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    IT-Sicherheit · cPanel · WHM

    cPanel-Alarm: Drei neue Schwachstellen in WHM

    Admin-Rechte, Code-Ausführung und Server-Chaos möglich – nur Tage nach der aktiv ausgenutzten Zero-Day-Lücke CVE-2026-41940 schließt cPanel die nächsten drei Sicherheitslücken.

    09.05.2026 9 min Lesezeit
    cPanel und WHM Sicherheitslücken Mai 2026 – rotes Warnsymbol über Hosting-Control-Panel

    Kurzantwort

    cPanel hat am 8. Mai 2026 drei neue Schwachstellen in cPanel & WHM geschlossen: CVE-2026-29201 (Arbitrary File Read, CVSS 6.5), CVE-2026-29202 (Perl Code Injection in der create_user-API, CVSS 8.8) und CVE-2026-29203 (Symlink- Privilege Escalation, CVSS 8.8). Sofort patchen, Logs prüfen, Sessions invalidieren – besonders auf Shared-Hosting- und Reseller-Umgebungen.

    Die drei neuen Schwachstellen im Überblick

    Zwei der drei Lücken erreichen einen CVSS-Wert von 8.8 – im roten „High"-Bereich, knapp unter kritisch. Sie ermöglichen unter realen Bedingungen Remote Code Execution und Privilege Escalation.

    CVE-2026-29201· Arbitrary File Read
    6.5Mittel · CVSS
    Ursache

    Fehlende Pfad-Validierung in feature::LOADFEATUREFILE adminbin – relative Pfade machen beliebige Dateien world-readable.

    Auswirkung

    Unautorisiertes Auslesen sensibler Dateien (Configs, Tokens, Schlüssel).

    CVE-2026-29202· Perl Code Injection (RCE)
    8.8Hoch · CVSS
    Ursache

    create_user-API validiert den plugin-Parameter unzureichend – Angreifer können beliebigen Perl-Code einschleusen.

    Auswirkung

    Vollständige Code-Ausführung auf dem Hosting-System sobald ein Account-Zugang existiert.

    CVE-2026-29203· Symlink → Privilege Escalation
    8.8Hoch · CVSS
    Ursache

    Unsichere Symlink-Behandlung erlaubt chmod auf beliebige Dateien.

    Auswirkung

    Rechteausweitung bis Root, Denial-of-Service, Kompromittierung anderer Mandanten.

    Score-Skala nach CVSS: 9–10 kritisch, 7–8.9 hoch, 4–6.9 mittel.

    So läuft die Angriffskette ab

    Besonders gefährlich ist CVE-2026-29202: Sobald ein Angreifer Zugriff auf irgendeinen Account besitzt – über kompromittierte Zugangsdaten, schwache Passwörter oder ein vorgelagertes Phishing – kann daraus binnen Minuten vollständige Code-Ausführung auf dem Hosting-System werden.

    1
    Massen-Scan

    Bots scannen das Internet automatisiert nach offenen WHM-Ports (2086/2087) und Shared-Hosting-Panels.

    2
    Account-Zugriff

    Schwache Passwörter, geleakte Zugangsdaten oder Phishing verschaffen einen Standard-Account.

    3
    create_user · plugin-Param

    Über die ungeschützte create_user-API wird Perl-Code in den plugin-Parameter eingeschleust.

    4
    RCE + Symlink-Eskalation

    Code-Ausführung kombiniert mit chmod-Symlink-Trick führt zu Root und Mandanten-Übernahme.

    Warum gerade jetzt

    cPanel-Server stehen seit der Auth-Bypass-Lücke CVE-2026-41940 weltweit unter Dauerbeschuss. Bots scannen Hostingprovider, Reseller-Systeme, WHM-Portale und MSP-Infrastruktur automatisiert – auch „kleine" CVEs werden in Stunden operationalisiert.

    Welche Versionen sind betroffen?

    cPanel hat Patches für sämtliche unterstützten Branches veröffentlicht – von der aktuellen 11.136-Linie bis zurück zu 11.86. Für CentOS 6 / CloudLinux 6 gibt es zusätzlich den Direkt-Build v110.0.114, WP Squared erhält 11.136.1.10.

