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    Reha-Activ bestätigt Cyberangriff – Patientendaten betroffen

    Öffentliche Bekanntmachung nach Art. 34 DSGVO – Gesundheits-, Versicherungs- und Zahlungsdaten können betroffen sein

    05.06.2026 8 min Lesezeit
    Leaked · Darknet Listing
    DragonForce listet REHA-ACTIV Medizintechnik im Darknet – Leak-Site Screenshot

    Update 16.06.2026: Reha-Activ e.K. hat den Cyberangriff in einer öffentlichen Bekanntmachung nach Art. 34 Abs. 3 lit. c DSGVO bestätigt. Laut Unternehmen wurden Daten verschlüsselt und nach derzeitigem Kenntnisstand auch personenbezogene Daten kopiert und entwendet. Kriminalpolizei und LDI NRW sind informiert.

    Auf einen Blick

    Die Ransomware- und Erpressergruppe DragonForce hat das deutsche Medizintechnikunternehmen REHA-ACTIV auf ihrer Leak-Seite im Darknet veröffentlicht. Damit reiht sich das Unternehmen in eine wachsende Zahl europäischer Healthcare-Firmen ein, die derzeit Ziel professioneller Cybercrime-Gruppen werden. Die Veröffentlichung dient als Druckmittel – ein klassisches Double-Extortion-Muster.

    Offizielle Bekanntmachung – Reha-Activ e.K.

    Bekanntmachung nach Art. 34 Abs. 3 lit. c DSGVO

    Rösrath, 16.06.2026 – Wichtige Information für Kundinnen, Kunden, Patientinnen und Patienten.

    Was ist passiert?

    „Unbekannte Täter haben sich unerlaubt Zugang zu unseren Computersystemen verschafft und sich dort über einen längeren Zeitraum aufgehalten. Am Ende haben sie Daten verschlüsselt und Geld gefordert. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass dabei auch personenbezogene Daten kopiert und entwendet wurden." Der Vorfall wurde der Kriminalpolizei angezeigt, die LDI NRW informiert und IT-Sicherheitsfachleute hinzugezogen.

    Wer kann betroffen sein?

    Kundinnen und Kunden bzw. Patientinnen und Patienten, die mit Reha-Activ im Zusammenhang mit der Versorgung mit Reha- und Hilfsmitteln in Kontakt standen – sowie deren angegebene Angehörige.

    Welche Daten können betroffen sein?

    • Persönliche Angaben: Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail
    • Gesundheitsdaten: Diagnosen, Behandlungen, Hilfsmittel-Versorgung, Angaben zu einer Schwerbehinderung
    • Versicherungsdaten: Kranken- oder Pflegeversicherungsnummer
    • Zahlungsdaten: Bankverbindung / Kontodaten
    • Wohnsituation (im Zusammenhang mit der Hilfsmittel-Versorgung)

    WICHTIG: Schutz vor Folgebetrug

    Kriminelle nutzen solche Vorfälle oft aus, um Betroffene ein zweites Mal zu täuschen – teils unter Nennung echter Daten. Reha-Activ stellt klar:

    • Reha-Activ fragt niemals telefonisch, per E-Mail oder SMS nach Passwörtern, PINs, Bank- oder Kreditkartendaten.
    • Reha-Activ fordert niemals Geldüberweisungen, um Daten zu „schützen" oder „freizukaufen".
    • Bei unerwarteten Kontakten keine persönlichen Daten weitergeben, keine Links in verdächtigen E-Mails/SMS anklicken.
    • Kontoauszüge prüfen, verdächtige Abbuchungen der Bank melden.

    Info-Hotline: 02205 – 8000-0 (Mo–Fr 9–17 Uhr)

    Aktuelle Infos: www.reha-activ.de

    Datenschutzbeauftragter: Mike Emenako · [email protected]

    Aufsichtsbehörde: LDI NRW, Postfach 20 04 44, 40102 Düsseldorf · 0211 38424-0 · [email protected]

    Darknet-Listing – Fakten

    Veröffentlicht

    Juni 2026

    Gruppe

    DragonForce

    Branche

    Medizintechnik / Healthcare

    Status

    Offiziell bestätigt (16.06.2026, Art. 34 DSGVO)

    Wer ist REHA-ACTIV?

    REHA-ACTIV ist ein deutsches Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen, das seit mehr als 30 Jahren Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen unterstützt. Das Unternehmen ist u. a. in den Bereichen Rehatechnik, Hilfsmittelversorgung und Gesundheitsversorgung tätig. Gerade Healthcare-Unternehmen gelten als besonders sensible Ziele, da dort häufig personenbezogene Gesundheitsdaten, Patientendokumentationen, Verträge und interne medizinische Unterlagen verarbeitet werden.

