Scroll to top
    Zurück zum Blog
    Cybersecurity

    108 Chrome-Erweiterungen mit Malware enttarnt – Millionen Nutzer ausspioniert

    Bösartige Extensions stehlen Login-Daten, Cookies und übernehmen komplette Sitzungen – dein Browser könnte bereits kompromittiert sein.

    14.04.2026 8 min Lesezeit
    108 bösartige Chrome-Erweiterungen stehlen Daten – Cybersecurity-Warnung

    ⚡ Kurzantwort

    Sicherheitsforscher haben 108 bösartige Chrome-Erweiterungen identifiziert, die über 20.000 Nutzer ausspioniert haben. Die Extensions stahlen Login-Daten, Session-Cookies und zielten besonders auf Google- und Telegram-Konten.

    👉 Sofort handeln: chrome://extensions/ prüfen, unbekannte Extensions entfernen, Passwörter ändern, Sessions zurücksetzen.

    Was ist passiert?

    Ein massiver Sicherheitsvorfall erschüttert die Browser-Welt: Sicherheitsforscher haben insgesamt 108 manipulierte Chrome Extensions identifiziert, die aktiv Nutzerdaten stehlen. Über 20.000 Nutzer waren direkt betroffen – die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.

    Login-Daten stehlen

    Session-Cookies abgreifen

    Browser-Aktivitäten überwachen

    Daten an externe Server senden

    Die Angriffe liefen unbemerkt im Hintergrund – teilweise über Monate. Besonders im Visier: Google- und Telegram-Konten.

    Beispiele enttarnter Malware-Erweiterungen

    Diese Extensions waren im Chrome Web Store verfügbar und wirkten auf den ersten Blick harmlos – doch sie enthielten versteckten Schadcode:

    Telegram Multi-account

    Kommunikation

    ⚠️ Domain top.rodeo – nur 3 Bewertungen, alle 5 Sterne. Klassisches Fake-Bewertungsmuster.

    Black Beard Slot Machine

    Spiel / Unterhaltung

    ⚠️ Gleiche Domain top.rodeo – nur 1 Bewertung. Slot-Spiel als Tarnung für Session-Hijacking.

    Page Locker

    Sicherheit

    ⚠️ Domain webuk.tech – 2 Bewertungen, 136 Nutzer. Gibt vor, Seiten zu sperren, stiehlt aber Cookies.

    Fire Shield Extension Protection

    Sicherheit

    ⚠️ Fordert Zugriff auf alle Websites. Ironie: Ein angebliches Schutz-Tool ist selbst die Bedrohung.

    Total Safety for Chrome

    Browser-Schutz

    ⚠️ Übermäßige Berechtigungen – liest alle Browserdaten aus und leitet sie an C2-Server weiter.

    Browser Checkup

    Diagnose-Tool

    ⚠️ Sendet heimlich Nutzerdaten an externe Command-and-Control-Server. Keine echte Diagnosefunktion.

    Muster erkennbar: Geringe Nutzerzahlen, verdächtige Domains (top.rodeo, webuk.tech), Fake-Bewertungen und überzogene Berechtigungen sind typische Warnsignale.

    Wie greifen die Extensions an?

    Die Vorgehensweise ist perfide und effektiv – in drei Phasen:

    Phase 1: Tarnung als legitime Tools

    VPN-Dienste, PDF-Tools, Productivity Extensions, SEO-Helper – die Extensions wirken harmlos und nützlich.

    Phase 2: Zugriff auf sensible Browser-Daten

    Nach Installation fordern sie weitreichende Rechte: Zugriff auf alle Webseiten, Cookies lesen, Inhalte manipulieren.

    Phase 3: Command-and-Control Server

    Gestohlene Daten werden an externe C2-Server übertragen – für Überwachung, Account-Übernahmen und Darknet-Verkauf.

    ➡️ Ergebnis: Logins kapern, Sessions übernehmen, sogar 2FA umgehen – durch Session Hijacking.

