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    IT-Sicherheit
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    „Ihr wart nie anonym" – First VPN zerschlagen

    Behörden zerlegen ein zentrales Werkzeug der Cybercrime-Szene: 33 Server abgeschaltet, mindestens 25 Ransomware-Gruppen enttarnt, über 500 Nutzerprofile bereits an Ermittler. Das „No-Logs"-Versprechen war eine Lüge.

    23.05.2026
    8 Min. Lesezeit
    Globaler Schlag gegen Cybercrime – Behörden zerschlagen kriminelles VPN-Netzwerk First VPN

    Ein internationaler Schlag gegen die Cybercrime-Szene sorgt aktuell für Nervosität in einschlägigen Untergrundforen: Das sogenannte „First VPN" wurde in einer weltweiten Operation abgeschaltet. Die Infrastruktur galt laut Ermittlern jahrelang als eines der wichtigsten Werkzeuge für Ransomware-Banden, Datendiebe und Betrüger.

    Was viele Nutzer für einen „sicheren Schutzschild" hielten, entwickelte sich zum größten Eigentor der Szene.

    Die Operation in Zahlen

    Die Aktion lief zwischen dem 19. und 20. Mai 2026 unter Beteiligung zahlreicher Länder, darunter Frankreich, Niederlande, Deutschland, USA, Spanien, Großbritannien und der Ukraine.

    33
    Server beschlagnahmt
    25+
    Ransomware-Gruppen
    500+
    Nutzerprofile an Ermittler
    7+
    beteiligte Staaten

    Zusätzlich wurde der mutmaßliche Administrator in der Ukraine durchsucht und vernommen, mehrere Domains beschlagnahmt – darunter 1vpns.com, 1vpns.net, 1vpns.org sowie mehrere Tor-/Onion-Dienste.

    Ein VPN, gebaut für Cyberkriminelle

    „First VPN" war kein gewöhnlicher Datenschutzdienst. Beworben wurde er gezielt in russischsprachigen Cybercrime-Foren – mit Versprechen, die jeden seriösen Anbieter alarmieren würden:

    • keine Logs
    • keine Zusammenarbeit mit Behörden
    • anonyme Krypto-Zahlungen
    • verschleierte Infrastruktur
    • Schutz vor Strafverfolgung
    • Tarn-Traffic als HTTPS-Verkehr

    Die Plattform bot verschiedene VPN-Protokolle sowie Tarntechniken an, mit denen schädlicher Traffic wie normaler HTTPS-Webverkehr aussehen sollte – ein zentraler Baustein, um Firewalls, IDS und Behörden auszuhebeln.

    Mindestens 25 Ransomware-Gruppen nutzten den Dienst

    Laut FBI und Europol wurde die Infrastruktur von mindestens 25 bekannten Ransomware-Gruppen verwendet. Eingesetzt wurde sie unter anderem für:

    Ransomware-Angriffe

    Verschleierter Zugriff und Erpressung kompletter Unternehmensnetzwerke.

    Datenexfiltration

    Heimliches Absaugen sensibler Daten in Richtung Leak-Seiten.

    Command & Control

    Versteckte C2-Kanäle für Malware und Botnetze.

    DDoS & Netzwerk-Scans

    Massenangriffe auf Online-Dienste und Schwachstellen-Scans im großen Stil.

    Betrugsoperationen

    Großangelegte Phishing- und BEC-Kampagnen über getarnte Endpunkte.

    Lateral Movement

    Verschleierter Sprung zwischen kompromittierten Netzwerken weltweit.

    Besonders brisant: Ermittler konnten offenbar auf Nutzerdaten und Verbindungsinformationen zugreifen. Tausende Nutzer wurden identifiziert. Bereits jetzt wurden über 500 Nutzerprofile an internationale Ermittlungsbehörden verteilt.

    „No Logs"? Offenbar nicht.

    Der Fall zeigt erneut ein massives Problem in der Underground-Szene: Viele kriminelle Dienste werben mit absoluter Anonymität – doch sobald Ermittler Zugriff auf Systeme oder Betreiber erhalten, bricht das Kartenhaus zusammen.

