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    IT-Sicherheit

    Ransomware-Alarm: Schulte-Lindhorst im Darknet gelistet

    Traditions-Spedition aus Rietberg offenbar Ziel der Qilin-Ransomware-Gruppe

    14.05.2026 9 min Lesezeit
    Ransomware-Alarm: Schulte-Lindhorst im Darknet – Qilin-Gruppe droht mit Datenveröffentlichung

    Vorsichtige Einordnung: Die Schulte-Lindhorst GmbH & Co. KG wird nach aktuellen Erkenntnissen auf einer Leak-Seite der Ransomware-Gruppe Qilin geführt. Eine unabhängige Bestätigung eines tatsächlichen Datenabflusses oder einer Verschlüsselung produktiver Systeme liegt aktuell nicht vor. Die Listung gilt jedoch als ernstzunehmendes Warnsignal. Wir veröffentlichen aus Gründen der DSGVO und des Persönlichkeitsschutzes keine sensiblen oder personenbezogenen Inhalte.

    Auf einen Blick

    Auf der Leak-Seite der Ransomware-Gruppe Qilin wird die Spedition Schulte-Lindhorst aus Rietberg (NRW) als Opfer geführt. Das Unternehmen betreibt vier Standorte – Rietberg, Hövelhof, Schloß Holte-Stukenbrock und Wadersloh – und beschäftigt nach eigenen Angaben über 100 Mitarbeiter. Ob ein tatsächlicher Datenabfluss vorliegt und welche Standorte betroffen sind, ist aktuell nicht bestätigt. Bei zentraler IT-Infrastruktur (typisch im Mittelstand) sind in der Regel jedoch alle vernetzten Standorte potenziell mitbetroffen.

    Unternehmensprofil Schulte-Lindhorst

    Die Schulte-Lindhorst GmbH & Co. KG ist eine traditionsreiche, familiengeführte Spedition aus Ostwestfalen mit Fokus auf Logistik, Spezialtransporte und Nutzfahrzeug-Service. Quelle der Eckdaten: schulte-lindhorst.de/unternehmen .

    Firmenname

    Schulte-Lindhorst GmbH & Co. KG

    Hauptsitz

    Hauptstraße 102, 33397 Rietberg (NRW)

    Gegründet

    1940 · seit Gründung 100 % Familienbesitz

    Mitarbeiter

    100+

    Fuhrpark

    60+ moderne Nutzfahrzeuge

    Lagerfläche

    über 50.000 m²

    Geschäftsführung

    Thomas Schulte-Lindhorst (3. Generation)

    Geschäftsfelder

    Spedition, Kontraktlogistik, Spezial- & Schwertransporte, Nutzfahrzeug-Werkstatt

    Hinweis zur Historie: Anders als oft kolportiert ist der ursprüngliche Baustoffgroßhandel seit 2011 nicht mehr Teil des Kerngeschäfts. Das Unternehmen wurde damals strategisch auf Logistik und Spedition neu ausgerichtet. Rückwirkend zum 01.01.2023 wurde zusätzlich das operative Geschäft der Spedition Johannpeter übernommen, die seither unter dem Dach der Schulte-Lindhorst-Gruppe operiert.

    Was ist passiert?

    Auf der Darknet-Leak-Seite der Ransomware-Gruppe Qilin (auch bekannt als Agenda) ist Schulte-Lindhorst nach aktuellen Erkenntnissen als neues Opfer aufgetaucht. Typisch ist dort folgender Ablauf:

    • Listung auf der Leak-Seite (oft mit Vorschaubildern interner Dokumente)
    • Countdown bis zur Veröffentlichung der Daten
    • Verhandlungsdruck über parallele Erpressungsforderung
    • Bei Nichtzahlung: schrittweise oder vollständige Veröffentlichung im Darknet

    Listung gesehen

    Mai 2026

    Gruppe

    Qilin (Agenda)

    Unternehmen

    schulte-lindhorst.de

    Status

    Unbestätigt – Listung aktiv

    Vier Standorte – sind alle betroffen?

    Die Schulte-Lindhorst-Gruppe betreibt laut eigenen Angaben vier Standorte in Nordrhein-Westfalen. Ob die Listung sich auf den Hauptsitz beschränkt oder einzelne bzw. alle Standorte technisch betroffen sind, ist aus der Listung selbst nicht ableitbar:

    Rietberg (33397)

    Hauptstraße 102

    Hauptsitz · Verwaltung · Werkstatt · Truck-Service

    Hövelhof (33161)

    Industriestraße 12

    Logistik- und Lagerstandort

    Schloß Holte-Stukenbrock (33758)

    Fosse Breede 16 und 24

    Logistikzentrum · ca. 17.250 m² (Erweiterung 2019)

    Wadersloh (59329)

    Stromberger Str. 27

    Logistikzentrum · +11.500 m² Erweiterung 2022

    Allgemeine Einordnung (kein bestätigter Sachverhalt für Schulte-Lindhorst):

    In typischen Mittelstands-Architekturen mit zentralem ERP, einheitlicher Active-Directory-Domäne und gemeinsamer Buchhaltung greifen Disposition, Werkstatt, Lager und Verwaltung in der Regel auf dieselben Kernsysteme zu. Ein erfolgreicher Angriff auf den zentralen Datenbestand wirkt dann standortübergreifend – unabhängig davon, ob in Rietberg, Hövelhof, Schloß Holte-Stukenbrock oder Wadersloh physisch verschlüsselt wurde.

