SafePay führt haugbuersten.de auf ihrer Leak-Seite. Hinter der Domain steht die Haug Bürsten KG aus Königsbrunn – Bürstenmachertradition seit 1836, 51–200 Beschäftigte, 23.000 m² Betriebsfläche. Eine offizielle Bestätigung liegt bislang nicht vor.

Am 27. Juli 2026 tauchte die Domain haugbuersten.de auf der Darknet-Leak-Seite der Ransomware-Gruppe SafePay auf. Hinter der Domain steht die Haug Bürsten KG in Königsbrunn bei Augsburg – ein familiengeführter Hersteller von Bürsten, Besen und professionellen Reinigungsgeräten mit Bürstenmachertradition seit 1836.
Belegt ist ausschließlich der Eintrag mit dem Firmennamen. Es gibt keine öffentliche Datenprobe, keine bekannte Datenmenge, keine Lösegeldsumme und keine offizielle Stellungnahme des Unternehmens. Für einen produzierenden Mittelständler dieser Größenordnung wäre ein Cybersicherheitsbudget von 140.000–300.000 € pro Jahr plus 100.000–250.000 € einmalige Modernisierung branchenüblich.
Quellen: Öffentliche Angaben Haug Bürsten KG, LinkedIn-Größenklasse, Branchenbericht rationell reinigen 2022 sowie Ransomware-Tracker (SafePay-Leak-Seite, öffentliche Beobachtung 27.07.2026).
Nach dem vorliegenden Screenshot wurde die Domain haugbuersten.de am 27. Juli 2026 auf der Leak-Seite der Erpressergruppe SafePay veröffentlicht. Auch mehrere Plattformen für Cyber-Threat-Intelligence führen das Unternehmen mittlerweile als mutmaßliches SafePay-Opfer. Die bislang öffentlich dokumentierte Datenmenge wird jedoch als unbekannt angegeben.
Wichtig ist die redaktionelle Einordnung: Eine Nennung auf einer kriminellen Leak-Seite beweist noch nicht, dass alle Behauptungen der Täter stimmen. Ransomware-Gruppen nutzen solche Veröffentlichungen gezielt als Druckmittel. Unternehmen sollen dadurch zu Verhandlungen oder zur Zahlung eines Lösegeldes bewegt werden.

Die Infografik fasst die aus öffentlichen Quellen bekannten Kennzahlen zu Haug Bürsten sowie einen branchenüblichen Budget-Korridor für einen Mittelständler dieser Größenordnung zusammen. Alle Angaben zum mutmaßlichen Cyberangriff sind unbestätigt.
| Aussage | Status |
|---|---|
| haugbuersten.de auf SafePay-Leak-Seite gelistet | belegt (27.07.2026) |
| Datenmenge / Datenarten | unbekannt |
| Beispieldateien / Datenprobe | keine erkennbar |
| Lösegeldforderung | nicht öffentlich |
| Verschlüsselung bestätigt | nein |
| Datenabfluss bestätigt | nein |
| Angriffsmethode | unbekannt |
| Website erreichbar | ja (Stand Redaktionsschluss) |
| Öffentliche Stellungnahme Haug Bürsten | keine |
| Bestätigung durch Behörden / zweite Quelle | nicht bekannt |
Eine Erwähnung auf einer Leak-Seite ist zunächst nur eine Behauptung der Täter, kein Beleg für einen erfolgreichen Angriff oder Datenabfluss.
Die Haug Bürsten KG ist ein familiengeführter Hersteller von Bürsten, Besen und professionellen Reinigungsgeräten mit Sitz in Königsbrunn bei Augsburg. Das heutige Industrieunternehmen wurde 1962 von Traudel und Hans Haug gegründet. Die Bürstenmachertradition der Familie reicht laut Unternehmensangaben bis in das Jahr 1836 zurück.
Am Standort Königsbrunn verfügt das Unternehmen über eine Betriebsfläche von rund 23.000 m². Etwa 15.000 m² werden für Produktion, Lagerung und Verwaltung genutzt. Entwicklung, Fertigung und Qualitätsprüfung sollen vollständig am deutschen Standort erfolgen. Rechtlich firmiert das Unternehmen als Haug Bürsten KG, eingetragen beim Amtsgericht Augsburg unter HRA 18559.
Quellen: Haug Bürsten, Branchenbericht rationell reinigen (2022), LinkedIn.
