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    SafePay · Deutschland · gelistet 20.07.2026

    Der Countdown läuft: Was hinter dem mutmaßlichen SafePay-Angriff auf TimeTEX steckt

    Am 20. Juli 2026 um 18:27 Uhr erschien timetex.de auf der Leak-Seite von SafePay – mit knapp 72-Stunden-Countdown. Was belegt ist, was nicht, wie SafePay vorgeht und welches IT-Budget für einen Lehrerbedarfs-Händler dieser Größe realistisch wäre.

    22.07.2026 16 min Lesezeit Recherchestand · unbestätigt
    ● SAFEPAY · LEAK-SITE ALERT · TIMETEX · RIEDENBURG · 70 BESCHÄFTIGTE · 4.000+ PRODUKTE · 14 LÄNDER-SHOPS · DOUBLE EXTORTION · UNBESTÄTIGT · TIMER LÄUFT · ● SAFEPAY · TIMETEX ·
    Cyber-Alarm bei TimeTEX: Rotes Erpresser-Cockpit mit 02:23:22-Countdown, Schloss-Symbolen und Lehrerbedarf – Screenshot-Bezug zur SafePay-Leak-Seite
    SafePay · Countdown
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    Sek
    > deadline :: 23.07.2026 · 18:27 UTC · target=timetex.de
    > SOURCE: SAFEPAY LEAK-SITE · LISTUNG 20.07.2026 · 18:27 UTC · DEADLINE ≈ 23.07.2026 18:27 UTC · SCOPE: UNCONFIRMED · >
    SafePay-Listung 20.07.2026 · 18:27 UTC · Umfang unbestätigt
    Kurzantwort

    Der Timer ist Teil des Angriffs

    Der Timer soll nicht nur ein Unternehmen unter Zeitdruck setzen, sondern einen internen IT-Sicherheitsvorfall in ein öffentliches Spektakel verwandeln. Am 20. Juli 2026 um 18:27 Uhr erschien die Domain timetex.de auf der Leak-Seite der Ransomware-Gruppe SafePay – mit knapp 72-stündigem Countdown und der Behauptung, interne Dateien seien erbeutet worden.

    Fest steht: TimeTEX wird von SafePay als Opfer geführt. Nicht fest steht, was technisch tatsächlich passiert ist – kein Datenumfang, keine Zahl betroffener Personen, keine Systemliste, keine Lösegeldhöhe.

    TimeTEX Kennzahlen 2023: 70 Mitarbeiter, 4.000 m² Büro & Lager, 4.000+ Produkte, 13,9 Mio € Bilanzsumme, 1,48 Mio € Gewinn, Modellrechnung 175.000 € Cyber-Budget / 650.000–700.000 € Gesamt-IT pro Jahr

    Die Zahlen hinter TimeTEX: 70 Mitarbeiter, 4.000 m² Büro & Lager, 4.000+ Produkte, 13,9 Mio € Bilanzsumme 2023, 1,48 Mio € Gewinn 2023 – daraus abgeleitete Modellrechnung: 175.000 € Cyber-Budget bei 650.000–700.000 € Gesamt-IT pro Jahr.

    Was belegt ist – und was nicht

    Ein öffentlicher Ransomware-Tracker erfasste die Listung am 20. Juli und kennzeichnete den Umfang als „unconfirmed".

    AussageStatus
    timetex.de wurde von SafePay gelistetbelegt
    Veröffentlichung am 20. Juli 2026, 18:27 Uhrbelegt
    Eintrag enthielt einen Countdowndurch Screenshot belegt
    SafePay behauptet Diebstahl interner DateienTäterbehauptung
    Systeme von TimeTEX wurden verschlüsseltnicht öffentlich bestätigt
    Kunden-/Beschäftigtendaten wurden entwendetnicht öffentlich bestätigt
    Zahlungsdaten sind betroffennicht bekannt
    TimeTEX erhielt eine Lösegeldforderungwahrscheinlich, nicht bestätigt
    TimeTEX hat bezahlt oder verhandeltnicht bekannt
    Ursache: Sicherheitslücke oder falsches Passwortnicht bekannt

    Bis Redaktionsschluss am 22.07.2026 keine öffentliche Stellungnahme von TimeTEX auffindbar. Der Onlineshop war erreichbar – das ist kein Beweis für eine unbeeinträchtigte interne Infrastruktur.

