CVE-2026-31431: Die gefährlichste Linux-Schwachstelle seit Jahren. Jeder lokale User wird Root – auf jeder Distribution seit 2017.

Solange der Kernel-Patch noch nicht eingespielt ist: Deaktiviere das verwundbare Crypto-Modul algif_aead als temporären Schutz. Die Änderung ist persistent über Reboots.
echo "install algif_aead /bin/false" > /etc/modprobe.d/disable-algif.conf rmmod algif_aead 2>/dev/null || true
Erfordert Root-Rechte. Wirkung sofort, persistent über Reboots. Ersetzt nicht den finalen Kernel-Patch.
Am 29. April 2026 wurde eine neue kritische Schwachstelle im Linux-Kernel veröffentlicht: Copy Fail (CVE-2026-31431). Was zunächst wie ein weiterer Bug klingt, ist in Wahrheit eine der gefährlichsten Linux-Schwachstellen seit Jahren.
Was Copy Fail ermöglicht:
Root-Zugriff für jeden lokalen Benutzer
Exploit in nur 732 Bytes Python-Code
Keine besonderen Voraussetzungen nötig
100 % zuverlässig reproduzierbar
Kurz gesagt: Ein normaler User wird innerhalb von Sekunden Systemadministrator (root) – auf praktisch jeder Distribution: Ubuntu, Debian, RHEL, SUSE, Amazon Linux.
Die Schwachstelle sitzt tief im Linux-Kernel – genauer im Crypto-Subsystem (AF_ALG-Schnittstelle), kombiniert mit Speicheroperationen im Page Cache.
Der Angriffsablauf:
splice() um Page-Cache-Seiten in das Crypto-Subsystem (AF_ALG) zu übergeben.algif_aead-Implementierung (In-Place-Optimierung seit 2017) schreibt 4 Bytes über die Scatterlist-Grenze hinaus./usr/bin/su).execve den Page Cache liest, wird die manipulierte Version ausgeführt → Root.Das Perfide daran:
Klassische Sicherheitsmechanismen und forensische Disk-Images greifen hier nicht.
Dasselbe Exploit-Binary funktioniert unverändert auf jeder Distribution. Direkt verifiziert wurden:
Ubuntu 24.04 LTS
6.17.0-1007-aws
Amazon Linux 2023
6.18.8-9.213.amzn2023
RHEL 10.1
6.12.0-124.45.1.el10_1
SUSE 16
6.12.0-160000.9-default
Alle weiteren Distributionen mit betroffenen Kernels (Debian, Arch, Fedora, Rocky, Alma, Oracle, Embedded) verhalten sich identisch.
| Exploit | Schwierigkeit | Voraussetzung | Zuverlässigkeit | Zeitfenster |
|---|---|---|---|---|
| Dirty COW | Mittel | Race Condition / Timing | 30–80 % | Schmaler Bereich |
| Dirty Pipe | Mittel | Kernel ≥ 5.8 + Patches | Teilweise | 5.8 → Patch |
| Copy Fail | Trivial | Lokaler User reicht | 100 % | 2017 → 2026 (9 Jahre) |
Copy Fail ist kein Glücksspiel – es ist ein garantierter Root-Exploit. Kein Race, keine Offsets, keine Recompilation.
Viele Unternehmen denken: „Wir sind sicher – wir nutzen Container." Falsch.
Container haben keinen eigenen Kernel – sie teilen sich den Host-Kernel
Der Page Cache ist host-weit geteilt – nicht pro Container isoliert
Ein Pod mit den richtigen Primitives kompromittiert den Node und überschreitet Tenant-Grenzen
Copy Fail ist ein Container-Escape-Primitiv, nicht nur eine LPE
Copy Fail hebelt damit komplette Kubernetes-, Docker- und CI-Umgebungen aus.
Multi-Tenant Hosts
Shared Dev-Boxen, Jump Hosts, Build Server – überall, wo mehrere Benutzer einen Kernel teilen.
Kubernetes / Docker
Der Page Cache ist host-weit geteilt. Ein Pod kompromittiert den Node und überschreitet Tenant-Grenzen.
CI/CD Runner
GitHub Actions Self-hosted, GitLab Runner, Jenkins – jeder Runner, der untrusted PR-Code auf einem shared Kernel ausführt.
Cloud SaaS
Notebook-Hosts, Agent-Sandboxen, Serverless-Funktionen – jede Umgebung, die Tenant-Code auf einem Linux-Kernel ausführt.
Hosting-Provider
Shared Hosting mit mehreren Kunden auf einem System – Root-Zugriff für jeden Benutzer.
MSP-Infrastrukturen
Managed Service Provider mit zentralen Linux-Systemen für Kundenbetreuung.
Besonders kritisch: Systeme, auf denen untrusted Code läuft.
Meldung an Linux Kernel Security Team
Erstbestätigung
Patches vorgeschlagen und geprüft
Patch in Mainline committed
CVE-2026-31431 zugewiesen
Öffentliche Disclosure (copy.fail)
Kernel sofort patchen
Distributionspaket auf einen Kernel mit Mainline-Commit a664bf3d603d aktualisieren. Alle großen Distributionen liefern den Fix.
algif_aead deaktivieren
Vor dem Patch: echo "install algif_aead /bin/false" > /etc/modprobe.d/disable-algif.conf && rmmod algif_aead
AF_ALG via seccomp blocken
Für Container und CI-Runner: AF_ALG-Socket-Erstellung per seccomp-Profil unterbinden – unabhängig vom Patch-Status.
Monitoring & IMA
Kernel-Logs auf ungewöhnliche Privilege Escalation prüfen. IMA Appraisal im Enforcing-Mode fängt korrupte Binaries bei execve ab.
Zugriff minimieren
Keine unnötigen lokalen Benutzer. SSH-Härtung. Kein untrusted Code auf produktiven Systemen.
Forensik beachten
Die Manipulation hinterlässt keine Spuren auf der Festplatte – nur im RAM. Nach Reboot ist alles clean. IMA und sha256sum erkennen die Korruption nur im Live-Cache.
Copy Fail ist kein „normaler Bug". Es ist ein fundamentaler Architekturfehler, der zeigt:
Firewalls, EDR, MFA? Alles nutzlos, wenn der Kernel kompromittiert wird. Dein größtes Risiko sitzt nicht im Netzwerk – sondern im Kernel.
Handlungsbedarf ist sofort. Nicht nächste Woche. Jetzt.
Ist dein Unternehmen bereits kompromittiert? Läuft untrusted Code auf deinen Linux-Systemen? Wir prüfen deine Systeme und helfen dir, die Lücke sofort zu schließen.
Unsere Erstbewertung beinhaltet:
Copy Fail betrifft jedes Linux-System – auch Server und Container in Unternehmen in Heinsberg (52525), Erkelenz (41812), Wegberg, Wassenberg oder Hückelhoven (41836). Auch Betriebe in Aachen, Mönchengladbach (41061), Geilenkirchen (52511), Jülich, Düren und Krefeld sollten ihre Linux-Infrastruktur umgehend prüfen und patchen.
Wasacon unterstützt Unternehmen im gesamten Kreis Heinsberg und Großraum NRW bei Kernel-Patching, Container-Security und Linux-Sicherheitsaudits – vom Erstcheck bis zur vollständigen Absicherung.
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