Zum Sortiment gehören Hygienebürsten für die Lebensmittelproduktion, Reinigungsgeräte für Metzgereien, Bäckereien und Molkereien, Produkte für Kliniken und Pflegeeinrichtungen, ESD- und antistatische Spezialprodukte, metallisch detektierbare Reinigungsgeräte sowie Bürsten und Besen für Haushalt und Gebäudereinigung. Gerade in der Lebensmittelindustrie spielen nachvollziehbare Hygieneprozesse und farbcodierte, detektierbare Produkte eine zentrale Rolle.
Illustrative Verteilung – keine offizielle Kundenaufteilung, sondern eine Modellannahme auf Basis der öffentlichen Zielgruppenkommunikation.
SafePay wurde erstmals Ende 2024 beobachtet und entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einer der aktivsten Ransomware-Gruppen. Acronis berichtete bereits für das erste Quartal 2025 von mehr als 200 mutmaßlich betroffenen Organisationen. Anders als viele Ransomware-Netzwerke scheint SafePay zentral organisiert zu sein und nicht mit einer großen Zahl frei agierender Partner zu arbeiten.
SafePay setzt auf sogenannte Double Extortion – doppelte Erpressung. Daten werden zunächst kopiert und aus dem Netzwerk übertragen, anschließend können Systeme verschlüsselt werden. Selbst wenn ein Unternehmen aus Backups wiederherstellt, bleibt die Drohung bestehen, die gestohlenen Informationen zu veröffentlichen.
Quellen: Acronis Q1/2025, Check Point, Huntress, Bitdefender, öffentliche Leak-Site-Auswertungen.
Ohne Stellungnahme des Unternehmens darf nicht behauptet werden, bestimmte Daten seien tatsächlich entwendet worden. Bei einem produzierenden Mittelständler dieser Struktur wären grundsätzlich folgende Bereiche zu prüfen:
Kontakte, Bestellhistorien, Ansprechpartner, Rahmenverträge
Rahmenverträge, Konditionen, Rabattstaffeln, individuelle Kalkulationen
Mitarbeiterdaten, Lohnabrechnung, Bewerbungen, Krankenakten
Postfächer, interne Kommunikation, Angebote, Schriftverkehr
Zeichnungen, Rezepturen, Qualitätsdaten, Chargen-Dokumentation
Modellwerte basierend auf publizierten SafePay-Leak-Analysen. Keine Aussage über konkret bei Haug Bürsten entwendete Daten.
Bei einem produzierenden Mittelständler reicht die IT weit über Bürocomputer und E-Mail-Postfächer hinaus. Digitale Systeme steuern oder unterstützen Auftragserfassung, Warenwirtschaft, Produktionsplanung, Lager und Versand, Einkauf, Buchhaltung, Personalverwaltung, Qualitätsmanagement, Produktentwicklung und technische Dokumentation.
Sollten Angreifer Zugriff auf solche Systeme erhalten haben, könnte das neben einem Datenschutzvorfall auch erhebliche operative Folgen haben. Denkbar wären verzögerte Lieferungen, manuelle Auftragsbearbeitung, fehlende Lagerinformationen oder vorübergehende Produktionsausfälle. Für Haug Bürsten ist eine solche Beeinträchtigung bislang nicht belegt – es handelt sich um typische Risikoszenarien für ein Unternehmen dieser Struktur.
SafePay hat Ordner kopiert, aber nichts verschlüsselt. Produktion und Verwaltung laufen, interne Prüfung.
Einzelne Fileserver, Verwaltung oder Mail betroffen. Produktion weitgehend erhalten, Lieferungen verzögert.
ERP, Warenwirtschaft, Produktionsplanung und E-Mail betroffen – manuelle Notprozesse, Lieferausfälle.
Eintrag beruht auf veralteten, fremden oder falsch zugeordneten Daten – kommt bei SafePay vereinzelt vor.
Welches Szenario zutrifft, lässt sich derzeit nicht öffentlich bestimmen.
Für Haug Bürsten ist der Angriffsweg unbekannt. Die folgenden Methoden stammen aus anderen dokumentierten SafePay-Fällen.
Wiederverwendete Passwörter, Info-Stealer-Logs, Credential-Stuffing – häufigster SafePay-Einstieg.
Offen erreichbare VPN- oder RDP-Gateways bleiben ein klassischer Türöffner im Mittelstand.