    Warum Browser-Erweiterungen so gefährlich sind

    Browser-Erweiterungen haben oft mehr Zugriff als klassische Malware. Das macht sie zu einer der unterschätztesten Angriffsmethoden 2026.

    Dauerhaft aktiv

    Extensions laufen permanent im Hintergrund – ohne Nutzerinteraktion.

    Hohe Berechtigungen

    Mehr Zugriff als klassische Malware – direkt im Browser.

    Unsichtbar

    Nutzer bemerken den Datendiebstahl oft monatelang nicht.

    2FA-Umgehung

    Durch Session Hijacking können Angreifer sogar MFA umgehen.

    Wer ist betroffen?

    Privatnutzer

    Unternehmen

    Administratoren

    IT-Sicherheits-Profis

    👉 Besonders kritisch für Firmen: Zugriff auf Cloud-Tools (Microsoft 365, Google Workspace), interne Systeme und Kundendaten.

    Was du jetzt sofort tun solltest

    Extensions prüfen

    chrome://extensions/ öffnen – alles entfernen, was unbekannt ist oder übermäßige Rechte hat.

    Berechtigungen kontrollieren

    "Zugriff auf alle Websites" und "Daten lesen und ändern" – wenn unnötig, löschen.

    Sessions zurücksetzen

    Alle Logins neu durchführen, Cookies löschen, Geräte abmelden.

    Passwörter ändern

    E-Mail, Banking, Unternehmenszugänge – alles mit frischen Credentials.

    Unternehmen: Sofort reagieren

    Browser-Richtlinien prüfen, Extensions zentral verwalten, Logs auswerten.

    Wasacon Insight

    Nicht der Server ist das Ziel – sondern dein Browser.

    Angreifer umgehen Firewalls, Endpoint Security und klassische Schutzmechanismen – und gehen direkt über die Benutzeroberfläche. Diese Kampagne ist kein Einzelfall, sondern Teil eines Trends: Browser = neues Angriffsziel Nr. 1.

    Fazit

    Wenn du deine Extensions nicht kontrollierst, kontrolliert jemand anderes deinen Zugang.

    108 Extensions, über 20.000 betroffene Nutzer, gezielte Angriffe auf Google und Telegram – Browser-Sicherheit ist keine Option mehr, sondern Pflicht.

    Verwandte Begriffe

    Du willst wissen, ob dein Unternehmen betroffen ist?

    Wir prüfen deine Systeme auf kompromittierte Browser-Extensions und unsichere Zugriffe.

    Wasacon in deiner Region

    Wasacon unterstützt Unternehmen in der gesamten Region bei der Absicherung gegen Browser-basierte Angriffe und kompromittierte Extensions. Ob Patch-Management, EDR/XDR-Implementierung oder Sicherheitsaudits – wir sind dein lokaler IT-Sicherheitspartner.

    Häufig gestellte Fragen

    Diskussion

    0 Beiträge

    Lade Kommentare …
    Neuer Kommentar
    0/2000

    E-Mail wird nur zur Verifizierung verwendet, nicht veröffentlicht. Beiträge werden manuell geprüft.

    IT-Budget Quick-Check

    Wie viel sollte Ihr Unternehmen jährlich in IT investieren?

    Risiko-Level: Mittel · Multiplikator: 1.2×

    Richtwerte auf Basis von BSI/NIST/ENISA-Branchenbenchmarks. Keine verbindliche Empfehlung.

    Das könnte Sie auch interessieren

    Haftungsausschluss: Die auf Wasacon bereitgestellten Inhalte dienen nur zu Informationszwecken. Wir garantieren nicht die Qualität, Genauigkeit oder Vollständigkeit der Informationen aus Drittquellen.

    Sind Zugangsdaten Ihres Unternehmens bereits im Umlauf?

    Wir prüfen Ihre Domain kostenlos gegen bekannte Infostealer- und Leak-Datenbanken – vertraulich und unverbindlich.

    Bekannt aus

    Wasa Consult, Data Recovery Service, Heinsberg, Nordrhein-Westfalen