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    IT-Sicherheit · Agentic AI · Breaking

    Claude erneut gehackt!

    ▰ Patch bypassed in 03:00:00 ▰

    Sicherheitsfixnachnur3Stundenerneutausgehebelt

    3 Stunden bis Bypass
    Patch umgangen
    KI-Agent kompromittiert
    11.05.2026 8 min Lesezeit
    Claude erneut gehackt – Sicherheitsfix nach 3 Stunden umgangen
    Kurzantwort

    Sicherheitsforscher haben die Chrome-Erweiterung von Anthropic Claude erneut kompromittiert. Ein frisch veröffentlichter Sicherheitsfix wurde innerhalb von rund 3 Stunden wieder umgangen. Das Kernproblem: Claude besitzt als Agentic-AI-Agent tiefe Browserrechte – und andere Erweiterungen können diese Rechte missbrauchen, ohne selbst privilegiert zu sein.

    Was genau passiert ist

    Betroffen ist die experimentelle Browser-Erweiterung Claude in Chrome. Sie erlaubt dem KI-Assistenten, direkt mit Webseiten, Browserdaten und verbundenen Diensten zu interagieren. Genau diese tiefen Rechte werden jetzt zum Problem: Sicherheitsforscher demonstrierten, dass andere Browser-Erweiterungen mit Claude kommunizieren und die KI dazu bringen können, Aktionen mit deren privilegierten Rechten auszuführen. Eine bösartige Erweiterung benötigt kaum eigene Berechtigungen – sie nutzt die von Claude.

    Brisant: Damit wird das Sicherheitsmodell von Chrome – jede Erweiterung soll nur das dürfen, was der Nutzer explizit erlaubt – praktisch ausgehebelt. Nicht durch eine klassische Lücke im Browser, sondern durch das Vertrauensmodell der KI selbst.

    Vertrauensarchitektur: Was die KI im Browser darf

    Damit Claude produktiv arbeiten kann, erhält die KI weitreichende Berechtigungen – die im Missbrauchsfall direkt zum Angriffswerkzeug werden:

    Browserinhalte lesen
    Tabs, Formulare, Texte, gerenderte Seiten – alles im Klartext sichtbar
    Sessions & Cookies nutzen
    Eingeloggter Zugriff auf M365, Google, Banking, GitHub – ohne MFA-Reibung
    Cloud-Dokumente abrufen
    Google Drive, OneDrive, Notion, Confluence – KI sieht, was der Nutzer sieht
    Aktionen automatisieren
    Klicken, tippen, absenden, hochladen – legitime UI-Aktionen, nicht erkennbar als Angriff
    API- & Cloud-Konsolen
    AWS, Azure, GCP – produktive Konfigurationen können verändert werden
    Code-Repositories
    GitHub-Inhalte lesen, Commits analysieren, Secrets ableiten

    Warum der Fix nur 3 Stunden hielt

    Anthropic reagierte schnell und veröffentlichte einen Patch. Doch dieser wurde laut Sicherheitsforschern in rund drei Stunden erneut umgangen. Der Grund: Statt das Vertrauensmodell grundlegend zu überarbeiten, wurden offenbar nur einzelne Angriffspfade blockiert.

    3 h
    bis Bypass
    2.
    Bypass binnen Wochen
    mögl. Folgepfade

    Bei KI-Agenten mit tiefen Systemrechten reicht ein oberflächlicher Fix nicht. Sobald ein Angreifer einen alternativen Kommunikationskanal zwischen Erweiterungen findet, hängen die Schutzmechanismen wieder in der Luft – genau das ist hier geschehen.

    Angriffsszenarien, die jetzt realistisch sind

    Sicherheitsforscher demonstrierten verschiedene Szenarien – aus Sicht klassischer Sicherheitslösungen wirken viele davon legitim, weil die KI die Rechte tatsächlich besitzt:

    • Inhalte aus Google Drive & OneDrive exfiltrieren
    • GitHub-Repositories analysieren oder klonen
    • Sensible Unternehmensdokumente zusammenfassen & versenden
    • Browser-Sessions in Cloud-Konsolen missbrauchen
    • OAuth-Grants stillschweigend ausweiten
    • Formulare ausfüllen und Aktionen automatisiert auslösen
    • Sitzungstoken auf C2-Server abfließen lassen
    • Nutzerinteraktionen imitieren (Buttons, Bestätigungen)
    Erkennungslücke: Klassische Antivirus- oder EDR-Lösungen achten auf verdächtige Prozesse, Malware-Signaturen und auffällige Netzwerkkommunikation. Hier handelt eine legitime KI innerhalb erlaubter Prozesse – das Verhalten sieht sauber aus.