    Hinzu kommt die 2023 übernommene Spedition Johannpeter: Wurde diese IT-seitig bereits in die Gruppen-Infrastruktur integriert, könnte ein Vorfall auch dort wirksam sein. Bestätigt ist auch das nicht.

    Welche Daten könnten betroffen sein?

    Vorschaubilder auf Qilin-Leak-Seiten lassen meist Rückschlüsse auf interne Unterlagen zu. Aus Gründen der DSGVO und des Persönlichkeitsschutzes veröffentlichen wir keine sensiblen oder personenbezogenen Inhalte und keine Originaldokumente. Kategorisch könnten unter anderem betroffen sein:

    Mitarbeiter- und Personaldaten

    Stammdaten, Geburtstagslisten, Gehalts- und Beschäftigungsunterlagen

    Kunden- und Lieferantenkontakte

    Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Vertragsdaten

    Buchhaltung & Finanzen

    Saldenlisten, Debitoren-/Kreditoren-Buchhaltung, Personalbuchhaltung

    Speditions- und Transportdaten

    Disposition, Tourenplanung, Fahrer- und Frachtinformationen

    Werkstatt- und Fahrzeugunterlagen

    Reparaturhistorie, Wartungsdaten, Fuhrpark-Dokumentation

    Lagerlogistik-Daten

    Wareneingang, Bestände, Kommissionierung für Industriekunden

    Warum Logistik im Fadenkreuz steht

    Speditionen sind aus Sicht von Ransomware-Gruppen attraktive Ziele:

    • Vernetzung mit dutzenden bis hunderten Industriekunden – jeder Tag Stillstand erzeugt Folgekosten in der Lieferkette.
    • Just-in-Time- und Just-in-Sequence-Prozesse: hohe Zahlungsbereitschaft, weil Produktionsstopps beim Kunden teurer sind als das Lösegeld.
    • OT/IT-Konvergenz in modernen Fuhrparks (Telematik, ELD, Routenplanung, Werkstatt-Diagnose) erweitert die Angriffsfläche.
    • Gewachsene IT-Strukturen mit älteren ERP-, Dispositions- und Buchhaltungssystemen, die nicht immer zeitnah gepatcht sind.

    Qilin – Profil der Gruppe

    Qilin (auch Agenda) gehört seit 2022 zu den aktivsten Ransomware-as-a-Service-Akteuren weltweit. Charakteristisch ist das Double-Extortion-Modell: Daten werden zunächst exfiltriert, anschließend Systeme verschlüsselt – und bei Nichtzahlung schrittweise im Darknet veröffentlicht.

    Auch getestete Backups schützen damit nicht vor Reputations- und DSGVO-Schäden. Ein anderer Mittelstandsbetrieb war zuletzt im selben Muster betroffen: Qilin-Angriff auf Herth+Buss.

    Cybercrime ist heute Industrie: Qilin betreibt Verhandlungsportale, Support-Strukturen und ein Affiliate-Programm. Der deutsche Mittelstand steht zunehmend im Zentrum dieser professionalisierten Kampagnen.

    Keine abschließende Bestätigung

    Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht abschließend bestätigt:

    • ob die auf der Leak-Seite gezeigten Daten tatsächlich authentisch sind,
    • welcher Umfang eines möglichen Vorfalls vorliegt,
    • ob produktive Systeme kompromittiert oder verschlüsselt wurden,
    • welche der vier Standorte oder die übernommene Johannpeter-Infrastruktur konkret betroffen sind.

    Stand der Information: 14.05.2026. Quelle: öffentlich einsehbare Leak-Seite der Qilin-Gruppe sowie schulte-lindhorst.de. Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald es belastbare Informationen oder eine offizielle Stellungnahme gibt.

    Häufige Fragen

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    Transparenzhinweis

    Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen sowie auf Angaben einer Darknet-Leak-Seite. Die dort veröffentlichten Behauptungen konnten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig verifiziert werden. Die Erwähnung eines Unternehmens bedeutet nicht automatisch, dass ein erfolgreicher Cyberangriff oder Datenabfluss stattgefunden hat.

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    Bekannt aus

    Wasa Consult, Data Recovery Service, Heinsberg, Nordrhein-Westfalen