Die INTERNET AG Global Network (inet.de) ist auf der Leak-Seite der Ransomware-Gruppe TheGentlemen erschienen. Wenn ein Hoster getroffen wird, hängen Kundenketten mit dran – was gesichert ist, was Behauptung bleibt und was Betroffene jetzt tun sollten.

Transparenz & Stand der Recherche
Stand: 11.07.2026 – unbestätigter Vorfall. Der Eintrag auf der TheGentlemen-Leak-Seite ist zunächst eine Behauptung der Täter – keine offizielle Bestätigung. Eine Listung belegt weder Umfang noch Echtheit der behaupteten Datenbeute. Opfer der Straftat ist zunächst die INTERNET AG selbst. Es liegt bislang keine Stellungnahme der INTERNET AG Global Network vor. Dieser Artikel wird laufend aktualisiert und eine Stellungnahme umgehend nachgereicht, sobald belastbare Informationen vorliegen.
Update-Historie
Status bei Sichtung: Eintrag mit Drohung einer bevorstehenden Veröffentlichung, sofern sich kein Unternehmensvertreter meldet; keine verifizierten Datenproben, kein Countdown (Stand 10.07.2026). Quelle: Threat-Intelligence-Meldung zur Leak-Seite. Wir verlinken bewusst nicht auf die Leak-Seite.
Auf der Darknet-Leak-Seite von TheGentlemen wurde am 10. Juli 2026 ein neuer Eintrag zur INTERNET AG (inet.de) veröffentlicht. Die Täter drohen darin sinngemäß, den „vollständigen Leak“ in Kürze zu veröffentlichen, sofern sich kein Unternehmensvertreter über die angegebenen Kanäle melde. Konkrete Angaben zum Umfang der angeblich erbeuteten Daten, Datenproben oder ein Countdown liegen nicht vor.
Wichtig zur Einordnung: Das Datum der Listung markiert nur die Veröffentlichung auf der Leak-Seite, nicht zwingend den Zeitpunkt eines etwaigen Angriffs. Zwischen einer Kompromittierung und der öffentlichen Listung vergehen bei Ransomware-Gruppen häufig mehrere Wochen – oft die Phase, in der im Verborgenen verhandelt wird. Ein etwaiger Angriff könnte also bereits länger zurückliegen. Ob neben einem möglichen Datenabfluss auch Systeme verschlüsselt wurden, lässt sich von außen nicht beurteilen. Die Website des Unternehmens war zum Zeitpunkt der Recherche erreichbar.
Die INTERNET AG Global Network mit Sitz am Wiesenhüttenplatz 26 in Frankfurt am Main ist ein auf Geschäftskunden spezialisierter Hosting- und Infrastrukturanbieter. Die Aktiengesellschaft wurde im März 2002 in das Handelsregister eingetragen (Amtsgericht Frankfurt am Main, HRB 54478), Vorstand ist Stefan Schellenberg. Das Unternehmen verfügt über eine eigene Wertpapierkennnummer (WKN 622989 / ISIN DE0006229891) – ein Relikt aus der Gründerzeit der frühen 2000er.
Das Leistungsportfolio liest sich wie ein Querschnitt kritischer IT-Grundversorgung für den Mittelstand:
Rechenzentrumsstandorte: eigenes Frankfurter Rechenzentrum plus Colocation-Flächen (u. a. InterXion, Ancotel) sowie Standorte in Stuttgart und Amsterdam. Beworben werden 99,9-Prozent-Verfügbarkeit, redundante Anbindung und 24/7-Bereitschaft. Wirtschaftlich ist die INTERNET AG ein kleines Haus: die zuletzt hinterlegte Bilanzsumme (Geschäftsjahr 2021) lag bei rund 750.000 Euro; Umsatz- und Mitarbeiterzahlen sind nicht öffentlich.
| Unternehmen | INTERNET AG Global Network |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Sitz | Wiesenhüttenplatz 26, 60329 Frankfurt am Main |
| Register | Amtsgericht Frankfurt am Main, HRB 54478; WKN 622989 / ISIN DE0006229891 |
| Vorstand | Stefan Schellenberg |
| Branche | Hosting, Serverhousing/Colocation, Managed Services, Domainregistrierung/DENIC-RRI, Firewall/VPN/Loadbalancer |
| Gründung/Eintragung | 2002 |
| Standorte | eigenes RZ Frankfurt; Colocation u. a. InterXion, Ancotel; Stuttgart, Amsterdam |
| Größe | keine öffentlichen Umsatz-/Mitarbeiterzahlen; Bilanzsumme 2021 ca. 750.000 € |
| Leak-Eintrag | TheGentlemen; Listung 10.07.2026 |
| Status | Drohung mit bevorstehender Veröffentlichung; keine Datenproben, kein Countdown |
| Bestätigung | steht aus, keine Stellungnahme |

Grafische Aufbereitung: generische Branchen-Benchmarks. Für die INTERNET AG liegen keine öffentlichen Umsatz- oder Mitarbeiterzahlen vor; jede darüber hinausgehende Größenangabe ist eine Schätzung.