    TimeTEX ist größer, als die Marke vermuten lässt

    Hinter timetex.de steht die TimeTEX HERMEDIA Verlag GmbH im niederbayerischen Riedenburg. Familienunternehmen für Lehrerbedarf, Unterrichtsmaterialien, Organisationsprodukte, Spiele und Ausstattung für Bildungseinrichtungen.

    Mitarbeiter
    ≈ 70
    Büro & Lager
    ≈ 4.000 m²
    Produkte
    > 4.000
    Länder-Shops
    14

    Der Footer nennt DE, AT, CH, NL, BE, DK, FR, RO, LT, ES, CZ, LU, SE, PL – dazu ein europäisches Portal. Trusted Shops weist aktuell rund 21.600 Bewertungen aus neun Märkten aus, davon mehr als 3.000 innerhalb der letzten zwölf Monate. Bewertungen sind keine Bestellzahlen, sie zeigen aber deutliche Marktpräsenz.

    TimeTEX ist auf ein funktionierendes Zusammenspiel aus Onlineshop, Produktdaten, Warenwirtschaft, Lager, Versand, Buchhaltung und Kundenservice angewiesen. Ein Ausfall der internen IT kann den gesamten Weg von der Bestellung bis zum Paket unterbrechen.

    Eine Übernahme vergrößerte Anfang 2026 den Datenschatten

    Im Januar 2026 übernahm TimeTEX den zuvor insolventen Spieleverlag HCM Kinzel. Asset-Deal – nach Unternehmensangaben gingen nicht nur Produkte und Warenlager, sondern ausdrücklich auch Kundendaten, Marken und Domains auf TimeTEX über.

    Alte Kundendaten müssen bewertet, übertragen, rechtssicher aufbewahrt werden
    Übernommene Domains: eigene E-Mail-Konten, DNS-Konfigurationen, Dienstleisterzugänge
    Historische Benutzerkonten & Zugriffsrechte müssen entfernt oder neu vergeben werden
    Daten aus fremden Systemen wandern in WWS, Marketing, CRM
    Dienstleisterverträge, Backups, Schnittstellen müssen vollständig erfasst werden
    Der zu schützende Datenbestand ist eher größer und komplexer geworden

    Die Übernahme ist kein Beleg für einen Zusammenhang mit dem SafePay-Eintrag – für die Bewertung der möglichen Tragweite aber relevant.

    Welche Daten TimeTEX grundsätzlich verarbeitet

    Es wäre unseriös zu behaupten, dass SafePay bestimmte Kundendaten gestohlen habe. Aus der öffentlichen Datenschutzerklärung lässt sich aber ableiten, welche Datenarten im Normalbetrieb verarbeitet werden.

    Namen und Anschriften
    E-Mail-Adressen und Telefonnummern
    Kundenkonten und Zugangsdaten
    Bestellungen und Bestellhistorien (bis 10 Jahre)
    Rechnungs- und Lieferinformationen
    Informationen zur Bonitätsprüfung
    Newsletter- und Marketingdaten
    Kommunikation mit Kunden & Partnern
    PayPal- und Mollie-Zahlungen
    Bei Lastschrift ggf. Bankverbindungen

    Bestelldaten können aus steuerlichen Gründen bis zu 10 Jahre gespeichert werden – ein erfolgreicher Zugriff könnte potenziell auch historische Bestellungen betreffen. Mollie/PayPal reduzieren die Menge vollständig gespeicherter Kreditkartendaten, ändern aber nichts am Risiko für Namen, Adressen, Bestellwerte und Rechnungen.

    Wer ist SafePay?

    SafePay tauchte Ende 2024 erstmals öffentlich auf und entwickelte sich innerhalb weniger Monate zu einer der aktivsten Ransomware-Gruppen. Anders als klassische Ransomware-as-a-Service-Netzwerke arbeitet SafePay nach eigener Darstellung ohne großes Partnernetzwerk – ein zentral kontrolliertes Team übernimmt Einbruch, Datenentwendung, Verschlüsselung und Verhandlung selbst.

    Doppelte Erpressung
    Daten + Verschlüsselung
    DE-Anteil Q2/2025
    ≈ 40 %
    der 76 dt. Opfer (Check Point)
    Aktiv seit
    Q4/2024

    Zahlen basieren überwiegend auf Leak-Site-Veröffentlichungen, nicht auf bestätigten Angriffen – die Konzentration auf deutsche Unternehmen ist trotzdem auffällig.