Rechnung, Bewerbung, Lieferschein – SafePay nutzt Standardköder mit maliziösen Anhängen oder Links.
Firewall-, VPN- und Mail-Gateways mit bekannten CVEs sind bevorzugte Ziele.
PsExec, WMI, PowerShell – erschwert die Erkennung, weil Aktionen wie IT-Arbeit aussehen.
WinRAR + Rclone/FileZilla zu Cloud-Speichern, danach Verschlüsselung und Löschung der Schattenkopien.
Die tatsächliche IT-Struktur und das bisherige Sicherheitsbudget von Haug Bürsten sind nicht öffentlich bekannt. Für einen produzierenden Betrieb mit ungefähr 100 Beschäftigten wäre folgende Größenordnung als journalistische Orientierung realistisch:
Damit läge eine belastbare Grundabsicherung grob bei 140.000–300.000 € pro Jahr. Hinzu könnten einmalige Investitionen zwischen 100.000 und 250.000 € für Netzwerksegmentierung, Firewalls, sichere Fernzugänge, Backup-Infrastruktur und die Trennung von Büro- und Produktionsnetzen kommen. Modellrechnung, keine Aussage über Haug Bürsten.
Ungewöhnliche Admin-Anmeldungen, geografische Anomalien, MFA-Umgehungen.
Frisch angelegte Konten, Änderungen an Gruppenrichtlinien, deaktivierte Protokollierung.
Deaktivierung von EDR/AV, gelöschte Schattenkopien, gestoppte Backup-Jobs.
Zugriffe auf große Netzwerkfreigaben, ungewöhnliche ausgehende Datenübertragungen.
Verdächtige Anmeldungen, Weiterleitungsregeln, OAuth-Consents, App-Registrierungen.
Manipulationen an Warenwirtschaft, MES, Chargen- oder Qualitätsdatenbanken.
Zugangsdaten kontrolliert zurücksetzen, kompromittierte Systeme isolieren, Beweise sichern. Ein übereiltes Löschen oder Neuinstallieren kann wichtige forensische Spuren zerstören. Datenschutz: 72-Stunden-Frist nach Art. 33 DSGVO beginnt ab Kenntnis einer tatsächlichen Verletzung, nicht mit dem Leak-Eintrag.
Produzierende Mittelständler sind für Ransomware-Gruppen attraktive Ziele: reale Auftragsvolumen, sensible Kunden- und Lieferantendaten, gewachsene Netze mit Alt- und Speziallösungen und oft dünne IT-Abteilungen. Genau diese Kombination macht klassische Familienbetriebe seit Monaten zum bevorzugten Ziel von SafePay, Qilin und LockBit5.
Konkret heißt das: phishingresistente MFA, Admin-Trennung und Härtung von Microsoft 365, unveränderbare Backups mit echten Rücksicherungstests und ein betreuter IT-Betrieb mit 24/7-MDR, Patch- und Änderungsmanagement.
Die Darknet-Listung durch SafePay ist für Haug Bürsten ein ernst zu nehmendes Warnsignal – aber noch kein abschließender Beweis für einen erfolgreichen Cyberangriff. Derzeit fehlen eine Bestätigung des Unternehmens, technische Untersuchungsergebnisse und belastbare Angaben zu möglicherweise betroffenen Daten.
Fest steht lediglich: SafePay nennt die Domain des Königsbrunner Traditionsherstellers auf seiner Leak-Seite. Ob tatsächlich Daten gestohlen, Systeme verschlüsselt oder Betriebsabläufe beeinträchtigt wurden, muss eine forensische Untersuchung zeigen. Bis dahin sollte redaktionell ausschließlich von einem mutmaßlichen Cybervorfall, einer Täterbehauptung oder einer Darknet-Listung gesprochen werden – nicht von einem zweifelsfrei bestätigten Hack.
Stand: 28. Juli 2026. Der Beitrag wird aktualisiert, sobald eine belastbare Stellungnahme des Unternehmens oder einer zuständigen Behörde vorliegt. Standort: Königsbrunn bei Augsburg (Bayern).
Transparenzhinweis
Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen sowie auf Angaben einer Darknet-Leak-Seite. Die dort veröffentlichten Behauptungen konnten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig verifiziert werden. Die Erwähnung eines Unternehmens bedeutet nicht automatisch, dass ein erfolgreicher Cyberangriff oder Datenabfluss stattgefunden hat.
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