Bilanzsumme (2021, bekannt)
ca. 750.000 €
Umsatzklasse (Schätzung, nicht öffentlich)
ca. 0,7–1,5 Mio. € / Jahr
IT-/Security-Anteil bei IT-Dienstleistern
deutlich > 15 % v. Umsatz üblich
Typische Folgekosten Ransomware KMU
häufig 100.000 – 1 Mio. €+
| Maßnahme | Größenordnung / Jahr |
|---|---|
| Multi-Faktor-Authentifizierung (VPN, Mail, Admin, Kundenportale) | 3.000 – 8.000 € |
| EDR/MDR + 24/7-Monitoring auf Edge & Servern | 12.000 – 30.000 € |
| Immutable / Offline-Backups + Restore-Tests | 5.000 – 12.000 € |
| Fortinet-/Edge-Patch-Management (CVE-2024-55591 & Co.) | 3.000 – 8.000 € |
| Netzsegmentierung: interne IT ↔ Kundenumgebungen ↔ Management | 6.000 – 15.000 € |
| Privileged Access Management für Admins & Kundentenants | 6.000 – 15.000 € |
| ESXi-/Virtualisierungs-Hardening + Management-VLAN | 5.000 – 12.000 € |
| Awareness- und Phishing-Simulationen | 2.500 – 6.000 € |
| Incident-Response-Retainer & Krisenübungen | 6.000 – 15.000 € |
| NIS-2- / DSGVO-Beratung (HBDI Wiesbaden, BSI-Meldewege) | 3.000 – 8.000 € |
Faustregeln (Bitkom/BSI): 3–7 % vom Umsatz in IT, davon mindestens ~20 % in Security. Für einen kleinen Hoster wären selbst fünf- bis sechsstellige jährliche Sicherheitsinvestitionen die günstigere Variante – die Rechnung ist ein Benchmark, keine Schuldzuweisung.
Bei den meisten Ransomware-Opfern endet der Schaden an der Unternehmensgrenze. Bei einem Hosting- und Managed-Service-Anbieter ist das anders – er ist ein Multiplikator. Sollte es tatsächlich zu einem erfolgreichen Angriff mit Datenabfluss gekommen sein, wären mehrere Szenarien denkbar:
Kundendaten & Vertragsunterlagen
Stammdaten, Ansprechpartner, Bankverbindungen und Vertragsdetails von Geschäftskunden – klassisches Material für gezielte Phishing- und Betrugskampagnen im Namen des Hosters.
Zugangsdaten & technische Dokumentation
Bei einem Anbieter, der Firewalls, VPNs und Server im Kundenauftrag verwaltet, wären Konfigurationen, Passwörter oder Netzpläne besonders sensibel – sie könnten Folgeangriffe auf die Kunden selbst ermöglichen.
Domain-Verwaltung / DENIC
Als DENIC-angebundener Registrar-Dienstleister verwaltet die INTERNET AG Domains in größerem Umfang. Kompromittierte Registry-Zugänge wären ein Hebel für DNS-Manipulationen weit über das eigene Haus hinaus.
Verfügbarkeits-/ESXi-Risiko
Würden Virtualisierungs- oder Verwaltungssysteme verschlüsselt, könnten im schlimmsten Fall gehostete Kundensysteme ausfallen – TheGentlemen bringt mit ihrem ESXi-Locker genau das passende Werkzeug für solche Umgebungen mit.
Für keines dieser Szenarien gibt es derzeit Belege. Die Aufzählung beschreibt das strukturelle Risiko der Branche, nicht den bestätigten Schaden dieses Falls.
TheGentlemen ist eine der auffälligsten Neuerscheinungen im Ransomware-Ökosystem – Mitte 2025 aufgetaucht, erste Go-Samples im Juli 2025, Leak-Seite ab September 2025. Bis Mitte 2026 sind über 530 Opfer in rund 75 Ländern gelistet – im ersten Halbjahr 2026 zählt TheGentlemen zu den zehn aktivsten Ransomware-Gruppen weltweit.
Das Geschäftsmodell ist klassisches Double Extortion mit einem besonders hohen Affiliate-Anteil von 90 %. Der mutmaßliche Betreiber tritt unter den Pseudonymen „hastalamuerte“ und „Zeta88“ auf – hervorgegangen aus einem Streit mit der Qilin-Gruppe im Juli 2025 um eine nicht gezahlte Affiliate-Provision. Aus dem verprellten Qilin-Partner wurde ein eigenständiger Konkurrent. Im Mai 2026 ermöglichte ein interner Datenbank-Leak ungewöhnlich tiefe Einblicke ins Innenleben der Operation.
