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    IT-Sicherheit

    Intruder.io deckt auf: 1 Million KI-Systeme offen im Netz

    Ein groß angelegter Scan zeigt: KI-Infrastruktur ist 2026 oft schlechter abgesichert als jede klassische Anwendung. Was Unternehmen jetzt tun müssen.

    05.05.2026 7 min Lesezeit
    Intruder.io Sicherheitstest – 1 Million offene KI-Systeme
    Kurzantwort

    Sicherheitsforscher von Intruder.io haben über eine Million öffentlich erreichbarer KI-Systeme dokumentiert – darunter Tausende selbstgehostete LLMs, Agenten-Plattformen und Vektor-Datenbanken ohne Authentifizierung. Wer den Endpunkt findet, kann mitlesen, Daten exportieren oder das Modell gezielt manipulieren. Schutz entsteht nur über eine vollständige KI-Inventur, Zero Trust für jede Schnittstelle und konsequentes EDR/XDR-Monitoring.

    Was Intruder konkret gefunden hat

    Intruder.io hat populäre Plattformen für selbstgehostete KI systematisch im Internet gesucht und auf Authentifizierung geprüft. Das Ergebnis ist ernüchternd: KI-Tools sind im Schnitt schlechter abgesichert als alles, was die Forscher in Jahren davor untersucht haben.

    Ollama

    1.652 von 5.200+ erreichbaren APIs ohne Authentifizierung.

    Flowise

    92 von 2.650+ Instanzen geben Workflows, Prompts und Integrationen preis.

    Langflow

    25 von rund 300 Instanzen ohne Login direkt zugänglich.

    Open WebUI

    24 von über 12.000 Instanzen ohne Authentifizierung im Netz.

    Bekannte CVEs

    In einer Stichprobe waren über 90 Prozent der gefundenen Instanzen verwundbar.

    Neue Lücken

    Mehrere bislang nicht gemeldete Schwachstellen in KI-Produkten – ohne CVE-ID.

    Vier Muster hinter den Funden

    Es geht selten um exotische Zero-Days. Die meisten KI-Systeme sind schlicht nicht abgesichert konfiguriert.

    Offene LLMs

    Eigene Sprachmodelle laufen ohne Login direkt im Internet – jede HTTP-Anfrage erreicht das Modell.

    Ungesicherte APIs

    Schnittstellen ohne Token oder Rate-Limit erlauben Daten-Abfluss und Missbrauch im Sekundentakt.

    Vektor-Datenbanken offen

    Embeddings mit echten Geschäftsdaten landen frei zugänglich im Netz – inklusive interner Dokumente.

    Shadow AI

    Mitarbeitende nutzen unkontrolliert externe KI-Tools und schicken sensible Daten an unbekannte Anbieter.

    Warum KI-Systeme anders sind

    Ein klassischer Webserver liefert Dateien aus. Ein KI-System speichert Kontext, verarbeitet sensible Eingaben – und gibt aktiv Informationen zurück. Genau das macht den Unterschied: ein Angreifer muss nicht hacken, er muss nur fragen.

    Kontext-Speicher

    RAG- und Vektor-DBs spiegeln interne Dokumente, oft ohne klare Zugriffsgrenzen.

    Sensible Eingaben

    Prompts enthalten Vertragsklauseln, Code, Patientendaten, Strategien.

    Aktive Antworten

    Das Modell formuliert das Wissen freundlich aus – auf Anfrage.

    KI-Systeme in 5 Schritten absichern

    1. 1

      KI-Inventur

      Alle KI-Tools, LLMs, Agenten und Vektor-Datenbanken zentral erfassen – inkl. Schatten-IT.

    2. 2

      Zugriff absichern

      Authentifizierung, MFA, kurzlebige Tokens und Rollen für jede Schnittstelle.

    3. 3

      Monitoring aktivieren

      EDR/XDR auf KI-Hosts, Prompt- und API-Logs ins SOC, Egress-Kontrolle.

    4. 4

      Daten filtern

      Sensible Inhalte vor der Übergabe ans Modell maskieren, DLP-Regeln anwenden.

    5. 5

      Angriffe simulieren

      Prompt Injection und API-Missbrauch regelmäßig testen, Erkenntnisse zurückspielen.

    Typische Angriffsszenarien

    Was Angreifer mit einem offenen KI-System anstellen – meist ohne klassische Exploits.

    Prompt Injection

    Ein präparierter Eingabetext bringt das Modell dazu, interne Daten oder System-Prompts preiszugeben.