    Wer steckt hinter DragonForce?

    DragonForce taucht seit einiger Zeit verstärkt im Umfeld von Ransomware- und Datenerpressungsangriffen auf. Die Akteure nutzen klassische Double-Extortion-Methoden:

    1

    Eindringen

    Phishing, gestohlene Zugangsdaten oder Exploits ungepatchter Edge-Devices.

    2

    Exfiltration

    Sensible Daten werden vor der Verschlüsselung systematisch abgezogen.

    3

    Verschlüsselung & Erpressung

    Ransomware-Deployment auf Server- und Endgeräte-Ebene, Lösegeldforderung.

    4

    Leak-Veröffentlichung

    Bei Nichtzahlung Veröffentlichung der Daten auf der eigenen Darknet-Seite.

    Warum Healthcare-Unternehmen besonders attraktiv sind

    Hohe Verfügbarkeitsanforderungen

    Kritische Systeme dulden kaum Ausfallzeiten – maximaler Erpressungsdruck.

    Sensible Gesundheitsdaten

    Patientenakten und medizinische Unterlagen sind besonders schützenswert.

    Zeitdruck bei Betriebsunterbrechungen

    Versorgung und Verwaltung dürfen nicht stillstehen – Angreifer wissen das.

    Komplexe IT-Landschaften

    Altsysteme und Speziallösungen erschweren konsistente Härtung.

    Was behauptet DragonForce?

    Auf der Leak-Seite wurde REHA-ACTIV mit einem eigenen Eintrag versehen. Reha-Activ hat den Vorfall inzwischen bestätigt: Daten wurden verschlüsselt, Lösegeld gefordert und nach derzeitigem Kenntnisstand auch personenbezogene Daten kopiert und entwendet. Die Listung im Darknet dient – wie bei vielen modernen Ransomware-Gruppen üblich – als Druckmittel, um Verhandlungen oder Lösegeldzahlungen zu erzwingen.

    Was Unternehmen jetzt tun sollten

    Der Fall zeigt erneut, wie wichtig moderne Sicherheitsmaßnahmen geworden sind. Besonders relevant sind 2026:

    Konsequente MFA

    Mehrfaktor für alle Admin-, VPN- und Cloud-Zugänge – ohne Ausnahmen.

    Netzwerksegmentierung

    Medizingeräte, Office-IT und Verwaltung strikt trennen.

    XDR / SOC-Überwachung

    24/7-Telemetrie auf Endpoints, Server und Cloud-Workloads.

    Offline-Backups

    Air-gapped Backups + getestete Restore-Prozesse.

    Patch-Management

    Geregelte Update-Zyklen für OS, Hypervisor und Edge-Devices.

    Darknet-Monitoring

    Frühwarnung bei geleakten Zugangsdaten und Unternehmensnennungen.

    Awareness & Schulung

    Phishing-Erkennung und sicheres Verhalten regelmäßig trainieren.

    Incident Response

    Dokumentierter Plan + getestete Eskalationskette – nicht erst im Ernstfall.

    💡 Frühe Erkennung entscheidet: Ob ein Angriff gestoppt werden kann oder Angreifer sich wochenlang unbemerkt im Netzwerk bewegen, hängt fast immer von der Detection-Geschwindigkeit ab.

    Aktueller Stand

    Reha-Activ hat den Cyberangriff am 16.06.2026 offiziell bestätigt und Betroffene über eine Bekanntmachung nach Art. 34 DSGVO informiert. Untersuchungen durch Kriminalpolizei, IT-Sicherheitsfachleute und Datenschutz-Aufsicht (LDI NRW) laufen. Wasacon beobachtet die Entwicklung weiter.

    Häufige Fragen

    Darknet-Check & Healthcare-IT-Audit

    Wasacon prüft, ob dein Unternehmen bereits im Darknet auftaucht – und ob deine IT-Architektur gegen moderne Double-Extortion-Angriffe gehärtet ist.

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    Transparenzhinweis

    Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen sowie auf Angaben einer Darknet-Leak-Seite. Die dort veröffentlichten Behauptungen konnten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig verifiziert werden. Die Erwähnung eines Unternehmens bedeutet nicht automatisch, dass ein erfolgreicher Cyberangriff oder Datenabfluss stattgefunden hat.

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