    Ransomware-Gruppen verlassen sich auf VPN- und Proxy-Infrastrukturen, um:

    • ihre Herkunft zu verschleiern
    • Command-&-Control-Systeme zu verstecken
    • Datenverkehr umzuleiten
    • Strafverfolgung zu erschweren

    Wenn genau diese Infrastruktur kompromittiert wird, entstehen plötzlich riesige Ermittlungsansätze – auch rückwirkend.

    Warum der Schlag für Unternehmen relevant ist

    Die eigentliche Gefahr endet nicht mit der Abschaltung. Sicherheitsbehörden werden die gewonnenen Daten jetzt vermutlich monatelang auswerten. Das kann bedeuten:

    • neue Hausdurchsuchungen
    • weitere Infrastruktur-Takedowns
    • zusätzliche Festnahmen
    • Aufklärung laufender Angriffe
    • Identifizierung kompromittierter Firmenzugänge

    Unternehmen sollten besonders aufmerksam sein, wenn:

    • ungewöhnliche VPN-Verbindungen auftauchen
    • unbekannte IPs aus exotischen Ländern erscheinen
    • alte RDP-/VPN-Zugänge noch aktiv sind
    • historische Login-Daten nie überprüft wurden

    Diese Maßnahmen sollten jetzt umgesetzt werden

    Remote-Zugänge auditieren

    Alte VPN-, RDP- und SSH-Zugänge identifizieren und deaktivieren, sobald sie nicht mehr gebraucht werden.

    Logs analysieren

    Verbindungen aus exotischen Ländern, ungewöhnlichen ASNs oder zu untypischen Zeiten gezielt prüfen.

    MFA flächendeckend

    Multi-Faktor-Authentifizierung auf jedem Remote-Zugang – ohne Ausnahme für „Service-Accounts“.

    EDR/XDR scharfschalten

    Endpoint Detection & Response erkennt verdächtigen Tunnel-Traffic, der durch klassische Firewalls rutscht.

    Die eigentliche Botschaft: Vertrauensbruch in der Szene

    Die wichtigste Erkenntnis ist nicht die Abschaltung selbst – sondern die psychologische Wirkung. Viele Täter glaubten jahrelang, über „First VPN" unsichtbar zu sein. Jetzt bekommen Nutzer der Plattform teilweise direkt eingeblendet, dass sie identifiziert wurden.

    Für die Cybercrime-Szene ist das ein massiver Vertrauensbruch. Und genau dieses Misstrauen gegenüber eigener Infrastruktur ist häufig der Anfang weiterer Fehler, Leaks und Festnahmen.

    Wasacon-Perspektive

    Der Takedown zeigt: Ermittlungsbehörden greifen längst nicht mehr nur einzelne Hackergruppen an, sondern die komplette Infrastruktur dahinter. Für KMU im Kreis Heinsberg bedeutet das zweierlei:

    1. Die Angreifer werden nervöser – und damit oft hektischer und auffälliger.
    2. Wer jetzt sauberes EDR/XDR-Monitoring und kontrollierte Remote-Zugänge hat, sieht Anomalien zuerst.

    Wir helfen Ihnen, alte Remote-Zugänge zu auditieren, Logs zentral auszuwerten und mit EDR/XDR genau die Tunnel-Aktivitäten zu erkennen, die durch klassische Firewalls rutschen.

    Sind Ihre Remote-Zugänge wirklich unter Kontrolle?

    Wir prüfen Logs, Zugänge und Monitoring – und sichern Ihre Infrastruktur gegen genau die Angriffstechniken ab, die jetzt durch ausgewertete VPN-Daten sichtbar werden.

    Häufige Fragen (FAQ)

    Haftungsausschluss: Die auf Wasacon bereitgestellten Inhalte dienen nur zu Informationszwecken. Wir garantieren nicht die Qualität, Genauigkeit oder Vollständigkeit der Informationen aus Drittquellen.

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    Wasa Consult, Data Recovery Service, Heinsberg, Nordrhein-Westfalen