    Branch
    11.136
    11.136.0.9+
    hover für Build
    Branch
    11.134
    11.134.0.25+
    hover für Build
    Branch
    11.132
    11.132.0.31+
    hover für Build
    Branch
    11.130
    11.130.0.22+
    hover für Build
    Branch
    11.126
    11.126.0.58+
    hover für Build
    Branch
    11.124
    11.124.0.37+
    hover für Build
    Branch
    11.118
    11.118.0.66+
    hover für Build
    Branch
    11.110
    11.110.0.116 / 117+
    hover für Build
    Branch
    11.102
    11.102.0.41+
    hover für Build
    Branch
    11.94
    11.94.0.30+
    hover für Build
    Branch
    11.86
    11.86.0.43+
    hover für Build
    Branch
    WP²
    11.136.1.10+
    hover für Build
    Branch
    CL6
    v110.0.114
    hover für Build

    Mit der Maus über einen Branch fahren zeigt den Mindest-Build, ab dem alle drei CVEs gepatcht sind. End-of-Life-Versionen sind besonders kritisch.

    Sofortmaßnahmen für Administratoren

    cPanel empfiehlt das forcierte Update mit /scripts/upcp --force. Wer Auto-Updates deaktiviert hat, muss jetzt manuell nachziehen.

    # cPanel/WHM auf gepatchten Build aktualisieren
    $ /scripts/upcp --force
    # CentOS 6 / CloudLinux 6 (v110-Tier setzen, dann updaten)
    $ sed -i "s/CPANEL=.*/CPANEL=cl6110/g" /etc/cpupdate.conf
    $ /scripts/upcp --force
    WHM-Ports härten

    2086/2087 nur über VPN/IP-Allowlist erreichbar machen, Bruteforce-Schutz aktivieren.

    Root- & Reseller-Logins prüfen

    Letzte Anmeldungen, neue API-Tokens und ungewöhnliche Quell-IPs verifizieren.

    Verdächtige Accounts kontrollieren

    Neu angelegte cPanel-Accounts, Plugins und Perl-Skripte gegen den Soll-Stand prüfen.

    Dateirechte & Symlinks

    In /home, /usr/local/cpanel und /var/cpanel auf abweichende chmod-Werte und Symlinks scannen.

    Sessions invalidieren

    Alle aktiven WHM-/cPanel-Sessions beenden, Passwörter und API-Tokens rotieren.

    Auth- & Access-Logs analysieren

    /usr/local/cpanel/logs/access_log und login_log auf verdächtige create_user-Aufrufe filtern.

    Nach dem Patch zusätzlich gezielt nach IOCs suchen – ungewöhnliche Plugin-Namen, neue Cron-Jobs, fremde SSH-Keys, ausgehende Verbindungen zu unbekannten C2-Domains.

    Besonders gefährdet: Shared Hosting

    Shared-Hosting-Umgebungen sind aktuell eines der attraktivsten Ziele überhaupt. Ein erfolgreicher Angriff auf einen einzigen cPanel-Server kompromittiert nicht nur eine Website – sondern potenziell hunderte Kundensysteme, Mailserver, Datenbanken, Backups und DNS-Konfigurationen.

    1 cPanel-Server
    RCE / Privilege Escalation
    Websites
    Mailserver
    Datenbanken
    Backups
    DNS
    Kundendaten
    API-Tokens
    Logs

    Gerade kleinere Hostinganbieter unterschätzen häufig fehlendes Monitoring, fehlende Mandanten-Segmentierung, unsichere Plugins, alte Perl-Komponenten und schwache Account-Isolation.

    Wasacon-Perspektive

    Viele Unternehmen denken: „Unsere Website liegt bei einem deutschen Hoster – also ist alles sicher." Das ist ein gefährlicher Irrtum. Ein Serverstandort in Deutschland schützt nicht vor RCE, kompromittierten Panels, Session-Hijacking, Privilege Escalation, Malware, Ransomware oder Datenabfluss. Sicherheit hängt ab von Patch-Management, Monitoring, Härtung, Zugriffskontrolle, Netzwerksegmentierung, EDR/XDR, Backup-Strategien und Incident-Response. Wer cPanel oder WHM betreibt, sollte 2026 nicht mehr in Tagen denken – sondern in Stunden.

    FAQ

    Hosting-Server absichern lassen

    Wasacon prüft cPanel-/WHM-Server, härtet die Konfiguration und integriert sie in unsere EDR/XDR- und Monitoring-Stacks – speziell für KMU und Hostinganbieter im Kreis Heinsberg.

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    Wasa Consult, Data Recovery Service, Heinsberg, Nordrhein-Westfalen