Bösartige Extensions stehlen Login-Daten, Cookies und übernehmen komplette Sitzungen – dein Browser könnte bereits kompromittiert sein.

Sicherheitsforscher haben 108 bösartige Chrome-Erweiterungen identifiziert, die über 20.000 Nutzer ausspioniert haben. Die Extensions stahlen Login-Daten, Session-Cookies und zielten besonders auf Google- und Telegram-Konten.
👉 Sofort handeln: chrome://extensions/ prüfen, unbekannte Extensions entfernen, Passwörter ändern, Sessions zurücksetzen.
Ein massiver Sicherheitsvorfall erschüttert die Browser-Welt: Sicherheitsforscher haben insgesamt 108 manipulierte Chrome Extensions identifiziert, die aktiv Nutzerdaten stehlen. Über 20.000 Nutzer waren direkt betroffen – die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.
Login-Daten stehlen
Session-Cookies abgreifen
Browser-Aktivitäten überwachen
Daten an externe Server senden
Die Angriffe liefen unbemerkt im Hintergrund – teilweise über Monate. Besonders im Visier: Google- und Telegram-Konten.
Diese Extensions waren im Chrome Web Store verfügbar und wirkten auf den ersten Blick harmlos – doch sie enthielten versteckten Schadcode:
Telegram Multi-account
⚠️ Domain top.rodeo – nur 3 Bewertungen, alle 5 Sterne. Klassisches Fake-Bewertungsmuster.
Black Beard Slot Machine
⚠️ Gleiche Domain top.rodeo – nur 1 Bewertung. Slot-Spiel als Tarnung für Session-Hijacking.
Page Locker
⚠️ Domain webuk.tech – 2 Bewertungen, 136 Nutzer. Gibt vor, Seiten zu sperren, stiehlt aber Cookies.
Fire Shield Extension Protection
⚠️ Fordert Zugriff auf alle Websites. Ironie: Ein angebliches Schutz-Tool ist selbst die Bedrohung.
Total Safety for Chrome
⚠️ Übermäßige Berechtigungen – liest alle Browserdaten aus und leitet sie an C2-Server weiter.
Browser Checkup
⚠️ Sendet heimlich Nutzerdaten an externe Command-and-Control-Server. Keine echte Diagnosefunktion.
Muster erkennbar: Geringe Nutzerzahlen, verdächtige Domains (top.rodeo, webuk.tech), Fake-Bewertungen und überzogene Berechtigungen sind typische Warnsignale.
Die Vorgehensweise ist perfide und effektiv – in drei Phasen:
Phase 1: Tarnung als legitime Tools
VPN-Dienste, PDF-Tools, Productivity Extensions, SEO-Helper – die Extensions wirken harmlos und nützlich.
Phase 2: Zugriff auf sensible Browser-Daten
Nach Installation fordern sie weitreichende Rechte: Zugriff auf alle Webseiten, Cookies lesen, Inhalte manipulieren.
Phase 3: Command-and-Control Server
Gestohlene Daten werden an externe C2-Server übertragen – für Überwachung, Account-Übernahmen und Darknet-Verkauf.
➡️ Ergebnis: Logins kapern, Sessions übernehmen, sogar 2FA umgehen – durch Session Hijacking.
Browser-Erweiterungen haben oft mehr Zugriff als klassische Malware. Das macht sie zu einer der unterschätztesten Angriffsmethoden 2026.
Dauerhaft aktiv
Extensions laufen permanent im Hintergrund – ohne Nutzerinteraktion.
Hohe Berechtigungen
Mehr Zugriff als klassische Malware – direkt im Browser.
Unsichtbar
Nutzer bemerken den Datendiebstahl oft monatelang nicht.
2FA-Umgehung
Durch Session Hijacking können Angreifer sogar MFA umgehen.
Privatnutzer
Unternehmen
Administratoren
IT-Sicherheits-Profis
👉 Besonders kritisch für Firmen: Zugriff auf Cloud-Tools (Microsoft 365, Google Workspace), interne Systeme und Kundendaten.
Extensions prüfen
chrome://extensions/ öffnen – alles entfernen, was unbekannt ist oder übermäßige Rechte hat.
Berechtigungen kontrollieren
"Zugriff auf alle Websites" und "Daten lesen und ändern" – wenn unnötig, löschen.
Sessions zurücksetzen
Alle Logins neu durchführen, Cookies löschen, Geräte abmelden.
Passwörter ändern
E-Mail, Banking, Unternehmenszugänge – alles mit frischen Credentials.
Unternehmen: Sofort reagieren
Browser-Richtlinien prüfen, Extensions zentral verwalten, Logs auswerten.
Nicht der Server ist das Ziel – sondern dein Browser.
Angreifer umgehen Firewalls, Endpoint Security und klassische Schutzmechanismen – und gehen direkt über die Benutzeroberfläche. Diese Kampagne ist kein Einzelfall, sondern Teil eines Trends: Browser = neues Angriffsziel Nr. 1.
Wenn du deine Extensions nicht kontrollierst, kontrolliert jemand anderes deinen Zugang.
108 Extensions, über 20.000 betroffene Nutzer, gezielte Angriffe auf Google und Telegram – Browser-Sicherheit ist keine Option mehr, sondern Pflicht.
Wir prüfen deine Systeme auf kompromittierte Browser-Extensions und unsichere Zugriffe.
Wasacon unterstützt Unternehmen in der gesamten Region bei der Absicherung gegen Browser-basierte Angriffe und kompromittierte Extensions. Ob Patch-Management, EDR/XDR-Implementierung oder Sicherheitsaudits – wir sind dein lokaler IT-Sicherheitspartner.
0 Beiträge
Wie viel sollte Ihr Unternehmen jährlich in IT investieren?
Risiko-Level: Mittel · Multiplikator: 1.2×
Richtwerte auf Basis von BSI/NIST/ENISA-Branchenbenchmarks. Keine verbindliche Empfehlung.
IT-SicherheitSeit dem 9. August 2026 führt die Ransomware-Gruppe Qilin die pm-energy GmbH aus Reesdorf (Schleswig-Holstein) auf ihrer Leak-Seite. Was belegt ist, was Täterbehauptung bleibt – und warum Photovoltaik-Projektdaten besonders sensibel sind.
IT-SicherheitSeit dem 8. August 2026 führt die Ransomware-Gruppe Qilin die Clausing GmbH Tiefbauunternehmen aus Osnabrück auf ihrer Darknet-Leak-Seite. Was belegt ist, was Täterbehauptung bleibt – und warum die digitalisierten Bauprozesse den Fall brisant machen.
IT-SicherheitSeit dem 7. August 2026 führt die Ransomware-Gruppe The Gentlemen die Münchner INKA Group GmbH & Co. KG als mutmaßliches Opfer. Register- und Konzerndaten zeigen ein verzweigtes Immobiliennetz – bis hin zur Hasen-Immobilien AG mit 230,5 Mio. € Bilanzsumme.
Haftungsausschluss: Die auf Wasacon bereitgestellten Inhalte dienen nur zu Informationszwecken. Wir garantieren nicht die Qualität, Genauigkeit oder Vollständigkeit der Informationen aus Drittquellen.
Wir prüfen Ihre Domain kostenlos gegen bekannte Infostealer- und Leak-Datenbanken – vertraulich und unverbindlich.