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    Cybersecurity

    Secrets Sprawl 2026: Zugangsdaten längst außer Kontrolle

    API-Keys, Tokens und Passwörter verbreiten sich unkontrolliert – und werden zur größten Cybersecurity-Bedrohung 2026.

    30. März 2026 12 min Lesezeit
    Secrets Sprawl 2026 – Geleakte Zugangsdaten

    Ein unsichtbares Problem wächst weiter

    Die größte Gefahr in modernen IT-Infrastrukturen ist längst nicht mehr nur Malware oder Ransomware. Es sind die eigenen Zugangsdaten.

    API-Keys, Tokens, Passwörter – sie liegen überall. In Git-Repositories, CI/CD-Pipelines, Logs oder sogar in Chatverläufen. Ein aktueller Bericht von GitGuardian zeigt deutlich: Unternehmen verlieren zunehmend die Kontrolle über ihre sensiblen Zugangsdaten.

    👉 Einmal geleakt, bleiben Secrets oft weiterhin gültig – und damit ein dauerhaft offenes Einfallstor.

    Kennzahlen im Überblick

    Wichtige Metriken im Jahresvergleich

    Metrik20242025YoY
    Geleakte Secrets (gesamt)12,8 Mio.15,7 Mio.+23%
    Secrets in öffentlichen Repos5,1 Mio.6,4 Mio.+25%
    Durchschn. Rotationszeit47 Tage42 Tage-11%
    Aktive Non-Human-Identitäten92x pro Entwickler100x pro Entwickler+9%

    Quelle: GitGuardian 2026

    Warum passiert das überhaupt?

    Die Ursachen sind selten böse Absicht – sondern strukturell:

    Geschwindigkeit schlägt Sicherheit

    Entwickler arbeiten unter Druck. Schnelle Deployments sind wichtiger als saubere Secret-Verwaltung.

    Fehlende Prozesse

    Viele Unternehmen haben keine klare Strategie für Secret Rotation, Zugriffskontrollen und Monitoring.

    Tool-Chaos

    Unzählige Tools, Cloud-Dienste und APIs führen zu mehr Zugangsdaten, mehr Risiken und weniger Übersicht.

    Die unterschätzte Gefahr

    Ein geleakter API-Key ist kein kleiner Fehler – sondern potenziell ein Millionenschaden. Der Drift-Vorfall mit 285 Mio. Dollar Verlust zeigt, wie schnell kompromittierte Zugangsdaten zu direktem finanziellen Impact führen:

    Zugriff auf Produktionssysteme

    Datenabfluss

    Cloud-Kostenexplosion

    Komplette Infrastruktur-Kompromittierung

    👉 Angreifer scannen automatisiert Plattformen wie GitHub nach genau solchen Schwachstellen – in Echtzeit.

    Hardcodierte Secrets nach Repository-Typ

    Anteil der Repositories mit mindestens einem hardcodierten Secret

    5.6%
    Öffentlich
    32.2%
    Intern

    Quelle: GitGuardian 2026

    Anzahl Secrets pro Maschine

    Verteilung der Non-Human-Identitäten nach Anzahl zugewiesener Secrets

    0–10
    8%
    11–20
    15%
    21–30
    18%
    31–40
    14%
    41–50
    11%
    51–60
    9%
    61–70
    7%
    71–80
    6%
    81–90
    5%
    91–100
    4%
    100+
    3%

    Quelle: GitGuardian 2026

    Secrets in SCM- und Kollaborationstools

    Verteilung der entdeckten Secrets nach Tool-Kategorie

    68%
    28%
    4%
    SCM-Systeme Kollaboration Beide

    Quelle: GitGuardian 2026

    Top 5 gültige Secrets in MCP-Konfigurationen

    Anteil der häufigsten noch gültigen Secrets in MCP-Konfigurationsdateien

    Google API Key
    19.2%
    PostgreSQL
    14%
    Firecrawl
    11.9%
    Perplexity
    11.2%
    Brave Search
    11%

    Quelle: GitGuardian 2026

    Noch gültige Secrets nach Leak

    Einer der alarmierendsten Befunde: 77 % aller im Jahr 2025 entdeckten geleakten Secrets waren zum Zeitpunkt der Entdeckung noch gültig. Die Rotationsrate hat sich in den letzten vier Jahren kaum verbessert.

    Anteil noch gültiger Secrets nach Leak

    Prozent der geleakten Secrets, die nach Entdeckung weiterhin gültig bleiben

    202273%
    202374%
    202476%
    202577%
    Noch gültig Rotiert

    Quelle: GitGuardian 2026

    Mehr Entwickler, mehr Risiko

    Die Zahl aktiver Entwickler auf Plattformen wie GitHub ist von 7,6 Mio. (2019) auf 22,8 Mio. (2025) gestiegen. Mehr Code bedeutet mehr Commits – und mehr potenzielle Leaks.

    Besonders brisant: KI-generierter Code leakt im Durchschnitt doppelt so viele Secrets pro 1.000 Commits wie menschlich geschriebener Code.

    Aktive Entwickler auf GitHub (2019–2025)

    Millionen aktive Entwickler pro Jahr – mehr Entwickler bedeuten mehr potenzielle Leaks

    7.6M
    2019
    10M
    2020
    12.8M
    2021
    15.2M
    2022
    17.5M
    2023
    20.1M
    2024
    22.8M
    2025

    Quelle: GitHub / GitGuardian 2026

    Geleakte Secrets pro 1.000 Commits

    Mensch vs. KI-generierter Code – Januar bis Dezember 2025

    02.557.510JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
    KI-generiert Menschlich

    Quelle: GitGuardian 2026

    Was Unternehmen jetzt tun müssen

    Secrets niemals im Code speichern

    Nutze Secret Manager (z. B. Vault-Systeme) und Umgebungsvariablen.

    Regelmäßige Rotation

    Jeder Key muss ein Ablaufdatum haben. Keine Ausnahme.

    Continuous Scanning

    Automatisierte Tools scannen Repositories und lösen sofort Alerts aus.

    Least Privilege Prinzip

    Jeder Zugriff nur so viel wie nötig. Nicht mehr.

    Automatisierung statt Vertrauen

    Security darf nicht von Menschen abhängen. Prozesse automatisieren, Fehler minimieren.

    DevOps ohne Security ist ein Risiko

    Viele Unternehmen haben DevOps eingeführt – aber DevSecOps ignoriert. Das Ergebnis: schnellere Releases, aber auch schnellere Sicherheitslücken.

    👉 Secrets Management muss integraler Bestandteil jeder Pipeline sein.

    Fazit: Das Problem ist hausgemacht

    Secrets Sprawl ist kein Hackerproblem. Es ist ein Organisationsproblem.

    Wer heute keine Kontrolle über seine Zugangsdaten hat, wird morgen kompromittiert.

    💡 Wasacon Insight

    Wenn du denkst, dein Unternehmen hat das im Griff, stell dir eine Frage:

    👉 Weißt du, wo alle deine API-Keys gerade liegen?

    Wenn nicht, hast du bereits ein Problem.

    Häufig gestellte Fragen

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    Bekannt aus

    Wasa Consult, Data Recovery Service, Heinsberg, Nordrhein-Westfalen