    So läuft ein typischer SafePay-Angriff ab

    Für den konkreten TimeTEX-Fall ist der Angriffsweg unbekannt. Forensische Untersuchungen anderer SafePay-Vorfälle zeigen ein wiederkehrendes Muster:

    Phase 1
    Zugang über den Netzwerkrand

    VPN, Firewall, RDP-Gateways. Kompromittierte Passwörter, Fehlkonfigurationen, fehlende MFA. Im NCC-Fall: falsch konfigurierte Fortinet-Firewall ohne effektive MFA.

    Phase 2
    Übernahme privilegierter Konten

    Suche nach gespeicherten Passwörtern und Domain-Admins. Schwaches oder MFA-loses Admin-Konto = Vollzugriff.

    Phase 3
    Unauffällige Bewegung im Netz

    RDP, SMB, ScreenConnect, AnyDesk – legitime Tools, die klassische Malware-Erkennung nicht auslösen.

    Phase 4
    Sammlung und Abtransport

    WinRAR / 7-Zip zum Archivieren, FileZilla / Rclone / bestehende VPN-Tunnel zum Abfluss. Warnsignal: plötzliche Großarchive, ausgehender Traffic in der Nacht.

    Phase 5
    Ausschalten der Verteidigung

    AV/EDR deaktivieren, Logging und Schattenkopien löschen, Backup-Dienste angreifen.

    Phase 6
    Verschlüsselung

    Oft teilweise Verschlüsselung – schnell und schwer rückgängig zu machen. Erst nachdem Daten kopiert sind.

    NCC-Group-Fallzeitachse
    Tag 0
    Zugang über Firewall
    +7 h
    Skripte & Erkundung
    Tag 1
    Passwörter & Dateien
    Tag 2
    Verteilung der Ransomware

    Zeigt, weshalb eine Warnung am nächsten Werktag zu spät sein kann. Kein Beleg für den TimeTEX-Ablauf.

    Warum ein erreichbarer Shop Entwarnung vortäuschen kann

    Zum Zeitpunkt der Recherche war der Shop online. Daraus lässt sich nur ableiten, dass die öffentliche Webanwendung erreichbar war. Vier Szenarien sind möglich:

    Szenario 1
    Reine Datenentwendung

    Zugriff auf Dateien, aber keine Verschlüsselung. Shop läuft, Unternehmen prüft Datenumfang.

    Szenario 2
    Begrenzte Verschlüsselung

    Einzelne Datei-/Verwaltungssysteme betroffen. Shop und Zahlungen laufen, interne Abläufe eingeschränkt.

    Szenario 3
    Breiter interner Ausfall

    Warenwirtschaft, Lager, E-Mail, Buchhaltung betroffen. Shop nimmt Bestellungen entgegen, die intern hängen bleiben.

    Szenario 4
    Erpresserische Falschbehauptung

    SafePay übertreibt oder erfindet den Erfolg. Auch das kommt im Ransomware-Umfeld vor.

    Welches Szenario zutrifft, lässt sich derzeit nicht öffentlich bestimmen.

    Die besondere Gefahr für Schulen und Lehrkräfte

    TimeTEX verkauft an Privatpersonen, Lehrkräfte, Kindergärten, Schulen und Bildungseinrichtungen. Ein möglicher Datenabfluss hätte daher nicht nur klassische Datenschutzfolgen, sondern könnte glaubwürdige Folgeangriffe ermöglichen:

    Gefälschte Rechnungen mit geändertem Bankkonto
    Angebliche Nachforderungen zu realen Bestellungen
    Phishing-Mails im Namen des Kundenservices
    Gefälschte Versand- oder Rückerstattungsnachrichten
    Angriffe auf wiederverwendete Kundenpasswörter
    Gezielte Kontaktaufnahme mit Schulen oder deren Beschäftigten

    Keine Aussage darüber, dass entsprechende Daten tatsächlich entwendet wurden – aber Grund, die Klärung der betroffenen Datenkategorien ernst zu nehmen.