    API Abuse

    Ohne Authentifizierung lassen sich Anfragen massenhaft absetzen – inklusive Datenexport und Manipulation.

    Model Leakage

    Trainings- und Kontextdaten werden über gezielte Anfragen zurück aus dem Modell extrahiert.

    Shadow AI

    Externe ChatGPT- oder Browser-Plugins ziehen unkontrolliert Geschäftsdaten ab – am SOC vorbei.

    Größter Denkfehler: „Cloud = sicher"

    Viele Unternehmen glauben, eine KI in der Cloud sei automatisch geschützt. Das ist falsch. Die Cloud schützt vor Stromausfall, nicht vor Fehlkonfiguration. DSGVO verhindert keinen Datenabfluss, und Hosting in Deutschland ändert nichts an einem offenen Port.

    Cloud schützt nicht vor Fehlkonfiguration
    DSGVO verhindert keinen Datenabfluss
    Hosting in Deutschland ist hier irrelevant

    Reality-Check: Bist du betroffen?

    • Ein KI-System ist öffentlich erreichbar – auch über alte Subdomains.
    • Es gibt keine zentrale Authentifizierung für KI-Tools.
    • API-Keys liegen im Code oder in Repositories.
    • Es existieren keine Logs oder kein Monitoring für Prompts und API-Calls.
    • Mitarbeitende nutzen externe KI-Tools mit echten Geschäftsdaten.

    Trifft auch nur ein Punkt zu? Dann seid ihr Teil genau dieser Statistik.

    Was Unternehmen jetzt tun müssen

    Vier Maßnahmen mit der höchsten Hebelwirkung.

    KI-Inventur

    Alle KI-Systeme – inklusive selbstgehosteter LLMs, Agenten und Vektor-Datenbanken – zentral erfassen.

    Auth & Rollen

    Authentifizierung, MFA, kurzlebige Tokens und Least-Privilege auf jede KI-Schnittstelle anwenden.

    Monitoring

    EDR/XDR auf KI-Hosts, Prompt- und API-Logs, Egress-Kontrolle und Anomalie-Erkennung im SOC.

    Prompt Security

    Eingaben filtern, sensible Felder maskieren und Prompt-Injection regelmäßig aktiv testen.

    Wasacon-Lösung: KI-Sicherheit aus dem Kreis Heinsberg

    Wir sichern eure KI-Infrastruktur, bevor es jemand anderes tut. Schnell, pragmatisch, ohne Buzzword-Bingo – auf Mittelstand zugeschnitten.

    KI-System-Scan

    Externer Scan eurer Internet-Präsenz nach offenen LLMs, Vektor-DBs und Agenten – wie Intruder.io, nur für euch.

    API- & Modell-Härtung

    Authentifizierung, Token-Rotation, Rate-Limits und Zero Trust für jede KI-Schnittstelle.

    Live-Monitoring

    EDR/XDR plus dediziertes KI-Telemetrie-Logging – Prompt-Logs landen im SOC, nicht im Nichts.

    Prompt Security

    Filterregeln, DLP für KI-Eingaben und gezielte Prompt-Injection-Tests gegen eure Modelle.

    Incident Response

    Wenn ein KI-System leakt: forensische Analyse, Containment, Rotation aller betroffenen Secrets.

    Wasacon-Einschätzung

    Der Befund von Intruder.io ist kein Ausreißer, sondern der Normalzustand 2026. KI wird so schnell ausgerollt, dass Sicherheit hinten runterfällt – exakt das Muster, das wir vor zehn Jahren bei Cloud-Migrationen erlebt haben. Wer KI ernst meint, behandelt jeden LLM-Endpunkt wie eine produktive Datenbank: mit Inventur, Zugriffskontrollen, Monitoring und realistischen Penetration-Tests.

    Wasacon in deiner Region

    KI-Sicherheit, EDR/XDR und Sicherheitsanalysen – wir sind im Kreis Heinsberg und Umgebung vor Ort:

    ErkelenzWegbergWassenbergHückelhovenAachenMönchengladbachGeilenkirchenJülichDürenKrefeld

    Häufige Fragen

    Quelle: Die in diesem Beitrag genannten Zahlen und Tool-Beispiele basieren auf der Veröffentlichung „From enterprise chatbots to gooner caves: exposed AI infrastructure is rampant" von Intruder.io. Einordnung, Bewertung und Empfehlungen stammen von Wasacon. Originalreport ansehen

    Teste deine KI-Systeme, bevor es andere tun.

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