Am Sonntagabend, 28. Juni 2026, wurden die nordrhein-westfälischen Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) Opfer einer Cyberattacke. Die kritische Infrastruktur hält: Strom, Gas, Wasser und Wärme laufen weiter. Die administrative IT ist jedoch offline.

Wichtig für die Region: Die Energie- und Wasserversorgung ist von dem Vorfall nicht betroffen. Um Schlimmeres zu verhindern, hat die GSW nach Bekanntwerden des Angriffs sofort einen Krisenstab einberufen und Systeme vorsorglich vom Netz genommen.
Betroffen ist die administrative IT — sie wurde vorsorglich vom Netz getrennt:
Physische Kundencenter bleiben regulär geöffnet. Persönliche Anliegen können weiter vor Ort geklärt werden.

Genau dafür ist eine saubere Trennung von IT- und OT-Netzwerken gedacht: Die Angreifer haben die administrative IT erwischt, die Steuerung von Strom-, Gas-, Wasser- und Wärmeversorgung läuft davon getrennt weiter.
Aktuell ermittelt das Landeskriminalamt (LKA) gemeinsam mit externen IT-Sicherheitsexperten auf Hochtouren. GSW-Geschäftsführer Alexander Loipfinger betonte, dass man den Vorfall schnellstmöglich aufklären wolle.
Wer hinter der Attacke steckt und ob möglicherweise sensible Kundendaten abgeflossen sind, ist derzeit noch unklar. Erfahrungsgemäß dauert die forensische Untersuchung solcher Vorfälle mehrere Tage bis Wochen.

Ransomware-Gruppen greifen längst nicht mehr nur Großkonzerne an. Kommunale Versorger gelten aus mehreren Gründen als lukrative Ziele:
Der Fall GSW zeigt aber auch: Wenn IT und OT konsequent getrennt sind, bleibt die eigentliche Versorgung selbst bei einem erfolgreichen Angriff auf die Verwaltung stabil.
Aus Wasacon-Sicht sind das die Bausteine, die Stadtwerke und Kommunen 2026 konsequent einführen sollten:
Keine einzelne Maßnahme garantiert vollständigen Schutz — gemeinsam reduzieren sie das Risiko und die Auswirkungen eines Angriffs jedoch drastisch.
Der Fall GSW reiht sich ein in eine Serie von Cybervorfällen bei deutschen Kommunen und Versorgern. Erfreulich ist, dass die Trennung von IT und OT hier offenbar funktioniert hat — genau das ist das Sicherheitsprinzip, das der Gesetzgeber mit NIS2 und dem KRITIS-Dachgesetz für Versorger einfordert.
Ob personenbezogene Daten abgeflossen sind, ist derzeit offen. Betroffene sollten wachsam sein gegenüber möglichen Phishing- und Social-Engineering- Angriffen im Nachgang — insbesondere Anrufen und Mails, die sich als „GSW Kundenservice" ausgeben.
Weitere Fälle, die Wasacon zuletzt eingeordnet hat:
Netzwerksegmentierung IT/OT, EDR/XDR, MFA, Offline-Backups und ein einsatzbereiter Krisenstab: Wasacon macht Kommunen, Stadtwerke und Mittelstand widerstandsfähig gegen Ransomware und Datendiebstahl.
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Wie viel sollte Ihr Unternehmen jährlich in IT investieren?
Risiko-Level: Mittel · Multiplikator: 1.2×
Richtwerte auf Basis von BSI/NIST/ENISA-Branchenbenchmarks. Keine verbindliche Empfehlung.
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