SSO_TICKET_BRUTEFORCE

    Alarm für IT-Abteilungen: In mehreren ManageEngine-Produkten der Zoho Corporation wurde eine kritische Schwachstelle entdeckt, über die Angreifer Benutzerkonten übernehmen können. Betroffen ist ausgerechnet die Single-Sign-On-(SSO)-Authentifizierung, also der zentrale Zugang zu zahlreichen Unternehmensdiensten. Wer die Sicherheitsupdates noch nicht installiert hat, sollte jetzt handeln.

    CVE-2026-11374 – der Steckbrief

    CVE-ID
    CVE-2026-11374
    Severity (Hersteller)
    High
    Schwachstellen-Typ
    Predictable SSO Tickets → Account Takeover
    Voraussetzung
    Betrieb als integrierte Komponente in ManageEngine AD360
    Angreifer-Voraussetzungen
    Unauthentifiziert · netzwerkbasiert
    Reporter
    0xmanhnv · Zoho BugBounty

    Was ist passiert?

    CVE-2026-11374 beschreibt eine Schwachstelle in den ManageEngine-Produkten ADSelfService Plus, RecoveryManager Plus, M365 Manager Plus und ADAudit Plus, wenn diese als integrierte Komponenten innerhalb von ManageEngine AD360 betrieben werden. Meldet sich ein Benutzer per Single Sign-On an einem dieser Produkte an, werden im Hintergrund SSO-Tickets erzeugt, mit denen die Session authentifiziert wird.

    Genau hier liegt das Problem: Diese Tickets waren so generiert, dass ein unauthentifizierter Angreifer sie vorhersagen konnte. Wer ein gültiges SSO-Ticket eines anderen Nutzers errät, erhält automatisch dessen Identität samt Rollen-Informationen – und damit alles, was für eine vollständige Kontoübernahme benötigt wird.

    Zoho hat das Problem in den unten genannten Service-Packs gelöst, indem die SSO-Tickets nun mit ausreichender Entropie generiert werden und damit nicht mehr vorhersagbar sind.

    Betroffene Produkte & Versionen

    Zoho hat für jedes der vier Produkte ein eigenes Service-Pack veröffentlicht. Alle früheren Builds sind verwundbar.

    ProduktBetroffene VersionenFix-BuildVerfügbar seit
    ADSelfService Plus≤ 6528652903.06.2026
    RecoveryManager Plus≤ 6320632105.06.2026
    M365 Manager Plus≤ 4816481710.06.2026
    ADAudit Plus≤ 8702870312.06.2026

    Standalone-Installationen ohne AD360-Integration sind laut Hersteller nicht im Scope der CVE. Das Service-Pack sollte dennoch eingespielt werden, da weitere Hardening-Maßnahmen enthalten sind.

    Wo ManageEngine im Mittelstand eingesetzt wird

    Unternehmen, Behörden und größere Organisationen nutzen ManageEngine häufig für zentrale Identitäts- und Verwaltungsfunktionen:

    Active Directory Management
    Identity & Access Management
    Helpdesk-Systeme
    Endpoint Management
    Netzwerküberwachung

    Ein kompromittiertes Administratorkonto wird in diesen Szenarien schnell zum Einstiegspunkt für einen deutlich größeren Cyberangriff.

    Warum diese Lücke besonders gefährlich ist

    SSO gilt eigentlich als Sicherheitsgewinn: Nutzer authentifizieren sich einmalig und erhalten anschließend Zugriff auf mehrere Anwendungen. Genau deshalb ist ein erfolgreicher Angriff so kritisch – ein einzelnes vorhergesagtes Ticket kann den Zugriff auf das gesamte interne Ökosystem öffnen.

    Übernahme privilegierter Benutzerkonten
    Zugriff auf interne Unternehmenssysteme
    Lateral Movement im Netzwerk
    Datendiebstahl & Exfiltration
    Vorbereitung von Ransomware-Angriffen
    Dauerhafte Persistenz im Unternehmensnetz

    Identitätsdienste gehören 2026 zu den beliebtesten Angriffszielen professioneller Ransomware- und APT-Gruppen – ein einziger kompromittierter Identitätsdienst öffnet oft das gesamte Unternehmen.

    Sofortmaßnahmen für Administratoren

    Patches sofort einspielen

    • ADSelfService Plus → Build 6529
    • RecoveryManager Plus → Build 6321
    • M365 Manager Plus → Build 4817
    • ADAudit Plus → Build 8703

    SSO-Logs analysieren

    • Ungewöhnliche Login-Vorgänge prüfen
    • Erfolgreiche Anmeldungen ohne MFA-Prompt suchen
    • Auffällige IPs, User-Agents & Zeitfenster

    Admin-Konten kontrollieren

    • Passwörter rotieren
    • Service-Accounts auf neue Sessions prüfen
    • Sitzungen forciert beenden

    MFA überall erzwingen

    • AD360-Login mit FIDO2/TOTP
    • RDP, VPN, M365 mit phishing-resistenter MFA
    • Conditional Access aktivieren

    Monitoring aktivieren

    • SIEM-Alerts auf SSO-Ticket-Anomalien
    • EDR/XDR-Telemetrie korrelieren
    • Privileged Access Monitoring

    Incident-Plan vorbereiten

    • Forensik-Kontakte bereithalten
    • DSGVO- & NIS2-Meldekette aktivieren
    • Backup-Restore testen

    Identitätsdienste – das Lieblingsziel der Angreifer

    CVE-2026-11374 reiht sich in eine lange Serie kritischer Schwachstellen bei Identitäts- und Verwaltungsplattformen ein. Genau diese Systeme öffnen häufig die Tür zum gesamten Unternehmensnetzwerk – Angreifer müssen 2026 nicht mehr jeden Server einzeln angreifen. Oft reicht ein kompromittierter Identitätsdienst.

    Identity Security ist längst kein Randthema der IT mehr – sie ist das Fundament moderner Cybersicherheit.

    Fazit

    CVE-2026-11374 zeigt erneut, wie attraktiv zentrale Authentifizierungsdienste für Angreifer sind. Unternehmen, die ManageEngine ADSelfService Plus, RecoveryManager Plus, M365 Manager Plus oder ADAudit Plus innerhalb von AD360 betreiben, sollten keine Zeit verlieren und die bereitgestellten Service-Packs umgehend einspielen.

    Parallel empfiehlt sich eine vollständige Überprüfung der SSO- und Authentifizierungsprotokolle auf verdächtige Sessions sowie die Absicherung aller privilegierten Konten durch phishing-resistente Multi-Faktor-Authentifizierung.

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    Wasacon prüft eure ManageEngine- und Active-Directory-Umgebung auf CVE-2026-11374, verdächtige SSO-Sessions und weitere Identity-Risiken – schnell, diskret und praxisnah.

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    Wasa Consult, Data Recovery Service, Heinsberg, Nordrhein-Westfalen