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    IT-Sicherheit · Ransomware · Darknet

    Spedition Kern im Darknet gelistet – 161 GB sensible Daten angekündigt

    Hessischer Logistiker auf Everest-Leak-Seite – die Erpressungsgruppe behauptet, im Besitz von rund 161 GB internen Unternehmensdaten zu sein. Countdown läuft, unabhängige Bestätigung steht aus.

    28.05.2026 8 min Lesezeit Rödermark, Hessen
    Spedition Kern aus Rödermark von Everest-Erpressungsgruppe mit 161 GB Daten im Darknet gelistet
    LIVE · Everest Feed
    T-07d 07h 01m : 39s
    Exfiltrated · spedition-kern.com
    0GB
    Upload → onion0 %
    > ransomocmou6mnbquqz44...onion :: TLS handshake OK

    Hessischer Logistiker auf Everest-Leak-Seite

    Die deutsche Transport- und Logistikfirma Spedition Kern aus Rödermark ist offenbar auf der Leak-Seite der Ransomware-/Erpressungsgruppe Everest aufgetaucht. Laut den veröffentlichten Angaben behaupten die Angreifer, im Besitz von rund 161 GB interner Unternehmensdaten zu sein. Ein Countdown deutet darauf hin, dass die Daten in wenigen Tagen veröffentlicht werden könnten, falls keine Einigung zustande kommt.

    Bereits auffällig: Die offizielle Website der Firma befindet sich derzeit im „Umbau". Ob dies direkt mit dem Vorfall zusammenhängt, ist bislang unklar. Eine unabhängige Bestätigung des Cyberangriffs liegt aktuell nicht vor. Die veröffentlichten Informationen und Screenshots deuten jedoch auf einen schwerwiegenden Sicherheitsvorfall hin.

    Welche Daten betroffen sein sollen

    Die Täter beschreiben die angeblich erbeuteten Daten als äußerst umfangreich und sensibel. Laut Leak-Beschreibung sollen sich darunter befinden:

    Buchhaltung & ELSTER
    Buchungsbelege, BWA/SuSa, ELSTER-Exports, Finanzamtsdaten über mehrere Jahre.
    Bank- & Sparkassen-Exporte
    Kontoauszüge, Cash-Flow-Bewegungen, Zahlungsdaten – Material für CEO-Fraud.
    Rechnungen & Lieferscheine
    Auftragsbestände, Kundenkonditionen, Margen, Pallettenkonten.
    Kunden- & Transportdaten
    Kundenstammdaten, Routen, Transportbedingungen, CMR-Frachtbriefe.
    Fahrzeug- & Flottenakten
    Zulassungen, Kennzeichen, Wartungs- und Schadensberichte.
    Versicherungen & Finanzierung
    Policen, Schadensmeldungen, Leasing- und Finanzierungsverträge.
    Mitarbeiter & medizinische Daten
    Personalunterlagen, Telefonlisten, ärztliche Bescheinigungen.
    Private Familien- & Immobiliendaten
    Fotos, Familiendokumente, Grundbuchauszüge, Immobilienunterlagen.

    Besonders kritisch wäre die Kombination aus geschäftlichen und privaten Datenbeständen. Sollte die Behauptung zutreffen, könnten nicht nur betriebliche Abläufe, sondern auch personenbezogene Informationen betroffen sein.

    Wer ist Everest? — Threat-Intel-Profil

    Stand: 28. Mai 2026 · Quelle: aggregierte Leak-Site-Daten

    Aktiv

    Everest ist seit September 2021 aktiv und kombiniert klassischen Datendiebstahl konsequent mit Erpressung. Mit über 363 öffentlich gelisteten Opfern in 34 Ländern konzentriert sich Everest auf Finanzdaten, Kundendatenbanken, interne Dokumentensammlungen und personenbezogene Daten. Auffällig: Mit 37,1 % Infostealer-Quote liegt Everest deutlich über dem Schnitt — die Gruppe verwertet systematisch Credentials aus Stealer-Logs.

    Opfer
    0
    Geschädigte gesamt
    Erstmals entdeckt
    2021-09-09
    erstes Opfer
    Zuletzt entdeckt
    2026-05-28
    jüngstes Opfer
    Inaktiv seit
    0
    Tagen
    Ø Verzögerung
    0,0
    Tage
    Infostealer-Quote
    0,0 %
    Opfer mit Stealer-Hits
    Länder
    0
    betroffen
    Angriffsfrequenz — letzte 12 Monate
    +8 % vs VormonatØ 13 Opfer/Monat
    060
    070
    080
    090
    100
    110
    120
    010
    020
    030
    040
    050
    Top 5 Branchen
    Manufacturing
    0
    Business Services
    0
    Construction
    0
    Healthcare
    0
    Technology
    0
    Top 5 Länder
    United States
    0
    Deutschland
    0
    United Kingdom
    0
    Kanada
    0
    Frankreich
    0

    Quelle: aggregierte Threat-Intel aus Everest-Leak-Site (ransomware.live). Die Werte spiegeln öffentlich gelistete Opfer wider — die tatsächliche Opferzahl liegt erfahrungsgemäß deutlich höher, da viele Unternehmen Lösegeld zahlen und nicht öffentlich werden.

    Transport- und Logistikbranche zunehmend im Fokus

    Speditionen und Logistikunternehmen stehen seit Jahren verstärkt im Fokus von Cyberkriminellen. Der Grund: Die Branche verarbeitet große Mengen sensibler Daten und ist gleichzeitig zeitkritisch organisiert. Bereits kurze IT-Ausfälle können Lieferketten, Dispositionen oder Abrechnungen massiv beeinträchtigen.

