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    SafePay · Deutschland · gelistet 20.07.2026

    SafePay listet LBB Treuhand im Darknet – was bislang bekannt ist

    Am 20. Juli 2026 erschien die LBB Treuhand- und Steuerberatungsgesellschaft mbH aus Isny im Allgäu auf der Leak-Seite der Ransomware-Gruppe SafePay. Was belegt ist, wie SafePay Steuer- und Treuhandkanzleien angreift und welches Sicherheitsbudget für eine Kanzlei realistisch wäre.

    22.07.2026 14 min Lesezeit Recherchestand · unbestätigt
    ● SAFEPAY · LEAK-SITE ALERT · LBB TREUHAND · ISNY IM ALLGÄU · STEUER & TREUHAND · DATEV-UMFELD · DOUBLE EXTORTION · STATUS UNCONFIRMED · ● SAFEPAY · LBB ·
    Darknet-Alarm: LBB Treuhand aus Isny im Allgäu auf der SafePay-Leak-Seite, hooded figure mit rotem HUD
    > SOURCE: SAFEPAY LEAK-SITE · LISTUNG 20.07.2026 · TARGET=lbb-treuhand.de · STATUS: UNCONFIRMED · >
    SafePay-Listung 20.07.2026 · Status: nicht bestätigt
    Kurzantwort

    Belegt ist die Listung – nicht der Angriff

    Am 20. Juli 2026 erschien die LBB Treuhand- und Steuerberatungsgesellschaft mbH aus Isny im Allgäu auf der Darknet-Leak-Seite der Ransomware-Gruppe SafePay. Öffentliche Ransomware-Tracker führen den Eintrag mit dem Status „unconfirmed".

    Was tatsächlich passiert ist, welche Systeme betroffen sind und ob Mandantendaten abgeflossen sind, ist bislang nicht öffentlich belegt. Eine offizielle Stellungnahme der Kanzlei lag bis Redaktionsschluss nicht vor.

    Zahlen, Daten, Fakten: SafePay-Listung der LBB Treuhand am 20.07.2026, Status nicht bestätigt, Sitz Isny im Allgäu

    Zahlen, Daten, Fakten: Screenshot der SafePay-Leak-Seite mit Eintrag zur LBB Treuhand am 20.07.2026 – Status im öffentlichen Tracker: nicht bestätigt.

    Was belegt ist – und was nicht

    AussageStatus
    LBB Treuhand wurde von SafePay gelistetbelegt
    Listung am 20. Juli 2026belegt
    Status im Ransomware-Trackerunconfirmed
    SafePay behauptet Diebstahl interner DateienTäterbehauptung
    Systeme wurden verschlüsseltnicht öffentlich bestätigt
    Mandantendaten wurden entwendetnicht öffentlich bestätigt
    Lohn- und Gehaltsdaten sind betroffennicht bekannt
    Es existiert eine Lösegeldforderungwahrscheinlich, nicht bestätigt
    Ursache (Phishing, VPN, RDP, MFA-Lücke)nicht bekannt

    Die Erwähnung auf einer Leak-Seite bedeutet nicht automatisch, dass ein erfolgreicher Angriff oder ein Datenabfluss stattgefunden hat.

    Warum eine Steuer- und Treuhandkanzlei ein hochwertiges Ziel ist

    Treuhand- und Steuerberatungsgesellschaften sind für Ransomware-Gruppen ein besonders lohnendes Ziel. Sie halten in konzentrierter Form Bilanzen, Lohn- und Gehaltsdaten, DATEV-Zugänge, Verträge, Kontoauszüge und Ausweiskopien vieler Mandanten – oft aus verschiedenen Branchen.

    Sensible Daten
    Bilanzen, GuV, Lohn, DATEV, SV
    Kettenrisiko
    Ein Angriff, viele Mandanten
    Berufsrecht
    § 203 StGB, DSGVO, StBerG

    Welche Datenkategorien bei einer Kanzlei betroffen sein könnten

    Ob im konkreten Fall Daten abgeflossen sind, ist offen. Grundsätzlich verarbeitet eine Steuer- und Treuhandkanzlei folgende Datenarten:

    Namen, Adressen, Geburtsdaten von Mandanten und deren Beschäftigten
    Steuer-IDs, Sozialversicherungsnummern
    Lohn- und Gehaltsabrechnungen inkl. Bankverbindungen
    Bilanzen, GuV, Jahresabschlüsse, Steuererklärungen
    DATEV-Belege, Kontoauszüge, Rechnungen
    Beraterverträge, Vollmachten, Vollmachtsdatenbank
    Ausweiskopien aus der Geldwäscheprüfung
    E-Mail-Kommunikation mit Mandanten und Behörden

    Wer ist SafePay?

