Sony, Bose, JBL & Co. betroffen: Kritische Bluetooth-Lücke macht Kopfhörer zum Einfallstor
Sicherheitsforscher von ERNW haben in den weit verbreiteten Airoha-Bluetooth-Chips drei kritische Schwachstellen gefunden. Millionen Premium-Kopfhörer und Earbuds großer Marken sind potenziell betroffen.
Worum geht es?
Bluetooth-Kopfhörer gelten für viele als harmlose Alltagsgeräte. Doch genau diese Geräte stehen jetzt im Fokus einer Sicherheitswarnung, die weitreichender ist, als es auf den ersten Blick erscheint. Forscher von ERNW (Dennis Heinze, Frieder Steinmetz) haben mehrere kritische Schwachstellen in Bluetooth-Chips des Herstellers Airoha aufgedeckt. Diese Chips stecken in zahlreichen Premium-Kopfhörern und Earbuds – betroffen sind unter anderem Modelle von Sony, JBL, Marshall, Bose, Jabra, Beyerdynamic und Beats.
Wichtig: Der Angriff erfordert Bluetooth-Reichweite (~10 m). Es handelt sich nicht um einen Internet-Massenangriff – aber in Flughäfen, Bahnhöfen, Großraumbüros und Hotels ist das Szenario sehr real.
Die Gefahr steckt tief im Chip
Im Zentrum des Problems steht eine versteckte Wartungsschnittstelle namens „RACE". Ursprünglich für Diagnose-, Entwicklungs- und Servicezwecke gedacht, war sie über Bluetooth erreichbar – und in vielen Geräten nicht ausreichend abgesichert. Angreifer können dadurch auf Funktionen zugreifen, die niemals für normale Nutzer bestimmt waren.
Die drei CVEs im Überblick
Fehlende Authentifizierung im RACE-Service
Bluetooth-Pairing ohne Nutzerzustimmung
Kritische RACE-Funktionen unzureichend abgesichert
Betroffene Geräte
Diese Modelle wurden von ERNW direkt geprüft oder verwenden nachweislich denselben Airoha-Chipsatz. Die tatsächliche Zahl betroffener Geräte dürfte deutlich höher liegen, da viele OEMs dieselbe Hardware einsetzen.












Produktbilder sind symbolische, KI-generierte Darstellungen – keine echten Hersteller-Pressefotos. Liste basiert auf ERNW/insinuator.net & media.ccc.de. Patch-Status laut Hersteller-Aussagen Stand 06/2026 – ohne Gewähr.
Was kann ein Angreifer damit machen?
Die Forscher demonstrierten sogar Szenarien, in denen kompromittierte Kopfhörer als Sprungbrett genutzt werden, um anschließend das gekoppelte Smartphone anzugreifen.
Realistische Angriffsorte
Für einen erfolgreichen Angriff muss sich der Täter in Bluetooth-Reichweite befinden – typischerweise rund 10 Meter. Die Schwachstelle eignet sich daher nicht für Massenangriffe über das Internet, aber überall dort, wo viele Menschen mit Bluetooth-Headsets unterwegs sind, könnten Angreifer gezielt nach verwundbaren Geräten suchen.
Warum hat der Patch so lange gedauert?
Airoha stellte Sicherheitsupdates bereits im Juni 2025 für seine OEM-Kunden bereit. Anschließend mussten die Hersteller die Updates selbst integrieren, testen und über ihre Apps verteilen. Manche Geräte wurden schnell gepatcht, andere Hersteller brauchten fast ein Jahr – ein bekanntes Problem der IoT- und Consumer-Elektronik:
Was Nutzer jetzt tun sollten
Wasacon-Perspektive
Moderne Bluetooth-Kopfhörer sind faktisch kleine Computer – mit Mikrofon, Speicher, Firmware, Bluetooth-Stack, App-Anbindung und Sprachassistent. Genau wie bei Routern, NAS-Systemen oder Smart-TVs gilt: jede Software enthält potenzielle Schwachstellen. Für Unternehmen im Kreis Heinsberg heißt das: Headsets gehören mittlerweile ins IT-Inventar – mit Patch-Management, klaren Nutzungsregeln und einer EDR/MDR-Lösung, die seitwärts laufende Angriffe vom Smartphone aufs Firmen-Netz frühzeitig stoppt.
Häufige Fragen
Headsets & IoT in Ihrem Unternehmen absichern
Wir prüfen Ihre Endgeräte-Landschaft, etablieren Patch-Management für Headsets, Smartphones und IoT und überwachen Ihr Netz mit 24/7 EDR/XDR – damit ein kompromittierter Kopfhörer kein Sprungbrett ins Firmennetz wird.
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