Auf der Leak-Seite läuft bereits der Countdown. Double Extortion in Reinform – mit erheblichem Risiko für sensible Unternehmensdaten.

Die mutmaßliche Ransomware- und Leak-Gruppe „SpaceBears" hat den deutschen Filter-Spezialisten Lösing Filtertechnik auf ihrer Darknet-Leak-Seite gelistet. Auf der Seite läuft ein Countdown bis zur angeblichen Veröffentlichung. Eine technische Bestätigung des Vorfalls liegt öffentlich noch nicht vor – die Methodik passt jedoch zum bekannten Double-Extortion-Muster moderner Erpressungsgruppen.
Die Gruppe „SpaceBears" hat offenbar einen neuen Eintrag auf ihrer Darknet-Leak-Seite veröffentlicht. Laut aktuell kursierendem Screenshot soll das deutsche Unternehmen Lösing Filtertechnik (Willibrord Lösing Filtertechnik e.K.) betroffen sein.
Auf der Leak-Seite wird das Unternehmen ausführlich beschrieben, inklusive Firmenwebsite und Brancheninformationen. Ein sichtbarer Countdown weist darauf hin, wann angeblich gestohlene Daten veröffentlicht oder zum Download freigegeben werden sollen. Genau dieses Muster ist von zahlreichen modernen Erpressungsgruppen bekannt: Erst Druck aufbauen, dann mit der Veröffentlichung drohen.
Name des Unternehmens auf der SpaceBears-Leak-Seite gelistet.
Geo-Tag „DE" – typische Praxis moderner Leak-Portale.
Firmenbeschreibung und Unternehmenswebsite öffentlich verlinkt.
Sichtbarer Timer bis zur angeblichen Veröffentlichung.
Hinweise auf vorbereitete Daten-Archive zum Release.
Erst Druck – dann Drohung mit Veröffentlichung.
Die Gruppe behauptet damit indirekt, Zugriff auf interne Unternehmensdaten erlangt zu haben. Eine unabhängige technische Bestätigung des tatsächlichen Datenumfangs liegt derzeit öffentlich nicht vor.
Live-Visualisierung · Darknet-Countdown
LÖSING FILTERTECHNIK
Produktionsnetz · DE
SpaceBears · Leak
Lösing Filtertechnikcountry: DE · files: locked · status: published
Countdown läuft. Wenn die Uhr abläuft, landen die Daten dort, wo sie niemand mehr zurückholt.
Viele Unternehmen unterschätzen inzwischen weniger die Verschlüsselung selbst — sondern die Folgen eines Datenabflusses. Moderne Ransomware-Gruppen arbeiten fast immer mit sogenannter „Double Extortion":
Selbst wenn ein Unternehmen seine Systeme aus Backups wiederherstellen kann, bleibt der Schaden durch gestohlene Daten oft bestehen. Genau das macht solche Vorfälle mittlerweile so gefährlich.
Strategie, Angebote, Memos.
CAD-Daten, Konstruktionspläne, IP.
Kontaktdaten und Vertragshistorien.
E-Mails, Bestellungen, NDAs.
Konditionen, Preise, Bankdaten.
Direkter Einstieg für Folgeangriffe.
Topologie, Subnets, Schwachstellen.
Mitarbeiter, Bewerber, Kunden.
Gerade Industrie- und Produktionsunternehmen verfügen häufig über jahrzehntelang gewachsene IT-Strukturen mit älteren Systemen, historischen Netzwerken oder externen Fernwartungszugängen, die ursprünglich nie für heutige Bedrohungslagen ausgelegt wurden.
Die Bedrohungslage für deutsche Mittelständler verschärft sich seit Jahren. Besonders im Fokus internationaler Cybercrime-Gruppen stehen Unternehmen aus:
Diese Unternehmen besitzen oft wertvolle technische Daten, sind hochgradig von laufender Produktion abhängig und unterliegen zeitkritischen Lieferketten — dadurch enormer Druck bei Ausfällen. Genau darauf setzen Ransomware-Gruppen gezielt.
Viele denken bei Cyberangriffen zunächst an verschlüsselte Systeme oder ausgefallene Server. In Wahrheit beginnt der eigentliche Schaden häufig erst danach.
Angreifer nutzen veröffentlichte Informationen häufig für hochgradig glaubwürdige Social-Engineering-Angriffe. Mitarbeiter erhalten perfekt formulierte E-Mails mit echten internen Informationen, Rechnungen oder Ansprechpartnern — die Erfolgsquoten steigen massiv.
3-2-1, immutable, getrennt vom Produktionsnetz – regelmäßig restore-getestet.
Logs werden nicht nur gesammelt, sondern in SIEM/SOC korreliert und alarmiert.
Office-IT, Produktion und Fernwartung strikt trennen – Blast Radius minimieren.
Patches, MFA, IP-Whitelisting, keine Legacy-Protokolle wie IKEv1.
Verhaltensbasierte Erkennung statt klassischer Signatur-AV.
Wer entscheidet, isoliert, kommuniziert? Schriftlich. Geübt. Erreichbar.
Zum aktuellen Zeitpunkt handelt es sich bei den veröffentlichten Informationen um Behauptungen der Leak-Gruppe „SpaceBears". Der genaue Umfang möglicher kompromittierter Daten sowie technische Details eines möglichen Vorfalls sind öffentlich bislang nicht bestätigt. Wasacon beobachtet die Lage und ordnet sie ausschließlich auf Basis öffentlich verfügbarer Informationen ein.
Wasacon unterstützt Produktions- und Industriebetriebe im Kreis Heinsberg mit Managed Backup, EDR/XDR-Monitoring, Netzwerksegmentierung und Incident-Response.
Weitere aktuelle Ransomware-Listings, Double-Extortion-Fälle und Härtungsstrategien aus dem Wasacon-Blog:
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Risiko-Level: Mittel · Multiplikator: 1.2×
Richtwerte auf Basis von BSI/NIST/ENISA-Branchenbenchmarks. Keine verbindliche Empfehlung.
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Transparenzhinweis
Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen sowie auf Angaben einer Darknet-Leak-Seite. Die dort veröffentlichten Behauptungen konnten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig verifiziert werden. Die Erwähnung eines Unternehmens bedeutet nicht automatisch, dass ein erfolgreicher Cyberangriff oder Datenabfluss stattgefunden hat.
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