    Das eigentliche Problem: KI-Agenten mit zu vielen Rechten

    Der Vorfall ist symptomatisch. Unternehmen integrieren Agentic-AI-Systeme mit weitreichenden Berechtigungen – schneller, als Sicherheitskonzepte dafür existieren. Ein kompromittierter KI-Agent besitzt unter Umständen mehr Rechte als einzelne Mitarbeiter:

    Microsoft 365 / Google Workspace
    Mail, Drive, Kalender, Teams – KI sieht und versendet
    GitHub & Entwickler-Tools
    Repos, Issues, Secrets, Pipelines, Tokens
    Lokale Dateien & Cloud-Storage
    Sync-Ordner, Dropbox, Box, S3, SharePoint
    CRM, ERP, Wissensdatenbanken
    HubSpot, Salesforce, Notion, Confluence, Jira
    Terminal- & Shell-Zugriff
    Agentic Coding, ausführbare Befehle, Build-Systeme
    API-Steuerung
    REST/GraphQL-Endpunkte mit produktiven Berechtigungen

    Sofortmaßnahmen für Unternehmen

    Behandeln Sie KI-Agenten wie hochprivilegierte Systeme. Diese sechs Schritte reduzieren das akute Risiko deutlich:

    1. 1
      Claude-Erweiterung deaktivieren oder deinstallieren
      Auf allen Arbeitsgeräten mit Zugriff auf produktive Daten – mindestens bis ein dauerhaft wirksamer Fix bestätigt ist.
    2. 2
      Browser-Sessions und Tokens widerrufen
      Microsoft 365, Google Workspace, GitHub, Cloud-Konsolen, SaaS-Dienste – aktive Sessions invalidieren und neu anmelden.
    3. 3
      Berechtigungen aller Browser-Erweiterungen prüfen
      Welche Erweiterung darf was lesen, ändern, exfiltrieren? Alles Nicht-Notwendige entfernen oder per Application Control sperren.
    4. 4
      KI-Zugriffe auf Cloud-Dienste segmentieren
      Claude/ChatGPT/Copilot dürfen nicht automatisch alle Daten sehen – getrennte Konten, minimale Scopes, OAuth-Reviews.
    5. 5
      EDR/XDR um Browser- und KI-Telemetrie erweitern
      Auffällige Datenabflüsse aus dem Browser, ungewöhnliche API-Calls oder neue OAuth-Grants müssen alarmieren.
    6. 6
      KI-Nutzungsrichtlinie aktualisieren
      Welche KI-Agenten sind erlaubt? Welche Datenkategorien? Wer überprüft? Schriftlich, verbindlich, mit Schulung.
    Minimale Rechte (PoLP)
    KI-Agenten erhalten nur die wirklich nötigen Scopes – nichts darüber hinaus
    Browser-Erweiterungen kontrollieren
    Application Control, Allowlists, kein Mix aus KI-Agent + beliebiger Extension
    Cloud-Zugriffe segmentieren
    Eigene Konten und Token-Scopes für KI – getrennt vom Nutzer-Account
    Zero-Trust für KI-Agenten
    Jeder Agent gilt als potenziell kompromittiert – Re-Auth, kurzlebige Tokens
    EDR/XDR + Browser-Telemetrie
    Datenabflüsse, OAuth-Grants und neue Tokens müssen alarmieren
    Entwicklerzugriffe absichern
    GitHub-, API- und Terminalrechte mit zusätzlicher MFA und Approval-Flows

    Wasacon-Einschätzung

    Die größte Gefahr moderner KI-Systeme ist aktuell nicht die KI selbst, sondern die Kombination aus enormen Berechtigungen und unausgereiften Sicherheitsmodellen. Wer KI-Agenten produktiv einsetzt, gibt ihnen Zugriff auf E-Mail, Cloud-Dokumente, Repositories und Konsolen – und damit potenziell auf das Tafelsilber des Unternehmens.

    Klassische Schutzmaßnahmen wurden nicht für autonome KI-Agenten entwickelt. 2026 brauchen Unternehmen ein eigenes KI-Sicherheitskonzept: Inventarisierung aller eingesetzten KI-Agenten, minimale Rechte, getrennte Identitäten, Browser-Telemetrie und schriftliche Nutzungsrichtlinien. Wer das verschiebt, akzeptiert ein Risiko, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit gerade dramatisch steigt.

    Häufige Fragen

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    KI-Sicherheitskonzepte, EDR/XDR und Application Control für Unternehmen im Kreis Heinsberg und Umgebung.

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