    SafePay tauchte Ende 2024 erstmals öffentlich auf und entwickelte sich innerhalb weniger Monate zu einer der aktivsten Ransomware-Gruppen mit deutlichem Fokus auf den deutschsprachigen Raum. Anders als klassische Ransomware-as-a-Service-Netzwerke arbeitet SafePay nach eigener Darstellung ohne großes Partnernetzwerk – ein zentral kontrolliertes Team übernimmt Einbruch, Datenentwendung, Verschlüsselung und Verhandlung selbst.

    Doppelte Erpressung
    Daten + Verschlüsselung
    DE-Anteil Q2/2025
    ≈ 40 %
    der 76 dt. Opfer (Check Point)
    Aktiv seit
    Q4/2024

    So läuft ein typischer SafePay-Angriff auf eine Kanzlei ab

    Für den konkreten Vorfall ist der Angriffsweg unbekannt. Forensische Untersuchungen anderer SafePay-Vorfälle zeigen ein wiederkehrendes Muster:

    Phase 1
    Initialzugang

    Bei Kanzleien häufig: Phishing mit gefälschten Rechnungen, kompromittierte VPN-Zugänge, RDP ohne MFA oder ein Passwort-Leak eines Mitarbeitenden.

    Phase 2
    Rechteausweitung

    SafePay sucht Admin-Accounts, Passwort-Manager-Datenbanken und DATEV-Zugänge – oft über gespeicherte Credentials in Browsern und ungepatchte Systeme.

    Phase 3
    Erkundung im Netz

    Kartierung von Fileservern, Backups, DATEV-Servern, Mail-Systemen. Legitime Werkzeuge wie RDP, SMB, AnyDesk erzeugen kaum Alarme.

    Phase 4
    Datenabfluss

    Archive per WinRAR/7-Zip, Transfer per Rclone oder FileZilla zu externen Speichern. Kanzleidaten sind kompakt und wertvoll – der Abfluss dauert oft Stunden, nicht Tage.

    Phase 5
    Deaktivierung Verteidigung

    AV/EDR abschalten, Log-Systeme leeren, Volumenschattenkopien löschen. Ziel: Wiederherstellung erschweren.

    Phase 6
    Verschlüsselung & Erpressung

    Teilverschlüsselung wichtiger Dateien, Erpresserbrief mit Countdown, Listung auf Leak-Seite als Druckmittel.

    Vier realistische Szenarien

    Szenario 1
    Reine Datenentwendung

    Zugriff und Kopie ausgewählter Ordner, ohne Verschlüsselung. Kanzleibetrieb läuft, Datenumfang wird intern geprüft.

    Szenario 2
    Begrenzte Verschlüsselung

    Einzelne Fileserver oder Mail-Systeme betroffen. DATEV-Zugang und Kernbetrieb weitgehend erhalten.

    Szenario 3
    Breiter interner Ausfall

    Fileserver, Mailsystem, Backup-Server und DATEV-Anbindung betroffen. Mandantenkommunikation und Fristen unter Druck.

    Szenario 4
    Erpresserische Falschbehauptung

    SafePay übertreibt Umfang oder Erfolg des Zugriffs. Auch das kommt im Ransomware-Umfeld vor.

    Welches Szenario zutrifft, lässt sich derzeit nicht öffentlich bestimmen.

    Welche Größenordnung ein Vorfall kosten kann

    Die realen Kosten sind unbekannt. Eine transparente Szenariorechnung für eine Kanzlei mit 20–35 Beschäftigten zeigt aber, wie schnell ein Vorfall im hohen sechsstelligen Bereich landet:

    KostenblockPlausibler Korridor
    Digitale Forensik & Incident Response60.000–120.000 €
    Neuaufbau Endgeräte, Server, Konten50.000–120.000 €
    Datenschutzprüfung & Meldungen20.000–50.000 €
    Recht, Kammerkommunikation, Mandanteninfo20.000–50.000 €
    Produktivitätsverlust Kanzleibetrieb40.000–120.000 €
    Zwischensumme ohne Lösegeld190.000–460.000 €

    Nicht enthalten: entgangene Umsätze, Fristversäumnisse, Kammersanktionen, langfristige Sicherheitsprojekte, eine mögliche Lösegeldzahlung. BSI rät grundsätzlich von Zahlung ab.

