Was ist Kerberos Constrained Delegation?
Kerberos Delegation erlaubt es einem Dienst, sich im Namen eines Users gegenüber einem anderen Dienst zu authentifizieren.
👉 Beispiel:
Ein Webserver greift auf einen Datenbankserver zu – im Namen des Users.
Constrained Delegation (KCD) schränkt das ein:
- Nur bestimmte Services erlaubt
- Weniger Risiko als „Unconstrained Delegation"
👉 Klingt sicher – ist es aber nicht immer.

Kerberos Delegation in Azure NetApp – Konfigurationsbeispiel

Golden Ticket – Wie Kerberos-Tickets missbraucht werden
Warum ist KCD gefährlich?
Wenn ein Angreifer Zugriff auf ein Konto mit aktivierter KCD erhält, kann er:
Service Tickets manipulieren
Tickets für beliebige Dienste erzeugen und injizieren.
Sich als andere Benutzer ausgeben
Impersonation von Domain Admins und anderen privilegierten Accounts.
Privilegien eskalieren
Vom Service Account zum Domain Admin in wenigen Schritten.
Domain Admin Rechte erlangen
Vollständige Kontrolle über die gesamte Windows-Domäne.
👉 Besonders kritisch: Kombination mit kompromittierten Service Accounts
Angriffsszenario: Schritt für Schritt
STEP 01
Zielsystem identifizieren (KCD aktiv)
Angreifer suchen nach Accounts mit gesetztem Attribut: msDS-AllowedToDelegateTo
# PowerView
Get-DomainUser -TrustedToAuth
👉 Ergebnis: Liste von Accounts mit Delegation-Rechten

Delegation Hunter – Erkennung von KCD-Accounts

AD Delegation Tab – Konfiguration im UI
STEP 02
Service Account kompromittieren
Typische Wege:
- Passwort-Leaks
- Kerberoasting
- Weak Credentials
👉 Ziel: Account mit KCD-Zugriff übernehmen

Rubeus – Kerberoasting eines Service Accounts
STEP 03
SPN (Service Principal Name) nutzen
Angreifer nutzen erlaubte SPNs aus: msDS-AllowedToDelegateTo
# Beispiel SPN
CIFS/DC01.domain.local

msDS-AllowedToDelegateTo – AD-Attribut

SPN Properties – Service Principal Names
STEP 04
Ticket erzeugen (S4U Attack)
Jetzt kommt der eigentliche Exploit – Tools: Rubeus, Kekeo
# Rubeus S4U Angriff
Rubeus.exe s4u /user:svc_account /rc4:<hash> /impersonateuser:Administrator /msdsspn:cifs/dc01.domain.local /ptt
👉 Was passiert hier?
- Angreifer erzeugt ein Ticket
- Gibt sich als Administrator aus
- Nutzt delegierten Service

Ticket Revocation – Kerberos Security Event
STEP 05
Zugriff auf Domain Controller
Nach erfolgreicher Ticket-Injection:
dir \\dc01\c$
👉 Zugriff auf:
- Domain Controller Shares
- Admin Ressourcen
- Active Directory

RPC Coercion – Laterale Bewegung zum Domain Controller
💀 Ergebnis: Full Domain Compromise
Wenn alles funktioniert:
- Domain Admin Rechte
- Persistenz möglich
- Vollständige Kontrolle über Infrastruktur
👉 Klassischer Red Team Endgame Move
Wie schützt man sich davor?
KCD minimieren
Nur wenn absolut notwendig einsetzen. Regelmäßig prüfen, ob Delegation noch benötigt wird.
Service Accounts absichern
Lange, zufällige Passwörter. Keine interaktive Anmeldung. gMSA nutzen.
Monitoring
Event Logs: 4769 (Kerberos Service Ticket) überwachen. Ungewöhnliche Ticket Requests erkennen.
Tiered Admin Model
Strikte Trennung von Domain Admin, Service Accounts und Workstations.
BloodHound nutzen (Defensive)
Delegation-Pfade visualisieren und Angriffswege erkennen, bevor ein Angreifer sie nutzt.
Was viele unterschätzen
KCD ist kein Bug.
👉 Es ist ein Feature, das falsch genutzt wird.
Und genau das macht es so gefährlich:
- Schwer zu erkennen
- Schwer zu blockieren
- Oft produktiv notwendig
📊 Fazit
Kerberos Constrained Delegation ist ein klassischer Fall von:
👉 „Sicher gedacht – gefährlich umgesetzt"
Unternehmen unterschätzen:
- Delegation-Abhängigkeiten
- Service Account Risiken
- Laterale Bewegungen
👉 Ergebnis: Ein einziger kompromittierter Account reicht aus.
🔐 Deine AD-Struktur ist wahrscheinlich auch angreifbar.
Wir prüfen:
- Delegation Chains
- Privilege Escalation Pfade
- Active Directory Risiken
🏢 IT-Sicherheit in der Region
Auch Unternehmen im Raum Heinsberg (52525), Aachen und dem Rheinland sind potenzielle Ziele. Wasacon unterstützt lokale Betriebe bei der Absicherung ihrer Active-Directory-Infrastruktur.
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Häufig gestellte Fragen
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