    Welche Größenordnung ein solcher Vorfall kosten kann

    Die realen Kosten für TimeTEX sind unbekannt. Eine transparente Szenariorechnung zeigt aber, wie schnell ein Vorfall bei 70 Beschäftigten mehrere Hunderttausend Euro erreicht:

    KostenblockPlausibler Korridor
    Digitale Forensik & IR75.000–150.000 €
    Neuaufbau Endgeräte, Server, Konten80.000–180.000 €
    Datenschutzprüfung & Analyse20.000–60.000 €
    Recht, Kommunikation, Kundeninfo20.000–50.000 €
    Produktivitätsverlust (50 × 300 € × 5–10 T)75.000–150.000 €
    Zwischensumme ohne Lösegeld/Umsatz270.000–590.000 €

    Nicht enthalten: entgangene Deckungsbeiträge, Lieferverzögerungen, Kundenanfragen, Vertragsforderungen, langfristige Sicherheitsprojekte, eine mögliche Lösegeldzahlung. Bitkom 2025: 34 % der zahlenden Unternehmen überwiesen 100 T€ – 500 T€, 12 % zwischen 500 T€ und 1 Mio €. BSI rät grundsätzlich von Zahlung ab.

    TimeTEX wäre finanziell nicht schutzlos gewesen

    Aus dem veröffentlichten Jahresabschluss 2023 (aufbereitet im Unternehmensprofil Unternehmen24):

    Bilanzsumme
    13.890.435 €
    Eigenkapital
    12.528.606 €
    Jahresüberschuss
    1.481.440 €
    Bank- und Kassenbestand
    7.406.587 €
    Vorräte
    3.613.057 €
    Verbindlichkeiten
    756.625 €
    Eigenkapitalquote
    ≈ 90 %
    Bank & Kasse / Bilanzsumme
    ≈ 53 %

    Historische Werte – keine Aussage über die Liquidität im Juli 2026. Sie zeigen aber, dass ein Sicherheitsbudget im niedrigen sechsstelligen Bereich wirtschaftlich nicht unrealistisch gewesen wäre.

    Was TimeTEX in seine IT hätte investieren müssen

    Bei 70 Beschäftigten entstehen feste Mindestkosten für qualifiziertes Personal, Überwachung und Notfallvorsorge – unabhängig davon, ob der Umsatz zehn oder zwanzig Millionen Euro beträgt.

    IT-Leitung & interne Administration180.000–250.000 €
    Shop, WWS, Cloud, Hosting, Lizenzen130.000–200.000 €
    Endgeräte, Netzwerk, Support, Erneuerung60.000–100.000 €
    Externe Dienstleister & Spezialprojekte50.000–90.000 €
    Dedizierte Informationssicherheit140.000–220.000 €
    Gesamt560.000–860.000 €

    Planungsgröße: 650.000 – 700.000 € Gesamt-IT pro Jahr, davon mindestens 175.000 € für Informationssicherheit.

    ≈ 9.300–10.000 € Gesamt-IT / Beschäftigten / Jahr
    ≈ 2.500 € Security / Beschäftigten / Jahr
    ≈ 208 € Security / Beschäftigten / Monat

    175.000 € entsprechen rund 11,8 % des Jahresüberschusses 2023 und ca. 2,4 % des damaligen Bankbestands. Zusätzlich plausibel: einmalig 120.000–200.000 € Härtungsbudget für historisch gewachsene Strukturen.

    Wofür die 175.000 € eingesetzt werden müssten

    Entscheidend ist nicht allein die Höhe, sondern die Verteilung.

    Identitäten & Zugänge (MFA, PAM)25.000–35.000 €
    Überwachung & Reaktion (MDR/EDR 24/7)40.000–60.000 €
    Backup & Wiederanlauf (immutable, Tests)25.000–40.000 €
    Netzsegmentierung20.000–30.000 €
    Sicherheitsprüfungen (Pentest, Scans)20.000–30.000 €
    Übungen & Krisenvorbereitung10.000–20.000 €

    Warnsignale, auf die MDR/EDR reagieren sollte: neue Remote-Desktop-Software, ungewöhnliche Admin-Anmeldungen, massenhafte Dateizugriffe, plötzlich erzeugte Archive, Zugriffe auf Backups, große ausgehende Transfers, Versuche AV/EDR abzuschalten.