Technisch besonders relevant: primäres Einfallstor sind Fortinet-Geräte über die Schwachstelle CVE-2024-55591. Die Gruppe soll eine Datenbank von rund 14.700 kompromittierten FortiGate-Geräten pflegen. Zusätzlich Cisco-Edge, NTLM-Relay, Infostealer-Logs mit OWA-/ M365-Zugangsdaten. Über Active-Directory-Gruppenrichtlinien (GPO) kann die Ransomware zeitgleich auf allen Rechnern einer Domäne gezündet werden – die wohl wirkungsvollste Verteilmethode überhaupt. Für Hosting-Umgebungen gefährlich: der dedizierte ESXi-Locker.
| Erstes Auftreten | Mitte 2025; Go-Samples Juli 2025; Leak-Seite ab September 2025 |
|---|---|
| Modell | RaaS · Double Extortion · 90/10 Affiliate-Split |
| Betreiber | „hastalamuerte“ / „Zeta88“ · russischsprachiger Raum vermutet · CIS-Ausschluss |
| Locker | Go (Win/Linux/NAS) + dedizierter C-basierter ESXi-Locker · password-protected Builds |
| Primärer Zugang | Fortinet CVE-2024-55591 · ~14.700 vorbereitete FortiGates · ~1.000 valide VPN-Zugänge |
| Weitere Zugänge | Cisco-Edge · NTLM-Relay · Infostealer-Logs · RDP/SSL-VPN |
| Tooling | AnyDesk · PsExec · Cobalt Strike · SystemBC · EDR-Killer |
| Besonderheit | GPO-Missbrauch für domänenweite Zündung |
| Opferzahl | über 530 gelistet (Stand 07/2026); real vermutlich deutlich mehr |
| Geografie | USA, Thailand, Frankreich, Deutschland, Brasilien u. a. · rund 75 Länder |
| Branchen | Manufacturing, Technology, Business Services, Healthcare |
| Zahlungsmittel | Kryptowährung |

| Merkmal | Beobachtung |
|---|---|
| Locker-Sprache / Aufbau | In Go geschrieben, plattformspezifische Varianten (Windows, Linux, NAS) plus dedizierter C-basierter ESXi-Locker |
| Ausführung | Password-protected Build – Ausführung erfordert Startparameter (verhindert Analyse in Sandboxes) |
| Primärer Zugang | Fortinet FortiOS/FortiProxy – CVE-2024-55591 (Authentication Bypass), ~14.700 vorbereitete Zielgeräte gepflegt |
| Weitere Zugänge | Cisco-Edge, NTLM-Relay, Infostealer-Logs (OWA/M365), RDP/SSL-VPN |
| Tooling | AnyDesk, PsExec, Cobalt Strike, SystemBC-Proxy-Botnet, eigene EDR-/AV-Killer |
| Privilege Escalation | Teils bis Kernel-Ebene (u. a. ThrottleStop-Treiber, BYOVD) |
| Verteilung | Missbrauch von Active-Directory-Gruppenrichtlinien (GPO) für domänenweite Zündung |
| Krypto | Hybrid XChaCha20 + Curve25519, partial/full Encryption-Modi |
| Ransom-Note | Gruppenspezifische Note ohne feste Dateiendung (kein .dlock – Deadlock-Verwechslung vermeiden) |
Auszug DE · 22 Einträge · Stand 11.07.2026
INTERNET AG Global Network
Hosting
inet.de
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Manufacturing / Marine
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Manufacturing / Food
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Manufacturing
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Quelle: ransomware.live · TheGentlemen-Leak-Seite (Snapshot 11.07.2026). Eine Listung bedeutet nicht automatisch einen bestätigten Cyberangriff.
Volles TheGentlemen-ProfilThreat-Intelligence-Meldung zum Eintrag auf der TheGentlemen-Leak-Seite (Sichtung 10.07.2026, indexiert u. a. durch Ransomware.live); Unternehmensangaben auf inet.de; Register-/Firmenauskünfte (Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 54478, North Data, Creditreform, Implisense); Threat-Intel-Reports zu TheGentlemen (Group-IB, Halcyon, Check Point, Trend Micro, Huntress); Empfehlungen von BSI, Bitkom, FBI und CISA. Kein Link zur Leak-Seite, keine Onion-Adresse.
Wasacon analysiert, wie belastbar Ihre Fortinet-/Edge-Konfiguration, Ihr AD und Ihre ESXi-Umgebung gegenüber TheGentlemen & Co. wirklich sind – und wo Kundenzugänge zum Multiplikator werden könnten.
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Wie viel sollte Ihr Unternehmen jährlich in IT investieren?
Risiko-Level: Mittel · Multiplikator: 1.2×
Richtwerte auf Basis von BSI/NIST/ENISA-Branchenbenchmarks. Keine verbindliche Empfehlung.
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