    Plausibles IT-Budget einer Kanzlei mit 20–35 Beschäftigten

    IT-Betrieb, DATEV-Umgebung, Cloud45.000–75.000 €
    Endgeräte, Netzwerk, Support20.000–35.000 €
    Externer IT-Dienstleister (Managed Service)35.000–60.000 €
    Dedizierte Informationssicherheit40.000–70.000 €
    Gesamt (Kanzlei ca. 20–35 Beschäftigte)140.000–240.000 €

    Anhaltswerte auf Basis üblicher IT-Kennzahlen für Kanzleien (3–5 % Umsatz für IT, 0,5–0,8 % für Security). Bei besonders sensiblen Datenbeständen ist ein höherer Security-Anteil sinnvoll.

    Wofür ein Kanzlei-Security-Budget eingesetzt werden sollte

    MFA für alle Zugänge (DATEV, Mail, VPN, RDP)6.000–10.000 €
    MDR/EDR mit 24/7-Überwachung12.000–20.000 €
    Immutable Backups + regelmäßige Restore-Tests8.000–15.000 €
    Netzsegmentierung (DATEV, Server, Clients)5.000–10.000 €
    Phishing-Simulationen & Awareness4.000–8.000 €
    Pentest / externe Sicherheitsprüfung / Jahr5.000–10.000 €

    Entscheidend: MFA auf allen Zugängen (DATEV, Mail, VPN, RDP), unveränderbare Backups mit echten Restore-Tests, MDR/EDR-Überwachung und regelmäßige Awareness-Schulungen für alle Beschäftigten.

    Was jetzt öffentlich beantwortet werden sollte

    1Wurde ein unbefugter Zugriff auf Kanzlei-Systeme festgestellt?
    2Sind Fileserver, Mailsystem oder DATEV-Umgebung betroffen?
    3Wurden Mandantendaten kopiert oder verschlüsselt?
    4Ist die DATEV-Kommunikation aktuell eingeschränkt?
    5Wurden Datenschutzaufsicht, BSI und Steuerberaterkammer informiert?
    6Müssen Mandanten Passwörter für gemeinsame Portale ändern?
    7Ab wann sind Rückfragen, Steuerfristen, Lohnläufe wieder normal bedienbar?
    8Wann folgt die nächste offizielle Information?

    Bei personenbezogenen Daten mit Risiko: Art. 33 DSGVO verpflichtet zur Meldung an die Aufsichtsbehörde innerhalb 72 Stunden. Bei hohem Risiko sind Betroffene nach Art. 34 DSGVO zusätzlich zu informieren.

    Wasacon-Perspektive: Kanzlei-IT braucht Kanzlei-Schutz

    Eine SafePay-Listung ist kein Beweis für schlechte IT. Sie ist aber ein Anlass, das Sicherheitsniveau ehrlich zu prüfen: Wie schnell würde ein unbekannter Anmeldeversuch am DATEV-Server oder ein ausgehender Massentransfer auffallen – nach Minuten, nach zwei Tagen oder erst, wenn der Erpresserbrief auf den Bildschirmen liegt?

    Konkret heißt das für Kanzleien im deutschsprachigen Raum: strukturierte Zugriffs- und Rechtekonzepte mit MFA, unveränderbare Offsite-Backups mit echten Rücksicherungstests und ein externer IT-Betrieb mit MDR-Überwachung, Patch- und Änderungsmanagement, Logauswertung und geübten Notfallabläufen.

    FAQ zur SafePay-Listung LBB Treuhand

    Fazit

    SafePay behauptet einen Vorfall bei der LBB Treuhand. Belegt ist die Listung – nicht der forensische Ablauf. Für Mandanten und Beschäftigte ist der wichtigste Schritt jetzt: Ruhe bewahren, auf offizielle Kommunikation warten und im Zweifel jede Rechnung mit geänderten Bankdaten telefonisch verifizieren.

    Stand: 22. Juli 2026. Die Behauptungen zum möglichen Datenabfluss stammen von SafePay und sind nicht unabhängig bestätigt.

    Transparenzhinweis

    Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen sowie auf Angaben einer Darknet-Leak-Seite. Die dort veröffentlichten Behauptungen konnten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig verifiziert werden. Die Erwähnung eines Unternehmens bedeutet nicht automatisch, dass ein erfolgreicher Cyberangriff oder Datenabfluss stattgefunden hat.

    Haftungsausschluss: Die auf Wasacon bereitgestellten Inhalte dienen nur zu Informationszwecken. Wir garantieren nicht die Qualität, Genauigkeit oder Vollständigkeit der Informationen aus Drittquellen.

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