    Die offenen IT-Stellen sind ein auffälliges Signal – kein Beweis

    TimeTEX sucht derzeit öffentlich:

    Abteilungsleitung IT und Digitalisierung
    IT-Spezialist mit Schwerpunkt E-Commerce
    Shopware-Entwickler
    Auszubildender IT-Systemmanagement

    Die Ausschreibungen können Expansion, Fluktuation oder gezielten IT-Ausbau bedeuten. Sie beweisen weder eine Unterbesetzung noch einen Zusammenhang mit dem SafePay-Eintrag. Auffällig ist trotzdem: für ein Unternehmen mit 14 Länder-Angeboten, mehreren Marken, eigener Logistik und übernommenen Datenbeständen darf Sicherheitsverantwortung nicht nebenbei zwischen Shopentwicklung und Benutzersupport erledigt werden.

    Was TimeTEX jetzt öffentlich beantworten sollte

    1Wurde ein unbefugter Zugriff bestätigt?
    2Wann wurde der Vorfall entdeckt?
    3Sind interne Systeme verschlüsselt oder ausgefallen?
    4Gibt es Hinweise auf einen Datenabfluss?
    5Welche Kategorien personenbezogener Daten könnten betroffen sein?
    6Sind auch Daten der übernommenen HCM-Kinzel-Kundendatei betroffen?
    7Funktionieren Bestellabwicklung, Versand und Kundenservice regulär?
    8Wurden Polizei, Datenschutzaufsicht und BSI informiert?
    9Müssen Kunden Passwörter ändern oder mit gefälschten Nachrichten rechnen?
    10Wann folgt die nächste Aktualisierung?

    Bei personenbezogenen Daten mit Risiko: Art. 33 DSGVO verpflichtet grundsätzlich zur Meldung an die Aufsichtsbehörde innerhalb 72 Stunden. Bei hohem Risiko müssen nach Art. 34 zusätzlich die Betroffenen informiert werden.

    Wasacon-Perspektive: Der eigentliche Prüfstein kommt nach dem Countdown

    Eine SafePay-Listung allein beweist weder schlechte IT noch fahrlässiges Verhalten. Umgekehrt darf ein erreichbarer Shop nicht mit einem beherrschten Vorfall verwechselt werden. Bei doppelter Erpressung kann der äußerlich sichtbare Betrieb weiterlaufen, obwohl die schwierigste Arbeit gerade erst beginnt: Welche Konten wurden benutzt, wie lange waren die Täter im Netz, welche Dateien haben sie geöffnet, haben Daten das Unternehmen verlassen?

    Der wichtigste Punkt ist deshalb nicht der SafePay-Countdown. Er ist die Zeit davor: Wie schnell wurde der erste verdächtige Zugriff erkannt – nach Minuten, nach zwei Tagen oder erst, als der Erpresserbrief auf den Bildschirmen lag?

    Konkret heißt das: strukturierte Zugriffs- und Rechtekonzepte mit MFA, unveränderbare Offsite-Backups mit echten Rücksicherungstests und ein externer IT-Betrieb mit MDR-Überwachung, Patch- und Änderungsmanagement, Logauswertung und geübten Notfallabläufen.

    FAQ zum SafePay-Eintrag gegen TimeTEX

    Fazit

    SafePay behauptet einen Vorfall bei TimeTEX. Belegt ist die Listung – nicht der forensische Ablauf. Die wirtschaftliche Ausgangslage hätte TimeTEX erlaubt, jährlich einen mittleren sechsstelligen Betrag in seine IT und rund 175.000 € gezielt in Informationssicherheit zu investieren. Ein solches Budget hätte keinen Angriff garantiert verhindert – aber die Chancen deutlich verbessert, einen fremden VPN-Zugang, einen ungewöhnlichen Administrator, eine neue Fernwartungssoftware oder einen massenhaften Datenabtransport zu erkennen, bevor aus einem einzelnen Zugang ein unternehmensweiter Vorfall wird.

    Solange TimeTEX keine belastbaren Informationen veröffentlicht, bleibt die entscheidende Lücke nicht technisch, sondern kommunikativ.

    Stand: 22. Juli 2026. Die Behauptungen zum möglichen Datenabfluss stammen von SafePay und sind nicht unabhängig bestätigt. Der Beitrag beschreibt bekannte Vorgehensweisen der Tätergruppe und mögliche Auswirkungen, nicht den forensisch festgestellten Ablauf bei TimeTEX.

    Haftungsausschluss: Die auf Wasacon bereitgestellten Inhalte dienen nur zu Informationszwecken. Wir garantieren nicht die Qualität, Genauigkeit oder Vollständigkeit der Informationen aus Drittquellen.

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    Wasa Consult, Data Recovery Service, Heinsberg, Nordrhein-Westfalen