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    IT-Sicherheit · CVE-2026-0257

    VPN-Login ohne PasswortPalo Alto GlobalProtect Auth-Bypass aktiv ausgenutzt

    CVE-2026-0257 erlaubt Angreifern, sich ein gültig wirkendes VPN-Cookie selbst zu bauen – kein Phishing, kein Password Spraying, kein MFA-Bypass nötig.

    06.06.2026 9 min Lesezeit
    Palo Alto CVE-2026-0257 GlobalProtect Auth-Bypass – Angreifer umgehen Firewall- und VPN-Login
    LIVE · ACTIVE EXPLOITATION
    CISA · KEV LISTED

    Auf einen Blick

    Eine neue Lücke in Palo Alto Networks PAN-OS mit der Kennung CVE-2026-0257 erlaubt Angreifern, die Authentifizierung des VPN-Dienstes GlobalProtect zu umgehen. Offiziell ist sie nur „mittel" eingestuft – in der Praxis steht damit die Tür ins Unternehmensnetz offen. CISA hat die Schwachstelle in den Known Exploited Vulnerabilities-Katalog aufgenommen.

    Auth-Bypass
    ohne Zugangsdaten
    Status
    aktiv ausgenutzt
    Listing
    CISA KEV
    Fix
    Patch verfügbar

    Was steckt hinter CVE-2026-0257?

    Die Schwachstelle sitzt in GlobalProtect, der VPN-Komponente von PAN-OS, und betrifft eine spezielle Funktion namens Authentication Override. Diese Funktion ist gedacht, um bereits einmal authentifizierten Nutzern zukünftige Logins zu erleichtern – über ein verschlüsseltes Cookie, das wie ein VIP-Ausweis fungiert.

    Das Problem: Wird dieses Cookie mit demselben Zertifikat verschlüsselt wie der öffentliche HTTPS-Dienst des Portals, kann jeder externe Angreifer den öffentlichen Schlüssel abrufen, ein eigenes Cookie bauen und an den Login-Endpunkt schicken. Das Gateway entschlüsselt es, glaubt der manipulierten Identität – und öffnet das VPN.

    Angriffsablauf · simuliert

    So fälscht ein Angreifer das VPN-Cookie

    STEP 01
    Public Key abrufen
    Angreifer verbindet sich mit dem HTTPS-Portal und extrahiert den öffentlichen Schlüssel aus dem Zertifikat.
    STEP 02
    Eigenes Cookie bauen
    Mit dem öffentlichen Schlüssel verschlüsselt der Angreifer ein manipuliertes Authentication-Override-Cookie.
    STEP 03
    POST an Login-Endpunkt
    Das gefälschte Cookie wird an den GlobalProtect-Login-Endpunkt geschickt.
    STEP 04
    Gateway vertraut blind
    Das Gateway entschlüsselt das Cookie und vertraut dem Inhalt – ohne Signaturprüfung. VPN-Session ist offen.
    auth.required:true→ false
    cve-2026-0257.exploit_path

    Der Designfehler: Verschlüsselung ≠ Vertrauen

    Das Gateway prüft, ob ein eingehendes Cookie technisch lesbar ist – aber nicht, ob es echt ausgestellt wurde. Verschlüsselung schützt die Vertraulichkeit. Authentizität braucht eine Signaturprüfung. Genau die fehlt hier.

    „Ein Türsteher, der nur prüft, ob ein Ausweis aus Plastik besteht – aber weder Foto noch Namen anschaut. Wenn das Material stimmt, kommt man rein."

    Das ist kein zufälliger Bug, sondern ein architektonischer Denkfehler. Und er sitzt genau dort, wo er am meisten weh tut: am Perimeter, einen Schritt vor dem internen Netzwerk.

    Zeitstrahl · Mai 2026

    Vom Advisory zur aktiven Ausnutzung – in 4 Tagen

    13. Mai · 2026
    Advisory veröffentlicht
    Palo Alto Networks publiziert die Sicherheitswarnung zu CVE-2026-0257.
    17. Mai · 2026
    Welle 1 · aktive Ausnutzung
    Rapid7 MDR beobachtet erste Exploit-Versuche aus Vultr-Hosting-Infrastruktur. Client-Name: GPC client.
    21. Mai · 2026
    Welle 2 · neue Infrastruktur
    Zweite Welle aus Infrastruktur Dramatic Systems. Windows-basierte Angriffe. Client-Name: Descope-G1.
    Heute · 2026
    KEV-Listing & Patchpflicht
    CISA nimmt CVE-2026-0257 in den KEV-Katalog auf. US-Behörden müssen sofort patchen.