    Liefer- & Routeninformationen
    Detaillierte Strecken, Zeitfenster, Übergabepunkte – Steilvorlage für physische Anschlussangriffe.
    Kundennetzwerke
    Stammkunden mit Ansprechpartnern, Verträgen und Konditionen – ideal für Supply-Chain-Phishing.
    Finanzdaten
    Kontoauszüge, Forderungslisten, Steuerexporte – DSGVO-Risiko und CEO-Fraud-Material.
    Fahrzeug- & Flotteninformationen
    Telematik-, Wartungs- und Versicherungsdaten – Hebel für Betriebsstörungen.
    Zoll- & Transportdokumente
    Frachtpapiere, CMRs, Zollformulare – kritisch für internationale Lieferketten.
    Interne Kommunikation
    Mails, Tickets, Chatprotokolle – Goldgrube für maßgeschneiderte Social-Engineering-Angriffe.

    Zusätzlich gelten mittelständische Unternehmen oft als attraktiv, da sie komplexe IT-Strukturen besitzen, jedoch nicht immer über vollständig überwachte Sicherheitsumgebungen verfügen.

    Wer steckt hinter „Everest"?

    Die Gruppe Everest ist seit mehreren Jahren aktiv und tritt regelmäßig mit Veröffentlichungen gestohlener Unternehmensdaten in Erscheinung. Die Täter kombinieren klassische Datendiebstähle häufig mit Erpressung und Veröffentlichung auf eigenen Leak-Portalen.

    Nach aktuellen Analysen konzentriert sich die Gruppe stark auf:

    Finanzdaten
    Personenbezogene Daten
    Unternehmensdatenbanken
    Interne Dokumentensammlungen

    Die Leak-Seite deutet darauf hin, dass Unternehmen unter Druck gesetzt werden sollen, bevor gestohlene Daten öffentlich gemacht werden.

    Warum solche Vorfälle besonders gefährlich sind

    Bei modernen Cyberangriffen geht es längst nicht mehr nur um Verschlüsselung. Immer häufiger steht die Datenexfiltration im Vordergrund. Selbst wenn Systeme weiterlaufen, können bereits kopierte Informationen enorme Folgen haben:

    DSGVO-Risiken & Bußgelder
    Mögliche Identitätsmissbräuche
    Industriespionage
    Angriffe auf Kunden und Partner
    Reputationsschäden
    Finanzielle Folgekosten

    Besonders problematisch wird es, wenn historische Finanz- und Kundendaten über viele Jahre gesammelt wurden – wie es bei Speditionen mit langer Firmengeschichte typischerweise der Fall ist.

    Was Unternehmen daraus lernen sollten

    Der Fall zeigt erneut, wie wichtig moderne Sicherheitsstrategien geworden sind. Gerade Logistikunternehmen sollten kritische Systeme wie Disposition, ERP, Buchhaltung und Fahrzeugverwaltung besonders absichern.

    24/7 Monitoring & MDR/XDR
    Ohne kontinuierliche Erkennung bleiben Datenabflüsse oft wochenlang unbemerkt. EDR allein reicht 2026 nicht mehr.
    Netzwerksegmentierung
    ERP, Disposition, Buchhaltung und Fahrzeugverwaltung in eigenen Zonen – lateral movement verhindern.
    Härtung von Remote-Zugängen
    VPN, RDP und Wartungsportale auf MFA, Just-in-time-Zugang und Zero-Trust-Brokering umstellen.
    Konsequentes Patch-Management
    Edge-Geräte (Firewalls, SSL-VPNs), ERP- und Logistikserver mit klaren SLAs patchen — kein Aufschub.
    Backup- & Recovery-Konzept
    Immutable Offline-Backups, getestete Restore-Routinen, 3-2-1-1-0-Regel inkl. Air-Gapped-Kopie.
    Schutz vor Datenexfiltration
    Egress-Monitoring, DLP, Anomalie-Erkennung für rclone/MEGA/Cloud-Uploads vor der Verschlüsselung.
    Mitarbeiter-Sensibilisierung
    Phishing-Simulationen, klare Eskalationswege, Awareness für Disposition, Buchhaltung und Fahrer.
    Cyber-Versicherung & IRP
    Incident-Response-Plan inkl. Kommunikation, Datenschutzmeldung (DSGVO Art. 33), forensischer Dienstleister auf Abruf.
    Hinweis

    Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegt keine unabhängige technische Bestätigung der behaupteten Datenmenge oder Echtheit der Daten vor. Die Informationen basieren auf veröffentlichten Angaben der Leak-Seite der Gruppe Everest.

    Sind Ihre kritischen Systeme im Blick?

    Wasacon prüft Ihre Disposition, ERP- und Buchhaltungs-Infrastruktur, härtet Remote-Zugänge und etabliert 24/7-MDR — bevor Sie auf einer Leak-Seite stehen.

    Häufige Fragen

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    Transparenzhinweis

    Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen sowie auf Angaben einer Darknet-Leak-Seite. Die dort veröffentlichten Behauptungen konnten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig verifiziert werden. Die Erwähnung eines Unternehmens bedeutet nicht automatisch, dass ein erfolgreicher Cyberangriff oder Datenabfluss stattgefunden hat.

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    Wasa Consult, Data Recovery Service, Heinsberg, Nordrhein-Westfalen