    Welche Systeme betroffen sind

    PAN-OS 10.2betroffen
    PAN-OS 11.1betroffen
    PAN-OS 11.2betroffen
    PAN-OS 12.1betroffen
    Prisma Access (bestimmte Deployments)betroffen
    Panoramasicher
    Cloud NGFWsicher

    Besonders kritisch: Konfigurationen mit aktiviertem Authentication Override in Verbindung mit identischen Zertifikaten für Portal und Override-Cookies.

    Indicators of Compromise (IoCs)

    In den GlobalProtect-Logs der beobachteten Wellen tauchten auffällige Client- bzw. Maschinennamen auf. Wer in seinen Logs eine dieser Bezeichnungen findet, sollte sofort eine Incident-Response-Prüfung starten.

    # Welle 1 (ab 17.05.2026, Linux-basierte Auth)
    client-name: GPC client
    source: Vultr-Hosting-IPs
    # Welle 2 (ab 21.05.2026, Windows-basierte Auth)
    client-name: Descope-G1
    source: Infrastruktur „Dramatic Systems"
    Post-Exploitation

    Was nach dem VPN-Login passiert

    Sobald die Authentifizierung umgangen ist, beginnt die laterale Bewegung im internen Netz.

    COMPROMISEDPalo Alto FWGlobalProtect VPNActive DirectoryPrivilege EscalationFileserverDaten exfiltrationAdmin-PanelPersistenzDatenbankRansomware-Vorbereitung
    Risiko
    Aus „eingeschränkter Tech-User" wird schnell „Domain-Admin" – wenn Segmentierung fehlt.
    Gegenmaßnahme
    Netzwerksegmentierung + EDR/XDR mit Verhaltenserkennung hinter dem VPN-Gateway.

    Sofortmaßnahmen für Administratoren

    Sofort patchen

    Aktuelles PAN-OS-Sicherheitsupdate auf allen GlobalProtect-Gateways einspielen – ohne Wartungsfenster-Diskussion.

    Authentication Override deaktivieren

    Wenn nicht zwingend nötig: Funktion abschalten. Sie ist die Voraussetzung der Angriffskette.

    Eigenes Zertifikat für Override

    Niemals dasselbe Zertifikat wie für das öffentliche HTTPS-Portal verwenden – das ist der eigentliche Designfehler.

    Management auf IPs einschränken

    VPN- und Management-Interfaces nur aus vertrauenswürdigen Netzen erreichbar machen.

    Sessions & Logs prüfen

    GlobalProtect-Logs auf 'GPC client' / 'Descope-G1' und unbekannte Cloud-IPs auditieren.

    EDR/XDR scharfschalten

    Verhaltensbasierte Erkennung hinter dem VPN: lateral movement, neue Admin-User, ungewöhnliche Logins.

    Wasacon-Perspektive: „Mittel" ist hier ein Etikettenschwindel

    Wer Sicherheit nur über CVSS-Zahlen steuert, übersieht CVE-2026-0257 fast garantiert. Die Lücke ist offiziell „mittel", in der Praxis aber ein Volltreffer auf den Perimeter: kein Phishing, kein Login, kein MFA-Code – einfach drin.

    Genau wie bei der Schwester-Lücke CVE-2026-0300 und dem parallelen Cisco-SD-WAN-Vorfall gilt: Wer Firewall und VPN nicht aktiv überwacht, dem nützt das beste Logo am Gerät wenig.

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    Häufige Fragen zu CVE-2026-0257

    Haftungsausschluss: Die auf Wasacon bereitgestellten Inhalte dienen nur zu Informationszwecken. Wir garantieren nicht die Qualität, Genauigkeit oder Vollständigkeit der Informationen aus Drittquellen.

    VPN-Gateway prüfen statt hoffen

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